Die Welt scheint aus den Fugen. Extreme Unwetter, Hitzewellen, neue Gefahren für die menschliche Klimawandel und Corona-Pandemie sind Folgen des rücksichtslosen Umgangs der Menschheit mit der Natur. Hinzu kommen gesellschaftliche Spaltungstendenzen und immer neue internationale Krisenherde. Warum sehen wir keinen Aufbruch zur Bewahrung der Welt, obwohl wir um den Abgrund wissen, auf den wir zusteuern? Wir haben aufgehört zu fühlen, was die Welt fühlt, so die Diagnose des Arztes, Psychiaters und Neurowissenschaftlers Joachim Bauer. Mensch und Natur haben sich voneinander entfremdet. Zivilisation und Kultur sind Errungenschaften, hinter die niemand zurückwollen kann. Joachim Bauers Für die Bewahrung unserer Welt ist die Wiederherstellung einer empathischen Beziehung zu unserer natürlichen Umwelt zwingend erforderlich. Denn Menschen können nur retten, was sie lieben.
Wie kann uns Empathie dabei helfen, der Klimakrise entgegenzutreten? Ist es hilfreicher als Alarmismus? Auf diese Frage geht der Autor ein und erklärt warum Empathie so wichtig ist bei der Bekämpfung von Umweltthemen. Gerade in den ersten Kapiteln geht er vermehrt auf dieses Thema ein aber schwenkt dann vermehrt um auf die Klimakrise als allgemeines Thema. Ein inspirierendes Buch über den Schutz unseres Planetens.
Zwischenmenschliche Empathie und die Empathie zwischen Mensch und Natur stehen in wechselseitigem Zusammenhang.
Am Anfang stellten wir uns die Frage: Warum sind so wenig Menschen motiviert, gegen die Klimakrise anzukämpfen? Die Antwort: Weil wir unsere emotionale Verbindung zur Welt verloren haben. Während unsere Vorfahren Mutter Erde noch mit Einfühlungsvermögen begegneten, hat uns die Sesshaftwerdung vor 12.000 Jahren von der Natur entfremdet. Seitdem beuten wir sie schonungslos aus. Und setzen damit unser eigenes Überleben aufs Spiel.
Der Schlüssel zur Rettung der Welt liegt also in mehr Empathie – Empathie innerhalb der Gesellschaft und gegenüber unserer Erde.
Ein sehr relevantes Buch, was ich auch weiterempfehlen würde. Der Autor führt in den ersten Kapiteln gut in das Thema ein. Er spricht selbst davon, dass wissenschaftliche Fakten nicht zu Empathie bewegen, trotzdem sind die folgenden Kapiteln auf wissenschaftliche Fakten gestützt. Insgesamt hat das Buch einen wichtigen Ansatz verfolgt, allerdings hatte ich nicht das Gefühl viel dazuzulernen. Wenn man sich mit dem Thema Klimawandel und Umweltschutz auseinandersetzt, werden keine der Aussagen und Fakten großartig überraschen. Den Zusammenhang zwischen Mensch und Natur herzustellen, wie es auch in den ersten Kapiteln der Fall war, fand ich dennoch sehr interessant, richtig und wichtig. ⭐️3,5/5
Der Anfang ist ganz interessant, über Emphatie wechselseitig zwischen Mensch und Natur. Der Autor driftet aber schnell ab und behauptet, dass Social Media der Grund allen übels sei, da darüber nur Falschinformationen verbreitet werden. Dann geht er über zu aktuell relevanten Themen wie der COVID-19 Pandemie. Zuletzt löst er noch schnell die Klimakrise, indem jeder einfach ein bisschen verzichtet.
Ein paar wenig gute Gedanken sind dabei, aber in vielen Punkten bin ich nicht einer Meinung mit dem Autor.
Joachim Bauer thematisiert in seinem Buch "Fühlen, was die Welt fühlt" den Wandel des Menschen zur Natur seit dem Beginn der Sesshaftwerdung und der Landwirtschaft. Er betont, dass die Natur für den Menschen zunehmend zu einem bloßen Nutzobjekt geworden ist. Diese Veränderung hat gravierende Folgen, warnt Bauer: Die Empathie des Menschen gegenüber der Natur und sich selbst schwindet, und der Mensch konsumiert, ohne sich der Konsequenzen seines Handelns bewusst zu sein.
Ein paar erschreckende Fakten verdeutlichen diese Problematik:
Seit 1970 hat sich die weltweite Fleischproduktion mehr als verdreifacht. In Deutschland beträgt der wöchentliche Pro-Kopf-Konsum über 1 kg, was fast dreimal so viel ist wie die Obergrenze, die von medizinischen Experten unter der Leitung von Walter Willett von der Harvard University als "Planetary Health Diet" empfohlen wird.
Die Brandrodung trägt erheblich zur Freisetzung von CO₂ bei und verschärft die Treibhausgas-Problematik. Gleichzeitig zerstören wir mit der weltweiten Abholzung von Wäldern unseren wichtigsten Sauerstofflieferanten. Allein die Amazonaswälder produzieren 20 Prozent des Sauerstoffs auf unserem Planeten. Ein Fünftel dieser Wälder wurde in den letzten 50 Jahren zerstört, und die Abholzung setzt sich fort. Wälder sind nicht nur Sauerstoffproduzenten, sie absorbieren auch etwa ein Drittel des durch fossile Brennstoffe freigesetzten Kohlendioxids und sind entscheidend dafür, dass es ausreichend regnet.
Bauer appelliert, dass wir anfangen müssen, zu fühlen, was die Welt fühlt, und unser Verhalten grundlegend ändern. Denn die Natur kann ohne uns überleben, wir aber sind auf sie angewiesen.