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Salon-Saga #1

Der Salon: Wunder einer neuen Zeit

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1956. Die junge Leni aus dem ländlichen Herbertshausen kann ihr Glück kaum fassen: Die Anstellung bei dem vornehmen Friseur Keller in München ist der erste Schritt zur Verwirklichung ihres großen Traums - ein eigener Salon in der Stadt.

Unterdessen hadert ihr Bruder Hans mit seinem Medizinstudium. Seine Leidenschaft gilt der Jazzmusik - und Lenis Freundin Charlotte, die in einer unglücklichen Ehe gefangen ist.

Während sie alle darauf hoffen, ihr Glück zu finden, stellt ein Schicksalsschlag ihre Zuversicht auf eine harte Probe ...

512 pages, Paperback

First published February 25, 2022

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About the author

Julia Fischer

109 books2 followers
Die Tochter des Theaterregisseurs Olf Fischer und der Schauspielerin Ursula Herion sprach als Kind in Hörspielen des Bayerischen Rundfunks beispielsweise in der Serie Wumme. Sie hat in den Hörspielen von Meister Eder und sein Pumuckl zweimal der Nichte Meister Eders, Bärbel, ihre Stimme geliehen, sprach aber auch mehrmals andere Charaktere (wie die Karoline aus dem Vorderhaus), unter anderem auch Jungenrollen (wie z. B. Fritz’ Freund Thomas in Die Gummiente). Es folgten eine Schauspielausbildung und Engagements beim Chiemgauer Volkstheater, Theater K, Theater die kleine Freiheit, sowie Produktionen des Komödienstadels. Des Weiteren moderierte sie beim Bayerischen Rundfunk die Magazine Hauptsache Beruf, Euroklick, Das Technikmagazin und Telekolleg Biologie. Außerdem arbeitet sie als Sprecherin in Hörfunk und Fernsehen und für zahlreiche Hörbuchproduktionen

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Community Reviews

5 stars
25 (34%)
4 stars
31 (43%)
3 stars
11 (15%)
2 stars
4 (5%)
1 star
1 (1%)
Displaying 1 - 16 of 16 reviews
Profile Image for Histolicious Histolicious.
Author 1 book68 followers
March 1, 2022
Was erwarte ich von einem Buch wie der Salon?
Ein bisschen Eskapismus vielleicht. Ein bisschen Flair der Zeit. Ein bisschen "starke Frau geht ihren Weg"
Hat das Buch mir das gegeben? Ja und Nein.

Das Postive zuerst. Das Buch ist unterhaltsam geschrieben. Ich mochte Leni und Charlotte und Hans und die Landmann Oma (auch wenn die schon tot war, bevor das Buch angefangen hat)
Ich mochte es über Stars und Frisuren und Produkute zu hören. Es war herrlich entspannend, gerade in Zeiten wie diesen, brauchen wir alle ein bisschen leichte Unterhaltung und das Buch konnte, bei diesen Passagen punkten.

CW (sexuelle) Gewalt an Frauen

Was ich absolut nicht gebraucht hätte, war die plastische (sexuelle) Gewalt an Charlotte gerade zu Beginn des Buches.
Ihr Mann fungiert als Antagonist, aber scheinbar reicht es nicht, dass er ein Kriegsverbrecher ist, der Raubkunst verkauft und seine Frau betrügt. Wir müssen auch noch in Detail erfahren, wie er gewaltätig zu ihr ist.

Auch die rassistischen Beleidigungen ggü. PoC die dreimal im Text vorkommen sind für mich ein Kritikpunkt. Man könnte auch einfach sagen "seine Mutter hatte eine Abneigung gegen Jazz", man muss nicht herabwertende Bezeichnungen für Schwarze Menschen benutzen, um hier den Punkt zu machen, wie sehr seine Mutter Jazz nicht mag. Die Worte sind absolut streichbar und unnötig im Kontext des Buches.
Und NEIN ich will keine Kommentare, dass das Wort DAMALS eben normal war. Es ist unnötig es in ein Buch zu schreiben. Niemand braucht das.

Was mir hier, wie auch schon bei dem Buch über Estee Lauder (ein Traum von Schönheit) aufgefallen ist, ist dass wenn die Protagonstinnen in diesen Büchern anfangen Cremes und Spülungen in der Küche zusammenzubrauen, dass sofort alle Damen von Welt drauf fliegen. Es sind immer die tollsten und besten Produkte die jemals hergestellt wurden und der Kram wird den Protagonistinnen förmlich aus den Händen gerissen.
Ich weiß ja, dass diese Bücher vorallem Wunschträume verkaufen, aber ich finde solche Twists immer ein bisschen billig, weil auch in den 1950er Jahren war es ein längst etablierter und übersättigter Markt. Eine Rosencreme ist ja jetzt keine absolute Innovation, aber das Buch tut hier wieder so, als wäre ein Business gründen total easy und als würde die Welt nur auf die Mutigen warten, die sich trauen.
Da alles so absolut reibungslos läuft, kann ich nicht wirklich für die Protagonistin rooten. Denn sie macht nie Fehler.
Den einzigen "Fehler" den Leni in ihrer professionellen Laufbahn im Buch macht, ist durch die Sabotage einer Kollegin passiert. Abgesehen von diesem Zwischenfall, macht Leni nie etwas falsch. Sie ist immer die Tollste und Beste. Alle Probleme die kurz aufpoppen werden sofort von Männern (!) beseitigt, die ihr quasi den roten Teppich ausrollen.
Sei es ihr Boss, der ihr mitteilt "hey ich sitze in der Meisterkommision, ich weiß was da wichtig ist und bring dich durch" VITAMIN B ... So wichtig, nicht nur in der Ernährung.
Oder ihr Kumpel Max der das Business mit den Cremes aufzieht und Vertriebswege und die professionelle Ausstattung stellt. Weil ist ja schön und gut, dass du tolle Cremes machst Leni, aber das und vorführen ist nicht alles.
Es fällt mir immer schwer mit diesen perfekten Heldinnen in diesen Büchern mitzufiebern, die durch ihre professionelle Laufbahn hüpfen, als wäre das alles kein Problem.

