Der zweite Teil der packenden Krimi-Reihe um Leipziger Kriminalinspektor Paul Stainer. Die Erinnerung lässt sich nicht begraben... Leipzig, 1920. Der Erste Weltkrieg liegt zwei Jahre zurück, aber Kriminalinspektor Paul Stainer hat nach wie vor mit seinen Dämonen zu kämpfen. Um den traumatischen Erinnerungen an die Schützengräben und den Tod seiner Frau Edith zu entkommen, stürzt sich Stainer mit seinem Kollegen Siegfried Junghans in die Arbeit, denn auch wenn der Krieg vorbei ist, das Töten ist es nicht: Im Park findet man die Leiche eines Soldaten. Wurde das ehemalige Mitglied einer jüdischen Studentenverbindung von radikalen Rechten ermordet? Noch während Stainer in Richtung Stahlhelm und Schwarze Reichswehr ermittelt und einen Verdächtigen festnimmt, gibt es eine weitere Tote: Marlene Wagner, Journalistin der sozialdemokratischen Leipziger Volkszeitung wird am Ufer der Pleiße gefunden. Auch sie ein Opfer der rechten Gewalt? Oder musste sie sterben, weil sie ein unliebsames Interesse an einem weiteren toten Soldaten gezeigt hat, der bei Basel aus dem Rhein gezogen wurde? Dieser trägt ein Zigarettenetui der Leipziger Manufaktur Adamek bei sich. Adrian Adamek, einer von drei Brüdern, ist im Krieg gefallen, wie Stainer von dessen Bruder Konrad erfährt. Der dritte Bruder, Roman, gilt indessen als schwarzes Schaf unterhält tatsächlich Verbindungen in monarchistisch-nationalistische Kreise. Stainer folgt der Spur, ohne zu bemerken, wie sich an anderer Front ein Gewitter zusammenbraut, das nicht nur ihn in Gefahr bringt ...
Nachdem mir der erste Band "Der rote Judas" sehr gut gefallen und von mir 5 Sterne erhalten hat, war ich nun äußerst gespannt auf die Fortsetzung. Vorallem weil mich der historische Mittelalterroman, den ich erst vor kurzem gelesen und den der Autor unter Pseudonym geschrieben hat, ziemlich enttäuscht hatte, waren meine Erwartungen an den Krimi umso höher. Ich kann euch aber schon vorab verraten, dass diese erfüllt wurden!
Paul Stainer kommt nicht zur Ruhe. Sein neuerster Fall führt ihn ins Hotel "Fürst Bismarck", wo der jüdische Maler und ehemalige Soldat Fritz Sternberg in seinem Hotelzimmer erstochen aufgefunden wurde. Nach dem Tod seiner Frau Edith vergräbt sich Stainer noch mehr in seine Arbeit, die ihn und Kollege Junghans, zu einer schlagenden Studentenverbindung führen. Kurz zuvor hat die Journalistin Marlene Wagner die Mensur zwischen den Ermordeten und einem jungen Studenten miterlebt. Den Artikel, den sie für die linke Leipziger Zeitung schreibt, schlägt nach der Veröffentlichung große Wellen. Doch Marlene hat keine Zeit sich damit auseianderzusetzen, denn sie wird nach Basel gerufen, als man eine männliche Leiche aus dem Rhein fischt. Der Tote hatte ein Zigarettenetui aus Leipzig bei sich. Ist der tote Soldat ihr vermisster Bruder? Während Marlene herauszufinden versucht, wer der tote Soldat ist, ermittelt Paul in Leipzig wegen des toten Malers und ahnt nicht, dass die beiden Toten in Verbindung stehen....
