Jump to ratings and reviews
Rate this book

Weil wir träumten: Eine wunderschöne und dramatische Reise nach Madagaskar

Rate this book
Ein bewegender Jugendroman von einer hochkarätigen Autorin, der die Leser*innen nach Madagaskar entführt. 

Madagaskar mit seinen Traumstränden, exotischen Tieren und Blütenmeeren – das reinste Paradies für Emma! Hier kann sie endlich all die Einschränkungen vergessen, die ihre Herzkrankheit mit sich bringt. Doch als Emma die Madegassin Fy kennenlernt, erfährt sie von Armut, Gewalt und einem schrecklichen Geheimnis, den Schattenseiten des Paradieses.

Eine berührende Geschichte über eine besondere Freundschaft

449 pages, Kindle Edition

First published January 27, 2022

4 people are currently reading
34 people want to read

About the author

Antonia Michaelis

130 books323 followers
Antonia Michaelis has lived and taught in India. She is the author of several award-winning books published in her native language German.

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
33 (62%)
4 stars
13 (24%)
3 stars
4 (7%)
2 stars
2 (3%)
1 star
1 (1%)
Displaying 1 - 7 of 7 reviews
Profile Image for Sophia Wordworld.
1,234 reviews23 followers
January 27, 2022
"Weil wir träumten", welches heute seinen Erscheinungstermin feiert, ist in vielerlei Hinsicht ein hervorstechender Roman, der in mir alle möglichen emotionalen Extreme hervorgerufen und mich so fertig zurückgelassen hat, dass ich auch nach Tagen noch keine Rezension schreiben konnte. Nun wage ich einen ersten Versuch, meine Gedanken, Gefühle und Erfahrungen mit der Geschichte in Worte zu fassen und will mit einer Liebeserklärung an das Cover beginnen.

"Ich sah Kraken in ihren Höhlen, ich sah zwei Wale, eine Mutter und Kalb. Wir tauchten zu ihnen hinab und wir schwammen mit ihnen und ich wusste, wer sie waren, ich musste nicht fragen. Zwei andere junge Wale stießen zu uns, einer hatte Wunden auf seinem Rücken, tiefe Striemen. Doch sie hatten bereits begonnen zu heilen. "Die Mitte des Lebens", sage ich, "wir sind da. Dies ist die Mitte des Lebens."

Auch wenn ich die beiden Gesichter (das sommersprossig-blasse von Emma und das dunkel strahlende von Fy) und den Leuchtturm vor dem ausgeblichenen blau-grauen Hintergrund für eine sehr gute Wahl für diese Geschichte halte, ist es der dunkelblaue Aufkleber, für den ich meine Begeisterung aussprechen will. Dieser verkündet nämlich, dass mit dem Kauf eines Exemplars von "Weil wir träumten" 1€ an den "Kinder für die Zukunft E.V." gespendet wird. Wenn das noch kein Grund genug ist, sich den Roman zuzulegen folgt nun eine ausführliche Liebeserklärung an diese Geschichte, die hoffentlich verdeutlicht, warum ich finde, dass jeder "Weil wir träumten" gelesen haben sollte!

Erster Satz: "Es ist so schön hier.

Mit diesem ersten Satz entführt uns Antonia Michaelis in ein wunderschönes, paradiesisch anmutendes Setting: eine madagassische Insel voller Leben mit unberührtem Urwald, weißem Strand, bunten Muscheln, gewaltigen Walen und französisch sprechenden Piraten. Die schiere Schönheit dieses Ortes, an dem die herzkranke, 16jährige Emma zusammen mit ihrer Urgroßmutter Elise versucht, ein wenig Frieden zu finden und sich lebendig zu fühlen, da er in krassem Gegensatz zu den sterilen Krankenhauszimmern steht, in denen sie sonst lebt, erscheint einem dabei wie ein Traum, aus dem man nicht aufwachen möchte. Antonia Michaelis schnörkeliger, bildhafter Schreibstil gleicht dem Stil eines Märchens, in dem alles irgendwie magisch und auf unwirkliche Weise schmerzlich schön erscheint. Manche Passagen lesen sich dabei wie Lyrik - "Mondlicht strömte herein wie Wasser. Der geschnitzte Delfin und die Meerjungfrau, die aus dem Mittelbalken ragten, regten sich, bereit, nach draußen zu entkommen - doch sie waren gefangen, steckten im Holz fest: unglückliche Geister." oder "Eine Tasse Milchkaffee, weiße Baumorchideem mit hellgrünen Blättern dazwischen: ein Stillleben. Elise hatte ein paar Muscheln dazugelegt. Und in der Ferne floss das Meer türkisblau in den Horizont." - und zergehen beim Lesen geradezu auf der Zunge. So war ich schon nach wenigen Kapiteln komplett verzaubert, was der zweite Grund ist, weshalb ich "Weil wir träumten" liebe.

