Die sechzehnjährige Inga wird tot im Husumer Watt aufgefunden. Die jugendliche Tote ist ein beliebtes Mädchen aus dem Ort. Ein tragischer Selbstmord, davon ist Hauptkommissar Rüdiger Thomsen überzeugt. Doch seine neue Kollegin Sophie Meerkatz wittert ein Verbrechen und beginnt unangenehme Fragen zu stellen. Als kurz darauf die beste Freundin der Toten vermisst wird, gerät auch Thomsens Überzeugung ins Wanken. Denn die Mutter der Vermissten ist eine alte Vertraute . . . Die Situation spitzt sich zu, als es in der Bevölkerung zu brodeln beginnt. Ein Sündenbock ist schnell gefunden. Doch liegt überhaupt ein Verbrechen vor und ist der Verdächtige auch tatsächlich der Schuldige? Wo steckt das vermisste Mädchen und warum versteckt sich plötzlich eine weitere Jugendliche vor den Befragungen durch die Kripo?
Im ersten Teil der spannenden Nordsee-Reihe prallen Welten aufeinander: Emanzipierte Emsigkeit aus der Hauptstadt trifft auf die Gelassenheit des Nordens. Mit Engagement und Leidenschaft für ihren Job tritt Kommissarin Sophie Meerkatz gegen die Vorbehalte ihres neuen Chefs an und scheut auch nicht davor zurück, zu drastischen Maßnahmen zu greifen.
Ein Team wie Hund und Katz: Kommissar Rüdiger Thomsen und seine Kollegin Sophie Meerkatz ermitteln vor der wild-romantischen Kulisse von Küste, Strand und Meer!
Ich habe absolut keine Ahnung von Krimis. Würde sogar behaupten, dass das der allererste war, den ich je in meinem Leben gelesen habe. Ich weiß also nicht, was so der Anspruch an Krimis ist, aber ich fühlte mich ganz gut unterhalten. Nicht übermäßig spannend aber auch nicht todlangweilig. Kann man entspannt runterlesen. An mancher Stelle liest sich ein bisschen Misogynie und Sexismus raus, aber vermutlich ist das (leider) 'ne realitätsnahe Repräsentation von stinknormalen Charakteren, wie man sie auch im richtigen Leben finden würde. Abschließend: Denke, dass ich selber aus Norddeutschland komme, macht mich eh etwas befangen. Würde 'n Küstenkrimi immer 'nem Bayernkrimi vorziehen (gibt es sowas)?"
P.S: "1312 aber liest Küstenkrimis": a love story.
Der Reihenauftakt ist solide und durchaus gelungen. Eine Oberkommissarin zieht von Berlin aus nach Husum um einer Liebschaft aus dem Wege zu gehen, die keine Zukunft hat. Und gleich ihr erster Tag verspricht Ärger und bringt ihr eine Unterkunft, die sie vom Komfort her absolut nicht gewohnt ist. Sie landet nämlich in einem leicht heruntergekommenen Wohnwagen mit kaputtem Fernseher...
Im beschaulichen Husum geht man Alles eher gemütlich an und sieht keinen Grund, mehr als einen Selbstmord zu bescheinigen, als die Leiche einer 16jährigen im Watt gefunden wird. Doch Oberkommissarin Sophie Meerkatz sieht das anders und beginnt, sich über Einiges hinwegzusetzen und gerichtsmedizinische Untersuchungen anzuordnen, als ein zweites Mädchen ebenfalls ertrunken gefunden wird...
Spannend durch Martin Wilbert inclusive Nordischer Mundart gelesen, erzählt die Autorin eine Geschichte, die die Bewohner des Ortes tief erschüttert und uns am Ende den Schuldigen präsentiert. Auch für Sophie ändert sich danach nicht nur die Wohnsituation zum Positiven.
Die Figuren sind allesamt plastisch dargestellt, so dass ich keine Probleme hatte, in die Geschichte einzutauchen. Auch der Spannungsbogen erhöht sich mit den Wendungen der Story.
Gut, um das entspannt an einem freien Tag zu lesen. Ich bin kein großer Fan von Kriminalromanen, aber dafür war dieser wirklich in Ordnung - die Nordsee-Kleinstadtatmosphäre wird authentisch rübergebracht, die Charaktere sind so beschrieben, dass man sich ihnen recht schnell nahe fühlt. Die Präsenzform war nicht so mein Ding, Spannung kommt im Buch kaum auf, miträtseln kann man trotzdem (ist eben ein Nordsee-Krimi und kein Nordsee-Thriller). Wer nach einfacher Unterhaltung sucht und auf Provinz-Polizeistorys steht, sollte mit dem Büchlein zufrieden sein.
Ich lese einfach gern Krimis, die an der Nordsee spielen. Dieser Serienauftakt ist sehr sympathisch und ich bin beeindruckt, dass die Autorin in den letzten drei Jahren 16 Bände dieser Reihe veröffentlicht hat. Hier treffen eine ehrgeizige Berlinerin und ein bequemer Nordfriese aufeinander. Es macht Spaß, sie aufeinanderprallen zu sehen. Beide haben das Herz am rechten Fleck, sie sind aber unterschiedlich wie Katz und Maus bzw. Rüde. Der Fall ist knifflig und spannend, ich war sehr gebannt.