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Die Republik

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Europa, 1949: Die neu gegründete DDR umfasst nach einem unglaublichen Coup das gesamte deutsche Staatsgebiet, mit Ausnahme des westlichen Teils von Berlin. Gegenwart: Die DDR ist führende europäische Macht – ein hochmoderner Überwachungsstaat mit einem glücklichen Volk. So scheint es. Während internationale Agentenorganisationen im autonomen West-Berlin ihre Pläne schmieden, wird die DDR von einem furchtbaren Vorfall erschüttert: Über den Platz der Akademie zieht eine Giftgaswolke und fordert zahlreiche Tote. Ein Unfall? Ein Anschlag? Welche Macht steckt dahinter? Ein desillusionierter Stasi-Oberst, der französische Dolmetscher Christopher und die junge DDR-Bürgerin Alicia geraten in eine Verschwörung gigantischen Ausmaßes, die das Ende Europas bedeuten könnte...

528 pages, Hardcover

First published October 26, 2020

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About the author

Maxim Voland

4 books1 follower
Maxim Voland ist ein Pseudonym von Markus Heitz. Durch dieses Pseudonym will sich Markus Heitz mit seinen Werken im Bereich Krimi und Thriller von seinen bekannten Fantasy-Büchern abgrenzen.

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Community Reviews

5 stars
14 (12%)
4 stars
38 (34%)
3 stars
39 (35%)
2 stars
15 (13%)
1 star
4 (3%)
Displaying 1 - 30 of 36 reviews
Profile Image for Buchdoktor.
2,367 reviews190 followers
November 17, 2020
Stellen Sie sich vor, Deutschland wäre nach dem Zweiten Weltkrieg nicht in vier Besatzungszonen aufgeteilt und es wäre keine Mauer gebaut worden, um die Fachkräfte Ostdeutschlands von der Flucht Richtung Westen abzuhalten. In einer alternativen Fortschreibung der Geschichte erleben wir hier eine fiktive DDR, deren Außengrenze direkt an Frankreich grenzt und in deren Mitte West-Berlin als Rest-BRD als umzäunter Kleinstaat überdauert hat. Die alternative DDR hat sich in der Gegenwart zu einem Global Player entwickelt, Robotron und Zeiss bauen hochwertige Smartphones und PKWs werden serienmäßig mit Brennstoffzellen ausgestattet. Als in Sichtweite des Funkturms-Ost eine ölige Giftgaswolke aufsteigt und 200 Menschen tötet, stellen Fachleute schon bald fest, dass es sich um Sarin aus russischer Produktion handelt, das bereits in den 40ern hergestellt wurde. Oberst Gustav Kuhn, der kurz davor stand, einen Ausreiseantrag zu stellen, will der Sache auf den Grund gehen; denn der Gastank war nur notdürftig bedeckt gewesen und sicher keine Altlast aus Kriegszeiten. Außer Kuhn sind die MI6-Agentin Harper unterwegs und der deutsch-französische Übersetzer Christopher. Mit einem französischen Pass voller Stempel fremder Länder muss Christopher der Alptraum jedes pflichtbewussten Grenzsoldaten sein …

Alternative Geschichte fordert dazu heraus, lieb gewordene Sehgewohnheiten und Urteile infrage zu stellen. Gerade im Ost-West-Konflikt fällt das nicht leicht. Die Sehschulung beginnt bei mir in „Die Republik“ mit der Frage, wo für mich der Osten beginnt, was eigentlich „drüben“ ist – und wie sich politische Systeme mit ihrer Sprache entlarven. Das Volandsche fiktive Deutschland kann sich sprachlich nicht entscheiden. Einerseits wird feministisch korrekt von „Studierenden“ gesprochen, andererseits zeigt es sich hoffnungslos rückständig mit dem nationalsozialistischen Propaganda-Begriff „Drittes Reich“.

In dem an sich hochinteressanten Setting tauchen an die 40 Personen auf und werden meist auf unappetitliche Art hingemetzelt. Sie zu töten genügt offenbar nicht, Voland suhlt sich in Blut und Hirn, als müsste er die gesamte Tatortreiniger-Branche vor dem Konkurs retten. Die sinnfreie Metzelei würgt das hochinteressante Setting leider ab, so dass ich den Roman als alternative Weltgeschichte nicht empfehlen kann.
Profile Image for Nadine Schrott.
684 reviews65 followers
September 14, 2022
Außergewöhnlicher Spionage Thriller mit interessantem Plot.....spannend....und leider etwas zu brutal für mich...!

Die DDR erstreckt sich in Volands durchaus lesenswerten Thriller über das gesamte Bundesgebiet.....nur in der Enklave West-Berlin hält sich ein letztes Stück der BRD....
Die DDR Regierung hat die anfänglichen Schwierigkeiten im Beschaffungs - und Herstellungswesen überwunden und bestimmt in der Kommunikation Elektronik sogar den Weltmarkt.

Doch auch im wirtschaftlich gut funktionierenden Kommunismus kann auf die Überwachung der Bevölkerung nicht verzichtet werden...der Stasi Offizier Günter beschließt, die DDR zu verlassen.....doch dann geschieht ein schreckliches Unglück....

Wirklich interessantes Setting....spannend und sehr intensiv....der rasante Thriller Teil war für meinen Geschmack etwas zu brutal ausgeschmückt....

Lesenswert!
Profile Image for Sir Gerry.
128 reviews6 followers
November 11, 2020
Maxim Voland – hinter diesem Pseudonym verbirgt sich ein international anerkannter deutscher Autor – hat hier einen spannenden Agenten- und Politthriller in einem fiktiven Deutschland abgeliefert. Zu Beginn der Geschichte hatte ich jedoch so meine Schwierigkeiten, für ein paar Lesestunden zu akzeptieren, dass Frankfurt und Saarbrücken auf dem Gebiet einer real existierenden Deutschen Demokratischen Republik liegen sollen. Das Umswitchen im Kopf erfolgte dann aber nach gut 50 Seiten und ich konnte dem Geschehen sehr gut folgen. Die Zutaten dieses Thrillers sind gut ausgewählt, Giftgas aus dem zweiten Weltkrieg auf deutschem Boden, der Überwachungsstaat mit seinem übermächtigen und einschüchternden Stasi-Personal, ein Westdeutschland, das sich lediglich auf West-Berlin beschränkt, unzählige ausländische Geheimdienste und vier interessante Protagonisten. Fertig ist ein guter Thriller.
Da ist zum einen der Franzose Christopher Mueller, der seine Verwandten anlässlich einer Beerdigung in Deutschland besucht und im Laufe der Geschichte seine Vorurteile, die wir Besserwessis fast alle über die ehemalige DDR haben, langsam aber sicher über Bord wirft. Den Grenzübergang von Frankreich in die Republik beschreibt Voland sehr genau und bedrückend. Mir kamen Erinnerungen aus meiner Bundswehrzeit hoch als ich in der Nähe von Coburg seinerzeit Grenzsoldaten in ihren Wachtürmen stehen sah, die uns beobachteten und wohl abhörten. Gänsehautfeeling. Er mausert sich vom zurückhaltenden und gehorsamen Bürger zu einem durchaus nützlichen Mitstreiter in diesem Thriller. An seiner Seite ist seine Cousine Alicia, die mir trotz ihrer offen zur Schau gezeigten Rebellion gegen den aktuellen Staat und das System doch ein wenig zu blass blieb. Interessanter hingegen ist die kanadische MI6 Agentin Harper, eine sehr toughe und kämpferische Frau, die zielstrebig und willensstark ist und auch mal auf den eigenen Vorteil achtet. Und nicht zu vergessen, der desillusionierte Stasi-Oberst Kuhn, der die Republik verlassen will, dann aber doch in der Republik bleibt, weil er nach dem verschwundenen Giftgas sucht. Trotz seines Alters ein sehr kämpferischer, agiler, und intelligenter Mann, der mir sehr sympathisch war trotz seiner Vergangenheit.
Maxim Voland hat die „ehemalige DDR“ sehr schön auferstehen lassen und sie in dieser sozialistisch geführten und auch korrupten Republik sehr gekonnt hochmodern, toptechnisiert und mit allen Überwachungsschikanen weiterentwickelt. So könnte man sich dieses Deutschland auch ohne weiteres vorstellen, wenn die Weichen nach dem zweiten Weltkrieg anders gestellt worden wären. Das finde ich jedoch sehr beklemmend. Daneben beschreibt Voland auch eine bedrückende Atmosphäre von Misstrauen unter den ehemaligen Besatzungsmächten. Kalter Krieg wird wieder spürbar.
Der Thriller entwickelt sich stark zu einem Pageturner und wie in einem richtigen Spionagethriller üblich, gibt es auch zahlreiche Tote und Feuergefechte sowie eine sehr überraschende Wende am Schluss auf der Suche nach dem Giftgas. Der Plot wird dabei immer wieder aus unterschiedlichen Gesichtspunkten der Protagonisten erzählt, die Fäden und die Personen laufen am Ende geschickt zusammen. Alles sehr flüssig und spannend geschrieben.
Und wer ist Maxim Voland? Wer ein absoluter Kenner dieses Autors ist, hätte eventuell auf ihn stoßen können. Denn am Ende des Buchs erscheint ein Personenregister „Dramatis Personae“. Und diese Art der Personendarstellung in einem Buch verwendet der Autor sehr oft. Es handelt sich um den wunderbaren Markus Heitz! Chapeu!
Was mir ein wenig gefehlt hat, war eine Erklärung dazu, warum Oberst Kuhn unbedingt die Republik verlassen will, was geschehen ist, um zu so einem dramatischen Entschluss zu kommen. Und zudem habe ich über das ganze Buch hinweg gedacht, dass der Autor, was die Republik angeht, ein wenig an der Oberfläche gekratzt hat. Aber das war bei diesem dennoch spannenden Thriller wohl nicht gewollt.
Ich gebe dem Thriller 4 von 5 Sternen.
151 reviews2 followers
November 8, 2020
Das Buch:
Sowohl der Titel als auch der Klappentext und die Leseprobe haben mein Interesse an diesem Buch geweckt. Mir gefiel die Idee ausnehmend gut, einmal zu beleuchten, was hätte sein können, wenn die DDR gesamtdeutsch gewesen wäre. Auch der Auftakt zeugte von einer sehr guten Idee, sodass ich mich wirklich darauf freute zu erfahren, wie der Autor dieses - sicherlich schwere - Thema umgesetzt haben würde. Nicht zuletzt soll hinter dem Pseudonym Maxim Voland ein Bestseller-Autor stecken, was natürlich zusätzlich reizt.