"Darin sind sie alle wie Kinder: Sie sehen immer nur das Schöne. Niemals hindurch."

Leider steht der verträumte, wunderschöne Schreibstil der Autorin der harter Realität, die sie damit verschleiert, in einem krassen Gegensatz gegenüber. Denn der wunderschöne Schleier, der zu Beginn über Madagaskar liegt, wird nach und nach gelüftet, während die sechzehnjährige Madagassin Fy uns und Emma ihre Geschichte erzählt. Antonia Michaelis hat für "Weil wir träumten" zwei spannende Erzählperspektiven gewählt. Sie erzählt abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Emma, die ihre Erlebnisse auf Madagaskar in einem Tagebuch niederschreibt, und in einer Art Gedankenstrom von Fy, die in "Du"-Form mit ihrem Kind Onja spricht. Zwischen touristischen Abenteuern auf der Insel und Begegnungen mit dem jungen Weltreisenden Luc wird die Freundschaft zwischen Fy und Emma tiefer und wir erfahren bruchstückhaft, wie Fy - als minderjährige Mutter - auf dieser vermeintlichen Trauminsel gelandet ist. Fys Geschichte zu hören ist dabei wie Aufwachen: erst langsam und dann immer schneller werden wir mit der grausamen Realität konfrontiert und ist man dann erstmal wach, kann man nicht mehr zurück in den süßen Taumel des Schlafs und die Welt mit denselben Augen sehen.

"Ich dachte überhaupt nicht mehr nach als andere Leute. Ich hatte nur das Glück gehabt, dass Fy mir Dinge erzählt hatte. Oder das Pech. Sonst wäre ich für immer blind geblieben. Sonst wäre der weiße Sand, in dem meine Zehen einsanken, für immer nur schön geblieben. Sonst hätte ich nicht geahnt, dass die Kinder, die mir mit Eimern voller Krabben entgegenkamen, nicht spielten, sondern arbeiteten. Dass sie die Krabben an Restaurants verkauften, statt zur Schule zu gehen. Sonst hätte ich beim Geruch von Vanille weiter an Pudding gedacht."

Auch Emma hat eine Geschichte zu erzählen, die sie erst im letzten Drittel mit den LeserInnen teilt. Genau wie Fys ändert auch diese Erzählung das Bild, das man von der Protagonistin hatte. Während man zu Beginn noch dachte, Emma würde verantwortungslos handeln, ihr Wohlergehen aufs Spiel setzen und sich gedankenlos treiben lassen, verstehen wir auch sie im Verlauf der Handlung besser und können tief im eigenen Herzen nachfühlen, wie sie die Suche nach purem Leben, Intensität, Liebe, Sinn und Bedeutung innerlich zerreißt. "Weil wir träumten" hat mich bewegt, berührt, ganz tief erreicht und mich genau wie Emma an meine Ideale erinnert, an den tiefen Wunsch, die Welt zu verändern, hinauszuziehen und etwas zu bewirken, Menschen zu treffen, hinter Fassaden zu blicken und Schicksale zu verändern. Wünsche, die ich als Kind hatte, beim Erwachsenwerden aber vergessen habe und von denen ich hoffe, dass ich sie nicht mehr verliere.
Und auch dafür liebe ich diesen Roman!

