Von der Autorin des Wuhan Diary: Ein großer, aufrüttelnder Roman über die Unfreiheit von Frauen im modernen China
Nicht lang ist es her, da schien Yingzhi die Welt offen zu stehen: Aufgewachsen im ländlichen China hatte sie es geschafft, als Sängerin in einer kleinen Band bekannt zu werden. Ihr Traum von einem freien und selbstbestimmten Leben war zum Greifen nah, bis eine Affäre alles zum Einsturz bringt. Yingzhi wird schwanger und ist gezwungen, den Vater des Kindes zu heiraten und in sein Elternhaus einzuziehen – so will es die Tradition. Als die Schulden ihres spielsüchtigen Mannes zu hoch werden und Yingzhi Geld verdienen soll, öffnet sich ein kleines Fenster, das ihr einen kurzen Blick auf die Freiheit schenkt. Doch dann gerät ihr eine kleine Unbedachtheit zum Verhängnis und gipfelt in einer Katastrophe für sie und ihre ganze Familie.
Fang Fang graduated from the Department of Chinese Language and Literature, Wuhan University in 1982. She has published nearly seventy novels, novellas and essay collections. Many of her novels and novellas were published overseas in English, French, Japanese, Italian, Portuguese, Korean and other languages. Her representative works include the novels Chronicle of Wuni Lake and Water under the Time, and novellas The Scenery and Grandfather in the Heart of Father.
Yingzhi entschließt sich nach der Schule nicht an die Uni zu gehen, sondern Geld zu verdienen. Das schnelle Geld lockt als Sängerin bei der lokalen San Huo Band.
Doch das Unglück naht in Form eines Mannes: Guiqing, ein spielsüchtiger Trunkebold. Er erlaubt ihr als verheiratete Frau weiterhin in der Band zu arbeiten, weil sie so seine Spielschulden begleicht. Denn der Herr arbeitet nicht. Und das ist auf dem Land in Hebei zu Beginn der 1990er Jahre normal.
Yingzhis moderne Vorstellungen vom Leben, die Ultra konservativen Werte ihrer Schwiegereltern und der flatterhafte Ehemann dazwischen. Das kann nicht gut gehen.
Das ständige Gefühl der Ohnmacht gepaart mit Wut und Verzweiflung dominieren die Geschichte von Anfang bis Ende. Es hat mein Herz zerrissen Yingzhi in ihrer Geschichte zu begleiten. Man lernt etwas von der damaligen chinesischen Gesellschaft, eine extrem patriarchalische Struktur, wo Unterdrückung und Gewalt an der Tagesordnung stehen. Als eine Person mit asiatischen Wurzeln konnte ich mich sehr gut in Yingzhi hineinversetzen und an vielen Stellen hat mich ebenfalls die Wut gepackt. Es mag sein, dass manche Stellen auch ein bisschen ins voyeuristische driften, aber trotzdem ist es wichtig, dass auch Geschichten über Frauen wie Yingzhi weiterhin geschrieben und publiziert werden, damit man niemals vergisst. Es war auch sehr mutig von der Autorin diese Geschichte zu verfassen.
** Dieses Buch wurde mir über NetGalley als E-Book zur Verfügung gestellt **
Der Titel von Fang Fangs in diesem Frühjahr erschienen Roman ist sehr passend gewählt, denn genau so ein "Wütendes Feuer" brennt in der Protagonistin Yingzih und im Laufe ihres Lebens wird es immer lodernder, bis die Glut sie letztlich verschlingt. Doch zu Beginn ist es noch eine ihr Kraft gebende Flamme, ihre jugendliche Energie, die ihr vor Optimismus fast das Herz aus der Brust springen lässt. Sie seiht ein wundervolles Leben vor sich und als Sängerin einer Schlagerband kann sie genug Geld ansammeln, um sich eines Tages ihre Träume zu erfüllen. In ihrem Übermut begeht sie einen letztlich verheerenden Fehler und lässt sich auf eine Affäre mit Guiqing ein. Sie wird schwanger und was als verspielter Nachmittag am Fluss angefangen hat, entpuppt sich als gerader Weg in die Hölle. Sie muss ihn heiraten und ihm ins Haus seiner Eltern folgen.