Sehr schnell war ich wieder in Leipzig und mit Paul Stainer und Siegfried Junghans unterwegs. Die Ermittlungen gestalten sich jedoch schwierig. Die Szenen werden sehr detailliert und komplex beschrieben. Ziebula gelingt es wieder vortrefflich die Atmosphäre der Zwanziger Jahre einzufangen. Man lebt förmlich mit seinen Protagonisten mit, mit denen der Autor auch diesmal nicht zimperlich umgeht. Zusätzlich setzt er sich mit den politischen und gesellschaftlichen Leben der jungen Weimarer Republik auseinander. Da ist zum Beispiel die Straßenbahnfahrerin Josefine, die wir schon aus dem ersten Teil kennen. Ihr droht nun der Verlust ihres Jobs, weil Frauen, die während des Krieges für Männer einsprangen, nun wieder zurück an den Herd sollen. Doch wovon soll die Kriegswitwe mit vier Kindern leben? Auch der Antisemetismus beginnt bereits eine Rolle zu spielen. Die politischen und gesellschaftlichen Tendenzen zu dieser Zeit werden vom Autor gekonnt eingesetzt. Die Auswirkungen des ersten Weltkrieges sind noch spürbar und Stainer muss sich diesmal sehr in Acht nehmen...
Die Figuren sind lebendig und facettenreich. Stainer kämpft noch immer mit seiner Kriegsneurose und dem Tod von Edith. Junghans ist Stainer ein treuer Kollege, der eventuell zu meiner neuen Lieblingsfigur aufsteigen könnte. Aber auch Fine oder ihre Tochter Mona mag ich sehr. Auch Rosa Sonntag, die Clubbesitzerin, die wir aus dem ersten Band kennen ist wieder mit von der Partie und ihre Geschichte noch nicht auserzählt.
Thomas Ziebulas Schreibstil ist fesselnd, detailliert und sehr atmosphärisch. Ihm gelingt es hervorragend Stimmungen einzufangen. Überraschende Wendungen erhöhen die Spannung. Eine davon hat mich jedoch schockiert zurückgelassen. Miträtseln ist ebenso angesagt und der Autor hat mich gekonnt auf die falsche Fährte gelockt.
Gelegentlich kommt auch der Täter zu Wort. Seine Gedanken sind in kursiver Schrift abgedruckt. Eine Karte von Leipzig befindet sich auf der vorderen und hinteren Umschlagsseite.
Fazit: Wer die historischen Wien Krimis von Alex Beer liebt, der sollte auch zu Ziebulas Leipzig Krimis greifen. Von mir gibt es wieder eine fette Leseempfehlung!
REZENSION – Eine spannende und bei umfassendem historischen Informationsgehalt gut unterhaltende Lektüre sind die ersten zwei Bände der neuen Kriminalreihe von Thomas Ziebula (66) um den Leipziger Kriminalisten Paul Stainer im Jahr 1920, dessen zweiter Fall „Abels Auferstehung“ kürzlich im Wunderlich Verlag veröffentlicht wurde. Nur gut, dass zeitgleich der erste Band „Der rote Judas“ (2020) in Taschenbuchausgabe erschien, schließt doch der zweite Band in Handlung und Personen nahtlos an den ersten an. Liest man beide Bände auf einmal, verstärkt sich zweifellos die atmosphärische Wirkung. Wir befinden uns in Leipzig zum Jahresanfang 1920, kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs. Heimgekehrt von seiner „erholsamen Frankreichreise“, wie Paul Stainer seinen Fronteinsatz und die vierjährige Kriegsgefangenschaft in Frankreich zynisch nennt, wird der Ex-Kommissar als Leiter der Mordinspektion mit Beförderung zum Kriminalinspektor wieder in den Dienst der Kriminalpolizei aufgenommen. Es ist die turbulente Anfangszeit der noch ungefestigten Weimarer Republik, in der sich konservative, monarchistische Gruppen, allen voran die Schwarze Reichswehr, mit republikanischen Sozialisten und Kommunisten Straßenschlachten liefern, während Freikorpstruppen unter General Georg Maerker nur mühsam für Ordnung sorgen und die junge Republik schützen. Mit Vertretern beider Gruppierungen muss sich auch Sozialdemokrat Paul Stainer in der eigenen Dienststelle herumplagen. Diese spannungsgeladene