Seepferdchen, wer kennt sich nicht, die majestätischen Meeresbewohner mit der langen Schnauze und der aufrechten Haltung!? Was aber viele wohl nicht kennen, ist die Geschichte der Fische und was sie allgemein so besonders macht. So er ging es mir auf jeden Fall, weswegen ich mich mit Freude diesem Buch widmete, das schon auf der Rückseite mit ein paar interessanten Fakten aufwartete.
Leider verschoss der Autor damit auch schon einen Teil seines Materials, da er die Aussagen der Rückseite in den 20 Kapiteln nur mehr beleuchtete. So wurde ein Stück der Spannung genommen, auch wenn so manche Erläuterung mich dann doch sehr überraschte. Allgemein wurde hier das Thema „Seepferdchen“ wirklich interessant erzählt, auch wenn Herr Hein hin und wieder ein wenig über das Ziel hinaus schoss und mancher Abschnitt dadurch etwas aufgesetzt wirkte. Das war sehr schade, zumal er ansonsten auf einen herrlich leichten Schreibstil setzte, der eben auch mitriss.
Man muss allerdings dazu erwähnen, dass viele Fakten nicht von ihm stammen, sondern man hier das Wissen über die Unterwasserpferdchen zusammengetragen hatte. Dabei setzte man sich allerdings auch mit Experten auseinander, welches dann eben von Herrn Hein hervorragend wiedergegeben wurde.
Was mir dann aber doch fehlte, waren Bilder. Egal ob bei den Beschreibungen zu den verschiedenen Arten, dem Einfluss in Mythologie und Popkultur oder ihrem außergewöhnlichen Körperbau, es fehlte einfach Bildmaterial, das dabei half ein besseres Verständnis zu bekommen. So gab es einfach unglaublich viel Text, der zwar wie oben beschrieben sehr angenehm war, aber gerade bei ausschweifenderen Beschreibungen auch nicht half. Ich half mir zwar mit dem Tablet, aber angenehm war dies dann eben auch nicht.
Wenn dieses Buch eines schafft, dann einen für Seepferdchen zu begeistern. Bei mir allerdings unter dem Vorbehalt, dass mir der Schreibstil hin und wieder zu aufgesetzt wirkte, viele Informationen durch die Rückseite schon verloren gingen und man keinerlei Bilder mit ins Spiel brachte.
Die Seepferdchen-Fakten sind ziemlich interessant, aber der Schreibstil des Autors lässt etwas zu wünschen übrig. Ihm ist wohl nur ein Synonym für 'Seepferdchen' eingefallen ("Rosse der Meere"), und das hat er dann durchgehend verwendet. Schon leicht nervig. Ebenfalls ungeschickt war, dass die Fakten sich teilweise wiederholt haben. Das Buch endet auch etwas abrupt; da hätte ich mir noch ein Fazit oder eine Schlussbemerkung gewünscht. Das Ringelnatz-Zitat, mit dem das letzte Kapitel endet, sollte vielleicht diese Funktion erfüllen, tut es aber nicht - vor allem, weil es nicht wirklich in den Kontext gepasst hat. Alles in allem ist das Buch durchaus lesenswert; ich würde es aber kein zweites Mal lesen. Dementsprechend ist es den Preis, den ich für die Hardcover-Ausgabe bezahlt habe (ca. 17€), nicht wirklich wert. Als 10€-Taschenbuch, oder aus der Bücherei ausgeliehen, aber durchaus empfehlenswert. Ach ja, und ich bin mir nicht ganz sicher, ob der Titel wirklich politisch korrekt ist.