Yingzihs Schwiegereltern verbergen keine Sekunde, dass sie die neue Schwiegertochter verachten und für liederlich halten. Sie beschimpfen sie pausenlos und hetzen Guiqing immer wieder gegen sie auf. Doch noch ist Yingzihs Flamme warm und bietet ihr Kraft. Sie widersetzt sich den Anforderungen, die an sie gestellt werden, sie will nicht sämtliche Arbeiten im Haus und auf dem Feld erledigen, während Guiqung säuft und das wenige Geld mit seinen Kumpels verspielt. Seine Eltern jedoch untersützen ihn in diesem Verhalten und Yingzih sieht sich einer ihr feindichen Front gegenüber.
Um das verschwenderische und faulenzerische Leben ihres Taugenichts von Ehemann zu finanzieren, fängt sie wieder mit dem Singen an. Ihr Ehemann nimmt das Geld gerne an und ihre Versuche, etwas davon zu retten, führen letztlich nur zu Streit und Gewalt. Yingzih will ihre Situation verbessern, doch alle ihre Versuche ändern nichts daran, dass ihre Stellung im Schwiegerelternhaus immer schlechter wird. Nach einem Ereignis auf einem der Konzerte gerät alles ins Rutschen und führt letztlich unaufhaltsam in die Katastrophe.
Mir hat dieser Roman außerordentlich gut gefallen. Yingzihs Schicksal ist packend und fesselnd, besonders auch deshalb, weil sie selbst als mehrdimensionaler Mensch mit Stärken und Schwächen gezeichnet wird. Nicht jede ihrer Entscheidungen ist klug, nicht jede ist moralisch. Die Auswirkungen jedoch stehen in keinem Verhältnis. Fang Fang wirft hier ein Schlaglicht auf viele von Chinas Problemen, dem Stadt-Land-Kontrast, den großen Veränderung, von denen einige Menschen überfordert sind, und natürlich die Rolle von Mann und Frau. Immer wieder reflektiert Yingzih den eigenen Anspruch an Gleichberechtigung und scheitert auf zunehmend brutalere Weise an der Realität, denn Gleichberechtigung ist auf den rückständigen Bauerndörfern im ländlichen China zumeist einfach nicht vorgesehen.
Ich hoffe sehr, dass noch weitere Romane der Autorin veröffentlicht werden, denn sowohl "Wuhan Diary" als auch "Weiches Begräbnis" waren hervorragend, genau wieder dieser dritte nun auf Deutsch erschienene Roman von Fang Fang.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Sehr schwer verdaulich, durchwegs unsymphathische Figuren, teilweise bei aller Tragik fast skurill und für mich als westliche Leserin stellenweise kaum fassbar. Ein wertvoller Einblick in das Leben in Chinas ländlichen Provinzen zur Zeit der Jahrtausendwende.
4,5 Sterne Das Buch hat mir eindrücklich vermitteln können, welchen Stand verheiratete Frauen in der chinesischen Gesellschaft und dann auch in ihrer eigenen Familie haben. Äußerungen, die hier und da über verheiratete Frauen getätigt wurden, haben mich wirklich schockiert. Das Thema wird in einer dramatischen, vielleicht sogar schon überspitzen Geschichte verpackt, die mich emotional aber sehr mitnehmen konnte, weil ich mit Yingzhi so mitgefühlt habe. Stellenweise wurde ich wütend und konnte das Gelesene kaum ertragen. Das macht das Buch aber für mich unvergesslich. Ein kleiner Kritikpunkt war für mich die Nichtthematisierung der Mutter- Sohn- Beziehung. Das hat mir wirklich gefehlt, aber ansonsten konnte mir das Buch die Schwierigkeiten chineischer verheirateter Frauen verdeutlichen und hinterlässt bei mir einen bleibenden Eindruck.
Yingzhi ist eine zielstrebige junge Frau. Nach dem Ende ihrer Schulzeit entscheidet sie sich gegen ein Studium und fängt als Sängerin in einer Band an. Schnell merkt sie, dass die Männer nicht nur an ihrem Gesang, sondern auch ihrem Körper interessiert sind und macht sich dies finanziell zunutze. Doch dann wird sie von einem ihrer Verehrer schwanger und heiratet. Damit landet Yingzhi nicht nur bei lieblosen Schwiegereltern, sondern auch in einer Abhängigkeit von einem Ehemann, der Geld lieber verspielt, als es zu verdienen. Die Wut in ihr wächst...
