Im August, als dieses Buch erschien, war ich besonders trostbedürftig, darum habe ich mich geradezu hineingestürzt und die ersten drei Übungen sehr schnell und mit großer Begeisterung gelesen. Ich war, für Leser*innen, die das Buch schon kennen, wie der Dackel aus dem Nachwort. Danach hatte ich das Gefühl, die Lektüre nun vernünftigerweise ein wenig strecken zu wollen, aber das führte, wie so oft, dazu, dass ich vergaß, das Buch weiterzulesen.
An diesem Wochenende habe ich jetzt das letzte Kapitel über Adorno gelesen, und es hat mir besonders gut gefallen, weil Hanna Engelmeier ihrem Gegenstand darin noch näher kommt als in den anderen Übungen (also dem Gegenstand: wie finden wir, wenn wir wie sie sind, Trost in Texten, und was haben die Texte und ihre Urheber*innen und deren Leben damit zu tun. Und was für eine Art von Trost ist das überhaupt). Besonders gelungen finde ich zum Ende noch einmal ihre große Assoziationskunst: Adorno, eine Eistüte (ich weigere mich, wie Adorno Kegel zu denken), die goldene Schallplatte der Voyager, und wie das alles ohne magazinhafte Gekünsteltheit zusammenhängt.
Das Buch ist nicht einfach und schnell zu lesen, aber ich finde, das macht gar nichts, weil die Sprache immer schön ist und es nie lange gedauert hat, bis ich nach einer Phase des Weggleitens wieder einhaken konnte.