Sie sind bekannt für ihre verblüffende Intelligenz, für das clevere Benutzen von Werkzeugen und für ihr außergewöhnlich soziales Miteinander: Raben und Krähen faszinieren und begleiten Menschen seit jeher. Leben Kolkraben wirklich so streng in Zweierbeziehungen wie Ehepaare im Einfamilienhaus? Warum verlassen sie ein Gebiet, in dem es genug Nahrung gibt? Wie gelingt es ihnen, sich in andere hineinzuversetzen? Und welche Regeln prägen ihr komplexes Sozialsystem? Der international renommierte Rabenforscher Thomas Bugnyar räumt mit vielen Mythen und Schwarz-Weiß-Bildern auf. Als Verhaltens- und Kognitionsbiologe nimmt er uns mit auf eine Entdeckungsreise in das Leben, Denken und Fühlen der Raben. Wir lernen die Verhaltensweisen der Rabenvögel zu verstehen, aber auch: dass sie uns verstehen.
Rezensionstitel: Alle Tiere verdienen unseren Respekt Kurzmeinung: Rabenvögel werden völlig verkannt! Thomas Bugnyar (geb. 1971) ist ein österreichischer Verhaltensbiologe mit Schwerpunkt Kognitionsstudien an Raben. Seit vielen Jahren beobachtet er diese wunderbaren, intelligenten Tiere und arbeitet mit ihnen, um sie besser zu verstehen und um zu erreichen, dass die Menschen die Tiere besser verstehen. Deshalb schreibt er auch dieses Buch über die Rabentiere und seine Forschungen beziehungsweise seine Ergebnisse. Dabei kommt er zu verblüffenden Resultaten, die im Einzelfall natürlich im vorliegenden Buch nachzulesen sind, aber verraten möchte ich, dass Rabenvögel besser sind als ihr Ruf, dass sie entschieden intelligent sind und ein Leben lang hinzulernen, anders als mancher Mensch. Und dass sie am liebsten in einer monogamen Langzeitbeziehung leben. „Das Lernen ist bei ihnen eine unendliche Geschichte“, schreibt der Autor, dem es ein Herzensanliegen ist, zwischen Mensch und Tier zu vermitteln. So schreibt er, die „Vermittlung von Informationen an die interessierte Öffentlichkeit“, sei ihm äußerst wichtig. „Diese Aufgabe wird in der universitären Wissenschaft als „Third Mission“ … neben den beiden Säulen der Forschung und der Lehre bezeichnet.“
Der Kommentar: Das Buch ist sehr verständlich geschrieben. Thomas Bugnyar weiß so zu schreiben, dass man Wissenschaft begreift, Fachbegriffe werden vorgestellt und erklärt! Die Versuche, die er mit Hilfe vieler Doktoranten und Assistenten und anderen Wissenschaftlern unternommen hat, sind richtig spannend. Man merkt, dass alle Beteiligten mit Leib und Seele bei der Sache sind, denn Grundlagenforschung erfordert viele Stunden akribischen Arbeitens!
Was ich an dem Buch nicht besonders mag ist die Art der Präsentation. Menschen arbeiten in der Wissenschaft, um sich einen Ruf zu erarbeiten. Dazu veröffentlicht man in Fachzeitschriften, in sogenannten Papers. In diesen Papers wird akribisch aufgelistet, wer welche Versuche durchgeführt hat, etc. Keiner darf unterschlagen werden, denn sonst würde man sich ja mit fremden Federn schmücken. Das ist wissenschaftlich korrekt und wichtig.
In einem populärwissenschaftlichen Buch dagegen interessiert es niemanden, wer es war, der gerade diese Versuchsanordnung aufgestellt hat, wer mit welchem Raben gearbeitet hat, wer welche Idee hatte, wessen Verdienst es ist, dies und jenes herausgefunden zu haben; nur das Resultat interessiert. In „Raben“ haben wir leider ein gefühlt tausendfaches Namedropping von Hiwis, Doktoranten, Assistenten, etc. etc. Ein allgemeiner Dank an alle Mitarbeiter am Ende wäre angenehmer gewesen.