In ihrem zweiten ins Deutsche übersetzten Roman „Wütendes Feuer“ erzählt Fang Fang die Lebensgeschichte ihrer Protagonistin, mit dem Fokus auf deren Ehe und Mutterschaft, in der Vergangenheits- und Sie-Form. Yinghzhi sitzt zu Beginn der Handlung im Gefängnis und blickt auf die Momente zurück, die sie zu diesem Schicksal geführt haben. Vor ihrer bevorstehenden Hinrichtung will sie noch ihr Gewissen erleichtern und vertraut sich ihrer Zellengenossin an; dieses einführende Kapitel ist auch das einzige im Präsens verfasste. Aufgrund dieser Erzählsituation ist die Sprache des Romans eher einfach gehalten und widmet sich ausführlich den Gefühlen und Gedanken Yinghzhis.
Dem Nachwort zufolge ist die Handlung in den frühen 90er Jahren in der Provinz Hubei in Mittelchina angesiedelt. Für diese Zeit zeigt die Protagonistin eine ausgesprochen feministische Einstellung. Sie wünscht sich Gleichberechtigung, Eigenständigkeit, finanzielle Unabhängigkeit, versteht auf der anderen Seite aber auch nur zu gut, dass dies – vor allem in ihrer ländlichen Gegend – nicht zu realisieren ist. Sämtliche Versuche, sich aus diesem Leben zu befreien, schlagen fehl; die Gesellschaft ist noch nicht so weit, Yinghzhi in diesem Vorhaben zu unterstützen. So steuern die Ereignisse unaufhaltsam auf eine Katastrophe zu.
Der Ausgang der Geschichte ist von Beginn an klar und dennoch konnte sie für mich bei Weitem nicht dieselbe Dringlichkeit entfalten, wie Fang Fangs Roman „Weiches Begräbnis“, der zu meinen absoluten Highlights im vergangenen Jahr gehörte. Yinghzhi blieb mir bis zum Ende fremd.
Kurz zum Inhalt: Bereits 2002 in China erschienen schildert Fang Fang das Leben einer jungen Frau - Yingzhi - vom Land, die voller Hoffnung in die Zukunft blickt und gerne eigenständig leben und Geld verdienen möchte. Diese Pläne passen aber gar nicht mit der Weltanschauung ihrer Schwiegereltern und der Gesellschaft zusammen.
Alles in allem ein toller Roman über China und für Asien/China-Fans ein absolutes Muss, für mich allerdings kein Highlight.
Die junge Yingzhi träumt von Freiheit und Reichtum. Um ihr Ziel zu erreichen, beginnt sie, in einer Karaoke-Band auf Hochzeiten und anderen Feiern zu singen, und scheut sich auch nicht, ihre körperlichen Vorzüge einzusetzen. Doch als sie schließlich durch eine unwesentliche Affaire schwanger wird, sieht Yingzhi sich gezwungen, den Vater ihres Kindes zu heiraten und ihre großen Träume auf andere Weise zu verwirklichen. Was sich als schwer erweist, denn ihr Mann entpuppt sich als arbeitsscheuer Trinker, der alles Geld zum Spieltisch trägt. Die Beziehung der beiden wird immer aggressiver und gewaltgeladener, bis Yingzhi den einen Schritt macht, der die Lage außer Kontrolle geraten lässt...
Das Erste, was mich in „Wütendes Feuer“ von Fang Fang geradezu angesprungen hat, war die Grobheit des Umgangstons. Selbstredend bin auch ich Opfer des stereotypen Glaubens an den jederzeit aufs äußerste höflichen Chinesen, aber wie hier, auch mit Respektspersonen wie Eltern und Alten, geredet wird… Da hätte ich selbst bei einer jener in den 1990ern so beliebten Talkshows die Augen weit aufgerissen. Auf der anderen Seite wirkte der Text oft hölzern und unbeholfen auf mich, wobei es mir unmöglich ist, zu sagen, ob es so gewollt ist oder sich um ein Problem der Übersetzung handelt. Das sehr interessante Nachwort des Übersetzers Michael Kahn-Ackermann (unbedingt lesen!) lässt ahnen, dass die Übertragung keine leichte Aufgabe war.
Das Leseerlebnis wird dadurch jedenfalls nur unwesentlich gestört. Ich fand diesen Einblick in das Leben einer Frau im modernen China, die trotz aller gesetzlich festgelegten Gleichberechtigung doch an den Traditionen und den Ansichten der Gesellschaft scheitert, sehr berührend. Dabei ist Yingzhi keine große Sympathieträgerin. Sie ist weder Unschuldslamm noch pures Opfer. Ihr Verhalten kann man, je nach moralischer Einstellung, oft als dumm bis inakzeptabel einstufen. Was die Geschichte nur um einiges an Vielschichtigkeit bereichert.
