Vicki Baums zeitlose Geschichten berichten in klaren Worten von Menschen, denen Hunger, Krieg und Tod begegnen - und die dennoch um Menschlichkeit und Würde ringen. Ein feiner, auch literarisch hochbeindruckender Erzählungsband, der wie nebenbei die zentralen Themen der Existenz verhandelt.
Vicki Baum (penname of Hedwig Baum) was born in a Jewish family in Vienna, Austria. She moved to the United States in 1932 and when her books were banned in the Third Reich in 1938, she started publishing in English. She became an American citizen in 1938 and died in Los Angeles, in 1960.
Einige von Vicki Baums Romanen wurden dieses Jahr im Kiwi-Verlag neu aufgelegt - mit wunderschönen Covern, wie ich finde! Und zur Freude meines Kurzgeschichten liebenden Leserinnenherzes hat es auch ein Erzählband zu neuem Glanz geschafft: In "Der Weihnachtskarpfen" versammeln sich vier Geschichten von Vicki Baum, die ich wirklich gerne gelesen habe und die mit der titelgebenden Erzählung auch perfekt in die Weihnachtszeit passen.
Auf den ersten Blick sind Vicki Baums Geschichten allesamt sehr unterhaltsam. Den Protagonist*innen passieren skurrile Dinge, sie haben alle ihre Eigenheiten und eine ausschweifende Gedankenwelt. Die Erzählungen wandeln sich aber immer wieder ab einem bestimmten Punkt - und ab dann beobachten sie sehr fein und exakt, was Liebe, Tod, Krieg und Armut in den Menschen auslösen und mit ihnen anstellen können. So sinniert die Autorin in der Geschichte "Der Weg" etwa:
"Sterben, das heißt einen Ausweg finden. Sterben, das ist das Höchste, das der Lebende erreichen kann."
Solche Sätze haben mich dann beim Lesen getroffen, sie haben mich oft kalt erwischt - und ich habe Vicki Baum sehr dafür bewundert, wie gut sie ihre ernsten Gedanken in ihre unterhaltenden Kurzgeschichten einfließen lässt.
Für mich war "Der Weihnachtskarpfen" der perfekte Weg, um Vicki Baum "kennenzulernen" und ich freue mich nun sehr darauf, mehr von dieser Klassikerin zu lesen. Dass sie brilliant ist, hat sie mir schon mit diesen vier kurzen Erzählungen gezeigt - da bin ich umso gespannter auf ihre Romane! Und besonders aufgrund der letzten Geschichte, die wirklich herrlich bizzar, tiefgründig und so passend zu Weihnachten ist, lohnt es sich, das Buch gerade jetzt zu lesen. Eine Empfehlung meinerseits.
Ganz anders, als das Cover suggeriert, spielt nur die titelgebende und letzte Kurzgeschichte in diesem Band zur Weihnachtszeit. Die drei anderen und sehr unterschiedlichen Geschichten haben aber it "Der Weihnachtskarpfen" gemein, dass sie teils sehr melancholische Untertöne aufweisen.
Aber gerade das gelingt Vicky Baum sehr feinfühlig und zart, ohne überbordernde Emotionen und mit der Beobachtungsgabe von Kleinigkeiten und einem feinfühligen Verständnis für Menschlichkeit.
Vier ganz unterschiedliche Erzählungen, die in den Jahren 1922, 1925, 1931 und 1941 veröffentlicht wurden. Die Autorin erzählt fesselnd von Ausgrenzung und Demütigung sowie vom Wandel der Verhältnisse. Den verschiedenen Akteuren fehlt es an Stabilität oder Wärme, Anerkennung oder Selbstachtung. Das Leben ist kein Ponyhof! Vicki Baum, eine der erfolgreichen Romanautorinnen der Weimarer Zeit, zeigt sich hier als Meisterin der kleinen Form; geschlossen und stimmig präsentiert sie diese vier Geschichten auf den Punkt.
Brilliante Kurzgeschichten, jede ist ein Stück trauriger als die Vorherige und die namensgebende Geschichte um einen Weihnachtskarpfen bleibt auch heute top aktuell.
As a non-native German speaker these short stories were not hard to follow. I read half of them for class but kept reading the others because they were entertaining. An amusing yet sad glimpse into the lives of Austrian and German women at the beginning of the 20th century. Vicki Baum does a good job of humorously yet realistically describing issues like poverty and the role of women during this time period.
Die Deutschen Autorinnen und die neue Sachlichkeit... eine wunderbare Kombination, durch und durch gelungen. Ein schönes, kleines Buch über die Menschlichkeit.