Es kann auch sein, dass für dieses Buch, zwar nach Kapiteln strukturiert, aber danach einfach nur noch der Inhalt bereits veröffentlichter Paper eins nach dem anderen abgearbeitet wurde. Das ist durchaus organisch, aber kein Lesevergnügen.
Fazit: In die Gesellschaft hinaustragen, was Tiere für tolle Wesen sind, ist immer gut, egal, in welcher Form. Ethische Fragen werden in „Raben“ jedoch leider ziemlich stiefmütterlich behandelt.
In der Wissensvermittlung auch noch verständlich zu sein, ist ein Wert an sich. Aber wir haben hier auch Literatur und Literatur braucht etwas anderes als ein wissenschaftliches Paper. Bei der abstrakten Darstellung, Zusammenfassung und Struktur und der sprachlichen Schönheit des Textes ist noch Luft nach oben. Auch das Gendersternchen und weiteres künstliches Gegendere, das nicht einmal konsequent durchgehalten wurde, stört. Im Hardcover werten die Fotos den Band auf. Im ebook eher nicht.
Kategorie: Sachbuch. Grundlagenforschung an Tieren. Verlag: Brandstätter Verlag/Österreich
„Es ist übrigens auch eine Geschichte des Staunens: Denn sosehr ich in all den Jahren versucht habe, Raben zu verstehen – am verblüffendsten fand ich stets die Situationen, in denen ich bemerkte: Sie verstehen mich.“ (Zitat Seite 9)
Thema und Inhalt Seine Diplomarbeit hatte der weltweit bekannte Rabenforscher und Kognitionsbiologe Thomas Bugnyar, Professor an der Universität Wien, noch über Primaten geschrieben, seine Dissertation jedoch galt bereits den Raben und seither stehen Raben und Krähen im Mittelpunkt seiner Forschung. Über sein Studium der Biologie und Zoologie kam er zur Verhaltensbiologie. Sein Forschungsansatz ist ganzheitlich, Verhaltens- und Kognitionsbiologie, also die Frage nach der Wahrnehmung der Tiere, Lernfähigkeit, Aufnahme von Informationen, Erinnerungsvermögen. Denn durch die Beobachtungen, was ein Rabe in welcher Situation warum tut, können sich auch Erklärungen für das menschliche Verhalten ergeben. Um seine Arbeiten, Erkenntnisse und Erlebnisse mit Rabenvögeln, sowohl mit handaufgezogenen, als auch mit wildlebenden Kolkraben und Krähen, geht es in diesem Buch.
Gestaltung In zehn Kapiteln, die in Abschnitte unterteilt sind, schildert der Autor zu Beginn in Kapitel 1 seinen persönlichen Werdegang und Weg in dieses besondere Forschungsgebiet und endet im Kapitel 10 mit neuen Erkenntnissen darüber, was wir von den Raben lernen können. Die Forschungserkenntnisse in der niederösterreichischen Forschungsstation Haidlhof in Bad Vöslau und auch in der von Konrad Lorenz gegründeten Forschungsstelle Naturtierpark Grünau im oberösterreichischen Almtal ergeben sich einerseits durch genaue Beobachtungen der einzelnen Tiere und vor allem durch Experimente. Da die Rabentiere durchaus unterschiedliche Eigenheiten haben und immer je nach Situation kognitiv flexibel reagieren, muss das jeweilige Experiment zuvor genau ausgetüftelt und exakt geplant werden, um aussagekräftige Resultate zu erhalten. Diese Beobachtungen und Experimente zu den unterschiedlichsten Themen von der Ernährung bis zu den Bewegungsmustern und zurückgelegten Entfernungen, ihre Tricks, Beziehungen, soziale Rollen und die vielfältigen Arten der Kommunikation untereinander werden in den einzelnen Kapiteln vom Entwurf der Idee bis zu den Resultaten und Erkenntnissen geschildert. Dabei gibt es immer wieder Überraschungen und erstaunliche Beobachtungen. Diese und die Geschichten über die besonderen Eigenheiten der einzelnen Tiere machen dieses Buch, das von Thomas Bugnyar bewusst populärwissenschaftlich verfasst wurde, nicht nur interessant und informativ, sondern auch sehr unterhaltsam zu lesen.