Was der Roman für mich aber am meisten ausgestrahlt hat, war die Bedrückung und die Ausweglosigkeit. Die Spirale aus Gewalt, die sich immer weiter in die Tiefe bohrt und schließlich außer Kontrolle gerät, ist nicht leicht auszuhalten.
Ein brutales Buch, ein wichtiges Buch, ein Buch, das uns alle angeht. Große Leseempfehlung!
Das war stellenweise harter Tobak. Die Autorin zeigt schonungslos auf, dass (Ehe-)Frauen im ländlichen China Anfang auch noch der 90er nicht mehr wert sind als eine billige Arbeitskraft in der Familie ihres Mannes und Brutkasten für einen (hoffentlich) Sohn, ohne Mitbestimmungsechte und auf Gedeih und Verderb abhängig von ihrem Ehemann bzw. dessen Familie. Hierzu ist auch das Nachwort des Übersetzers sehr aufschlussreich. Das Gefühl der Wut und Ohnmacht Yingzhis wird auf jeder Seite deutlich und egal wie sie sich abrackert, es ist einfach hoffnungslos. Auch wenn ich nicht alle Ihrer Entscheidungen nachvollziehen konnte (z.B warum zur Hölle gibt sie ihrem Mann das Geld für das Baumaterial? Das Ergebnis war doch von vornherein klar). Sie war auch nicht die sympathischste Protagonistin, aber als Frau habe ich mit ihr gelitten und auch diese ohnmächtige Wut gespürt. Ich bin mir sicher, dass es in einigen ländlichen Regionen Chinas (und nicht nur dort) immer noch so zugeht. Ich habe genug chinesische Dramaserien gesehen, sodass mir die Kultur nicht fremd ist und ich wusste, was auf mich zukommt. Die deutliche, zum Teil recht explizite Sprache, hat mich dann doch etwas überrascht. Naja, das Ende ist ja von vornherein klar. Typisch chinesisches Ende, am Ende sterben alle.
This entire review has been hidden because of spoilers.
200 Seiten und ein Nachwort umfasst der Roman von Fang Fang gerade einmal. Und doch reichte dieser wenige Platz mehrmals für emotionale Ausbrüche meinerseits. "Wütendes Feuer" ist so ein Buch, das herausfordert und in gewisser Weise Grenzen überschreitet. Ein unbequemes, brutal ehrliches Buch, das nichts romantisiert und und so eine Durchschlagskraft erreicht, die nicht in vielen Geschichten gelingt. Das Nachwort des Übersetzers ist sehr klug und hilfreich, um den tieferen Sinn und die realen Bezüge des Erzählten besser einordnen zu können. "Wütendes Feuer" sehe ich vor allem für Leser als geeignet an, die sich auch für das Land China und seine rasante Entwicklung in wirtschaftlicher- wie auch sozialer Sichtweise interessieren. Wer mit offenen Augen durch das Buch geht und seine Botschaft verstehen möchte, der wird viel Aufschlussreiches darin finden. Lasst euch allerdings gesagt sein: Fang Fang schreckt vor keinen Mitteln zurück und Emotionen zu produzieren. Dieses Buch ist sehr brutal und teilweise explizit. Gewalt und Misshandlung werden thematisiert. Ich vergebe 5 🌟
Brutal und krass fällt mir dazu ein! Es geht um China in den 90 ern auf dem Land und es ist brutal wie mit Frauen umgegangen wurde. Hier in den Buch geht es um eine junge Frau die sich dem ganzen ein bisschen wieder setzt, sehr darunter leidet dass sie fast keine Rechte hat. Und stark für sich kämpfen muss ohne jegliche Unterstützung. Es war ein trauriges Buch.
4,25* Das war ein unglaublich bedrückendes und bewegendes Buch. Ich hätte bei dieser kurzen Seitenanzahl nicht mit so einer tiefgründigen Geschichte erwartet. Das Buch war alles andere als angenehm zu lesen, jedoch gibt einen erschreckenden Einblick in Chinas Geschichte.