"Schlaf gut, Emma", flüsterte Elise. "Ich werde hier sitzen bleiben. Ich passe auf dich auf." Aber wer passt auf die anderen auf?, dachte ich. Auf die, die im Winter ihr Zimmer mit den Ratten teilen?"

Doch selbst nachdem die Autorin den schönen Schleier gelüftet hat und wir sehen, was sich darunter verbirgt, bleibt der Traum ganz dem Titel entsprechend ein wichtiges Motiv der Handlung und das unwirkliche Gefühl, das durch die leicht entrückte Atmosphäre entsteht, begleitet die Geschichte bis zum Ende. Aufrechterhalten wird diese dadurch, dass Träume, in denen Figuren zu Wale werden, mit Toten sprechen oder Visionen einer besseren Zukunft herbeiträumen, zwischen die bittere Realität gemischt werden. Bedrohungen werden durch Geister, Flüche oder Figuren wie der Herzenssammler der Realität entrückt und viele heftige Szenen sprachlich eingetrübt, sodass das Lesen erträglicher gemacht wird, ohne sie zu verharmlosen. Das sollte theoretisch nicht ganz zusammenpassen, trägt aber auf sehr stimmige Art und Weise zum Verständnis der Figuren und deren innersten Wünschen bei und sorgt dafür, dass man es überhaupt aushält, diese Geschichte zu lesen.

"Langsam nahm ich Umrisse in der Dunkelheit wahr - Umrisse von Blättern aller Formen vor dem Himmel, der hoch oben hing und ein wenig Mondlicht auf mich träufelte, Mondlicht wie Medizin. Da war sie wieder, die Schönheit - jedes Blatt ein Ornament. Ehe ich gehe, eines Tages, möchte ich Blätter sehen."


Denn auch wenn "Weil wir träumten" ohne Triggerwarnung daherkommt und offiziell für LeserInnen ab 14 Jahren empfohlen wird, kann ich nur nochmal betonen, dass wir es hier mit einem Drama zu tun haben, das tiefste Abgründe zeigt. Hier geht es um Zwangsprostitution, Gewalt, Armut, Hunger, Krankheit, Tod, Mord, Gefängnis, Missbrauch und Kinderarbeit. Besonders unter die Haut geht das Geschilderte, dadurch, dass die Autorin zwei Jahre lang vor Ort war und mit ihrer Familie eine Schule und ein Kinderhaus aufgebaut hat. Dadurch, dass sie in dieser Zeit sowohl aus eigener Erfahrung als auch durch Erzählungen von echten Schicksalen Einblicke in das Leben der Madagassen erhielt, kann sie Emmas und Fys Perspektiven so authentisch wiedergeben, dass man meinen könnte, es sei eine echte Geschichte. Und das macht sie sich zunutze: Antonia Michaelis zeigt wie düster ein schönes Land, wie zerstörerisch verzweifelte Menschen und wie blind eine ganze Gesellschaft sein können. Dabei macht sie keine Kompromisse und treibt uns LeserInnen über Grenzen hinaus. Sie beschreibt Dinge, die man nicht lesen will, aber man folgt ihr dennoch auf diese Reise, man kann gar nicht anders. Denn trotz all der emotionalen Arbeit, wärmt es das Herz, wie die Geschichte Schönheit im Hässlichen und Hässlichkeit im Schönen findet.

"Emma hat es selbst gemerkt: Zuerst sieht man nur die schönen Dinge an der Oberfläche, die Dinge, die Besucher sehen sollen. Dann, irgendwann, sieht man die Hässlichkeit darunter, und erst danach sieht man das wahrhaft Schöne unter dem Hässlichen: die Sonne auf einem Abwasserkanal. Eine Blume im Müll. Das Lächeln der Menschen in ihren abgerissenen Kleidern. Die Hoffnung in ihren Augen. Das Lachen, das niemals ganz verschwindet. Ja, mein Land ist schön. Aber nicht wegen der Palmen, der Muscheln, der Lemuren."