Fazit Mi diesem Buch gelingt dem Rabenforscher und Kognitionsbiologen Thomas Bugnyar eine perfekte Mischung zwischen einem wissenschaftlichen Fachbuch und einem mit Staunen, Interesse und Vergnügen zu lesenden Sachbuch. Ab sofort werde ich Rabenvögel, in meinem Fall besonders Nebelkrähen, noch genauer beobachten und auf ihre unterschiedlichen Rufe und Verhalten achten. (Read the print-version)
Dieses Buch war eine totale Spontananschaffung. Ich habe es, ohne zuvor davon gehört zu haben, beim Stöbern durch Netgalley entdeckt und da ich Raben schon immer toll fand, aus dem Bauch heraus sofort angefragt. Doch hat sich diese Spontanlektüre gelohnt?
Von der Arbeit eines Verhaltensforschers Ich muss gestehen, ich fand Raben und Krähen zwar schon immer ziemlich cool und wusste, dass sie sehr intelligent sind, sonst habe ich mich aber bisher noch nicht weiter mit diesen Vögeln beschäftigt. Ich war also super gespannt darauf, was ich von diesem Buch alles Neues lernen könnte. Das Buch beginnt mit einer kurzen Einführung, wie Verhaltensforscher Thomas Bugnyar von der Forschung mit Primaten zu den Schwarzschwingen kam und erklärt, was der Schwerpunkt seiner Forschung ist. Und mit dieser geht es dann munter weiter. Bugnyar interessiert sich vor allem für das Sozialverhalten der Tiere und wie dieses ihre kognitiven Fähigkeiten beeinflusst. In den verschiedenen Kapitel stellt er einzelne Aspekte des Rabenlebens und verschiedene Verhaltensweisen der Tiere vor und erläutert wie er und sein Team das in der Forschungsanlage am Haidlhof erforschen. Ich fand es sehr spannend zu erfahren, mit welchen konkreten Experimenten die Wissenschaftler die Intelligenz der Raben überprüften und war von vielen Ergebnissen verblüfft und fasziniert. Thomas Bugnyar machte s dabei uns Laien auch leicht ihm zu folgen. Er findet eine gute Balance, zwischen Verständlichkeit für uns Rabenneulinge und der Schilderung von den wissenschaftlichen Vorgängen. Er lässt seine Forschung greifbar und nahbar erscheinen, ohne dabei deren akademische Vorgehensweise unter den Teppich zu kehren.
So interessant ich das alles fand, muss ich auch sagen, dass es nicht ganz das war, was ich erwartet hatte. Ich dachte, ich würde mehr über Allgemeines über Krähenvögel erfahren, doch das Buch konzentriert sich schon sehr auf spezifische Aspekte von Bugnyars Forschung am Haidlhof. Ergebnis aus anderen Regionen der Welt streut er manchmal zwar als Beispiele ein, das hält sich aber in Grenzen. Letztendlich hatte ich da wohl einfach die falsche Erwartung, weswegen ich dafür auch keinen Punkt abgezogen habe, ich möchte es aber trotzdem erwähnen, damit ihr das Buch besser einschätzen könnt. Wofür es den einen Punkt Abzug gab, war das Fehlen von Quellen. Dabei geht es mir nicht darum, dass ich glaube, dass Bugnyar Quatsch erzählt und ich es überprüfen will, nein vielmehr erwähnt er öfters interessante Fachartikel oder Forschungsergebnisse und ich finde s schade, dass mir da als Leserin der Zugang nicht vereinfacht wird. Den ein oder anderen Artikel hätte ich durchaus mal nachschlagen wollen.
Fazit: Das Buch enthält ohne Frage einen faszinierenden Einblick in das Verhalten und das Sozialleben von Krähenvögel und zeigt erstaunliche Gemeinsamkeiten mit uns Menschen auf. Als Einführung in die Welt der Raben würde ich es aber nur bedingt empfehlen, da es sich stark an einer bestimmten Forschungsstation und ihre spezifischen Forschungsfragen ausrichtet.