Worum geht’s?
Stasi Oberst Gustav Kuhn trägt sich mit dem Gedanken 2020 ein RWE (rechtswidriges Ersuchen) einzureichen, also einen Antrag auf ständige Ausreise aus der DDR. Diese Absicht teilt er seinem Patenkind Roland mit, während beide im Telecafe von Nadja bedient werden. Nach deren Feierabend beobachten Roland und Gustav einen Giftgasanschlag über dem Platz der Akademie, dem auch Nadja zum Opfer fällt. Daraufhin ändert Gustav seine Pläne…

Die Charaktere:
Ich konnte mich über die ganze Länge des Buches für keinen der Charaktere erwärmen. Alle Charaktere bleiben für mich irgendwie unnahbar, über keinen erfährt man einen wirklichen Hintergrund – z.B. warum er in welche Lage geraten war.

Oberst Kuhn hat ganz offensichtlich eine Affäre mit der deutlich jüngeren Nadja. Wie es dazu kam und warum sich die beiden irgendwann einmal zueinander hingezogen fühlten, bleibt völlig unklar. Dennoch ist sie der Auslöser dafür, dass er seine Pläne radikal ändert, als sie dem Giftgasanschlag zum Opfer fällt. Kuhn ist ein alternder, unzufriedener Stasi-Oberst, der sich das Missfallen seiner Vorgesetzten zugezogen hat und im Grunde auf dem Abstellgleis ungeliebte Abhördienste tätigt. Um bei den Ermittlungen um den Giftgasanschlag mitwirken zu können, bewirbt er sich um eine Stelle in der Hauptabteilung XII. Als Sonderermittler in einer anderen Abteilung beginnt er nun herauszufinden, wie es zu dem Anschlag kommen konnte und wer dahinter steckt.

Der französische Dolmetscher Chris fährt zur Beerdigung seines Urgroßvaters in die DDR und lernt dort seine Familie zum ersten Mal kennen. Viel Zeit bleibt ihm dazu allerdings nicht, denn bis auf Alicia – seine Cousine – wird diese vollständig ausgelöscht. Wer Chris wirklich ist, bleibt ebenso unklar wie die Aufklärung, was Alicia in der DDR tut. Lediglich Andeutungen lassen den Schluss zu, dass Alicia nicht ganz regelkonform in der DDR lebt.

Und dann ist da noch Harper eine Agentin des MI6, die quasi außerhalb der DDR zusammen mit ihrem Chef Bristol ebenfalls auf den Spuren des Giftgasanschlages ist. Bristol ist bereits ein alter Mann und verdient in seinem Job, dennoch erfährt der Leser wenig über ihn, ebenso wie über Harpers Vergangenheit.

Für mich standen die Charaktere nur in der jeweiligen Situation, aber für keinen schlug mein Herz. Obwohl sie über die meiste Zeit des Romans unter Waffenbeschuss standen, konnte sich etwas wie Mitleid oder dergleichen überhaupt nicht einstellen. Noch nicht einmal eine Abneigung gegen einen der Charaktere konnte ich während des Lesens fühlen.

Schreibstil:
Bereits nach der Leseprobe hatte ich bemerkt, dass der Schreibstil nicht so ganz nach meinem Geschmack ist, aber mich hat die Idee sehr gereizt. Im Vorwort gibt der Autor dem Leser einen Einblick in seine DDR. Das hat mir gut gefallen, denn so hatte ich eine Orientierung, wo genau der Autor ansetzt. Allerdings zeigt er während des Romans nicht sonderlich viel von seiner DDR. Z.B. erörtert er, dass sich seine DDR und das heutige China gut verstehen, eine Verbindung zwischen den beiden Ländern gibt es im Roman allerdings nicht.

Der Autor deutet auch bereits im Vorwort an, dass es einen unglaublichen Coup der Sowjets im Jahr 1949 gegeben haben soll, der zur gesamtdeutschen DDR führte. Was genau passierte, erfährt der Leser im Roman allerdings nicht. Entweder die Wissenden werden – bevor sie etwas sagen können – erschossen oder aber es bleibt auf andere Art und Weise ungesagt. Der Autor beginnt oftmals einen Spannungsbogen aufzubauen, lässt ihn dann aber durch den abrupten Tod einfach in sich zusammenbrechen. Zudem ist es bald recht voraussehbar, wann wieder einmal ein Gemetzel stattfinden würde.

Die Auflösung über den Coup 1949 findet im Nachwort auf etwa 1,5 Seiten statt. Der Autor schreibt dazu, dass er dem Leser überlassen möchte, ob er die Lösung wissen will oder nicht und ihm somit überlässt, das Nachwort zu lesen oder eben nicht. Ich war enttäuscht, denn genau das war ja der Punkt, der mich an dem Buch gereizt hat. Diesen dann auf nur 1,5 Seiten zu lesen, halte ich für nicht ausreichend.

Den Schreibstil habe ich als vergleichsweise anstrengend empfunden. Während die Charaktere blass bleiben – wenig menschlich, würde ich sagen – werden Szenen, in denen Menschen erschossen werden, sehr detailliert und über viele Seiten beschrieben. Darüber hinaus gibt es – aus meiner Sicht – übermäßig viele dieser Szenen.