So kommt es, dass auch die Liebe einen großen Teil des Romans in Beschlag nimmt. Anhand der Hauptfiguren und den ebenso liebevoll und detailliert ausgearbeiteten Nebenfiguren werden alle Facetten der Liebe beschrieben und zum Leben erweckt. Die zwischen einem Jungen und einem Mädchen. Zwischen Bruder und Schwester. Zwischen Eltern und Kind. Enkelin und Uroma. Zwischen Freundinnen. Zwischen Schicksalsgefährten. Zwischen einer Madagassin und ihrer Heimat. Zwischen einer Leserin und ihren Protagonisten....

Wegen genau dieser Liebe und Nähe zu den Figuren ist "Weil wir träumten" eines der traurigsten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Es hat einen solchen Schmerz in mir hervorgerufen, dass ich es kaum ausgehalten habe, es zu Ende zu lesen, dass ich an mehreren Stellen "bitte nicht, bitte nicht" geflüstert habe und an noch viel mehr Stellen in Tränen ausgebrochen bin. Doch obwohl es schmerzlich grausam war, war es auch das schönste Buch, das ich seit Langem gelesen habe. Ich habe selten eine so intensive Geschichte gelesen, die die Schönheit des Lebens so feiert, wie "Weil wir träumten". Und ich habe auch selten ein Buch gelesen, bei dem ich schon in der Hälfte wusste, dass es mir für immer im Gedächtnis bleiben wird. In kurz: ICH LIEBE ES! LEST DIESES BUCH!

"Ich war hier, weil ich gedacht hatte, ich könnte alle retten, ganz leicht, nur weil ich aus Europa kam, aber im Grund dachte ich, im Grund, hatten sie mich gerettet. Diese Menschen. Sie hatten etwas bewirkt, was kein Medikament bewirken kann. Etwas in mir ausgelöst. Ein Gefühl von Glück."



Fazit:

Diese Mischung zwischen Traum und Wachen, zwischen Realität und Übersinnlichem, Schönheit und Grausamkeit, Traurigkeit und Freude hat mich berührt, bewegt und beschämt wie lange kein Buch mehr. In "Weil wir träumten" erzählt Antonia Michaels auf absolut atemberaubende und authentische Art und Weise von Freundschaft, Liebe und den Schattenseiten der Mitte des Lebens: Madagaskar.
Profile Image for Tinstamp.
1,104 reviews
March 1, 2022
Madagaskar - wer denkt bei der Insel im Indischen Ozean nicht unwillkürlich an Palmen, Strand, Meer, sowie an Lemuren und Affenbrotbäume. Doch die Menschen auf der Insel leiden durch den Klimawandel immer mehr und mehr an Hunger und der Gegensatz zwischen Arm und Reich ist eklatant.

Die schwer herzkranke Emma wünscht sich nichts sehnlicher, als eine Reise zur Mitte des Lebens. Für sie ist das der Urwald Madagskars. Der Wunsch geht für die 16jährige in Erfüllung, als ihre Urgroßmutter Elise sie für drei Wochen auf die Insel begleitet. Das wunderbare Setting hat mich sofort gefangen genommen. Doch die Autorin zeigt vorallem auch die andere Seite Madagaskars - ein Leben voller Armut, Hunger und Gewalt.
Als Emma die etwa gleichaltrige Fy kennenlernt, fühlen sich die beiden voneinander angezogen und eine tiefe Freundschaft entsteht.

Erzählt wird hauptsächlich aus zwei wechselnden Perspektiven, jeweils aus der Ich-Perspektive. Dabei schreibt Emma ihre Erlebnisse in eine Art Reisetagebuch, während Fy ihre Geschichte ihrem Baby Onja erzählt. Während Emma zu Beginn noch die Annehmlichkeiten der europäischen Touristen genießt, lernt sie durch Fy die andere Seite kennen. Fy lebt in Armut und kämpft täglich um ihr Leben und das ihrer Familie. Durch sie erfährt Emma von den Schattenseiten der Insel, wie Gewalt, Missbrauch und Kinderarbeit.
Mit Fy habe ich mitgelitten, besonders als sie einen Schicksalsschlag nach dem anderen erlebt und das obwohl sie kaum etwas hat, um für sich und ihr Kind zu sorgen.