Seit Jahrhunderten haben Raben nicht den besten Ruf. Man nennt sie Totenvögel und verabscheut ihre Angewohnheit, bei den toten Tieren oft nur die weichen Teile wie die Augen zu essen. Auch der Begriff Rabeneltern hat einen negativen Klang. Dabei sind Raben viel mehr, als diese Vorurteile über sie aussagen.
Der Verhaltens- und Kognitionsbiologe Thomas Bugnyar nimmt seine Leser mit auf eine Reise in die Welt der Raben. Er zeigt, wie sie miteinander umgehen und kommunizieren und wie sie es immer wieder schaffen, ihn trotz allem Wissen über sie zu verblüffen.
Raben und Krähen sind aus unserer Umgebung fast nicht mehr wegzudenken. Wer draußen unterwegs ist und ein wenig darauf achtet, was sich um einen herum tut, kann sie nicht übersehen. Ob sie einen Raubvögel ärgern, sich als große Gruppe in Bäumen gemütlich gemacht haben oder auf ihre unnachahmliche Art versuchen, eine Nuss zu öffnen, diese Dinge kann man täglich beobachten. Thomas Bugnyar hat in seinem Buch vieles von diesem Verhalten näher beleuchtet und erklärt.
Um mit den negativen Assoziationen aufzuräumen: Raben sind durchaus keine schlechten Eltern. Wahrscheinlich ist dieser Eindruck dadurch entstanden, dass Rabenjunge wie alle anderen Küken auch, nach ihren Eltern rufen. Allerdings tun sie das ein wenig lauter als die meisten anderen Jungvögel und erwecken so den Eindruck, als ob sie vernachlässigt würden.
Es stimmt, dass sie oft bei sterbenden oder gerade gestorbenen Tieren zu finden sind. Das lässt sich durch ihre Beobachtungsgabe erklären, mit der sie erkennen, welches Tier bald verenden und so zur nächsten Mahlzeit wird. Dass sie anfangs nur die weichen Teile verspeisen, hat eine ganz einfache Erklärung: mit ihrem Schnabel können sie nichts knacken oder aufreißen, sondern nur picken. Da bleiben nicht viele Möglichkeiten. Deshalb können sie auch Nüsse nur dadurch öffnen, in dem sie sie aus der Höhe auf den Boden werfen und so öffnen.
Mich hat die Art fasziniert, wie Raben miteinander kommunizieren. Das hat Thomas Bugnyar ausführlich und anschaulich beschrieben. Die Komplexität ihrer Kommunikation ist der unseren nicht unähnlich. Der Autor gibt noch zahlreiche weitere Beispiele, wie wir uns ähneln.
Auch wenn es sich um ein Sachbuch handelt, war es mir zu keinem Zeitpunkt langweilig, im Gegenteil. Thomas Bugnyar hat mich bei seinen Forschungen teilhaben lassen. Fachliches hat er dabei ausführlich und leicht verständlich erklärt. und mir so einen neuen Blick auf die Vögel gewährt.
Whats included: -how the research work of cognition biologists work -the traveling behaviour of the common raven -their social behaviour of the common raven -theory of mind and the research that supports these ravens have one -Prof. Bugnyars research work and his experiences with the different ravens, including interesting and cute stories about their different personality and behaviour -what research is still in the work or missing
Ein sehr schönes Buch für alle, die sich für Raben und / oder Wissenschaft interessieren. Mit besonderem Talent wird hier nicht nur erklärt, wie cool Raben 🐦⬛ eigentlich sind, sondern auch wie die Forschung funktioniert.
Was das Buch wirklich besonders sympathisch macht ist, dass jede und jeder Student*in oder Doktorand*in namentlich erwähnt wird.
Preusslers kleine Hexe hat einen, Diseneys Gundel Gaukeley auch. Der Gott Odin/Wotan konnte sich in einen verwandeln und besaß gleich zwei. Bei Edgar Allan Poe bringt ein dreisilbiges Exemplar eine unliebsame Botschaft, Hitchcock lässt ungeniert gleich einen ganzen Schwarm auf die arme Tipi Hedren los.