Was ich auch nicht mochte war, dass viele - für mich wichtige Szenen - nicht aktiv erzählt wurden, sondern passiv Nacherzählt. Zum Beispiel der Moment in dem Leni erfährt, dass sie die Meisterprüfung bestanden hat. Warum ist diese Szene nicht AKTIV im Buch? Das war doch ihr großes Ziel?

Gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse und ich mochte den Schluss überhaupt nicht.

Unterm Strich war das Buch okay für zwischendurch, aber eben auch nicht mehr. Ein klassisches 3* Buch eben.

CW für: beleidigende Slurs ggü. PoC; WWII (Schoa, Kriegsverbrechen, Krieg, Enteignung); Tot eines Kindes, Tot von Frauen bei der Geburt; (sexuelle) Gewalt ggü. Frauen (plastisch); Flucht; Allergische Reaktion auf Pflegeprodukte; Blut; Sektion; Pandemie (H2N2)
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Gitti.
1,171 reviews
September 17, 2022
Leni hat ihr Friseurhandwerk bei ihrer Mutter gelernt und arbeitet nun bei ihr in Herbertshausen im Salon mit. Doch ihr ist das nicht genug. Als sie eine Anzeige in der Zeitung entdeckt, bewirbt sie sich bei einem Salon in München am Hofgarten. Das soll der erste Schritt zum eigenen Salon werden, in dem sie dann auch ihre eigenen Pflegeprodukte vertreiben will.

Ihr Bruder Hans studiert derweil in München Medizin. Seine Freunde werden auch zu Lenis Freunden. Doch Hans zweifelt, ob der Arztberuf das richtige für ihn ist. Und als er Charlotte kennenlernt ist er bereit sein Leben komplett auf den Kopf zu stellen.

Dieses Buch, das in den fünfziger Jahren spielt, zeigt schön die Verhältnisse in München und im Umland. Die Gesellschaft wandelt sich und die jungen Leute wollen in ein selbstbestimmtes Leben aufbrechen. Gleichzeitig wird aber auch am althergebrachten und an Traditionen festgehalten und auch alte Nazi-Seilschaften sind noch einflussreich. Die verschiedenen Erzählstränge greifen hier mehrere Themen auf. Lenis Wunsch nach Selbstständigkeit, Hans, der sein Geld lieber mit Musik als Medizin verdienen will, Charlottes Probleme in ihrer scheinbar guten Ehe, Kurt, der seinen Platz in der Familie sucht, sowie Frieda, die als frau im Medizinstudium gegen Vorurteile zu kämpfen hat.

Mir hat die Geschichte ausgesprochen gut gefallen. Die Charaktere sind äußerst liebenswürdig gezeichnet und man kann sich das München der Fünfziger gut vorstellen. Ich habe das ganze Buch mitgefiebert, wie wohl die einzelnen Handlungen weitergehen werden und ob Leni und ihre Freunde ihr Glück finden werden. Die einzelnen Schicksale fand ich sehr interessant und ich habe mich keine Minute mit dem Buch gelangweilt. Gerade Leni hat mir mit ihrer Art, wie sie ihre Träume verwirklich extrem gut gefallen. Am Ende gab es dann noch einen Schockmoment, der der Handlung eine interessante Wendung für den zweiten Teil gibt. Daher freue ich mich schon auf die Fortsetzung, die wohl im November erscheinen wird.