Die Geschichte wird in 3 – eher voneinander unabhängigen – Handlungssträngen erzählt. Erst fast zum Schluss werden diese miteinander verbunden. Auch findet wenig Handlung wirklich in der DDR statt, oftmals befindet sich der Leser im Ausland, sodass der Autor sich meiner Meinung nach selbst die Möglichkeit genommen hat, seine DDR zu zeigen. Vielmehr werden einschlägige Klischees wie die Stasi und die NVA bedient. Die DDR des Autors scheint somit tatsächlich aus offiziellen und inoffiziellen Stasi-Mitarbeitern und den daraus resultierenden Intrigen untereinander zu bestehen oder aus Angehörigen der NVA. Wie das vermeintlich glückliche Volk aber tatsächlich lebt, zeigt er nicht.

Eine Szene fand ich wirklich interessant und spannend und das war Chris‘ Einreise in die DDR. Diese empfand ich auch als glaubwürdig. So könnte es in einem solchen Land wie dieser fiktiven DDR wirklich sein. Solche Szenen hätte ich mir deutlich mehr gewünscht.

Fazit:
Wer Romane mag, in denen es viele sehr blutige, sehr detailgetreu erzählte Schusswechsel gibt, der ist mit diesem Buch absolut gut beraten, wer allerdings etwas über eine fiktive DDR erfahren möchte, sollte die Finger von diesem Buch lassen. Ich kann den Roman leider so gar nicht empfehlen. 1 Stern.
Profile Image for Archer.
630 reviews12 followers
October 30, 2020
1949: Der 2. Weltkrieg ist erst wenige Jahre vorbei, die BRD wird gegründet. Doch nur wenige Tage später gelingt es der UdSSR in einem Coup, das gesamte deutsche Gebiet für sich zu beanspruchen, die Westmächte ziehen sich zurück, es entsteht eine gesamtdeutsche DDR.

Heute: Die DDR ist ein mächtiger Staat, hochmodern, hochentwickelt, umweltfreundlich und mit einem engmaschigen Überwachungsnetz ausgestattet. Und dennoch: Über den Alexanderplatz in Berlin wabert eine Giftwolke, die viele Opfer fordert. Nicht nur die DDR-Führung, auch die Westmächte sind alarmiert, denn alles deutet auf eine Kriegserklärung hin. In die Aufklärung der Sache werden durch die Umstände nicht nur ein desillusionierter Stasimann und eine kaltschnäuzige MI-6-Agentin gezogen, sondern auch eine rebellische junge Frau aus der DDR und ihr bis dahin unbekannter französischer Cousin. Auf unterschiedlichen Wegen kommen alle zu demselben Ergebnis und geraten in tödlichste Gefahr.

Ich mag diese Was-wäre-wenn-Szenarien sehr gern. Und hier hat sich jemand die Mühe gemacht, Gepflogenheiten der DDR zu recherchieren und immer wieder in seine schöne neue Welt einfließen zu lassen. Mir fiel es wahnsinnig leicht, in diese Geschichte einzutauchen; sie war spannend und rasant erzählt, aus mehreren Perspektiven, es gab jede Menge Action wie in einer Räuberklamotte. Natürlich war es manchmal ein bisschen ZU unwahrscheinlich, allein, wie es die Agentin in die DDR geschafft hat. Auch nahmen die Protagonisten abgeschlachtete Familienangehörige ein bisschen ZU oft hin, ohne mit der Wimper zu zucken. Und doch mochte ich diese Geschichte. Man stelle sich vor, Karl May hätte heute einen Roman geschrieben und seinen Old Shatterhand auf vier verschiedene Typen aufgeteilt sowie ein mega Szenario erschaffen - dann hat man eine ungefähre Vorstellung, was einen hier erwartet.

Eine wohlmeinende Warnung zum Schluss: Wer mit mehr als drei handelnden Personen in einer Geschichte überfordert ist, möge bitte nicht zu diesem Buch greifen.
Profile Image for Moni2506.
395 reviews
December 5, 2020
„Die Republik“ von Maxim Voland ist ein Thriller, in dem es die DDR noch gibt und in dem ein Giftgasanschlag in Ost-Berlin aufgeklärt werden soll. Erschienen ist der Roman im Oktober 2020 bei Piper.

Die Geheimnisse der Vergangenheit werfen ihre Schatten voraus. 1949 hat sich nicht die BRD durchgesetzt, sondern die DDR wurde auf das gesamte Gebiet Deutschlands erweitert. Einzig Westberlin bildet die Ausnahme und ist zu einem kapitalistischen Stadtstaat geworden.
Mehr als 70 Jahre später ist die DDR ein führende Macht in Europa und das mit modernster Überwachung, aber die Bürger scheinen glücklich Doch dann wird in Ost-Berin eine Giftgasanschlag verübt bei dem etliche Menschen sterben. Wer steckt hinter diesem Anschlag? Und was hat das Giftgas mit der Vergangenheit zu tun? Gustav Kuhn, ein über 60 Jahre alter Stasi-Oberst, versucht dem Geheimnis in der DDR auf die Spur zu kommen. Die Agentin Harper ermittelt für den MI6 in der Sache und zusätzlich geraten noch die rebellische DDR-Bürgerin Alicia und ihr Verwandter Christoph, ein Dolmetscher und Übersetzer aus Paris, mitten in die Verschwörung.

Es kommt selten genug vor, dass ich ein Buch abbreche, aber auf Seite 304 war für mich Schluss. Ich wollte dieses Buch lesen, weil ich das Szenario mit der DDR als Lösung für Gesamtdeutschland interessant fand. Ich habe mich gefragt, wie sieht eine erfolgreiche DDR aus, die auch noch führend in Europa ist und was bringt die Menschen dazu, sich mit diesem Staat zu identifizieren. Dieser Abbruchbericht wird nicht ohne Spoiler auskommen, denn ansonsten kann ich schwer erklären, was mir am Buch nicht gefallen hat und wieso ich abgebrochen habe. Solltet ihr das Buch also noch lesen wollen und wollt ihr unvoreingenommen ans Buch herangehen, so ist jetzt der Zeitpunkt, um aus meinem Abbruchbericht auszusteigen.
Als erstes kann ich feststellen, dass meine Erwartungshaltung an dieses Buch eine vollkommen falsche war. Mit diesem Buch bekommt man einen klassischen Action-Thriller, den man auch in einem komplett anderen Kontext hätte spielen lassen können. Das Szenario mit der DDR und das diese sich gegenüber der BRD durchgesetzt hat, ist für mich bis Seite 304 nur Beiwerk. Wahrscheinlich wird zum Ende des Buches noch eine Auflösung kommen, aber ich bin ganz ehrlich, ich vermute, dass diese mich nicht wirklich mit dem Buch versöhnen würde.
Das Szenario an sich fand ich einfach nur unlogisch. Warum sollte sich die DDR in Gesamtdeutschland durchsetzen, aber West-Berlin als BRD und Stadtstaat stehen bleiben? Mich darf gerne jemand in den Kommentaren spoilern, wie es ausgerechnet zu dieser Konstellation kam.
In dem Buch ist West-Berlin, Berlin-Deutschland genannt, ein kapitalistischer Stadtstaat mit Luxustouristen im Zentrum, aber gleichzeitig auch ein „Land“ das seine Bürger in Produktionsstätten von Billigartikeln ausbeutet und die am Rand von Berlin-Deutschland in bitterer Armut leben. Dazu kommt noch, dass es dennoch den BND gibt und Berlin-Deutschland als Tummelplatz für alle bekannten Agentenorganisationen gilt. Das muss man so hinnehmen, gehört so zum Szenario, aber mir erschien das nicht logisch, dass sich ein kleiner Stadtstaat einen Geheimdienst leisten kann.
Es gibt da noch einige Sachen mehr. Bis 1989 waren die Bürger anscheinend unzufrieden und es gab Aufstände, aber ab dann hat sich was geändert und die Planwirtschaft hat plötzlich funktioniert und die DDR produziert plötzlich die modernsten Artikel und ist allen Ländern technologisch voraus. Etwas was man auch einfach hinnehmen muss, aber es wird nicht erklärt, wie es dazu kam. Das wären die Dinge, die mich interessiert hätten und die diesen Roman spannend hätten machen können.
Stattdessen bekommt man einen 60jährigen Stasi-Oberst, der eigentlich kein Bock mehr auf die DDR hat, aber seine heimliche Freundin, wurde beim Giftgasanschlag ermordet und er möchte nun Rache an den Verantwortlichen nehmen, die in diesem Buch immer schneller zu sein scheinen, so das man nicht wirklich etwas essentielles herausfindet und es ist ein Wunder, das sich ausgerechnet jemand in diesem Alter noch gegen diese Art von skrupellosen Killern durchsetzen kann.
Die Agentin Harper stellt sich noch einigermaßen geschickt an und ihr würde ich das vielleicht auch zutrauen auf Augenhöhe mit den Verantwortlichen für diesen Anschlag zu sein und etwas ausrichten zu können, aber auf Seite 304 war für mich einfach der Punkt erreicht an dem es mir zu viel wurde. Ich habe in meinem Abbruchbericht bei weitem noch nicht alles ausgeführt, was ich an diesem Buch überhaupt nicht stimmig fand, aber ich denke meine Beispiele sind aussagekräftig genug.
Empfehlen kann ich dieses Buch nicht wirklich jemanden. Vielleicht noch Leuten, die einfach nur einen Action-Thriller wollen und denen das mit der Logik nicht übermäßig wichtig ist. Jemand, der eine alternative Geschichte lesen möchte, in der greifbar erklärt wird, wie die DDR sich durchsetzen und erfolgreich werden konnte, wird in diesem Buch leider nicht fündig.
Profile Image for Wuschel Yvo.
181 reviews
October 29, 2020
Ich wollte das Buch wirklich mögen, ganz ehrlich, denn ich liebe die Form der Gedankenspiele, aber nach 270 Seiten konnte ich einfach nicht mehr. Es lag nicht mal am Schreibstil, der war okay. Mich störte eher die Umsetzung. Zu Anfang erklärt der Autor die Welt, wie er sie sich erdacht hat. Das Ganze versucht er dann noch in die laufende Handlung zu verstricken. An sich mag ich sowas, nur leider las es sich aufgrund der Umsetzung mehr nach einem Geschichtsbuch, zumindest anfangs. Man wurde geflutet mit Namen, Erklärungen und überhaupt ging die eigentliche Story für mich oftmals komplett unter. Nachdem ich dann trotzdem irgendwann, mehr oder weniger, Fuß fassen konnte und alles anfing etwas Form anzunehmen, wurde es dafür umso komischer.