Gesellschaftliche Analyse des Umbruchs in China und sozialistischer Feminismus
Das „wütende Feuer“ in Fang Fangs Werk fühlt man beim Leser regelrecht im Inneren brennen - ja, das Werk hat mich sehr wütend gemacht und wütend zurückgelassen. Obwohl ich selbst unabhängig bin und keine eigene ähnlichen Erfahrungen habe, habe ich gekocht, beinahe das gesamte Buch. interessant ist auch, wie lange es noch nachhallt.
Es liefert eine präzise Darstellung der sozialen Spannungen im China der 1980er Jahre - vor allem für Frauen. Der Roman dokumentiert eindrucksvoll den Zusammenprall zwischen traditionellen Werten und der rasanten Urbanisierung während der Reform- und Öffnungspolitik.
Besonders stark ist die Schilderung der prekären Lebensverhältnisse der Arbeiterklasse und die Korruption innerhalb der Bürokratie. Das Buch verzichtet auf geschönte Darstellungen und zeigt stattdessen sachlich die psychologischen Auswirkungen von Armut und sozialem Abstieg auf. Für Leser, die sich für die moderne Geschichte Chinas interessieren, bietet das Werk fundierte soziologische Einblicke.
Darüber hinaus bietet der Roman eine starke feministische Perspektive, indem er die spezifischen Härten und die Resilienz von Frauen in einer von Männern dominierten Bürokratie und Arbeitswelt ungeschönt beleuchtet.
Der Roman macht deutlich, dass Frauen in den Umbruchphasen Chinas oft zuerst unter die Räder kamen. Wenn Stellen gestrichen wurden oder die soziale Absicherung wegbrach, traf es sie besonders hart.
Die „Wut“ bezieht sich beim Lesen oft auf eine innere Auflehnung gegen die passive Rolle, die der Gesellschaft Frauen zuschreibt. Dabei geht es um den Kampf um Selbstbehauptung in einem System, das Frauen wenig Raum für Individualität lässt.
'Wütendes Feuer' präsentiert ein noch immer wichtiges Thema in unserer Gesellschaft, aber vorallem für China. Leider kann ich mich mit Fangs Schreibstil gar nicht anfreuden, der wirkt auf mich eher platt: "Der Auftritt fand im Alter-Tempel-Dorf statt, das so hieß, weil es am Dorfende einen alten Tempel gab." Ab und zu wechselt der persönliche Erzähler zu der Perspektive des Mannes, um in einem Satz seine Gedanken und Motive darzulegen, damit es auch ja jeder mitkriegt. Das Buch geht wirklich in die Extreme bezüglich Gewalt gegen Frauen und zeigt eine bis zur Verzweiflung in die Enge getriebene Hauptfigur. Es ist ein frustrierendes Leseerlebnis und ein extremes Beispiel für Unterdrückung, das keinen Interpretationsfreiraum für die Lesenden offen lässt. Das Nachwort finde ich sehr gut und hilfreich, weil es eine historische und gesellschaftliche Einordnung liefert, die im Roman selbst fehlt (verständlicheweise, macht das Leseerlebnis aber etwas weniger umfangreich). 3,5 Sterne.
Das Buch ist klasse, es zeigt schonungslos womit die Frauen im ländlichen China umgehen müssen. Sie sind gefangen zwischen dem Wunsch nach Freiheit und den Zwängen der Traditionen.
Für den europäischen Leser mögen viele Entscheidungen unverständlich sein aber schafft man es, sich auf dieses Werk einzulassen wird man belohnt.
Positiv hervorzuheben ist auch das Nachwort des Übersetzers, hier bekommt man weitere Erklärungen die wirklich hilfreich waren.
Ein gelungenes Werk, welches jedoch ein paar mehr Seiten gebraucht hätte. Es lässt mich wütend und fassungslos zurück.
Puh, dieser Roman ist profane Poesie, raue Erzählkunst. Die Protagonistin kämpft und leidet, flucht und schreit und beißt sich durch. Dabei ist sie beeindruckend, aber nicht besonders sympathisch. Die Geschichte beginnt im Frauengefängnis und gibt damit den Ton an … es wird unangenehm. 170 Seiten lang erschüttert einen das Buch bis ins Mark und ich war froh, als ich es ausgelesen hatte.
Ich hatte vom Klappentext her erstmal etwas anderes erwartet und wurde von der Thematik und der expliziten Heftigkeit überrascht. Wäre die Anfangsszene und die damit verbundene Hoffnung hinsichtlich des Geschichtsverlaufs nicht gewesen, hätte ich es wohl abgebrochen. Es lohnt sich auf jeden Fall auch das Nachwort des Übersetzers zu lesen.