Ich kann hier nur eine Leseempfehlung aussprechen!
Profile Image for Tiaras Bücherzimmer.
329 reviews5 followers
April 17, 2022
Dies war mein erster Roman von Julia Fischer und wie so oft, habe ich mich gleich in das tolle Cover verliebt.
Der Geschichte stehe ich diesmal aber leider etwas zwiegespalten gegenüber.
Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, er ist unkompliziert, lässt sich schön flüssig lesen, ich mochte die bayerischen und englischen Ausdrücke sehr gern und auch die Protagonisten fand ich durchwegs sympathisch.
Allen voran Leni, die von einem eigenen Friseursalon träumt. Nachdem sie im Salon ihrer Mutter auf der Stelle tritt, geht sie unbeirrt ihren Weg und sucht sich eine Anstellung bei einem berühmten Münchner Friseur und sichert sich mit ihrer selbstgemachten Kosmetik ein zweites Standbein.
Ihr Bruder Hans studiert Medizin, ist damit aber überhaupt nicht glücklich, denn seine Liebe gehört dem Jazz.
Julia Fischer hat sehr gut recherchiert und bringt ihrer Leserschaft die Atmosphäre und Gepflogenheiten der 50er Jahre ansprechend rüber.
Allerdings gibt es auch viele Passagen, wie die Medizin und die Studentenverbindungen, die sehr detailliert und für mich zu ausschweifend erzählt wurden, sodass meine Gedanken leider oft abschweiften.
Der unerwartete Schluß hat mich ziemlich schockiert und den musste ich erstmal verdauen.
Fazit: Ein durchaus gelungener Auftakt, mit sehr sympathischen Protagonisten, die mich mit ihren Schicksalen und Träumen alle berühren konnten. Ich vergebe 4/5 Sterne und empfehle die Geschichte gerne weiter.
Profile Image for Dani_liest.
432 reviews29 followers
April 9, 2022
Das Cover von Julia Fischers Roman „Der Salon“ ist wunderschön und sehr ansprechend. Die Pastellfarben passen perfekt zum Frühling.
Da ich es mir interessant vorstellte, etwas über das Friseurhandwerk in den 50er Jahren zu erfahren, wollte ich dieses Buch unbedingt lesen.
Leni ist ein waschechtes bayerisches Madl und dass ist ein Detail, welches den den Roman etwas gewöhnungsbedürftig macht. Es wird viel im Dialekt gesprochen und auch außerhalb der wörtlichen Redewendung kommt der bayerische Zungenschlag immer mal wieder durch. Dies ist definitiv Geschmackssache, ich persönlich bin kein großer Freund von Dialekten und war froh, als es in der zweiten Hälfte weniger wurde.
Aufgrund des Titels hatte ich erwartet, dass sich die Geschichte vor allem um den Salon und das Leben der Friseuse Leni dreht. Tatsächlich ist es nur ein Handlungsstrang von mehreren. Auch vier Medizinstudenten sowie Charlotte, eine wohlhabende aber unglückliche Ehefrau, spielen tragende Rollen.
Charlotte war meine Lieblingsfigur und ihr tragisches Schicksal zog mich völlig in den Bann. Zur damaligen Zeit legte die Gesellschaft Frauen sehr viele Beschränkungen auf und dies wird an ihrem Beispiel gut verdeutlicht.
Leni wiederum ist ein Charakter, der sich nicht eindeutig einordnen lässt. Einerseits ist die junge Frau sehr zielstrebig und verlässt den miefigen Salon in Dachau, um bei dem bekannten Friseur Keller in München zu arbeiten. Sie strebt ihren Meistertitel an und gründet mit einem Bekannten eine eigene Naturkosmetikfirma. Für eine Frau mit gerade einmal 21, noch dazu in den 50ern, eine beeindruckende Leistung. Gleichzeitig erschien sie mir teilweise trotzdem recht naiv und ich konnte es nicht ablegen, sie mir als Bauernmädchen vorzustellen.
Julia Fischer lässt den Zeitgeist der Nachkriegsjahre sehr authentisch aufleben und thematisiert die zwei Seiten der Medaille. Den Menschen stecken die Grauen des gerade erst beendeten Krieges noch in den Knochen, gleichzeitig feiern sie das Leben mit Konzerten, Musik, schöner Kleidung und Frisuren. Mein persönliches Highlight waren die Szenen, die Lenis Arbeitsalltag beschrieben haben und ich musste manches Mal schmunzeln, wenn die aufwendigen Frisuren mit großen Mengen Haarspray fixiert wurden.
Mich konnte „Der Salon“ gut unterhalten, auch wenn ich die Handlung oft recht vorhersehbar fand. So bald ein neues Thema angedeutet wurde, konnte ich mir bereits ungefähr vorstellen, wie es ausgehen wird... bis zu dem Augenblick, als die Geschichte eine Wendung nimmt, die ich definitiv nicht erwartet hätte.
Das überwiegend positive Buch schockiert am Ende mit einer Entwicklung, die mich fast in Tränen ausbrechen lies.
Dies ist der Auftakt einer Reihe und hier ist auf jeden Fall noch genügend Stoff für eine Fortsetzung vorhanden.
Profile Image for Tinstamp.
1,106 reviews
April 9, 2022
In "Der Salon" versucht sich Autorin Julia Fischer das erste Mal im historischen Fach und es ist ihr wirklich gelungen.
Ich durfte bei der Lesejury nach langer, langer Zeit wieder einmal bei einer Leserunde dabei sein. Darüber habe ich mich ganz besonders gefreut, denn die Bücher der Autorin liebe ich sehr. Und sie hat auch diesmal wieder einen wunderbaren Roman erschaffen, der zeigt, dass sie auch historisch kann.

Wir begeben uns im Jahr 1951 nach Hebertshausen bei Dachau in Oberbayern, wo Leni bei ihrer Mutter im Salon das Friseurhandwerk erlernt. Fünf Jahre später träumt die junge Frau davon den Salon zu Hause zu modernisieren, doch ihre Mutter will davon nichts wissen. Als sie ein Stellenangebot beim angesagten Münchner Salon Keller entdeckt, bewirbt sie sich und bekommt eine Zusage. An einer der besten Adressen Münchens lernt Leni nicht nur neue moderne Frisuren, sondern auch mondäne Kundinnen kennen, wie die ehemalige Tänzerin Sasa Sorell oder die Amerikanerin Miss Randall.

Auch Lenis Bruder Hans lebt in München, wo er Medizin studiert. Leni und ihre Mutter Käthe finanzieren mit ihrer Arbeit sein Studium, doch seine Liebe gilt der (Jazz)Musik. Er ist ein begnadeter Trompeter und müht sich durch das Medizinstudium, um den letzten Wunsch seines Vaters zu erfüllen, der als verschollen gilt. Hans verliebt sich in die verheiratete Charlotte, die in einer unglücklichen Ehe gefangen ist. Neben Hans und Leni treffen wir auch noch auf seine Kommilitonen Karl und Schorsch, sowie die unkonventionelle Frieda. Während Karl aus reichem Hause kommt und das Studium nicht so ernst nimmt, arbeitet Frieda als Schaffnerin, um sich dieses zu finanzieren. Georg, genannt Schorsch, möchte vorallem den Menschen helfen und später einmal Landarzt werden. Alle von ihnen suchen noch einen Platz im Leben und es war spannend ihre Jahre in München zu mitzuverfolgen.