Gerne darf jemand in einem Buch sterben. Meine bessere Hälfte fragte während meiner extremen Thriller Phase, ob ich nicht in der Lage sei ein Buch zu lesen in dem mal keiner stirbt. So viel also dazu. Doch dies erinnerte mich mehr an einen Action-Film in Buchform, und genau mit sowas komme auch so gar nicht klar. Zudem war es gefühlt dermaßen viel, das es auf mich einfach nur falsch wirkte. Irgendwann war ich dann schlichtweg so genervt, dass ich selbst die kleinen Witze, wenn es denn welche waren, nicht mehr komisch fand. Das Tempo fühlte sich dadurch stellenweise unausgewogen an.

Die Idee dahinter finde ich super genial, deswegen war ich auch wirklich heiß auf das Buch. Ich mein, man stelle sich mal vor, was wäre denn, wenn wirklich alles anders gekommen wäre? Deswegen will ich auch gar nicht so viel mehr dazu sagen, als: Es war eben einfach nicht meins, aber sicher gibt es Leser auf dieser Welt, die sich für die Geschichte begeistern können und genau denen wünsche ich ganz viel Spaß mit dem Buch. Das mit uns, das hat eben einfach nicht sein sollen.

Fazit:

Eine absolut geniale Grundidee, deren Umsetzung mich aber so gar nicht abholen konnte.
Profile Image for Anna-Mareike Werner.
31 reviews2 followers
Read
February 6, 2021
Als ich im Herbst leider nur mit halbem Ohr eine Buchkritik zu "Die Republik" auf mdr kultur hörte, interessierte mich das Thema, das übrigens keine neue Idee ist: Simon Urban hat in "Plan B" genauso eine DDR (nur logischer und witziger) entworfen. Dann lag das Buch eine Weile und wartete, und unglücklicherweise habe ich es dann schließlich angefangen zu lesen. Ein Fehler.
Der Roman ist flach, langweilig, kein bisschen spannend oder gar fesselnd. Sprachlich eine Katastrophe. Das würde ich noch nicht einmal Schülern durchgehen lassen, alberne Versuche, die Erzählung durch scheinbar besonders plastische Ausdrücke aufzuhübschen. Da "brechen Pupillen", "wabern" Gedanken durch den "Verstand", wahlweise Maschinengewehre oder Bulldozer "erwachen zum Leben", gern auch "brüllend", immer sämtliche Gegner erledigend, regelmäßig bleiben nur die Hauptpersonen übrig, während alle übrigen das Zeitliche segnen. Manchmal macht nur ein Buchstabe den Unterschied: "Sie war versessen und völlig darauf fixiert, die DDR zu verändern." (S. 484) - Könnte es sein, dass 'besessen' hier besser passt? Oder auf S. 454: "'Wann ist das denn ausbaldowert worden?'" - Gemeint ist "ausgekungelt".
Schön, dass an die Toten wenige Gedanken verschwendet werden; Chris und Alicia (die Namen, OMG), deren gesamte Familie gerade ausgelöscht worden ist, werfen sich ins Auto, um die Mörder zu verfolgen, Wut das einzige Gefühl, das sie eventuell begleitet, dem Leser ist es auch egal, Hauptsache, man versteht vielleicht irgendwann, worum es hier geht. Nach 400 Seiten ist es dann soweit, die Geschichte bekommt ein inhaltliches Profil, man kann ungefähr raten, worauf es hinausläuft und vor allem: was die ersten 400 Seiten einem sagen wollten. Die Erzählstränge werden zusammengeführt, was die Geschichte zwar übersichtlicher, aber nicht überzeugender macht. Auf die Figuren, die unbeholfen und oberflächlich charakterisiert werden, kann man verzichten, und wenn man es dann doch bis Seite 512 geschafft hat, vermisst man keinen von ihnen.
Gänzlich überflüssig sind die eingeschobenen "Volkswitze" (OK, über die kann man wenigstens noch lachen), erfundene Interviews oder Reden sowie der Auszug aus einer Liebknecht-Rede oder ein Brecht-Gedicht, das alles trägt - leider - nicht zur Erhellung des Plots bei, geschweige zur Anreicherung der Aussage.
Das Buch wird es nicht in mein Regal schaffen, dafür ist mir der Platz zu schade. Wer möchte es haben?
1 review1 follower
October 10, 2025
Ich find die grundsätzliche Idee nach wie vor sehr spannend, die Umsetzung aber leider ziemlich abstrus.
Profile Image for Flowww Rian.
22 reviews
March 5, 2023
The book is over all a great fiction and has a great entertainment value. is exciting to read and has no cumbersome passages. But some story parts are a little over the top, and some are predictable all in all a great book but not enough for a five star rating.
390 reviews
November 4, 2020
Die deutsche Nachkriegsgeschichte ist an sich eine spannende Angelegenheit, aber hier hat der Autor eine ganz andere Geschichte entwickelt. Mit geänderten Vorzeichen und der hochmodernen und fortschrittlichen DDR als herrschendem System – ausgenommen dem kleinen Berlin-Deutschland - entsteht ein „Was wäre, wenn“-Szenario, welches Stoff für einen spannenden Polit-Thriller bietet. Ein Giftgasanschlag -oder war es doch nur ein Unfall? -bildet den Beginn einer Hetzjagd auf der Suche nach der Wahrheit und dem Versuch weiteren Schaden abzuwenden.

Zu Beginn hatte ich so meine Schwierigkeiten in die Geschichte zu finden, denn das geschaffene System war zunächst so fremd und schien mir zu utopisch. Da der Autor jedoch anschaulich und verständlich schreibt, bekam ich schneller ein Gespür für das System, als ich erwartet hatte. Ein System, dass ich, wie die junge DDR-Bürgerin Alicia, nicht ganz so prickelnd finden würde. Totale Überwachung und Gespitzel, IM wohin das Auge reicht und das überall in Deutschland – nur nicht in Westberlin, wo sich dafür neben Clans z.B. in Spandau, auch Agenten der verschiedensten Behörden tummeln.