Zitat von Antonia Michaelis:
„Es geht in meinem Buch darum, dass wir immer nur das sehen, was wir sehen sollen. Die malerische Armut, das romantische Drittweltland, die hübschen Afrikaner in der Wüste, die schönen fremden Kulturen. Und das, was eigentlich im Argen ist, sehen wir nicht, wollen wir nicht sehen, lassen wir einfach links liegen. Das ist ja so schön einfach.“

Emmas Handlungen konnte ich nicht immer verstehen und oftmals hätte ich sie am liebsten geschüttelt. Hier kommt sicher auch mein Alter durch, denn ihre oftmals kindischen Aktionen konnte ich nicht nachvollziehen, denn es hätten sich auch einige andere Lösungen gefunden. Auf der anderen Seite fühlt sich die immer überbehütete Emma erstmals wie ein "normaler" Mensch, ohne dass jemand von ihren gesundheitlichen Einschränkungen weiß. Ihre Kindheit hat sie großteils im Krankenhaus verbracht und konnte nie wie ein normales Kind leben. Dass sie dieses Gefühl auskosten will, kann ich wiederum sehr gut verstehen.
Emmas Gedankenwelt und Gefühle werden besonders im letzten Drittel sehr eindringlich beschrieben. Sie ist auf der Suche nach dem echten Leben, nach Intensität und Liebe - alles Dinge, die ihr bisher verwehrt blieben. Und trotzdem fand ich Emmas selbstlose und unsagbar dummen Aktionen, um Fy und ihrer Familie zu helfen, für meinen Geschmack zu übertrieben. Die Entwicklung, die sie während ihrer Zeit in Madagaskar durchmacht, ist jedoch deutlich zu erkennen.
Die Autorin überrascht uns auch mit einigen unvorhergesehenen Wendungen, die der Geschichte noch mehr Spannung gibt.

Die Welt der Geister und der Träume hat bei den Madagassen eine sehr große Bedeutung und erhalten auch in der Geschichte viel Raum. Durch den poetischen und oftmals märchenhaften Schreibstil der Autorin fühlt man sich oftmals ebenfalls in einer Art Traumwelt, aus der man unsanft in die harte Wirklichkeit geschubst wird. Denn Antonia Michaelis greift viele Themen, wie das Recht auf Bildung, Zwangsprostitution, Gewalt, Armut, Hunger, Krankheit, Tod, Mord, Gefängnis, Missbrauch und Kinderarbeit auf. Diese schweren Themen gehen unter die Haut.
Die Autorin hat selbst zwei Jahre lang mit ihrer Familie auf Madagaskar gelebt. Wir bekommen durch sie hervorragende Eindrücke von der Insel und der dortigen Lebenssituation. Sie hat ihre Geschichte rund um Emma und Fy durch Erzählungen und ihrer eigenen Erfahrungen auf der Insel entstehen lassen. Diese ist so authentisch wiedergeben, dass man meinen könnte, es sei eine wahre Geschichte.
Das Ende rührt zu Tränen und ich brauchte noch einige Zeit um alles sacken zu lassen und meine Rezension schreiben zu können.

Fazit:
"Weil wir träumten" ist ein hochemtionales Jugendbuch über eine ganz besondere Freundschaft, Mut und vielen schwierigen Themen, die man sonst nicht so oft in diesem Genre findet. Ein einfühlsamer Coming-of-Age Roman, der unter die Haut geht.
Profile Image for Momentansicht.
150 reviews2 followers
March 20, 2022
Über eine besondere Freundschaft

Die herzkranke Emma kann auf Madagaskar einmal alles vergessen. Der Traumstrand und die Exotik der Natur sind für sie großartig – nur zum Genießen. Als sie aber Fy beobachtet und kennenlernt, lernt sie auch die andere Seite der Trauminsel kennen: u.a. Armut und Gewalt. Fy zeigt ihr, was fernab vom Tourismus passiert und kein Tourist sieht. Hier erlebt man Madagaskar mal von einer ganz anderen Seite. Eine Seite, über die man zu wenig weiß. Es ist alles sehr authentisch und detailliert beschrieben.