Julia Fischer hat die Atmosphäre dieser Zeit wunderbar eingefangen. Nach den entbehrungsreichen Kriegsjahren erfahren die Jugendlichen eine neue Zeitrechnung mit hipper Jazzmusik, Tanzkellern und neuen Filmsternchen. Die Mode wird bunter und fröhlicher, die Frisuren kürzer oder pfiffiger. München gehörte damals zur amerikanischen Besatzungszone und wurde durch die Kultur und Lebensweise die Soldaten beeinflusst. Die jungen Leute träumten von einer Zukunft ohne Konventionen. Noch waren die Gesetze und der Verhaltenskodex - vorallem für Frauen - aber streng. Das spürt auch Charlotte, deren Ehemann sie weder arbeiten lässt, noch unterstützt. Im Gegenteil....

Die Autorin hat ihre Figuren wunderbar lebendig gezeichnet. Mit Leni hat sie eine sehr ehrgeizige junge Frau erschaffen, die nur so voller Ideen sprüht. Neben der Friseurausbildung widmet sie sich auch noch der Herstellung von Naturkosmetik, die sie von ihrer Großmutter erlernt hat. Manchmal erschien mir Leni wie ein Tausendsassa. denn als Frau hat sie es zu dieser Zeit besonders schwer. Der musikalische Anteil durch Hans, der mit seiner Trompete in diversen Jazzkellers auftritt, hat mein Herz ebenfalls höher schlagen lassen. Und mit Frieda und Schorsch, wie auch mit Karl und Charlotte, habe ich eine tolle Zeit in München der Fünfziger Jahre verbtacht. Ich war mit Hans im Jazzkeller, habe mit Leni Cremen hergestellt und mit Schorsch fotografiert. Sehr ans Herz gewachsen ist mir aber auch Käthe, die Mutter von Leni und Hans.

Doch Julia Fischer hat ihre Figuren nicht nur auf der Sonnenseite des Lebens geparkt, sondern ihnen auch Leid und Schmerz zugefügt. Im Leben gibt es nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen, sondern auch schwere Schicksalsschläge und neue Herausforderungen. Genau dieses Gefühl hat die Autorin hier wunderbar vermittelt. Trotzdem hat mich das Ende dann doch etwas schockiert zurückgelassen.
Im zweiten Teil der Dilogie werden wir mehr über das weitere Schicksal von Leni erfahren. Darauf freue ich mich schon sehr.

Fazit:
Eine wunderbare Reise in die Fünfziger Jahre, die mich Zeit und Raum haben vergessen lassen. Julia Fischer hat großartig recherchiert und KEINEN Wohlfühlroman geliefert, sondern eine lebensahe Geschichte, die ich sehr gerne gelesen habe und weiterempfehle.
Profile Image for Bücher in meiner Hand.
77 reviews
March 4, 2022
Ein neuer Roman von Julia Fischer - aber er spielt nicht in Italien, sondern in einem Coiffeursalon. Als ich das sah, war ich skeptisch. Gerne hätte ich mich von Julia Fischer wieder ins Piemont oder nach Florenz entführen lassen, aber nach München?

Lesen wollte ich ihn dann doch. Schliesslich muss ich ja wissen, ob meine Skepsis begründet war und ich die Autorin mit gutem Grunde bitten könnte, nächstens wieder eine Geschichte im Nachbarland handeln zu lassen ;-) Wie ich beim Lesen dann feststellte, kann Julia Fischer doch nicht ganz ohne Italien auskommen, auch wenn es letztendlich nur eine Wunschreise blieb. Vorerst zumindest.

Denn anscheinend wird es von "Der Salon" einen zweiten Band geben, was ich aber gerne vor dem Lesen gewusst hätte, denn zu dem im Klappentext erwähnten Traum von Leni, dem eigenen Salon, kam es nicht. Der Klappentext fasst in etwa den ersten Band zusammen und ist wohl für beide Bücher geschrieben worden, was beim Lesen leicht verwirrt.

1951 beginnt "Der Salon" mit einem Prolog: Leni macht eine Lehre als Coiffeuse bei ihrer Mutter im Salon. Ihr Bruder Hans beginnt bald zu studieren. Mutter Käthe hofft noch immer, dass ihr Mann Otto nach Hause kommt.

1956 hofft die Mutter noch immer, sehnt sich der studierende Hans als Musiker anstatt als Arzt arbeiten zu können und Leni möchte den altersschwachen Coiffeursalon zuhause umkrempeln. Sofern ihre Mutter sie lässt. Die tut das nicht, weshalb sich Leni in München heimlich in einem angesehenen Coiffeursalon bewirbt.

In München trifft Leni auf die Clique von Hans. Sie studieren Medizin wie er selbst. Doch sie alle kommen aus unterschiedlichen Elternhäuser: die kluge Frieda, die neben dem Studium als Schaffnerin arbeitet; Karl, der Ärztesohn und Gigolo; Georg genannt Schorsch, ein mitfühlender Fotograf, der sich unter Wert verkauft und Landarzt werden will. Sie alle suchen ihren Platz im Leben, was bei einigen von Ihnen auch das Loslösen von den Eltern beinhaltet. Je nach Elternverhältnis gelingt dies unseren Figuren mal besser, mal schlechter.

Neben diesen jungen Figuren stehen die eher älteren Kundinnen von Leni: die ehemalige Tänzerin Sasa Sorell und die gemeinnützige Arbeit tuende Miss Randall, aber auch Lenis Chef und diverse Mitarbeiter. Im Heimatdorf Herbertshausen sind es Mutter Käthe sowie einige Dorfbewohner. Insbesondere zu erwähnen ist, die ebenfalls junge, aber unglücklich verheiratete Charlotte, ebenfalls eine Kundin von Leni, aber gleichzeitig auch eine Bekannte von Hans.