An einem scheinbar normalen Tag geschieht ein großes Unglück. Giftgas tötet zahlreiche Menschen in Ost und West und nun gilt es herauszufinden, ob es ein Unfall war oder doch ein Anschlag. Wer hätte ein Interesse an einem Anschlag und wem kann man noch trauen? Oberst Gustav Kuhn, der eigentlich seinen Hut nehmen wollte, ist persönlich betroffen und macht sich auf die Suche nach der Wahrheit. Mitten ins Geschehen stolpert der französische Dolmetscher Christopher und MI6 Agentin Harper erlebt auch nicht nur einmal ihr blaues Wunder beim Versuch Licht ins Dunkel zu bringen. Brisante und gefährliche Erfahrungen machen die Protagonisten in der DDR, aber auch in Berlin-Deutschland und Moskau. Die Protagonisten – wie verdorben sie auch gelegentlich scheinen oder sind – sind spannend gezeichnet. Man fiebert mit, hofft das Beste, wird nicht selten von irgendwelchen Wendungen überrascht und natürlich wird auch ordentlich Blut vergossen. Das ist manchmal fast ein wenig zu viel und auch manche Meisterleistung vor allem von Harper ist…naja, vielleicht nicht ganz so glaubhaft, aber beim Lesen macht das überhaupt nichts. Die Protagonisten wachsen über sich hinaus, manchmal eben zu viel, aber für mich hat es immer noch gepasst, schließlich wächst man ja auch mit seinen Aufgaben :-) Zum Ende möchte ich auch nichts verraten – nur: mir hat die Auflösung sehr gefallen und ich fand sie sehr stimmig.

Mir erschien das Buch sehr gut recherchiert und das bezüglich einiger Kleinigkeiten, so wird sogar der saarländische Dialekt und Lebensgefühl authentisch geschildert. Nett fand ich die DDR-Volksweisheiten, Gedichte und Witze, die zwischen den einzelnen Kapiteln immer wieder die Geschichte aufzulockern wussten. Trotzdem musste ich schnell weiterlesen, da mich der Fortgang der Geschichte sehr interessierte. Am Ende befindet sich ein Glossar, der sehr hilfreich sein kann – zumindest für Wessis.

Die Überlegung, was sein könnte, wäre damals alles anderes gekommen, ist gelungen und hat mich überzeugt. Zudem ist das Buch sehr actionreich und bietet Einblicke in menschliche und politische Abgründe. Allerdings muss man ein gewisses Interesse mitbringen und auch manche Szene, die aus einem amerikanischen Actionfilm stammen könnte, verkraften können.
29 reviews
November 22, 2020
Alternative Geschichte - echte DDR-Idiomatik

Mit "Die Republik" hat Maxim Voland eine buchstäblich explosive und temporeiche Dystopie geschrieben, in der die Geschichte von Bundesrepublik und DDR völlig anders verlaufen ist als in unserer Realität. In dieser nicht allzu fernen Zukunft endete das Wendejahr 1989 nicht mit der deutschen Einigung. Statt dessen ist die DDR ein wirtschaftlich höchst erfolgreicher Staat, der seine Westgrenze zu Frankreich, Belgien usw hermetisch absichert und seine Bürger mit einer Vielzahl von Maßnahmen und Spitzeln überwacht. Von der Bundesrepublik hingegen ist nur "Deutschland-Berlin" geblieben, ein Ort der internationalen Spione, heruntergekommen und lediglich in der Mitte mit florierendem Nachtleben und einigem Wohlstand.

Einen der Protagonisten, der desillusionierte Stasi-Oberst Gustav, hat jahrelang geholfen, diese Sicherheits- und Überwachungsmaschinerie in Gang zu halten. Offenbar mit stalinistischen Methoden, wie wiederholt angedeutet wird. Das Leben der Funktionäre in Wandlitz (das gibt es auch in der alternativen Roman-DDR!) stößt ihn allerdings ab. Angesichts dieses Ausverkaufs sozialistischer Werte denkt er an Republikflucht und einen Neuanfang mit seiner jungen Geliebten.

Währenddessen bereitet sich in Paris der französische Dolmetscher Christopher auf eine kurze Reise ins Saarland vor - nicht für einen dienstlichen Einsatz, sondern um nach dem Tod des Urgroßvaters die unbekannte DDR-Verwandtschaft kennenzulernen. Seine Eltern sind einst in den Westen gegangen, Christopher selber sieht sich als Franzose und ist neugierig auf die unbekannte Verwandtschaft.

In Berlin-Deutschland ist die MI6-Agentin Harper unterdessen eine Art weiblicher James Bond, amoureusen Abenteuern und Nebenjobs nicht abgeneigt und zur milden Verzweiflung ihres noch aus den Zeiten des Kalten Kriegen stammenden Vorgesetzten zu unorthodoxen Alleingängen neigend.

Die Wege dieser drei Menschen kreuzen sich im Verlauf der Handlung auf dramatische Weise und zwingen sie trotz aller Gegensätze zur Zusammenarbeit. Eine Giftgasexplosion in Berlin bedeutet für Gustav nicht nur eine persönliche Tragödie, sondern zugleich die Beförderung zum Sonderermittler: Handelte es sich um einen Unglücksfall mit militärischen Altlasten oder um einen Terrorakt? Und gibt es noch weiteres Giftgas, das die Bevölkerung gefährden könnte? Von den einstigen sowjetischen Veteranen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs lebt kaum noch jemand, doch irgendwo soll es noch eine alte Karte geben...

Schmutzige Geheimdienst-Intrigen, Kompetenzgerangel zwischen NVA und Stasi, russische Mafia und reichlich Gewalt prägen diesen Agenten-Thriller, bei dem man leicht den Überblick über die vielen Toten verliert. Der Autor drückt bei der Handlung stets aufs Tempo, und langweilig wird es dabei nie. Volkswitze, die wohl noch aus der "echten" DDR stammen, sind vielen der Kapitel vorangestellt und lassen ebenso schmunzeln wie die vielen Verweise auf einstmals real existierende DDR-Produkte und -Gewohnheiten, angefangen vom Goldbroiler bis hin zu den Rotkäppchen-Erzeugnissen, die mittlerweile eine echte Champagner-Konkurrenz sind. Für alle, die sich nicht mehr so genau an Interhotel und Konsum,Subbotnik oder Mitropa erinnern, gibt es im Anhang eine Erläuterung der DDR-Ausdrücke. Eine spannende Lektüre, die "was wäre, wenn...?"-Gedanken konsequent weiterentwickelt.

Profile Image for bookishlifelines.
202 reviews3 followers
February 25, 2021
Bei dem Roman „Die Republik“ handelt es sich um einen Spionagethriller der davon ausgeht, dass die DDR nie gefallen ist. Nach einem gigantischen Coup im Jahre 1949 umfasst die DDR das gesamte deutsche Staatsgebiet, mit Ausnahme des westlichen Teils von Berlin, somit ist die DDR die führende europäische Macht - ein hochmoderner Überwachungsstaat mit einem glücklichen Volk. So scheint es zumindest. Doch durch einen Giftgasanschlag, der zahlreiche Tote fordert, wird die DDR erschüttert. Zunächst ist nicht klar, ob es sich bei der Giftgaswolke um einen Unfall, einen Anschlag oder doch etwas ganz anderem handelt und so beginnen verschiedene Leute in diesem Fall zu ermitteln. Dabei geht es nicht immer friedlich zu, so dass auch hier viele Menschen ihr Leben in diesem Kampf lassen.
Im Hauptfokus der Ermittlungen stehen MfS-Oberst Kuhn, die Geheimagentin des SIS/M16 Harper Antoinette Parker-Moreau sowie Alicia Müller und ihr Cousin Christopher, der seit Jahren nicht mehr in der DDR lebt und nur wegen eines Trauerfalles auf Familienbesuch ist. Dabei hat er seine Familie seit Jahren nicht mehr gesehen und auch nicht wirklich eine innige Beziehung zu dieser Familie. Die Charaktere sind jedoch in meinen Augen sehr unwirklich dargestellt worden, man erfährt kaum etwas persönliches über sie und hat eher das Gefühl, jeder von ihnen ist nur auf Rache aus. Doch Rache wofür, erschließt sich mir hier nicht.