Situation bildet den Hintergrund jener Mordfälle, die Stainer in Ziebullas erster „historischen Erzählung“, wie er seine Krimis nennt, aufzuklären hat. Mit dem jungen Kommissar-Anwärter Junghans und dem ehrgeizigen Kommissar Heinze, beide ebenfalls Kriegsteilnehmer, kommt Stainer der „Operation Judas“, einer rechten Verschwörung, auf die Spur. Im zweiten Band „Abels Auferstehung“ stellt die Leiche eines Kriegsheimkehrers Stainer und Junghans vor ein scheinbar unlösbares Rätsel: Wurde Friedrich Sternberg, ehemals Mitglied einer jüdischen Studentenverbindung, von den radikalen Rechten ermordet? Dann wird auch noch ein deutscher Ex-Soldat bei Basel aus dem Rhein gezogen. Nicht nur Stainer interessiert sich für die Morde, sondern auch Marlene Wagner, junge Journalistin bei der liberalen Leipziger Volkszeitung. In „Abels Auferstehung“ bilden zwangsläufig auch die politischen Spannungen, stärker aber die sozialen Alltagsprobleme in der unmittelbaren Nachkriegszeit den Rahmen der Erzählung: Während der Kriegsabwesenheit mussten die Frauen deren Arbeit verrichten. Nach Rückkehr der Männer wollen die „Granitköpfe in den Chefsesseln“ die Frauen – wie Kriegerwitwe Josephine König, erste Straßenbahnführerin Leipzigs – wieder „an ihre naturgegebenen Plätze, an Herd und Küchentisch“ zurückschicken. Autor Thomas Ziebula, den man bisher eher als Jo Zybell und Verfasser mehrfach prämierter Fantasy- und SciFi-Romane kannte, hat mit dieser neuen historischen Krimireihe, deren erster Band auf der Shortlist für den Crime Cologne 2020 stand, einen guten Platz gefunden zwischen Alex Beer, deren Kriminalinspektor August Emmerich zur selben Nachkriegszeit in Wien sich mit ähnlichen Problemen herumschlagen muss, und Volker Kutscher, dessen Kommissar Gereon Rath in Berlin erst in den Endjahren der Weimarer Republik ab 1929 ermittelt. Ziebulas Krimireihe garantiert Spannung und macht dank gewissenhafter Recherche in den Archiven ein Kapitel deutscher Geschichte wieder lebendig. Auf den dritten Band um Kriminalinspektor Paul Stainer, der nach Verlagsauskunft im Januar 2022 erscheinen soll, dürfen wir uns freuen.
Der zweite Teil der packenden Krimi-Reihe um Leipziger Kriminalinspektor Paul Stainer.
Die Erinnerung lässt sich nicht begraben...
Leipzig, 1920. Der Erste Weltkrieg liegt zwei Jahre zurück, aber Kriminalinspektor Paul Stainer hat nach wie vor mit seinen Dämonen zu kämpfen. Um den traumatischen Erinnerungen an die Schützengräben und den Tod seiner Frau Edith zu entkommen, stürzt sich Stainer mit seinem Kollegen Siegfried Junghans in die Arbeit, denn auch wenn der Krieg vorbei ist, das Töten ist es nicht: Im Park findet man die Leiche eines Soldaten. Wurde das ehemalige Mitglied einer jüdischen Studentenverbindung von radikalen Rechten ermordet? Noch während Stainer in Richtung Stahlhelm und Schwarze Reichswehr ermittelt und einen Verdächtigen festnimmt, gibt es eine weitere Tote: Marlene Wagner, Journalistin der sozialdemokratischen Leipziger Volkszeitung wird am Ufer der Pleiße gefunden. Auch sie ein Opfer der rechten Gewalt? Oder musste sie sterben, weil sie ein unliebsames Interesse an einem weiteren toten Soldaten gezeigt hat, der bei Basel aus dem Rhein gezogen wurde? Dieser trägt ein Zigarettenetui der Leipziger Manufaktur Adamek bei sich. Adrian Adamek, einer von drei Brüdern, ist im Krieg gefallen, wie Stainer von dessen Bruder Konrad erfährt. Der dritte Bruder, Roman, gilt indessen als schwarzes Schaf unterhält tatsächlich Verbindungen in monarchistisch-nationalistische Kreise. Stainer folgt der Spur, ohne zu bemerken, wie sich an anderer Front ein Gewitter zusammenbraut, das nicht nur ihn in Gefahr bringt ...