Während wir Emmas Gedanken erfahren, weil sie sie niederschreibt, erfahren wir Fys Sicht der Dinge, als sie sie ihrem Baby erzählt. Spannend gewählte Erzählperspektiven.

Das Buch ist schön und traurig. Schicksalhaft. Es ist bewegend und die besondere Freundschaft ist so… real.
Profile Image for Bettina.
173 reviews
February 1, 2022
Ein herzzerreißendendes, aufrüttelndes, großartiges Buch mit unglaublich viel Nachklang, das sich nicht davor scheut, genau hinzuschauen und die Dinge beim Namen zu nennen. Und was für eine mitreißende Geschichte! Emma und Fy haben mich in ihren Bann gezogen - ihr Mut, ihre Lebensfreude, ihre Kraft, ihre Treue und ihre Sicht auf die Welt.
Ein Buch, das ich noch länger mit mir herumtragen werde, und das zu Recht. Großartig!
Profile Image for Maurice.
878 reviews
April 12, 2025
Da ich einige andere Bücher der Autorin geliebt habe, habe ich mich entschieden, auch dem hier eine Chance zu geben, obwohl der Klappentext nicht wirklich gut klang. Geschichten über kranke Teenager fühlen sich für mich meistens so an, als wären sie nur dazu gedacht, die Leser zum Weinen zu bringen, und nicht um Teenagern in ähnlichen Situationen Charaktere zu geben, in denen sie sich wiederfinden können, und leider hatte ich das Gefühl auch bei diesem Buch. Außerdem mag ich in der Regel auch keine Bücher, in denen die Geschichten von Personen aus anderen Ländern/Kulturen hauptsächlich aus der Sicht eines weißen europäischen oder amerikanischen Charakters erzählt werden, und auch hier bildete dieses Buch keine Ausnahme.

Ich fand Emma sehr schwer zu verstehen, ihre Gedankengänge und Entscheidungen haben für mich nur ungefähr die Hälfte der Zeit Sinn ergeben, weshalb ich mich das ganze Buch sehr distanziert von ihr, und damit auch dem Geschehen im Allgemeinen, gefühlt habe.

Es war auch richtig seltsam, wie Emma so darauf fokusiert war, Fy und ihren Geschwistern zu helfen, aber nicht viele Gedanken an andere Kinder in ähnlichen Situationen verschwendet hat. Nicht einmal hat sie sich gewünscht, sie könnte auch den anderen Gefängnisinsassen, oder anderen Kinder in Situationen ähnlich denen der kleinen Geschwister helfen. Natürlich hätte sie nicht wirklich viel machen können, schon bei einigen Dingen mit denen sie Fy und ihrer Familie geholfen habe, habe ich ein bisschen gezweifelt, ob es wirklich realistisch ist, dass es so funktionieren würde, aber ich hatte den Eindruck, dass die anderen madagassischen Kinder ihr ziemlich egal waren. Was ich für die Message des Buches ziemlich abträglich fand.

Die Liebesgeschichte mit Emma und Faly fand ich auch wirklich seltsam. Dass Emma sich unbedingt verlieben wollte, bevor sie starb, und sich deshalb einreden würde, sie wäre in jemanden, den sie kaum kennt, verliebt konnte ich zwar noch verstehen, aber warum es Faly andersherum genauso ging hat für mich nicht wirklich Sinn ergeben und ich fand die ganze Sache zwischen den beiden ziemlich unnötig für die Geschichte.

Meiner Meinung nach hätte das Buch sicher auch davon profitiert, wenn es ein bisschen näher auf die historischen und politischen Hintergründe des Landes eingegangen wäre. Ich fand, dass es sich die Sache manchmal ein bisschen zu einfach gemacht hat, indem es nur exemplarisch Fys Geschichte erzählt hat, ohne so wirklich auf das große Ganze einzugehen.