Raben haben bei uns Menschen keinen besonders guten Stand. Sie galten als Indikatoren für Hexen und als Todesboten, wir sprechen von Unglücksraben und Rabenmüttern. Das mag zum einen an ihrer Farbe liegen (tatsächlich ist es selbst in unserer Zeit für Tierheime noch schwerer, schwarze Katzen und Hunde zu vermittelt, als ihre helleren Leidensgenossen), an der für unsere Ohren nicht gerade lieblichen Stimme, aber vielleicht vor allem an ihrer Vorliebe für Kadaver. Stichwort: ausgehackte Augen.
Dass unsere Vorurteile größtenteils ungerecht oder zumindest Zeichen einer egozentrischen Anschauung sind, zeigt der österreichische Verhaltensforscher Thomas Bugnyar in seinem Buch “Raben - Das Geheimnis ihrer erstaunlichen Intelligenz und sozialen Fähigkeiten”. Wobei ich den Titel etwas irreführend finde. Falls ein Geheimnis gelüftet wurde, habe ich es schlicht verpasst. Wie dem auch sei, interessant ist das Buch auf jeden Fall. Bugnyar bringt uns nicht nur die Tiere (vor allem Kolkraben) näher, sondern gibt uns auch einen Einblick in die Arbeit der Wissenschaftler. Wir erfahren, wie Fragen entstehen, wie diese Fragen angemessene Tests entwickelt werden und schließlich auch, wo der praktische Gewinn der aus dieser Arbeit gewonnenen Ergebnisse liegt.
Ich werde mir verkneifen, mich zu dem Thema “Haben wir Menschen das Recht, in das Leben von Tieren einzugreifen, nur weil wir sie erforschen wollen?” zu äußern, denn dann hätten wir ganz schnell eine Abhandlung mit erhobenem Zeigefinger anstelle einer Buchbesprechung. Bugnyar selbst gibt dieser Frage in seinem Buch viel Raum und bringt Argumente, die nicht ganz von der Hand zu weisen sind. Positiv überrascht war ich auch, wie bemüht er und sein Team sind, den Eingriff in das Leben ihrer Raben so gering wie möglich zu halten. Respekt und Zuneigung für Tiere und Beruf lesen sich klar aus jeder Zeile heraus.
Ob man den literarischen Wert eines eher populärwissenschaftlichen Buches beurteilen möchte, kann jeder für sich entscheiden. Mir ist nur aufgefallen, dass die meisten Bücher aus diesem Bereich klingen, als hätte derselbe Autor sie verfasst. Leicht verständlich ist “Raben” jedenfalls, vielleicht sogar ein wenig zu sehr. Etwas mehr Tiefe hätte ich mir gewünscht. Aber für einen ersten Einblick in das Wesen dieser faszinierenden Vögel eignet sich “Raben”, auch durch seine schönen Bilder, hervorragend.
Der Autor beschreibt sehr ausführlich seine Arbeit mit diesen wundervollen und klugen Vögeln. Man lernt aus diesem Buch sehr viel über die Verhaltensweisen, über das Sozialwesen, die Rangordnung untereinander und über die Art dieser Vögel zu kommunizieren. Man erfährt viel Neues, was einem vorher noch gar nicht klar war. So hat der Autor und sein Team unter anderem herausgefunden, dass es in der „Sprache“ der Raben auch Dialekte gibt dass sich die Laute der Vögel von Region zu Region unterscheiden. Solche Fakten haben mich fasziniert, und ich habe das Buch gerne gelesen, da ich dadurch manche Handlungsweisen besser verstehen kann. Das hat leider nicht immer geklappt, denn ab und zu haben sich dann Feststellungen eingeschlichen, die für mich nicht wissenschaftlich fundiert klangen, sondern ein wenig an den Haaren herbeigezogen wirkten, so zum Beispiel der Vergleich zwischen Raben und Menschen, die beide weitgehend monogame Partnerschaften eingehen und beide Fleischfresser sind. Hier meinte der Autor, einen Zusammenhang zu sehen. Es gibt aber auch viele Tiere, die sich rein pflanzlich ernähren und trotzdem lebenslange Partnerschaften eingehen, beispielsweise die Schwäne, und andererseits lebt nur 1 % der Säugetiere in monogamen Partnerschaften, und Säugetiere sind zu einem großen Teil auch Fleischfresser. Des weiteren geht es leider im Buch auch oft seitenlang um die Kollegen, wer gerade an welchem Projekt arbeitet und weitere organisatorische Details. Da schlichen sich dann leider ein paar Längen in das grundsätzlich sehr interessante Buch. In der Leseprobe habe ich auch gesehen, dass die Fotos im gebundenen Buch farbig sind. Hier geht beim eBook leider sehr viel der Ausstrahlung verloren. Wer sich aber für die gefiederten Freunde interessiert oder begeistert, dem kann ich die Lektüre dieses Buches doch empfehlen, denn weitgehend bietet es ein gutes Leseerlebnis, und man nimmt viele neue Erkenntnisse mit.