Sie alle tragen dazu bei, dass dieser Roman sehr vielfältig erscheint und die Autorin viele der damaligen aktuellen Themen behandeln konnte. Es sind so viele, dass ich gar nicht mit Aufzählen beginne (und ich jetzt doch schnell sagen muss, dass ich das Thema Seifensieden und Naturkosmetik toll fand) - Julia Fischer hat wahnsinnig viel reingepackt in diesen Roman. Ihr Rechercheaufwand muss enorm gewesen sein! Trotz all dieser Themavielfalt erstickt die Geschichte nicht in unnötigen Details - alles wird perfekt in die Geschichte mit eingewebt.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig, zwischendurch durch einige bayrische und englische Ausdrücke garniert. Schorsch ist übrigens meine ganz klare Lieblingsfigur in dieser Geschichte! Über ihn hätte ich gerne noch so viel mehr erfahren.

Das Zeitgeschehen hat die Autorin auf jeden Fall perfekt und sehr bildlich rübergebracht. Von daher ist "Der Salon" ein sehr informativer Roman für alle, die sich für das Leben in den 1950ern in Deutschland interessieren und unterhält bestens.

Neben dem, dass ich von einem Einzelband ausging, störte mich noch etwas: ich empfand die Studentenverbindungs-Szenen als zu ausführlich geschildert. Wegen mir hätte die Autorin sogar gänzlich darauf verzichten können - auch wenn ich verstehe, dass damit die Vitamin-B-Schiene der High Society gezeigt werden sollte.

Fazit: Der Roman ist eine unterhaltsam verpackte 50er-Jahre-Zeitgeschichtsreise mit berührenden Szenen.
4 Punkte.
33 reviews
March 10, 2022
„Der Salon“ ist ein wunderbarer, fesselnder Roman über den Mut für sich selbst einzustehen und seine Träume wahr werden zu lassen. Er handelt von mutigen Menschen, von Freunden und Familie. Aber auch von Sorgen, Verzweiflung, Angst und Liebe. Ganz viel Liebe. Dieses Buch hat alle meine Erwartungen mehr als übertroffen, es ist ein detailverliebtes Werk, dass mich sehr gepackt und berührt hat. Und ich kann es kaum erwarten auch den zweiten band in den Händen zu halten.

Zum Inhalt: es sind die 50er Jahre im ländlichen Bayern. Leni arbeitet bei ihrer Mutter im Friseursalon, beide schuften schwer, damit Lenis Bruder Hans in München Medizin studieren kann. Nachdem der Vater nicht mehr aus dem Krieg heimgekehrt ist, sind die beiden Frauen allein für die Versorgung der Familie verantwortlich. Aber Leni hat selbst große Ziele: sie träumt von einem eigenen, modernen Friseursalon in der Großstadt. Als sie eine Stelle im renommierten Münchner Friseursalon Keller bekommt, sieht Leni ihre große Chance gekommen und wagt den Schritt in die Großstadt. Und auch Hans will endlich seinen Traum leben und eine Karriere als Jazz-Musiker starten, statt Medizin zu studieren. Doch können Träume mehr sein als Seifenblasen?

Trotz des bayrischen Dialekts bin ich direkt super in die Handlung gestartet. Der Dialekt trägt auch erheblich dazu bei, dass alles so authentisch wirkt. Julia Fischer schreibt sehr detailliert und man merkt, dass viel Recherche in diesem Buch steckt. Besonders wenn es um Lenis Handwerk geht, ist alles sehr anschaulich geschildert, sodass der Leser schnell ein konkretes Bild vor Augen hat. Auch die Charaktere, insbesondere Hans und Leni, aber auch Hans Studienfreunde und Lenis Freundin Charlotte sind alle sehr detailliert beschrieben und mit vielerlei eigentümlichen Charaktereigenschaften ausgestattet, sodass sie sehr authentisch wirken. Ich habe mich in Lenis Familie und in Hans Freundeskreis schnell sehr wohl gefühlt und hatte das Gefühl selbst hautnah bei allem dabei zu sein.

Die Geschichte ist wirklich fesselnd und die Stimmung im Buch sehr authentisch. Man leidet noch unter den Auswirkungen des Krieges, damit verbundener Verluste und Einschränkungen. Gleichzeitig setzt wieder Lebensfreude und Hoffnung ein, es geht langsam aufwärts. Bewegend fand ich besonders die Schilderungen einzelner Personen, wie sie den Krieg erlebt haben. Das Buch enthält neben der tollen Grundgeschichte auch viel Dramatik und besonders das Ende hat mir nochmal den Rest gegeben. Ich freue mich schon jetzt wahnsinnig auf den nächsten Band.
Profile Image for Ellysetta_Rain.
141 reviews
March 16, 2022
Mitreißende, berührende und gefühlvolle Zeitreise

Inhalt siehe Klappentext.

Content Note:
Erinnerungen an Kriegsgräuel, häusliche und sexuelle Gewalt, Tod von Angehörigen

Meinung:
Der bildhafte und fesselnde Schreibstil liest sich leicht und flüssig, die Seiten fliegen nur so dahin. Das Buch ist aus der dritten Erzähl-Perspektive von Leni, ihrem Bruder Hans und deren Mutter Käthe geschrieben, so dass man ihre Gedanken und Gefühle hautnah miterleben kann. Auch einige Nebencharaktere kommen zu Wort.
Die authentischen und sympathischen Charaktere sind mit ihren Stärken und Schwächen sowie Gefühlen sehr gut dargestellt und beschrieben worden, so dass ich nicht anders konnte, als mit ihnen mitzufühlen, mitzufiebern und mitzuleiden. Auch die Nebencharaktere sind sehr gut dargestellt worden, vor allem die Clique von Hans.