Mir fehlte hier auch einfach die Art und Weise, auf die Antonia Michaelis in ihren anderen Büchern Emotionen rüberbringt und von einzigartige Charakteren und Erfahrungen berichtet. In diesem Buch waren alle Charaktere und der generelle Verlauf der Geschichte mehr oder weniger das, was man nach dem Klappentext erwarten würde, was ziemlich enttäuschend war.

Insgesamt fand ich einfach, dass das Buch sich nicht ansatzweise so nuanciert oder einfühlsam angefühlt hat, wie es für eine Geschichte wie diese nötig wäre.
Profile Image for zeilen.vertraeumt.
1,158 reviews12 followers
June 27, 2023
Emotional und erschütternd.


Die Geschichte erzählt von zwei unterschiedlichen Frauen, die auf scheinbar zufällige oder vielleicht auch schicksalhafte Art und Weise zueinander finden und uns Einblicke in zwei Leben bieten, die kaum gegensätzlicher sein könnten. Fy's Geschichte zeigt uns eine Welt, vor der wir gerne und viel zu oft unsere Augen verschließen. Antonia Michaelis beschönigt nichts, sondern zeigt uns die harte Realität und die trifft tief. Ihre Darstellungen sind authentisch, schonungslos ehrlich und hautnah, weswegen ich euch dieses Buch auch nur ans Herz legen kann, denn wir sollten all das wissen.

Allerdings ist dieser Roman natürlich keine leichte Kost. Man muss es lesen und ertragen können. In meinen Augen würde es sich auch gut als Schullektüre eignen, da die Inhalte dabei noch einmal reflektiert und besprochen werden könnten. Obwohl es sich hierbei um ein Jugendbuch handelt, ist es definitiv auch für Erwachsene geeignet oder vielmehr lesenswert. In diesem Buch kann jede:r noch etwas lernen.

Die Geschichte wird aus Emma's und Fy's Sicht in der ersten Person Singular erzählt. Ich konnte Emma's Handlungen nicht immer verstehen, fand sie aber keineswegs unglaubwürdig. Es ist nur natürlich und authentisch, dass sie nicht alles weiß und manchmal unbedacht handelt.
Fy ging mir unter die Haut und hat mich viel zu viel fühlen lassen. Sie ist unheimlich stark und musste in ihrem jungen Leben schon viel zu viel ertragen. Ihre Gefühle waren für mich greifbar und dadurch nahm mich ihre Geschichte noch einmal mehr mit.

Ich habe so gut wie alle Jugendbücher der Autorin gelesen und liebe ihren Schreibstil wirklich sehr. Antonia Michaelis schreibt eindringlich, fesselnd und nahbar. Ihre Worte sind anrührend, ehrlich und voller Wahrhaftigkeit. Sie haben mich in ihren Bann gezogen und bis jetzt nicht mehr losgelassen. Ihr Schreibstil ist ausdrucksstark, emotional, intensiv und besonders.

Ich kann und möchte gar nicht so viel zu diesem Buch sagen. Das muss man einfach selbst erlebt haben. Es hat mich schockiert, zutiefst bewegt und konnte mir viel mit auf den Weg geben. Ich kann gar nicht zählen, wie viele Tränen ich beim Lesen vergossen haben. Die Geschichte wird mich so schnell nicht mehr loslassen, vielleicht sogar nie mehr.

Wenn ihr es könnt, bitte lest dieses Buch! ♥️


5/ 5 Sterne ⭐️
Profile Image for chai.latte.reads.
108 reviews
July 2, 2022
finds toll, dass die autorin selbst 2 jahre in madagaskar gelebt hat & es deswegen (hoffentlich) sehr nah an der realität ist. Ansonsten ist das buch aber nicht soo besonders, fands ganz angenehm zu lesen, war aber nicht sonderlich spannend oder so.
Displaying 1 - 7 of 7 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.