Im Sommer 1977 ereignet sich auf einer Landstraße kurz hinter Bonn ein Autounfall, bei dem nicht allein Blech, sondern Welten aufeinanderstoßen.
Die junge RAF-Sympathisantin Miriam Becker stirbt in ihrem Wagen und vom Unfallverursacher fehlt jede Spur. Herr Martin, ein kleiner Angestellter der Rechtsmedizin, hat ganz persönliche Gründe, in diesem Fall genauer hinzuschauen.
Mit „Das Gutachten“ zeigt Jennifer Daniel, wie frisch eine Graphic Novel über die deutsche Nachkriegsgesellschaft daherkommen kann. Erzählerisch wie grafisch eindrücklich zeichnet sie das Bild eines Mannes, der seine Erinnerungen im Alkohol zu ertränken versucht. Bis eine junge Frau stirbt. Seine Ermittlungen bringen Herrn Martin auf die Spur des Verantwortlichen, legen jedoch unbarmherzig auch die eigene, mühsam verdrängte Verantwortung offen.
Schöne Zeichnungen und auch eine recht interessante Geschichte. Sie hinterlässt jedoch wenig bleibenden Eindruck, ich hätte mir mehr Tiefgang gewünscht.
Ich liebe die Illustrationen!! Sowohl farblich als auch stilistisch finde ich die Zeichnungen unglaublich cool. Sie gaben der Geschichte noch einmal eine bestimmte Stimmung und das Lesen hat richtig Spaß gemacht.
Die Geschichte an sich fand ich interessant, auch wenn es mich mehr hätte mitreißen können. Das Eintauchen in das Setting des Nachkriegsdeutschlands (sehr westdeutsch und männerdominiert) gefiel mir gut.