Die Autorin schreibt authentische, berührende, gefühlvolle und bittersüße Geschichten, die ein wahrer Lesegenuss sind. Dies schafft sie auch wieder bei ihrem ersten historischen Roman und lässt uns ins München der 1950er eintauchen. Wir begleiten verschiedene Charaktere und erhalten Einblick in ihre Leben. Jede der Personen hat mich mit ihrer Geschichte berührt und ich habe mit ihnen mitgefühlt. Die Nebencharaktere runden die Geschichte perfekt ab.
Die Autorin befasst sich mit unterschiedlichen, auch ernsten Themen wie z.B. häuslicher Gewalt und (fehlender) Vergangenheitsbewältigung. Zudem gewährt sie interessante Einblicke beispielsweise ins Medizinstudium zur damaligen Zeit sowie die Aus- bzw. Weiterbildung im Friseursalon. Die intensive Recherche ist erkennbar. All dies und und vieles mehr verwebt sie mehr als gekonnt zu einem Lesegenuss und einer emotionalen Achterbahnfahrt. Ich fiebere jetzt schon sehr der Fortsetzung entgegen und freue mich auf das Wiedersehen mit den Charakteren.

Mir fehlen einfach die Worte um dem Buch und seinen Charakteren gerecht werden zu können. Es ist eine Zeitreise ins München der 1950er Jahre. Der Roman berührt auch sehr, denn es geht um die Liebe, das Leben, Familie, Freundschaft, Selbstfindung, aber auch ernstere Themen. Ein wahrhaftiger Lesegenuss, so dass es ganz klar 5 von 5 Sternen gibt und eine Leseempfehlung für Fans von historischen Romanen.

Fazit:
Die Autorin schreibt authentische, berührende, gefühlvolle und bittersüße Geschichten, die ein wahrer Lesegenuss sind und einen förmlich im Leben der Charaktere versinken lassen.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Wuschel Yvo.
181 reviews
May 18, 2022
Nach dem Buch "Die Dorfschullehrerin" wagte ich einen erneuten Ausflug aus meiner Komfortzone und war noch begeisterter, denn das Buch ist einfach ein Traum. Wobei ich hier anmerken möchte, dass ich stark voreingenommen bin, denn ich liebe jegliche Form der bayrischen Sprache und diese wird in diesem Buch gelebt. Doch keine Sorge, man kann es lesen. Es ist kein tiefer Dialekt und durchaus verständlich. Wer gehört damit besser klar kommt als geschrieben, dem kann ich das Hörbuch von ganzem Herzen empfehlen, denn Julia Fischer - ja, die Autorin selbst - hat es unfassbar toll eingesprochen. Da ich den Klang tatsächlich schöner finde, als das ganze in geschriebener Form, bin ich oft und gerne mit dem Hörbuch versackt.

Das Buch erzählt die Geschichte der jungen Leni, die auf dem Weg ist sich ihren Traum eines eigenen Friseursalons zu erfüllen. Durch ihre offenherzige, aber nicht naive Art tut sie sich nicht schwer die entsprechenden Kontakte zu knüpfen um im Leben weiter zu kommen, aber auch ganz besondere Freundschaften. Ebenso wird auch die Geschichte ihres Bruders sowie ihrere Mutter erzählt und deren Freunden. Man ist stets mitten drin statt nur dabei und wird ein Teil dieser ganz besonderen Dynamik. Es war wiedereinmal erschreckend wie die Frauen zu dieser Zeit mitunter behandelt wurden, wenn sie nicht gerade schon auf eigenen Beinen standen, da sie durch den Krieg dazu gezwungen waren. Die Parallelen zu heutigen Ereignissen sind nicht von der Hand zu weisen. Denn so oft wie wir an die spanische Grippe im Zusammenhang mit Corona dachten, so oft verloren wir die asiatische Grippe aus den Augen. Ich hatte mehr als einmal Gänsehaut, dass ich euch versichern. Zu guter Letzt habe ich auch einige Tränen verdrückt.

Ich mochte die Protagonisten, weil sie unfassbar greifbar waren, genau wie deren Geschichte. Obwohl diese Geschehnisse scheinbar eine Ewigkeit zurückliegen, sich gravierend von heute unterscheiden, so sind sie doch oft aktueller als man eigentlich meint. Einzig die Menschlichkeit scheint uns vergleichsweise immer mehr verloren zu gehen. Die Erzählung war einfach unglaublich bildhaft und packend. Von mir gibt's auf jeden Fall eine klare Herzensempfehlung.

Fazit:

Einfach ein zauberhaftes Buch, dass es sich zu lesen/ hören lohnt.
486 reviews
April 13, 2023
Der Traum von der beruflichen Selbstständigkeit - unterhaltsam, aber etwas oberflächlich und zu wenig konzentriert erzählt

Leni Landmann aus dem ländlichen Herbertshausen arbeitet 1956 im Friseursalon ihrer Mutter, doch sie träumt von einem eigenen Salon in München. Als sie erfährt, dass ein renommierter Münchner Salon eine Friseurin sucht, bewirbt sie sich, obwohl sie Gewissensbisse hat, ihre Mutter alleine zu lassen, die immer noch nicht verwinden kann, dass ihr Mann nicht aus dem Krieg zurückgekehrt ist. Zunächst scheint es nicht so aus, als ob Leni die Stelle bekommt. Doch dann wendet sich das Blatt. Auch Lenis Bruder Hans lebt in München, wo er Medizin studiert. Doch eigentlich quält er sich nur durchs Studium, sein Herz schlägt in Wahrheit für die Musik.

