Dies ist meine erste Rezension, das Buch war so toll, dass ich einfach eine schreiben musste. Gerald Axelrod nimmt den Leser mit auf den Spuren Draculas zu wandeln. Der erste Teil des Buches zeichnet das Leben des historischen Dracula nach, Vlad III Drăculea auch bekannt als Vlad Țepeș, der im 15. Jahrhundert Fürst der Walachei war. Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem Vampirglauben Südosteuropas der zahllose Vampirgeschichten inspirierte und der dritte Teil schließlich erzählt von der Entstehungsgeschichte des Romans der Bram Stoker nach seinem Tod weltberühmt machen sollte. Im ganzen Buch finden sich atmosphärische Fotografien von mystischen Schlössern und Kirchen, verwunschenen Friedhöfen und der wunderschönen Landschaft Rumäniens wo Vlad Draculea lebte. Ich kann dieses Buch nur jedem ans Herz legen der sich für Vlad Țepeș oder Dracula interessiert als auch jedem der Vampire liebt.
Ich habe mehrere Kritikpunkte, die das Buch für mich auf die "Nicht lesen"-Liste setzen.
1) Der Titel ist irreführend. Es geht nicht um Transsilvanien. Der erste Teil ist eine semi-historische Zusammenfassung des Lebens von Vlad III. und der geographischen und politischen Umstände, in denen er lebte. Der zweite Teil befasst sich mit dem Vampirglauben, der sich in Osteuropa vor allem im 17. und 18. Jahrhundert verbreitete. Der dritte Teil befasst sich mit Vampiren in der Literatur, wobei Stokers "Dracula" im Mittelpunkt steht. -- zu Verteidigung des Buches: Der Klappentext zeigt das auch auf. Ich hätte an der Stelle des Autors trotzdem einen anderen Titel gewählt.
2) Der Klappentext suggeriert, dass man sich auf "Spurensuche" begibt. Das Literaturverzeichnis zeigt jedoch auf, dass die Spurensuche für Teil 1 sehr spärlich ausfällt. 4 Quellen werden genannt:
- Dracula. Das Leben des Fürsten Vlad Tepes. (Autor: Ralf-Peter Märtin, 1980)
- In Search Of Dracula: The History of Dracula and Vampires (Autor: Ramyond T. McNally, Radu R. Florescu, 1972)
- Dracula: Woiwode Und Vampir: Eine Ausstellung Des Kunsthistorischen Museums Wien ; Schloss Ambras, Innsbruck, 18. Juni 31. Oktober 2008 (Autor: Wilfried Seipel, 2008)
- Die Gedichte des Michel Beheim (Autor: Michel Beheim, Editor: Hans Hermann Karl Gille, Ingeborg Spriewald, 1968)
3) Wer den ersten Teil gelesen hat, wird feststellen, dass vor allem die Propagandaschriften der Siebenbürger Sachsen herangezogen werden, wenn Vlads "Schreckensherrschaft" beschrieben wird. Deren Glaubwürdigkeit wird zudem kaum hinterfragt.
4) Der dritte Teil beschäftigt sich u.a. mit Bram Stoker und seinem Roman "Dracula" (zuvor geht der Autor auf andere maßgebliche Vampirromane wie z.B. Camilla ein). Die Themen des Buches werden nur rudimentär angesprochen. Die Liste, die sich daraus ergibt, könnte auch von jemandem stammen, der Dracula nur durch kulturelle Osmose aufgenommen hat, ohne das Buch jemals aufgeschlagen zu haben. Zitat:
"Was macht Draculas Faszination aus? [...]: Er ist - jedenfalls in den meisten Filmen - ein gutaussehender Graf, der auf einem Schloss wohnt. Er kann sich in eine Fledermaus verwandeln [...]. Er besitzt übernatürliche Kräfte und ist unsterblich. Seine bevorzugten Opfer sind junge, hübsche Mädchen [...]. " usw.
Was gefällt an dem Buch?
- Das Buch ist gespickt mit schönen Fotos von rumänischen Landschaften, Ruinen und in Szene gesetzten Skeletten. Wer einen schönen Bildband über den Vampirmythos genießen möchte, wird hier fündig.
- Der zweite Teil liest sich gut. Der Vampirmythos in Osteuropa wird kurz rekapituliert. Inwieweit er den historischen Tatsachen entspricht, kann ich nicht beurteilen. Die (hoffentlich rhetorische) Frage "Existieren Vampire wirklich oder sind sie Fantasiegestalten?" hätte man aber anders formulieren können.