Ja, Raben sind Trickser und täuschen gerne Konkurrenten habe ich durch dieses Buch erfahren; dies und noch Vieles mehr über diese intelligenten und sozialen Tiere kann man hier lesen. Thomas Bugnyar geht dabei nicht nur auf die erstaunlichen Fähigkeiten der Tiere ein, sondern erzählt viel mehr aus seiner Forschung und auch den Beginn seiner Faszination für diese Tiere. Auch allgemeine Dinge bezüglich Kognitionsforschung z.B. wie baut man einen Versuch auf, so dass die Ergebnisse eindeutig sind, erklärt der Autor. Er macht dies auf eine Art und Weise, die mich sein Staunen und Aha nachvollziehen konnte. Auch seine Kollegen, die ihn auf seinen Weg begleitet haben, erwähnt er in dem Text und man findet sie sogar auf den Fotos. Mein Highlight ist der Vergleich einer Futtersituation mit den Klopapier Hamsterkäufen im Lockdown - herrlich und sehr anschaulich und informativ. Während des Lesens ist mir der Autor sehr sympathisch geworden, man merkt richtig, wie er für seine Forschung und seine Tiere brennt. Ich würde ihn gern mal treffen, denn es hat richtig Spaß gemacht, das Buch zu Lesen - oft hatte ich ein Grinsen im Gesicht und viele Aha-Momente. Eine Menge Informationen sind auch enthalten und mein Biologie begeisterter Sohn (13) liest es auch gerade mit Begeisterung. Ich mache es dann mal wie die Raben und rufe laut "Haa!" vielleicht locke ich so noch ein paar Leser an, denn es lohnt sich :)
Diese Buch berichtet in 10 Kapitel von Thomas Bugnayar von seiner Arbeit als Verhaltensbiologe mit Fokus auf Raben Verhalten und Kognitionsstudien. Das Buch ist sehr leserlich geschrieben mit genügend Erklärung für die jeweiligen Konzepte und seine Liebe zu den Raben strahlt durch seinen Text. Ich fand es sehr lesenswert, spannend und herzig geschrieben.
Themen über die man im Buch lernen kann: die soziale Struktur von Rabengruppen, die Reise /Territorium Struktur, ihr Erinnerungsvermögen, wie sie Werkzeuge manipulieren können, wie die Vorlieben von individuelle Raben in akkurate Experiment einbezogen werden können, wie Raben mit Informationen umgehen können und teilweise auch was wir über menschliches Verhalten lernen können wenn wir Tiere und Raben spezifisch beobachten.
Der Autor bezieht sich grössten Teils auf seine Forschung und die Forschung von seinen Studenten und Mitarbeitern über die Jahre und ist daher also eher ein sehr gut geschriebener Bericht oder Wissenschaftlicher Memoir als ein umfassendes (erschöpfendes) Fachbuch über Raben Verhalten.
Ich bedanke mich bei dem Verlag für ein kostenloses Rezensionsexemplar des Buches.
