Marie Nasemann ist heute die wichtigste Botschafterin für faire Mode in Deutschland. Über ihren Blog und Social Media schärft das Model das Bewusstsein einer ganzen Generation für grüne Themen. Nachhaltig leben, damit unsere Kinder und Enkel auch noch über diesen Planeten laufen können, das wünschen wir uns doch alle! Aber geht das so einfach? Marie Nasemann erzählt anhand vieler persönlicher Geschichten, wie sie versucht ihren eigenen grünen Kompromiss zu leben. Sie erzählt was gut gelingt, beim Versuch sich möglichst nachhaltig zu kleiden, zu ernähren und von A nach B zu bewegen und wo sie gescheitert ist. Heraus kommt eine unterhaltsame Anleitung für eine bessere Welt.
"Wir können weggucken, ignorieren, still und heimlich hoffen, dass andere das Problem für uns lösen, oder wir sehen hin, ziehen die rosarote Brille ab und setzen uns ernsthaft und ehrlich damit auseinander, was für ein Leben wir eigentlich führen." - Marie Nasemann, "Fairknallt: Mein grüner Kompromiss"
Marie Nasemann ist Nachhaltigkeitsbloggerin, Model, Schauspielerin, Podcasterin - und jetzt auch noch Autorin, und was für eine tolle! Mit ihrem ersten Sachbuch "Fairknallt: Mein grüner Kompromiss" konnte sie mich auf ganzer Linie überzeugen. Sie schreibt sehr persönlich, erzählt viele Details aus ihrem eigenen Leben und inspiriert so auf sehr erfrischende und guttuende Weise dazu, auch mal die eigenen Verhaltensweisen zu reflektieren und zu schauen, wo ein nachhaltigerer Lebensstil im eigenen Kontext möglich ist.
Die Autorin bespricht in ihrem Buch sehr vielfältige Themen: von Reisen über Essen und Mode bis hin zu Kosmetik ist alles dabei. Ihr Schreibstil ist hierbei immer locker leicht und die Kapitel sind gespickt mit vielen persönlichen Anekdoten. Marie Nasemann erzählt bei allen Themenbereichen von ihren eigenen Erfahrungen, ihren Nachhaltigkeits-Erfolgen, aber auch davon, wo es ihr nicht gelungen ist, ressourcensparend zu leben (und behält bei alledem auch noch ihre eigenen Privilegien im Blick!). Besonders spannend fand ich ihre Ausführungen zu fairer Mode - und warum sie bisher daran gescheitert ist, ihr eigenes, nachhaltiges Modelabel aufzubauen. Außerdem habe ich auch einige Impulse mitnehmen können, was ich selbst mit meinen Möglichkeiten in meinem eigenen Leben nachhaltiger gestalten kann - gerade im Hinblick auf mein Badezimmer.
Das hört sich jetzt bisher alles so an, als hätte Marie Nasemann einen kleinen Nachhaltigkeits-Ratgeber geschrieben, was aber mitnichten der Fall ist. Die Autorin arbeitet nämlich auch zutreffend heraus, dass kleine Schritte eben auch nur eine kleine Wirkung haben - und sieht vor allem unter anderem die Politik in der Pflicht, zu handeln. Dass das System, in dem wir leben, erkrankt ist und die Klimakrise befeuert, sollte uns allen klar sein. Nichts desto trotz hilft ein Buch wie "Fairknallt: Mein grüner Kompromiss" ungemein dabei, nicht den Mut zu verlieren und selbst tätig zu werden (sei das nun durch den Verzicht auf Fleisch oder durch aktivistisches Engagement).
Ich bin rundum begeistert von diesem wirklich wunderbaren und ermutigenden Buch und möchte daher eine große Leseempfehlung aussprechen!
Ich muss zugeben, mir war Marie Nasemann bis dato nicht bekannt. Dementsprechend offen ging ich an ihr Buch „Fairknallt – mein grüner Kompromiss“ heran.
Versprochen wurde „eine unterhaltsame Anleitung für eine bessere Welt“ vor der „wichtigsten Botschafterin für faire Mode in Deutschland“. Ich hatte mir dementsprechend gerade in diesem Bereich viele neue Erkenntnisse erhofft. Dass unser Kleiderkonsum, gelinde gesagt, problematisch ist, müsste mittlerweile jedem Deutschen klar sein.