Schon der Einstieg in das Buch zeigte mir, dass dies nicht einfach nur eine Geschichte zum runterlesen ist, sondern man auch sehr viel dabei nachdenken und verfolgen muss. Fand ich den Anfang noch ganz gut geglückt, fiel mir das Lesen im Verlauf des Buches sehr schwer. Die vielen verschiedenen Charaktere verwirrten mich. Den Sprüngen in den Kapiteln konnte ich nicht immer folgen und oft habe ich auch einfach nicht verstanden, wer nun eigentlich um was und gegen wen kämpft.
Im großen und ganzen ist das Buch in drei Handlungsstränge unterteilt, die meisten davon spielen sich auch nicht in der DDR ab, was ich persönlich sehr schade finde, sollte es doch eben eine Geschichte der DDR 2.0 sein. Auch von dem im Klappentext erwähnten glücklichen Volk, fehlt jede Spur. Man lernt lediglich im Ansatz die Familie von Alicia Müller kennen und ob die in der DDR wirklich glücklich ist, lässt sich nicht rauslesen. MfS-Oberst Kuhn ist es jedenfalls nicht.

Auch die vielen verschiedenen Namen und zum Teil auch russischen Nachnamen, machten es mir schwer die handelnden Personen auseinander halten zu können.
6 reviews
October 28, 2020
Inhalt
Europa, 1949: Die neu gegründete DDR umfasst nach einem unglaublichen Coup das gesamte deutsche Staatsgebiet, mit Ausnahme des westlichen Teils von Berlin. Gegenwart: Die DDR ist führende europäische Macht – ein hochmoderner Überwachungsstaat mit einem glücklichen Volk. So scheint es. Während internationale Agentenorganisationen im autonomen West-Berlin ihre Pläne schmieden, wird die DDR von einem furchtbaren Vorfall erschüttert: Über den Platz der Akademie zieht eine Giftgaswolke und fordert zahlreiche Tote. Ein Unfall? Ein Anschlag? Welche Macht steckt dahinter? Ein desillusionierter Stasi-Oberst, der französische Dolmetscher Christopher und die junge DDR-Bürgerin Alicia geraten in eine Verschwörung gigantischen Ausmaßes, die das Ende Europas bedeuten könnte …


Meinung
Was für ein spannendes Szenario! Die DDR als Schauplatz einer riesigen Verschwörung. Das klingt nicht nur gut, sondern es fing auch sehr spannend und direkt sehr ereignisreich an. Ich kam erstaunlicherweise sehr gut mit diesen besonderen Gegebenheiten klar. Ich denke aber auch, dass es vielleicht noch spannender und besser wirkt, wenn man die DDR selbst erlebt hat und nicht wie ich nur die Erzählungen kennt.

Ich finde den Schreibstil sehr angenehm und mochte auch die Länge der Kapitel sowie den Aufbau. Die Sichtweisen wechseln und die Geschehnisse gehen doch Hand und Hand, was ich stilistisch wirklich gut fand.

Die Figuren waren mir an der ein oder anderen Stelle aber etwas zu flach. Es gab sehr viele Charaktere, die alle sehr unterschiedlich und durchaus sehr besonders waren. Das möchte ich an dieser Stelle gar nicht kritisieren, denn es gab hier wirklich keine 08-15 Figuren – diese hätten in dieses Buch auch gar nicht hineingepasst. Aber sie waren mir auch nicht direkt sympathisch, manche blieben für mich leider etwas grau und ohne echte Persönlichkeit.

Das Ende fand ich dann allerdings noch einmal echt spektakulär und gut. Eine gute Auflösung, ein zufriedenstellendes Finale, das dieses interessante Buch abrundet. Leider kann das fulminante Ende mich nicht ganz über die kleinen Längen hinwegsehen lassen, die zwischendrin aufkamen, genauso wenig wie über die nicht ganz überzeugenden Figuren.

Fazit
Super interessante, spannende Idee, in die man wirklich gut eintauchen kann. Hier und da eine kleine Länge und Schwäche, alles in allem aber ein lesenswertes Buch für spannende Abende!

3 von 5 Buchherzen ♥♥♥
Danke an den Verlag für das Vorab-Leseexemplar!
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42 reviews
November 4, 2020
Ich war sehr gespannt auf das Buch. Obwohl ich die DDR nicht mehr kennengelernt habe, sind in meiner Familie und im Umland doch einige Sitten übrig geblieben. Ich fand es wahnsinnig spannend, die Gedanken weiter zu spinnen, was eine gesamtdeutsche DDR wohl ausgemacht hätte.

Zum einen ist das Buch sehr schön. Die Farben sind toll gewählt und spiegeln die Geschichte gut wieder. Mir haben auch die kleinen Zwischenseiten mit Witzen, Auszügen aus Reden etc. sehr gefallen.

Nun zum Inhalt.

Anfangs kam ich überhaupt nicht in die Geschichte rein. Ich fand den Anfang langatmig und wollte stellenweise gar nicht weiterlesen. Die einzelnen Handlungsstränge haben ja lange gar nichts miteinander zu tun und zwischenzeitlich habe ich total vergessen, was eigentlich die Kernhandlung des Buches ist.
Zudem bin ich mit keinem der Hauptcharaktere wirklich warm geworden. Höchstens Alicias Schicksal hat mich zumindest ein wenig interessiert. Die Handlung selber war ganz anders, als ich erwartet und auch erhofft hatte.

Von der Giftgaswolke aus entwickelt sich das Ganze in eine Richtung, die ich schlecht nachvollziehen konnte und die vom Umfang der Geschichte her auch wenig glaubhaft war. Mich hat das ständige Geballere und Gemetzel gestört. Ich fühlte mich in einen schlechten Actionfilm in Buchform hineinversetzt.

Für die vielen Seiten war nicht genug tatsächliche Handlung vorhanden. Für mich wäre etwas weniger Spannungsaufbau und dafür mehr fundierter und gut ausgearbeiteter Thriller besser gewesen.
So hatte ich oft das Gefühl, dem Autor fällt nichts ein, also bindet er mal wieder eine Schießerei ein um auf seine Seitenanzahl zu kommen.

Alles in Allem war ich ein wenig enttäuscht. Ich hatte hohe Erwartungen, die leider nicht wirklich erfüllt werden konnen, auch wenn ich sagen muss, das mir manche Stellen doch recht gut gefallen haben.

Fazit: Wenn es kein Rezensionsexemplar gewesen wäre, hätte ich das Buch wahrscheinlich abgebrochen. Manch einem hat es sicherlich super gefallen, mir leider nicht.
169 reviews1 follower
January 24, 2021
Wie wäre es, wenn es die DDR immer noch geben würde. Der Autor präsentiert seine DDR als globaler Player der an das heutige China erinnert. Ein hochmoderner Überwachungsstaat mit SED, Stasi und einem glücklichen Volk. Doch als eine Giftgaswolke am Platz der Akademie ausbricht und zahlreiche Tote fordert ist nicht nur die Stasi besorgt. War es ein Unfall? Ein Anschlag? Wer steckt dahinter?

Der Anfang zeigt ein wenig von der DDR und der Leser lernt den Stasi-Oberst Kuhn kennen, der um jeden Preis den Giftgas Vorfall aufdecken möchte, da seine Geliebte dabei ums Leben kam. Leider wird nicht viel von seinem Leben und der Geliebten erzählt.

Nicht nur die Stasi ist im Aufruhr auch einige andere Geheimorganisationen spekulieren über den Gasausbruch. Somit kommt die MI6 Agentin Harper ins Spiel.