Julia Jäger schreibt unkompliziert, in einfacher, gut verständlicher Sprache in der Vergangenheit. Die Autorin befasst sich meistens mit Lenis Leben, schreibt aber auch in manchen Abschnitten über Lenis Bruder Hans, Lenis Freundin Charlotte oder über Hans Studienkollege Karl. Das Buch ist in 34 nummerierte Kapitel unterteilt.

Die Figuren bleiben leider etwas blass, allen voran Leni, die zwar sympathisch dargestellt wird, aber wenig Tiefe hat und etwas „brav“ rüberkommt. Sie treibt der Traum vom eigenen Salon an, nebenher entwickelt sie ihre eigene Naturkosmetik. Lenis Freundin Charlotte, die in ihrer Ehe unglücklich ist, wird ebenso nur oberflächlich charakterisiert. Auch Lenis Mutter, die so unentschlossen wirkt, überzeugte mich als Charakter nicht vollständig. Weil mir der emotionale Bezug zu den Figuren fehlte, kamen bei mir beim Lesen keine richtige Gefühle auf.

Der Roman reißt viele Themen an: Selbstverwirklichung, Karriere, die Rolle der Frauen, unglückliche Liebe und Ehe, den Contergan-Skandal, die Pandemie, Krieg… Er ist insgesamt nett und leicht zu lesen, verliert sich aber in den vielen Nebenhandlungen. Vielleicht hätte es dem Buch gut getan, wenn sich die Autorin auf weniger Aspekte konzentriert und mehr Sorgfalt bei der Entwicklung ihrer Figuren angewendet hätte. „Salon-Wunder einer neuen Zeit“ hat mich durchaus gut unterhalten, aber nicht gefesselt.
744 reviews3 followers
April 19, 2025
Diese Geschichte ist nicht so seicht, wie das Cover vielleicht vermuten lässt. (Die Neuauflage von 2024 hat übrigens ein anderes Coverbild, das ich gar nicht verstehe. Da sind vier junge Frauen auf einer Rutsche zu sehen. Aber wer genau soll das sein? Leni unternimmt nie etwas mit mehreren Freundinnen gleichzeitig, höchstens mal mit einer.) Es geht um viele schwere Themen wie den Nationalsozialismus, Krieg, Tod, Trauer, häusliche Gewalt, das damals geltende Eherecht, Risiken damals moderner Kosmetik und Medizin,...
Manches wird auch nur sanft angedeutet, aber nicht weiter ausgeführt wie z.B. das Produkt "Frauengold". Wer sich mit den 1950er Jahren schon gut auskennt, kann das alles gut einordnen. Ob man ohne Vorkenntnisse dieses Buch gern liest, kann ich nicht einschätzen.
Leni ist mir sehr sympathisch. Sie arbeitet unermüdlich an der Verwirklichung ihrer Träume, macht auch mal Fehler, setzt sich für andere ein, ist voller Mitgefühl für andere, setzt Grenzen und wächst im Laufe der Geschichte zu einer mutigen, verantwortungsbewussten und kreativen Unternehmerin heran. Die Geschichte hat ein paar Wendungen, die ich so nicht habe kommen sehen. Das Ende ist modern und hat mir deshalb gut gefallen.
Vieles ist gut recherchiert, aber einen Fehler habe ich gefunden: Im Prolog ist 1951 von Romy Schneider die Rede ("»Jetzt siehst aus wie die Magda Schneider«, hatte sie zu ihr gesagt. Käthe hatte sich im Spiegel betrachtet, aber die Ähnlichkeit mit Romy Schneiders Mutter beim besten Willen nicht erkannt."), dabei wurde Romy erst 1953 bekannt. Vorher kannte man natürlich ihre Mutter, aber man hätte diese nicht über ihre Tochter definiert.
298 reviews
March 11, 2022
sehr gelungener Auftakt der Saga

Julia Fischer führt die Leser*innen mit diesem ersten Teil ihrer Familiensaga nach Bayern in den fünfziger Jahren. Leni lebt mit ihrer Familie im ländlichen Herbertshausen und träumt davon, einen eigenen Friseursalon in München zu eröffnen. Als sie eine Anstellung beim vornehmen Friseur Keller erhält kommt sie diesem Traum einen wichtigen Schritt näher. Sie erhält Kontakte zu den Kundinnen, insbesondere Charlotte. Lenis Bruder Hans studiert Medizin und wird von der Familie unterstützt. Er träumt allerdings davon als Musiker sein Leben zu führen.

Julia Fischer hat mit diesem Roman eine authentische Geschichte erschaffen, die von Freundschaft, Liebe, Träumen und den Auswirkungen des Krieges erzählt. Die Autorin hat sehr gut recherchiert und lässt auch den bayerischen Dialekt in ihre Geschichte einfließen. Unerfüllte Liebe, dramatische Wendungen in Freundschaft und Beziehungen schildert sie ebenso lebendig wie die Hoffnungen der Menschen, die nur zum Teil erfüllt werden. Die Protagonisten sind echte Charaktere, der Zusammenhalt in den Familien ist echt. Im Jahr 1956 sind überall noch die Auswirkungen des Krieges zu spüren - sowohl in den Gebäuden, die wieder aufgebaut werden, wie auch bei den Menschen, die auf Vermisste warten. Julia Fischer nimmt die Leser*innen an die Hand und führt gekonnt durch diese Zeit. Ich habe mitgefiebert, mitgelitten und zum Ende dieses ersten Teils der Familiensaga atemlos die Worte der Autorin hingenommen.