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Raben sind wunderschön, geheimnisvoll und faszinieren mit ihrer Intelligenz. Prof. Thomas Bugnyar, Autor des Buches „Raben“, gewährt uns einen Einblick in die bisher unterschätzte Welt dieser außergewöhnlichen Vögel. Wenn man „womit wird ein Rabe in Verbindung gebracht“ in die Suchmaschinen eingibt, erhält man unzählige Ergebnisse, die sich hauptsächlich auf Mythen, Legenden und Glaubenssätze beziehen. Raben und Krähen werden immer noch hartnäckig mit Tod, Unglück und schlechten Nachrichten in Verbindung gebracht. Nur weil sie Aasfresser sind. Da sie eine Leiche nicht mit dem Schnabel öffnen können, nutzen sie die Hilfe eines Wolfes, des Bären oder eines Adlers. Wenn keine Helfer zur Hand sind, picken Raben an der Leiche dort, wo das Gewebe am dünnsten und leicht zu öffnen ist, beispielsweise an den Augen. Die Fehlinterpretation dieser einfachen Tatsache führte zur Entstehung der Legende von dämonischen, in die Augen pickenden Raben. Mit diesen und anderen Mythen beschäftigt sich Thomas Bugnyar in seinem Buch „Raben“. Er beobachtet diese Vögel seit 25 Jahren in einem eigens dafür errichteten Zentrum in den österreichischen Alpen. Man könnte annehmen, dass er nach so langer Zeit alles über Raben wissen würde, aber wie er oft zugibt, stehen wir erst am Anfang und es gibt vieles, was wir noch nicht wissen. Raben sind äußerst intelligent und klug. Sie lernen sehr schnell und lernen ständig etwas Neues. Sie sind Singvögel, aber sie singen nicht, sondern rufen. Sie können nahezu jedes Geräusch nachahmen und ständig neue Geräusche erlernen. Wenn ein Rabe ein neues, interessantes Geräusch hört, übt er es zunächst allein, bevor er es seinen Artgenossen vorstellt. Wenn es ihnen gefällt, nehmen sie es in ihr Repertoire auf. Einige der Rabenrufe wurden bereits von Wissenschaftlern katalogisiert, dies ist jedoch nur ein winziger Bruchteil. Wenn man bedenkt, dass jeder Rabe seine eigenen individuellen Rufe hat und ständig neue hinzukommen, ist es fast unmöglich, sie alle zu verstehen und zu katalogisieren. Der Autor beweist auch, dass es kein „Vogelgehirn“ gibt. Wir glauben hartnäckig daran, dass Vögel dumme Maschinen sind, die nur rumlaufen und picken. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein! Das Vogelgehirn ist anders als unseres, ja, aber so muss es sein! Schließlich können Vögel fliegen, sie können kein Gehirn haben, das anderthalb Kilogramm wiegt (das Gewicht eines durchschnittlichen menschlichen Gehirns). Das Gehirn eines Vogels ist so, wie es ist, weil er es so zum Überleben braucht. Das ist die ganze Philosophie! Im Vergleich zu anderen Vögeln haben Raben ein sehr großes Gehirn und sie wissen, wie man es benutzt! Sie haben ein komplexes Sozialsystem: Partner, Freundschaften, Familie, Kumpels und Dominanten. In einem solchen System zu funktionieren und zu erkennen, wer in der eigenen Gruppe wer ist und wer in einer fremden Gruppe wer ist, beweist hohe Intelligenz. Raben sind sehr gut darin, ihre Umgebung auf der Suche nach Nahrung zu patrouillieren. Dann arbeiten sie allein. Sie warten auf den richtigen Moment, um sich etwas zu schnappen. Dadurch können sie ihre Impulse kontrollieren, d. h. dass sie das Fleisch, trotz des Appetits, nicht sofort essen. Sobald es ihnen gelingt, ein Stück Fleisch zu ergattern, verstecken sie es an möglichst geheimen Orten. Warum? Denn wenn ein stärkerer oder erfahrenerer Vogel auf der Suche nach einem anderen Beutestück losfliegt, hat ein kleinerer, schwächerer oder jüngerer Vogel die Möglichkeit, das Versteck zu plündern. Daher