Neue Erkenntnisse sucht man in diesem Buch aber vergeblich. Stattdessen findet sich ein seichtes Dahinplätschern des persönlichen Werdegangs von Frau Nasemann, ihres Zeichens ehemalige GNTM-Kandidatin, die ein oder andere kritische Überlegung zum Thema Nachhaltigkeit, und in großen Teilen Passagen fernab des Themas. Besonders enttäuscht mich das in Bezug auf die Textilindustrie, für die sie sich ja als Expertin ausgibt. Außer dem Label „Der grüne Knopf“, der ohnehin recht seichte Kriterien stellt und „weniger ist mehr“, kommt hier nichts.
Fast aberwitzig finde ich dann ihre kleinen Schritte, die mit zahlreichen Bildern der Autorin ergänzt sind und mit solch bahnbrechenden Vorschlägen, wie vegane Bolognese und den Bezug von Ökostrom aufwarten.
Letztendlich scheint das Buch für mich eine Autobiographie eines Models zu sein, das sich – wie sehr viele andere auch – ein bisschen mit Nachhaltigkeit beschäftigt und sich nun damit profilieren möchte. Wer wirkliche Tipps zum Thema Nachhaltigkeit erwartet, sucht hier vergeblich. Schade um das Papier, auf dem das Buch gedruckt wurde.
Ich hab das Buch an einem Sommertag durchgelesen, da es wirklich leichte Kost und sehr kurzweilig geschrieben ist. Allerdings ist auch die Informationsdichte des Buches eher mau. Wirkliche Tipps oder gute Kompromisse für ein nachhaltiges Leben hab ich vergeblich gesucht. Naturkosmetik, faire Mode und auf Flugreisen verzichten sind nun wirklich keine bahnbrechende Erkenntnis.
Dabei finde ich die Position von Marie Nasemann durchaus spannend. Als Model, Bloggerin und Influencerin ist sie durch Kapitalismus groß geworden und zu erfahren, wie sie sich kritisch mit ihrer Rolle beschäftigt, hätte ich sehr interessant gefunden. Doch leider sind diese Stellen im Buch immer sehr kurz und ihr Wertewandel scheint fast zufällig stattgefunden zu haben.
Abschließend möchte ich darüber hinaus noch hinzufügen, dass Nasemann das Buch aus einer sehr privilegierten Situation geschrieben hat. Wie sie selbst schreibt, hatte sie nie finanzielle Sorgen und die Perspektive, dass faire Mode oder teure Zugreisen ins Ökohotel für viele Menschen gar nicht denkbar sind, fehlt in diesem Buch komplett.
Für Einsteiger*innen ein guter Anfang, viele Punkte rund um Nachhaltigkeit und Gedanken und Anstöße dazu werden angerissen, verknüpft mit vielen Erlebnissen und Erfahrungen, die Marie als Kind, Jugendliche oder Erwachsene gemacht hat, insb bezüglich Konsum, Reisen und Ernährung. Regt auf jeden Fall dazu an, Vergangenheit, aktuelle Lebensweise und potenzielle Zukunft zu reflektieren. Für Leute, die da thematisch aber schon mehr Wissen mitbringen sicherlich viel zu lasch und mitunter auch viel zu kurz gedacht, da eben vieles nur angerissen wird - auch wenn in der Kürze gut zusammengefasst. Eher was als Geschenk für Leute, die leichtes Interesse haben und an lockerer Lektüre einen entspannten Einstieg in die Themen finden wollen.
Ich habe ehrlich gesagt nicht so viel davon erwartet, weil ich auch sonst Biografien oft langweilig finde. Aber Marie Nasemann erzählt auf so humorvolle, bescheidene und enthusiastische Art von ihrem Werdegang und ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit, das man das Buch förmlich inhaliert. Schön sind die immer wieder auftauchenden Tipps für den Alltag. Dabei verurteilt Marie nie Menschen, die nicht so viel Durchhaltevermögen oder Möglichkeiten zum Klimaschutz haben. Es ist eher ein lieb gemeinter Nasenstups hin zur richtigen Sache. :)
Hab's nicht fertig gelesen, da es sich meiner Meinung nach mehr um eine Biografie und Selbstdarstellung handelt als um einen Ratgeber, was mich nicht interessiert. Ist zwar okay, hatte mir was anderes erwartet vom Titel und vom Klappentext her.
Das Buch hat sich sehr schnell gelesen, aber ich nehme nicht wirklich etwas davon mit. Es las sich leicht, aber ohne neues oder spannendes zu erfahren.