In unserer alternden Gesellschaft werden „die Jungen“ und ihre Interessen übergangen, sie dürfen nicht mitbestimmen und haben keine Lobby, und das nicht erst seit der Corona-Pandemie. So wird Politik für eine Generation gemacht, die sich den Folgen nicht mehr stellen muss. Denn die Vorurteile gegenüber jungen Menschen sitzen tief, aber Probleme wie der Klimawandel, fehlende Chancengleichheit oder das Rentensystem lassen sich nur mit frischen Ideen und vor allem gemeinsam lösen. Ananda Klaar fordert mehr Teilhabe für ihre Generation und zeigt, bei welchen Themen für ihre Altersgenossen viel auf dem Spiel steht. Ihr Buch ist zugleich Gesellschaftskritik und Aufruf, um der jungen Generation die Chance zu geben, ihre eigene Zukunft zu retten.
“Diejenigen, die uns in die Welt gesetzt haben, müssen dafür sorgen, dass wir auch noch in ein paar Jahren in ihr leben können.”
Das Buch hat mehrere wichtige Aspekte hinsichtlich der Zukunftsangst der heutigen Jugend aufgezeigt, ohne andere Sichtweisen zu vernachlässigen. Ananda hat sowohl Problematiken offengelegt und gleichzeitig sinnvolle Lösungsvorschläge und Hoffnungen ihrerseits gebracht.
Ich habe dieses Buch gelesen, weil ich es beeindruckend fand, dass eine so junge Frau ein Buch rausgebracht hat und weil ich mich als Teil der jüngeren Generation von Älteren oft unverstanden und ungehört fühle. Dieses Buch hatte meiner Meinung nach unglaublich viel Potential. Und leider wurde ich enttäuscht.
Zuerst möchte ich sagen, dass ich genauso alt bin wie die Autorin. Ich komme wie sie aus Baden-Württemberg, aus einer eher ländlich geprägten Gegend, habe studierte Eltern, war auf dem Gymnasium und hatte gute Noten. Ich studiere zwar nicht Politikwissenschaften, dafür aber Jura, hatte den Schwerpunkt Völkerrecht und interessiere mich für Politik. Zwischen der Autorin und mir gibt es also einige Parallelen. Und trotzdem habe ich mich in diesem Buch null wiedergefunden. Die Autorin spricht definitiv nicht für unsere ganze Generation.
Mir hat bereits der Schreibstil nicht zugesagt, ich fand ihn eher amateurhaft. Dazu kam, dass im Buch keine klare Struktur erkennbar war und oft zwischen Themen hin und her gesprungen wurde. Zudem gab es einige Wiederholungen. Leider schließt die Autorin von einzelnen Erfahrungen (ihre eigenen oder von Freunden) auf eine ganze Generation und auf die gesamte Gesellschaft. Außerdem fand ich viele Forderungen nur teilweise durchdacht. An einigen Stellen fühlte sich das Buch eher wie ein rant als alles andere an. Zudem fand ich es fehl am Platz, soziale Ungerechtigkeit und das Thema Bürgergeld in einem Kapitel mit Staatsschulden zu behandeln.
Die Autorin hat meiner Meinung nach sehr viel über die Pandemie geschrieben, wobei ich mich immer öfter gefragt habe, was das mit dem Sinn des Buches zu tun hatte. Man kann an den Geschehnissen während der Pandemie nichts mehr ändern und ja, es ist scheiße, dass wir unser Leben anhalten mussten. Aber zum einen ging es nicht nur der jüngeren Generation so. Und zum anderen - was haben die Probleme während der Pandemie mit den jetzigen Bedürfnissen der Jugend zu tun? Über die Probleme während der Pandemie zu sprechen, macht nicht deutlich, welche Bedürfnisse und Forderungen unsere Generation jetzt hat.
Mich hat das Buch leider nicht umgehauen. Die aufgeführten Ideen sind alle recht offensichtlich und nicht wirklich innovativ oder neu. Vielleicht bin ich da mit der falschen Einstellung dran gegangen aber insgesamt hab ich mich beim Lesen geärgert, wie viele Probleme geöffnet wurden, ohne eine konkretere Lösung zu zeigen.
Eine interessante Einführung in das Thema der politischen Irrelevanz junger Menschen. Wer sich mit dieser Problematik auseinandersetzen möchte, findet in diesem Buch einen gelungenen Einstieg.
Die Autorin teilt ihre Ängste und Ansichten auf eine sehr offene Weise, was dem Buch eine erfrischende und persönliche Note verleiht.