versuchen Raben, ihre Beute so gut wie möglich zu verstecken, indem sie verschiedene Tricks und Tricks anwenden, um den Konkurrenten zu verwirren. Darüber hinaus können sie sich gut merken, was sie wo versteckt haben und können einschätzen, was sie zuerst essen sollen (z. B. ein Stück Fleisch, weil es schneller verdirbt) und was warten kann (z. B. Brot). Dies deutet auch auf eine höhere Intelligenz hin. In anderen Situationen agieren sie in einer Gruppe, weil die Gruppe Schutz bietet. Deshalb übernachten sie in Gruppen auf Bäumen. Außerdem verfügen sie über ein zuverlässiges Kommunikationssystem, dank dem sie sich gegenseitig über Bedrohungen oder gefundene Nahrung informieren. Interessanterweise werden Informationen über Bedrohungen sogar zwischen Arten übertragen: Der Schrei einer Dohle, der vor Gefahren warnt, wird auch von anderen Rabenvögeln erkannt. Wir wissen noch nicht, ob Raben sich selbst Namen geben, aber es gibt eine solche Hypothese und vielleicht wird dieses Rätsel bald gelöst. Vielleicht dank neuer Technologien? Das Buch enthält auch Beschreibungen der Forschung, die Wissenschaftler zunächst erarbeiten und durchführen mussten, um eine bestimmte These zu beweisen. Dies gibt uns einen großartigen und realistischen Einblick in den Alltag der Wissenschaftler und macht uns bewusst, wie viel Arbeit hinter einer bestimmten Entdeckung steckt. Es ist nicht so, dass die Entdeckung auf dem Schreibtisch wartete, sondern erst mühsam entdeckt werden musste. Ein weiterer Vorteil des Buches ist seine leicht verständliche Sprache und guter Sinn für Humor, der das Verstehen wissenschaftlicher Namen, Phrasen und Begriffe erleichtert. Ergänzt wird das Ganze durch wunderschöne Fotos aus dem Forschungszentrum, die zum Verständnis der beschriebenen Forschung beitragen. Im letzten Satz bringt der Autor die Überzeugung zum Ausdruck, dass sich unsere Einstellung nicht nur gegenüber Raben, sondern gegenüber Tieren im Allgemeinen ändern kann, wenn wir sie besser kennenlernen und verstehen. Dank dieses Buches kommen wir diesem Ziel näher.
"Raben sind auch nix anderes als fliegende Affen": Die im Englischen mit dem abschätzigen Begriff "Birdbrains" bezeichneten Vögel werden seit wenigen Jahrzehnten endlich auch nach ihren kognitiven Möglichkeiten erforscht. Thomas Bugnyar erzählt von seiner Reise zu den Raben in einer unterhaltsamen Manier, die in einer der besseren Traditionen steht, die Konrad Lorenz begründet hat. Verständlich und mitreißend erzählt er, wie er seinen Forschungsobjekten näherkommt und welche spannenden Entdeckungen er macht. Absolut empfehlenswert für Leser:innen, die sich in anderer Wesen Köpfe hineindenken wollen. Oder, die einfach nur von Raben inspiriert sind.
Ich liebe Raben und Krähen über alles. Ich fand die Tiere schon immer sehr bewundernswert. Vieles wusste ich schon über diese erstaunlichen Vögel aber dennoch habe ich dieses Buch hier so gerne gelesen.
Ich kann nicht verstehen das viele Raben als Unglücksboten sehen, denn in meinen Augen ist einen zu sehen pures Glück. Der Schreibstil des Autors ist super und das Buch lässt sich flüssig lesen.
Leicht lesbar geschrieben jedoch werden ethische fragen sehr schnell abmoderiert bzw einfach behauptet den eingesperrten tieren die den Autor ja soooo nahe am herzen liegen geht es gut da sie nicht wissen was freiheit ist und freiheit ja auch nur ein Menschliches konzept sei... sehr dürftig Auch andere ethische Probleme kommen zu kurz, dass nicht nur raben eine persönlichkeit haben sondern auch alle anderen Tiere, auch welche die wir essen wird nicht angeschnitten, schade