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Buch der geträumten Inseln

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Beinahe jede Kultur Asiens kennt das Wesen mit Namen - als Yeren in China, Chemo in Tibet, als Ebu Gogo auf Flores oder Orang Pendek auf Sumatra. Seit Jahrhunderten hat es einen festen Platz in Mythen und Imaginationen. Nur die Wissenschaft will nichts wissen vom 'missing link' zwischen Mensch und Tier.
Robert Akeret ist fest entschlossen, das zu ändern. Auf Geheiß einer kryptozoologischen Gesellschaft bricht er auf zu einer Expedition ins Innere Papua Neuguineas. An seiner Seite ein Mann von der Volksgruppe der Bugis; am Steuer des Bootes einer, der sich Jonah nennt. Und dann noch Blum, sein Schweizer Assistent, ein Mittzwanziger mit schwachen Nerven, aber ausgeprägtem Bewusstsein für 'political correctness'. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Fahrt ins wohl bemessen Ungewisse. Mit einem handgeschweißten Käfig auf dem Bug …
Lukas Maisel ist womöglich das 'missing link' zwischen Claude Lévi-Strauss und Karl May. Sein Romandebüt, "Buch der geträumten Inseln", ist ein literarisches Abenteuer, leichthändig und intelligent, eine fesselnde Verbindung von Kulturgeschichte, Ethnographie und erzählerischer Phantasie.

259 pages, Kindle Edition

Published August 18, 2020

26 people want to read

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Lukas Maisel

3 books1 follower

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Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for Nicolas.
48 reviews4 followers
August 23, 2021
„Als ich mir Akeret das erste Mal vorstelle, befindet er sich auf einem Boot, und das Einzige, was er vermisst, ist eine ordentliche deutsche Toilette.“

Schon immer war der Entdeckungsdrang tief verwurzelt im menschlichen Charakter. Seien es mutige Seefahrer, welche die Weltmeere durchsegeln und bisher unbekannte Kontinente, Inseln und, für uns, fremde Kulturen entdecken oder ein Astronom welcher die weiten des Universums absucht. Wir geben Planeten Namen und katalogisieren die noch so kleinste neuentdeckte Ameisenart um in einer schier endlosgrossen Welt zumindest ein wenig Ordnung zu halten und vielleicht auch um uns immer wieder aufs Neue zu zeigen, dass der Mensch doch die Krone der Schöpfung sei.

Lukas Maisel lässt uns in seinem Debütroman «Buch der geträumten Inseln» nun teilhaben an einer solchen Entdeckungsreise. Er erzählt die Geschichte von Robert Akeret, welcher sich in der Tradition grosser Entdecker sieht, jedoch in einem Gebiet, das von den mit stichfesten Fakten arbeitenden Naturwissenschaftlern belächelt wird und eher ins Reich von Folklore und Mythologie gehört: Die Kryptozoologie. Ihr Forschungsbereich sind Lebewesen, für deren Existenz es nur schwache Belege in Form von Sagen und Legenden gibt – wie dem Wesen auf der Schnittstelle von Mensch und Tier, nach welchem Akeret in dem Dschungel von Papua Neuguinea sucht.

Maisel führt seinen erfundenen Protagonisten Akeret durch verschlungene Pfade und mit jedem Schritt wartet auch der Leser gespannt darauf ob nicht doch hinter der nächsten Abbiegung das sagenumwobene Mischwesen auftaucht. Doch die psychologische Tiefe, mit welcher Akerets Gedanken und Handeln zunächst beschrieben wurden, verläuft sich, wohl wie die Expedition selbst, im Nichts. Trotzdem fesselt die Odyssee durch den Regenwald mit intelligentem Aufbau und dynamischen Charakteren.

Was uns besonders freut: Mit dem 1987 in Zürich geborenen und gelernten Drucker Lukas Maisel, welcher nun in Olten lebt, gewinnt die Stadt Olten einen weiteren herausragenden Schriftsteller, der uns hoffentlich bald wieder auf eine Reise mitnimmt, nur das nächste Mal vielleicht mit weniger Krabbeltieren.
Profile Image for Kiki.
15 reviews
April 10, 2021
Ich habe dieses Buch verschlungen! Das Thema und die Art zu erzählen fesseln einen und erinnerte mich sehr an die Ethnografie von Nigel Barley zu den Tora auf Sulawesi, nur als Roman. Die Charaktere sind sehr eigen aber ich konnte es kaum erwarten weitere Hintergrundgeschichten aus ihrem jeweiligen Leben zu erfahren.
Manchmal scheint es als wären einfach sämtliche vorhandene Kulturen und Mythen etwas zusammengewürfelt zwischen die Buchdeckel gepresst, aber als Indonesien-Liebhaberin tat das meiner Lesefreude keinen Abbruch.
Lediglich die Seiten 240-260 hätte ich nicht gebraucht. Was mich am Ende etwas enttäuscht zuruckließ.
Profile Image for Selina.
46 reviews2 followers
July 5, 2021
Maisel drafts this utterly weird world with equally odd characters (meant in a good way). An absurd adventure/"discovery" roman that ridicules colonialism and the main character's craving for personal recognition. Truly enjoyed reading it!
Profile Image for Lars.
463 reviews15 followers
September 18, 2023
Das Buch des jungen Autors Lukas Maisel hat mich zumindest vom Plot her etwas an den (fast dreißig Jahre alten) Reiseliteratur-Klassiker "Kongofieber" von Redmond O'Hanlon erinnert. In beiden Büchern geht es um eine Expedition in entlegene Gebiete, bei O'Hanlon ins Herzen Afrikas, bei Maisel nach Indonesien. Beide Forschungsreisende begeben sich auf die Suche nach sagenumwobenen Kreaturen. Doch das war es dann auch schon den mit Gemeinsamkeiten, denn während es sich beim Buch des Briten mehr oder weniger um einen humorvollen Tatsachenbericht handelt, verschmelzen beim Schweizer Autor Fiktion und (vermeintliche) Wirklichkeit.

Im Zentrum des Romans von Maisel steht Forscher und Autodidakt Robert Akeret, der, nun ja, durchaus etwas seltsam ist. Begleitet von zwei Einheimischen und einem Assistenten unternimmt er in den Dschungelweiten Indonesiens eine Bootsreise flußaufwärts und es wird schnell klar, dass er von der Suche nach dem Missing Link möglicherweise nicht mehr zurückkommen wird. Der Klappentext bewirbt das Werk als "literarisches Abenteuer, leichthändig und intelligent, eine fesselnde Verbindung von Kulturgeschichte, Ethnographie und erzählerischer Phantasie." Das trifft es eigentlich sehr gut.

Wer keine offenen beziehungsweise unaufgelösten Ende mag, sei gewarnt. Mir hat dieses Nichtaufklären allerdings gut gefallen. Wegen mir hätte sich der Autor aber noch mehr auf die Hauptfigur stürzen können: Es ist zwar interessant, einiges aus dem Leben der Nebenfiguren und zu deren Motivation zu erfahren, dadurch zerfasert das Buch aber auch etwas und wird etwas beliebig. Alles in allem hat mir der Roman aber sowohl stilistisch als auch inhaltlich gut gefallen und mich auf den zweiten Roman von Maisel neugierig gemacht.
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