Mir hat dieses Buch sehr gefallen, ich gebe gern 5 Sterne.










Profile Image for Martina Weiss.
491 reviews5 followers
March 7, 2023
Hui, da habe ich aber in letzter Zeit massives Glück bei historischen Büchern, denn auch dieses war exzellent und ein absoluter Pageturner.
Diesmal befand ich mich in den 50er Jahren in München und der Arbeitsplatz dieser Hauptprotagonistin ist ein Friseursalon.
Natürlich gibt es auch hier eine Familiengeschichte, aber eigentlich stehen in dieser Story eine Gruppe junger Menschen, unterschiedlicher Herkunft und mit unterschiedlichen Problemen und Anliegen im Fokus.
Wir befinden uns zwar in den 50er Jahren, aber ganz ohne Pferdeschwanz-Petticoat-Rock‘n Roll Kitsch. Wiederaufbau, Kriegsschuld, Besatzungszeit, ländliche Frömmelei, Burschenschaften und die unterdrückte Frau sind Themen, die Julia Fischer unter anderem in diesem Roman unterbringt. Viel Zeitgeschehen, kulturell wie politisch, lässt sie elegant in die Salonklatschgespräche einfließen und formt ein perfektes atmosphärisches Bild dieser Zeit. Und der bayrische Dialekt macht alles sehr charmant. Fischers zahlreiche Protagonisten sind liebevoll herausgearbeitet und agieren authentisch.
Großartig! … für meinen Geldbeutel leider weniger, denn ich MUSS jetzt unbedingt den zweiten Band haben.
Profile Image for Leserling Belana.
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March 11, 2022
Diese Buch ist großartig! Julia Fischer hat intensiv recherchiert und dabei keine Mühen gescheut -- und man merkt es! Das Buch ist absolut stimmig und vermittelt einen großartigen Eindruck von der Zeit kurz bevor es mit dem Wirtschaftswunder so richtig losging.
Die ProtagonistInnen sind junge Leute die den Krieg zwar körperlich unversehrt überlebt haben, aber dennoch haben sie Schaden genommen. Jede/r versucht auf seine/ihre Art damit umzugehen, was mal besser, und mal schlechter gelingt.
Die ganzen Hindernisse, die ein junger, ehrgeiziger Mensch damals zu überwinden hatte werden detailgetreu dargestellt, und besonders junge Frauen hatten es schwer, war die Welt damals doch noch viel mehr Männerdominiert als sie es heutzutage ist.
Hinzu kommen noch die Gegensätze von Großstadt--Land, und Arbeiter -- Akademikermilieu, und Spannung ist garantiert.
Ich hatte mir viel von diesem Buch erhofft und ich wurde nicht enttäuscht -- im Gegenteil, dieses Buch ist einfach unbeschreiblich! Ich würde diese Lektüre jeder/m empfehlen, die/der auch nur ein bisschen an unserer jüngeren Geschichte interessiert ist!
Das Bild das Frau Fischer malt ist inklusiv und abgerundet.
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!
Profile Image for Moe.
21 reviews2 followers
June 21, 2023
Etwas langatmig, zu viele eindimensionale Charaktere und eine ganze Reihe von unglaublichen Zufällen machten das Buch zeitweise eher anstrengend. Überzeugend wirkt hingegen die Darstellung der Epoche.
Profile Image for Leah.
131 reviews
July 15, 2022
Es geht um Helene, genannt Leni, die 1956 im Salon ihrer Mutter die Ausbildung zur Friseurin gemacht hat, da sie aber von einem eigenen Salon träumt und ihre Mutter sich im ländlichen Umfeld gegen Modernisierungen sträubt, bewirbt sich Leni heimlich beim edlen Friseur Keller in München und bekommt tatsächlich die Anstellung.
Auch ihr Bruder Hans sehnt sich nach Veränderung, da sein Herz nicht fürs Medizin-Studium, sondern für Jazz-Musik und seine Trompete schlägt.
Und dann gibt es noch Charlotte, eine Kundin um Salon Keller, die unglücklich verheiretet und auf der Suche nach Glück ist.
Im Laufe der Geschichte lernte man die Charaktere, und auch jede Menge Nebenfiguren, sehr gut kennen, da sie authentisch und greifbar dargestellt werden und ihre Sorgen und Probleme nachvollziehbar sind.
Besonders Leni mochte ich gerne, da sie große Ziele hat und diese auch verfolgt, dabei Rückschläge einstecken muss aber weiterkämpft, sich nichts gefallen lässt und ihren eigenen Weg geht. Nebenher erlebt sie auch die erste große Liebe und wird langsam erwachsen.
Aber auch ihr Bruder war sehr sympathisch und ist mir ans Herz gewachsen, da er einfach so ein guter Mensch ist und ein großes Herz hat.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen, er ist ruhig, detailreich und flüssig, wie für das Genre üblich; auch die historischen Kontexte fand ich sehr interessant und hatte den Eindruck, dass hier gut recherchiert worden ist.
Es war sehr schön, die verschiedenen Perspektiven zu lesen und dadurch jeden Charakter nochmal näher kennenzulernen, bis die Geschichte schließlich zu einem heftigen Ende führte.
Sehr gut gefallen hat mir auch der bayerische Dialekt, der immer mal wieder durchkommt und mich direkt abgeholt hat, da er sehr schön zum Münchner Setting passt.
Insgesamt hat mir der Roman sehr gut gefallen, er konnte mit einem wunderbaren Setting, tollen Charakteren, vielen Emotionen und einer spannenden Familiensaga überzeugen.
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