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Überhaupt ist die Geschichte der Wörter voll von interessanten Migrationen und dem regen Austausch zwischen den Sprachen. Das uns sehr französisch erscheinende "Boulevard" etwa geht auf das deutsche "Bollwerk" zurück, weil manche Prachtstraßen anstelle früherer Festungswälle angelegt wurden. Sogar welche deutschen Wörter es in andere Sprachen geschafft haben, erfährt man bei diesem empfehlenswerten Streifzug durch die Etymologie. Der Japaner beispielsweise benutzt "arbubeito" (Arbeit), "genepuro" (Generalprobe) oder schnallt sich einen "ruckusacku" um.
Ein wirkliches Nachschlagewerk zur Etymologie der deutschen Sprache kann und will Wolfgang Seidel mit seinem Buch freilich nicht liefern. Es gibt nicht einmal ein Register, aber dafür eine sehr sinnvolle Kapitelunterteilung nach Themen -- von "Menschen & Alltag" bis "Sport & Freizeit". Eingestreut sind auch immer wieder Listen, etwa eine Aufzählung von Werbeslogans die zu Redewendungen wurden -- von "Wer wird denn gleich in die Luft gehen" bis "Er hat überhaupt nicht gebohrt!"
Nach den 250 Seiten kann man jedenfalls nicht mehr behaupten: "Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts." -- denn woher dieser Spruch stammt, erfährt man natürlich auch. --Christian Stahl
Paperback
First published January 1, 2006