Hat mir sehr gut gefallen, nicht so gut wie der erste Band aber es kommt auch hier wieder dieses schöne Polizeikollegen-Feeling auf und wir bekommen auch wieder neue Perspektiven in der Journalistin Marlene, die für eine linke Zeitung arbeitet und dem Täter. Ich bin hier recht schnell auf den Täter gekommen aber hab es dennoch gebannt bis zum Schluss gehört, ich denke das spricht für den guten Schreibstil und die Charaktere.
Noch spannender als der 1. Band! Spätestens ab der Hälfte des Buches kann man nicht mehr aufhören, das Buch kaum beiseite legen. Starke Leseempfehlung! Wie im 1. Bank ein schlüssiger Plot mit schönen Charakteren.
Another thoroughly entertaining Krimi featuring the Leipziger Krimalinspektor Paul Stainer. A fine complex plot and atmospheric writing combine to make a most enjoyable read.
Gripping, complex historical mystery - an excellent sequel. While I guessed the murderer fairly early on in this one, it nevertheless had me glued to the page all the way through.
Klappentext: Der zweite Teil der packenden Krimi-Reihe um Leipziger Kriminalinspektor Paul Stainer. Die Erinnerung lässt sich nicht begraben... Leipzig, Februar 1920. Eigentlich hat Paul Stainer in seinem Leben schon genug Tote gesehen – nicht zuletzt den Mord an seiner Frau Edith. Doch das Verbrechen kennt keine Schonzeit, und es gibt genug Arbeit in der Wächterburg: Die Leiche eines Soldaten stellt Stainer und seinen Kollegen Siegfried Junghans vor ein Rätsel: Wurde das ehemalige Mitglied einer jüdischen Studentenverbindung von den radikalen Rechten ermordet, die ihre Netze in Leipzig enger weben? Dafür sprechen die frischen Wunden, die eindeutig von einer Mensur herrühren. Oder hängt sein Tod mit dem eines weiteren jungen Soldaten zusammen, der bei Basel aus dem Rhein gezogen wurde? Nicht nur Stainer interessiert sich für die Morde, sondern auch die junge, ehrgeizige Journalistin Marlene Wagner, die für die Leipziger Volkszeitung schreibt. Während Stainers Ermittlungen ihn in die rechten Abgründe Leipziger Studentenverbindungen führen, geht Marlene der Spur eines Zigarettenetuis nach, das der Tote aus dem Rhein bei sich trug – mit verhängnisvollen Folgen, wie auch Stainer bald bemerken wird …
Es handelt sich um den zweiten Krimi um den fiktiven Kriminalinspektor Paul Stainer. Durch den klaren und angenehmen Schreibstil des Autors bin ich schnell in diesem Krimi eingetaucht. Er versetzt mich in die 20‘er des vorigen Jahrhunderts und lässt Leipzig mit seinem besonderen Flair lebendig werden. Es ist die Zeit der Kriegsheimkehrer. Traumatisierte Soldaten aus den Schützengräben und Kriegsinvalide. Viele Frauen die im Krieg Männerberufe ausgeübt haben ,um ihre Familien zu ernähren und die Kriegswirtschaft aufrecht erhalten haben , sollen wieder an Heim und Herd zurück kehren.Viele Familien sind persönlich betroffen und die Narben sind noch nicht verheilt.Es ist auch ein Nährboden für Verschwörungstheorien.