Um noch einen oben drauf zu setzen, lernt der Leser den französischen Dolmetscher, Christopher kennen. Er ist in die DDR gereist um bei der Beerdigung seines Urgroßvaters teilzunehmen und seine entfernten Verwandten kennen zu lernen. Doch schon bald werden Christopher und seine rebellische DDR Cousine Alicia, in etwas hineingezogen das niemand Ahnen konnte.

Eigentlich war ich sehr neugierig auf diesen "was wäre wenn" Roman, doch leider muss ich sagen, sowohl die DDR als auch die Protagonisten sind sehr blass geblieben. Ich hätte gerne mehr erfahren über die Bürger und ihr Leben in West-Deutschland und der DDR. Alles wird nur sehr knapp angesprochen aber nicht weiter ausgeführt. Die einzige wirklich beklemmende Situation war Christophers Einreise.

Mein Fazit: Der angekündigte Politroman wird zu einem schießwütigen und blutigen Actionthriller.
Das "was wäre wenn" ging meiner Meinung nach immer weiter verloren. Sehr schade.
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91 reviews5 followers
November 18, 2020
Ein alternatives Geschichtsszenario. Die DDR umfasst kurz nach dem Kriegsende das gesamte deutsche Staatsgebiet, mit Ausnahme des westlichen Teils von Berlin. In der Gegenwart ist die Republik zu einer führenden Wirtschaftsmacht aufgestiegen.

So beginnt der Roman: Ein Giftgasanschlag in Berlin fordert zahlreiche Tote. Wer steckt dahinter?

Die Idee des neuen Romans "Die Republik" von Maxim Voland (bekannt unter Markus Heitz) klingt vielversprechend. Aber leider schon nach den ersten 100 Seiten kam die Ernüchterung.
Ein mittelmässiger Agententriller aus der Retorte mit den üblichen Zutaten.

Man nehme einen Super Spion, einen Anti Held der zum Held wird, ein schwarzes Schaf mit verkannten Fähigkeiten und einen desillusionierten auf Rache dürstenden Staatsdiener, deren Wege sich auf wundersamer Weise im Laufe der Geschichte kreuzen.

Dabei geraten in nahezu ausweglosen Situationen. Sie werden von einer bösen geheimen Geheim Organisation, Killern, den geheimen Anführer und staatlichen Behörden gejagt, die sie wahlweise foltern, verhaften, töten oder in die Luft sprengen wollen.

Entkommen unsere Helden, verhindern Sie die Katastrophe und gibt es ein Happy End?
Achtung Spoilerwarnung

(3-mal Ja)
Wer hätte das gedacht. Wie innovativ, Gähn!

Die Figuren wirken konstruiert und bleiben blass. Würde ich mir eine Fortsetzung mit ihnen wünschen? Aääh – Nein!

Ich will mal nicht ganz so streng sein, das Buch ist nette voraussehbare Unterhaltungsliteratur ohne Anspruch, mit ein paar netten wenigen eingestreuten Gags. (Ost-Deutsch ohne Anglizismen). Jedoch das Szenario hätte mehr Tiefe verdient.
25 reviews1 follower
October 26, 2020
Ein echter Pageturner der alternativen Geschichte

Wir schreiben das Jahr 2020... Ganz Deutschland wird von der DDR regiert. Ganz Deutschland? Nein, eine kleine Insel namens Berlin-Deutschland wird weiterhin von den Westmächten als Insel innerhalb der DDR protegiert.

Maxim Voland, der eigentlich anders heißt und bereits viele Bestseller verfasst hat, erschafft eine Welt, in welcher die DDR sich wie das heutige China entwickelt hat, nachdem die Sowjets auf (bis zum Nachwort) unbekannte Art und Weise 1949 das Gebiet der ehemaligen BRD, mit Ausnahme von West-Berlin, annektieren konnten. Das sozialistische System hat einen modernen, totalitären Überwachungsstaat mit überlegener Technologie und engmaschiger Stasi-Überwachung geschaffen, welcher den kapitalistischen Gegenspielern technologisch sogar überlegen ist.

In diesem Setting lässt der Autor einen Agentenkrimi spielen, der elegant verschiedene Handlungsfelder zusammenbringt und den kalten Krieg (in immer heißerer Form) in die Moderne bringt. Hauptfiguren sind ein desillussionierter Stasi-Oberst, eine kanadische MI6 Agentin mit sehr eigenem Willen und ein französischer Besucher der DDR mit deutschen Wurzeln. Die verschiedenen Stränge sind spannend und zeigen nebenbei auch einen Querschnitt durch die fiktive DDR.

Sprache und Spannungsaufbau funktionieren gut und bis auf die finale Auflösung, weshalb die Sowjets die BRD annektieren konnten (etwas enttäuschend und unspektakulär), durchweg gut und kohärent geschrieben.

Alles in allem ein sehr lohnenswertes Buch!
154 reviews
November 3, 2020
Spannender Thriller

Im Jahr 1949 hat die neu gegründete DDR das gesamte deutsche Staatsgebiet eingenommen. Nur der westliche Teil von Berlin gehört nicht dazu. In der Gegenwart ist die DDR die führende europäische Macht geworden. Sie ist ein hochmoderner Überwachungsstaat mit einem glücklichen Volk. Doch dann gibt es einen Giftgasanschlag mit zahlreichen Toten. War es ein Unfall oder ein Anschlag? Wer steckt dahinter?

Der Autor Maxim Voland beschreibt hier das Szenario, was wäre passiert, wenn die DDR noch immer existieren würde. Es werden unterschiedliche Handlungsstränge erzählt. Auf DDR-Seite hilft Stasi-Oberst Gustav Kuhn bei der Aufklärung des Anschlags. Man folgt auf der West-Seite der britischen Geheimdienstagentin Harper Parker-Moreau. Ausserdem wird die Handlung von dem Dolmetscher Christoper Mueller erzählt.

Der Schreibstil war sehr gut zu lesen. Ich habe mich schnell in die Geschichte eingefunden. Dieses "Was wäre, wenn .." - Szenario hat mir sehr gefallen. Aber es kommen doch sehr viele Personen vor. Eine Bereicherung empfand ich den Anhang, wo der Autor die Personen aufgelistet hat. Das hat beim Lesen sehr geholfen. Besonders gefallen hat mir, dass der Autor die unterschiedlichen Handlungsstränge sehr geschickt miteinander verknüpft hat. Dadurch ist die Spannung erhalten geblieben.

Spannendes "Was wäre, wenn ..." - Szenario über eine noch immer existierende DDR.
17 reviews
November 16, 2020
Eine interessante Vorstellung - die neugegründete DDR übernimmt 1949 nach einem Coup das Gesamtdeutsche Gebiet, mit Ausnahme von Westberlin, und entwickelt sich in der Gegenwart zur europäischen Supermacht. Ein funktionierender Sozialismus, übererfüllte Pläne, hochmodern, ein glückliches Volk. So weit so gut. Oder doch nicht? Westberlin mit seinen internationalen Agentenorganisationen schmiedet Pläne und die DDR wird von einem Giftgasunfall erschüttert. Doch war es wirklich ein Unfall?

Wegen der Thematik war ich sehr neugierig auf diesen Thriller. Der Einstieg fiel mir allerdings nicht so leicht, wie erhofft. Gründe dafür waren die wechselnden Handlungsorte, viele Personen, die ganzen Abkürzungen der Geheimdienste und mein fehlendes Vorstellungsvermögen einer gesamtdeutschen DDR. Nachdem ich mich daran gewöhnt habe, ließ sich das Buch sehr flüssig lesen und als Kind der DDR freute ich mich, von Robotron, Club-Cola, Halberstädter und Goldbroiler zu lesen. Die Handlung nahm schnell Fahrt auf, allerdings empfand ich vieles als sehr oberflächlich und wiederholend. Spätestens nach der Hälfte wusste ich, dass jede Szene mit vielen Toten und dem Entkommen der "Guten" endet, das war mir etwas zu viel. Trotzdem war es spannend zu lesen und die Grundidee hinter diesem Buch gefiel mir sehr gut. Fans von Spionage- und Agententhrillern kommen hier voll auf ihre Kosten. Mich konnte Die Republik leider nicht voll überzeugen
406 reviews1 follower
July 31, 2021
+ + + Hat mich leider nicht begeistern können

Ich lese Polit-/Spionagethriller sehr gerne und deshalb hat mich auch der Klappentext von diesem Buch neugierig gemacht. Das Cover ist sehr ansprechend und auch aussagekräftig. Dass hinter dem Pseudonym "Maxim Voland" der Fantasyautor Markus Heitz steht, war mir nicht bewusst.