Auch der Protagonist Paul Stainer, der im ersten Weltkrieg schlimmes erlebt hat, muss seine eigenen Erinnerungen auch noch verarbeiten. Durch den flüssigen und bildhaften Schreibstil des Autors bin ich schnell in diesen Krimi verwoben . Gut recherchiert und detailliert wird die Arbeit von Kriminalinspektor Paul Stainer und seinem engagierten Ermittlungsteam beschrieben . Viele Fäden müssen hier entwirrt werden. Auch ich versuche beim lesen selbst auf die Spur desTäters zu kommen, dabei werde ich zunächst aber auf falsche Fährten gesetzt. Innere Querelen im Polizeiapparat belasten Paul Stainer zusätzlich nachvollziehbar schwer. Liebenswerte Nebenfiguren ,wie Rosa,Fine und Mona ,die ich seit dem ersten Band her kenne, treffe ich hier wieder. Ich freue mich, über die Weiterentwicklung dieser Personen. Die Spannung steigt stetig an, und ich habe etwas Angst um Mona . In seiner Danksagung zeigt sich,wie gut der Autor recherchiert und in Archiven gestöbert hat, um diesen fundierten und Roman eine realistische Dynamik zu geben. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und gerne mehr von Paul Stainer.
Fazit:Ein gut recherchierter und detailliert beschriebener Krimi .
Vielen Dank an den Rowohlt Verlag und dem Autor zur Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.
Im zweiten Band der Reihe muss Inspektor Paul Stainer den Mord eines jungen ehemaligen Soldaten aufklären, der mit verschiedenen Studentenverbindungen in Zusammenhang steht. Dann taucht in Basel eine weitere Leiche im Fluss auf. Gibt es einen Zusammenhang zwischen beiden Ermordungen? Erzählt wird die Geschichte wieder 1920 in der Stadt Leipzig.
Ich habe mich sehr gefreut als ich gesehen habe, dass die Reihe um Paul Stainer nun weiter geht! Schon der erste Teil hat mir sehr gefallen, da die Geschichte Krimi, historisches und das Privatleben der Protagonisten perfekt miteinander verwebt. Der Autor ist ein Meister darin einen spannenden Krimi zu konstruieren und gleichzeitig die Zeit der "goldenen Zwanziger" einzufangen. Die historischen Hintergründe sind auch diesmal wieder sehr gut recherchiert und in die Handlung eingefügt worden! Es geht um politisches, das Schicksal der heimkehrenden Soldaten oder auch die Rolle der Frau.
Die Story wird aus verschiedenen Handlungssträngen erzählt die sich dann nach und nach verweben und ineinander fügen. Erzählt wird nicht nur aus der Sicht von Stainer, sondern auch aus der einer Journalistin die zum Mordfall recherchiert, von einer Bar-Besitzerin die der Leser schon aus dem ersten Band kennt und noch einigen anderen mehr. So lernt der Leser sehr viele unterschiedliche Charaktere und Sichtweisen kennen und es wird nie langweilig! Der Autor schafft es über 450 Seiten lang die Spannung sehr weit oben zu halten, man rätselt mit und erlebt gleichzeitig die vielen persönlichen Geschichten.
Der Fall wird nach und nach immer mehr entwirrt, die Puzzleteile rücken immer mehr zusammen, bis sich zum Ende hin immer klarer ein Bild ergibt, was passiert ist und warum. Der Täter stand für mich erst kurz vor der Auflösung fest, das Motiv war nachvollziehbar, der Fall authentisch.
Fazit: Ein weiteres mal ist Thomas Ziebula hier ein kleines Meisterwerk gelungen, der dem ersten Band in nichts nachsteht! Die Charaktere entwickeln sich weiter, der Fall ist spannend. Krimi und historisches harmoniert hier wunderbar.Ich freue mich auf weitere Bände der Reihe!
„Abels Auferstehung“ ist bereits der zweite spannende Fall für Kriminalinspektor Paul Stainer, in welchem dieser zusammen mit seinen Kollegen im Jahr 1920 in Leipzig ermittelt. In seinem Krimi hat Autor Thomas Ziebula ausgezeichnet den damaligen Zeitgeist eingefangen. Sowohl Sprache, als auch Geschehen sind an die damalige Zeit angepasst und wirken authentisch. Erstklassig zeichnet der Autor ein Bild der damaligen Nachkriegsstimmung, welche ein politisch zerrissenes Land, einerseits fortschrittlich, anderseits doch gefangen in alten Rollenbildern, zeigt. Der Schreibstil liest sich dennoch leicht und konnte mich überzeugen. Die Protagonisten sind darüber hinaus vielschichtig und haben alle ihre Ecken und Kanten, einschließlich so manchem Kriegstraumata. Besonders fesselnd wird die Handlung auch durch mehrmalige Perspektivwechsel, so wird nicht nur aus Sicht des Inspektors und seiner Kollegen, sonder auch aus Täter- bzw. Opfersicht, berichtet. Der Fall ist vielschichtig angelegt, wobei alle Erzählstränge am Ende doch zusammenfinden. Ab etwa der Hälfte des Buchs, hatte ich eine Ahnung, worauf die Geschichte hinausläuft, konnte aber bis zum Ende noch wunderbar mit rätseln. Der Kriminalroman bietet nicht nur Lesern die gerne Historisches Lesen Unterhaltung, sondern empfiehlt sich auch für Krimifans. Für diesen stimmigen Fall und das schöne Leseerlebnis, bekommt das Buch von mir 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung!
Das Buch wurde mir gratis über netgalley zur Verfügung gestellt.
Das Buch hat mir wieder richtig gut gefallen. Allerdings nicht ganz so gut wie der erste Band der Reihe. Einige Elemente, die mir im ersten Band schon ein wenig aufgefallen waren, wurden hier weiter deutlich: die Frauenfiguren sind mir z. T. zu klischeehaft und es fehlen mir komplexe Frauenfiguren. Dabei lernen wir in diesem Band einige der Frauen aus dem ersten Band schon etwas mehr kennen. Insgesamt bemüht sich der Autor um Diversität (z.B. durch Erwähnen von homosexuellen Beziehungen), aber bleibt bei der Darstellung dieser Diversität z.T. ein bisschen oberflächlich und schematisch. Auf der anderen Seite ist der Protagonist, Paul Stainer, weiterhin ein interessanter Charakter, der sich entwickelt. Sein Umgang mit seinem Kriegstrauma könnte meines Empfindens nach noch einen größeren Raum einnehmen. Die Krimigeschichte war spannend, hatte aber zu Beginn auch leichte Längen. Und es war mir schon relativ früh klar, wer der Täter sein könnte. Die Idee, einige Passagen aus der Sicht des Täters zu schreiben, war gut. Sie hätte aber noch konsequenter durchgezogen werden können. Insgesamt ein guter Krimi, ich werde sicher die Reihe weiter lesen. Ich hoffe, dass die Frauen noch etwas mehr Raum bekommen und insgesamt die Figuren psychologisch noch etwas interessanter werden.
In dem Buch geht es um einen Mord an einem Soldaten, welcher unbedingt vom Täter vertuscht werden möchte. Dafür geht dieser auch über noch mehr Leichen, wenn es sein muss. Wir begleiten im Laufe der Geschichte eine Journalistin, welche die Geschichte einer Wasserleiche herausfinden möchte und einer Frau, welche gegen die illegalen Machenschaften ihres Bruders vorgeht. Und natürlich ist auch Stainer, der Ermittler, da.
Ich persönlich habe das 1. Buch noch nicht gelesen, möchte es nach diesem unbedingt nachholen. Den zweiten Teil kann man zwar unabhängig vom ersten Band lesen, jedoch fehlen einem manchmal die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Charakteren. Mit Vorwissen kann man wohl schneller und tiefer in die Geschichte eintauchen. Nichtsdestotrotz war das Buch durchweg spannend und man hat mit den einzelnen Figuren mitgefiebert. Zwischendrin gab es auch ein paar Überraschungen und der Mörder ist nicht gleich offensichtlich.
Für jeden zu empfehlen, der gerne Krimis liest und sich für die 1920er interessiert.