Die Idee dieses Buches finde ich sehr interessant. Was wäre, wenn es seit 1949 eine DDR auf dem gesamtdeutschen Boden gäbe, ausgenommen West-Berlin?

Nach einem Giftgasanschlag in Berlin, lässt der Autor in 3 Handlungssträngen sehr verschiedene Protagonisten nach alten Sarin-Beständen der Roten Armee suchen. Zusätzlich kommt noch eine kleine Terrorgruppe ins Spiel, die immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Diese Suche fordert viele Tote, die teils sehr blutig sterben. Die Handlung entwickelt sich sehr langsam, was auch an den Wechseln der verschiedenen Handlungssträngen liegen könnte. Für mich waren die letzten 50 Seiten am interessantesten.

Außer der Suche nach dem Sarin und den vielen Toten, passiert leider nicht viel im Großteil des Buches. Ich habe einen Roman/Thriller erwartet, in dem ich mehr über Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der fiktiven gesamtdeutschen sozialistisch demokratischen Republik erfahre.
2,273 reviews13 followers
October 30, 2020
Zum Inhalt:
Das Deutschland, wie wir es kennen gibt es nicht. Durch einen geschickten Schachzug ist nur ein kleiner Teil von Berlin quasi Westdeutschland, der Rest ist Gebiet der DDR. Und dieser DDR ist gelungen eine führende Macht auf der Welt zu sein und auch die Bürger haben es aufgegeben, dem System zu entfliehen. Es ist ein hochmoderner Überwachungsstaat. Dann zieht eine Giftgaswolke über das Staatsgebiet. Was steckt hinter dem Vorfall? Ist es ein Unfall, eine Anschlag oder mehr?
Meine Meinung:
Also erst mal finde ich diese Grundidee zum Roman richtig genial. Ich mag diese, was wäre wenn Romane. Große Teile der Umsetzung fand ich auch echt gut. Aber manches eben auch nicht. Ich fühlte mich z. B. extrem erschlagen von den vielen Charakteren, die einem um die Ohren gehauen wurden und dann doch vielfach eher blass blieben. Der Schreibstil an sich hat mir auch gut gefallen und die entwickelte Fantasie eine neue DDR zu bauen hat mir auch gefallen. Insgesamt aber fühlte es sich ein bisschen an, wie zu viel gewollt und dadurch wurde nach meiner Meinung Potenzial verschenkt.
Fazit:
Hat was, konnte aber nicht komplett überzeugen
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939 reviews
November 15, 2020
Die Republik - das ist die DDR auf dem gesamten Gebiet Deutschlands, wie wir es heute kennen. Ganz Deutschland? Nein, West-Berlin ist autonom. So jedenfalls in der vorliegenden Dystopie, in der Geheimdienstler verschiedener Nationen und Privatpersonen versuchen, eine Verschwörung gegen die DDR aufzuklären.
Es ist amüsant zu lesen, wie sich die DDR bis in die heutige Zeit weiterentwickelt haben könnte, während ihre Grundprinzipien erhalten bleiben. “Sprachgesteuerte Assistenzsysteme wie Siri, Alexa und dergleichen gab es ebenso ‘Made in GDR’ für die sozialistischen eigenen vier Wände. Und natürlich nahmen sie ebenso auf, um der Stasi Material zu liefern.”
Trotz ausführlicher Recherche, die sich zum Beispiel in Originalzitaten zwischen den Kapiteln widerspiegelt, offenbart der unter Pseudonym schreibende Autor jedoch, dass er nicht selbst in der DDR gelebt hat, indem er insbesondere Parolen falsch wiedergibt. Zudem wirkt die Handlung oft überfrachtet mit Personen, mit Action, wodurch das erwartete DDR-Szenario vielmehr zu einem Agententhriller wird.
Diese beiden Punkte bremsten meine Begeisterung für den Roman, der mich aufgrund des originellen Gedankenspiels gereizt hatte.
733 reviews5 followers
October 25, 2020
Meine Meinung:
Leider war dieses Buch so überhaupt nichts für mich, weshalb ich es nach knapp 40 Seiten abgebrochen habe. Deshalb muss vorab auch erwähnt werden, dass sich meine Meinung natürlich ausschließlich auf diese paar Seiten beziehen, es ist natürlich möglich, dass das Buch danach besser wurde!

Zum einen war für mich der Schreibstil einer der zentralen und wichtigen Kritikpunkte, weshalb ich mich dazu entschlossen habe, das Buch zur Seite zu legen. Denn dieser wirkte zum Einen sehr langatmig und zog mich so überhaupt nicht in seinen Bann. Zum anderen war allerdings auch die Umgangssprachlichkeit und die Art, wie hier mit Dialekt umgegangen wurde, für mich sehr störend, denn dieser findet sich in wörtlicher Wiedergabe wieder.
Zum anderen war für mich einfach keine Spannung vorhanden, alles kam sehr träge und langatmig daher, weshalb ich leider sehr schnell das Interesse verlor und mich dann dazu entschieden habe das Buch abzubrechen!
297 reviews
November 15, 2020
Meinung:
Für mich war dieses Buch ein wahres Highlight und das obwohl es am Ende gar nicht für fünf Sterne gereicht hat, diese Begründung fußt auf mehreren Punkten.

Erst einmal ist die Geschichte unglaublich spannend aufgebaut und es gibt für mich kaum eine spannendere Szenerie und Grundlage als ein Historiendrame/Thriller, der die Geschichte neuschreibt und die Frage in den Raum wirft, was wäre wenn. Und genau das schafft der Autor auf perfekte Weise, die mich sehr gepackt hat, sodass ich das Buch wirklich in kürzester Zeit verschlungen habe. Doch leider waren für mich die Charaktere zu blass gestaltet und auch der Schreibstil war für mich an der ein oder anderen Stelle noch nicht wirklich gut ausgearbeitet und stockte mich manchmal etwas innerhalb meines Leseflusses. Und dennoch war das Buch so spannend und ein solcher Pageturner, dass ich mich unheimlich gut unterhalten gefühlt habe!
Profile Image for Alexander Günther.
Author 7 books5 followers
December 24, 2021
Warum falle ich nur immer wieder auf so einen Quatsch rein? Weil ich vom Genre der Alternativgeschichte unwiderstehlich angezogen werde. Dabei bieten die meisten dieser Bücher nichts außer einem reizvollen Szenario, ein interessantes Gedankenspiel in dem man sich gerne verfangen möchte. Darüber hinaus gibt es dann aber oft nur actiongeladenes Rumgeballer, jede Menge vermeidbare Fehler und Widersprüche sowie als Sahnehäubchen eine geistlose Auflösung des Ganzen. So auch in diesem Falle. Schade drum.
3 reviews
January 7, 2021
Ein interessanter Gedankenansatz. Mit großer Kenntnis detailreich umgesetzt. Der Plot tritt für mich gegenüber diesem Part etwas in den Hintergrund, hat auch einige Schwächen. Macht aber nix, insgesamt durchaus lesenswert.
Profile Image for Alle Bücher müssen gelesen werden.
430 reviews51 followers
March 12, 2024
Ich habe mir nichts erwartet und bin trozdem entäuscht.

Das Buch ist ein Actionfeuerwerk, in dem dauernt irgendwelche Leute aufeinander schießen. Aber warum? Das wird am ende aufgekärt, dumme böse Leute hatten einen dummen bösen Plan.

Die AlternativDDR: Kulisse.
Displaying 1 - 30 of 36 reviews

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