Die Journalistin Aline Wüst recherchierte in den vergangenen zwei Jahren im Rotlichtmilieu. Sie sprach mit rund hundert Frauen, die sich aktuell prostituieren oder in der Vergangenheit Geld mit Sex verdienten. Sie sass viele Abend im Puff, reist mit einer Bulgarin in ihr Heimatdorf, trieb Geld von einem Freier ein, fror am Strassenstrich und fläschelte in Bukarest das Baby eines Menschenhändlers. "Piff - Paff - Puff. Prostitution in der Schweiz" ist eine eindrückliche Reportage, in der sowohl Prostituierte als auch Freier, Bordellbetreiberinnen, Anwälte und Polizisten sowie Medizinerinnen und Psychologen zu Wort kommen.
Schonungsloser Denkanstoss. Wüst hinterfragt zu Recht auch renommierte Personen und Institutionen und öffnet einem die Augen, was die patriarchalen Strukturen der Prostitution angeht.
Ein sehr spannend geschriebenes, lehrreiches Buch zu einem Thema, das mir zuvor eher unbekannt war. Die Geschichten darin haben mich berührt, geschockt und mir die Augen geöffnet, was auch in der ‚fortschrittlichen’ Schweiz in dieser Szene abläuft. Die Erzählungen gewähren einen Einblick hinter die Kulisse und rücken den Satz „Ich mach das freiwillig“ in ein anderes Licht. Würde ich Jugendliche unterrichten, wäre dieses Buch eines der ersten, das ich als Lehrerin behandeln würde.
Sehr wichtiges Thema, doch durch die ständigen Wechsel von Kapitel/Personen scheint es an Beiläufigkeit zu gewinnen und leider schafft es dadurch nicht, in die Tiefe zu dringen.
Einblicke die nicht so schnell wieder verpuffen und Gewissheit, dass die Aussage "es gibt viele die es freiwillig machen" so wahr ist wie die Angabe der Penisgrösse eines Mannes.
Was für ein Buch! Es beleuchtet eine düstere und erschütternde Seite der Schweizer Gesellschaft und stellt die Frage, ob das Recht auf Sex tatsächlich ein legitimes Privileg des Patriarchats ist. Prostitution wird als das älteste Gewerbe der Welt verteidigt, ausser wenn es um die eigene Tochter oder Schwester geht.
Prostitution ist keine Arbeit. Viele Frauen tun es nicht aus freiem Willen, sondern werden dazu gezwungen – oft von Menschen, die in arme Länder gehen und naive Mädchen in die Schweiz bringen. In Bordellen sieht man viele Frauen aus Rumänien, Bulgarien und Ungarn.
Frauen landen oft unfreiwillig in der Prostitution – sei es aus Armut, Naivität oder durch Druck von aussen. 95% derer, die Sex verkaufen, sind Frauen; 99% der Käufer sind Männer. Diese Tätigkeit birgt immense Gefahren: Frauen in der Prostitution erkranken im Durchschnitt viermal häufiger psychisch. Gewalt ist allgegenwärtig, und viele sterben durch Mord oder Suizid.
Lösungsansätze: - Prostitution erst ab 30 Jahren erlauben, da jüngere Frauen die psychischen und körperlichen Folgen nicht abschätzen können. -Das nordische Modell aus Schweden übernehmen, bei dem Freier bestraft werden, während die Prostituierten entkriminalisiert sind und Unterstützung beim Ausstieg erhalten. Prostitution wird als Gewalt an Frauen betrachtet, und der gesellschaftliche Wandel soll durch die Eindämmung der Nachfrage erreicht werden. -Sich informieren, dieses Buch lesen und die eigene Haltung zu Sexarbeit hinterfragen.
Ich habe mich bislang noch nie mit diesem Thema auseinandergesetzt und finde Aline Wüest gibt einen sehr guten Einblick, der mich sehr zum Nachdenken brachte. Das Buch ist nicht darauf angelegt, die Leserschaft zu schocken, wobei es die Diskussion rund um die Prostitution in der Schweiz dennoch sehr anregt. Bis zum Schluss ein spannendes Buch!
A book as merciless as the job sexworkers have to do. Aline Wüst describes the fate these women have to endure, in a rough, honest, devastating way. I have the privilege to lay this book aside but I will never forget its contents.
was auf der Oberfläche glänzt, ist von Innen ein verotteter Unterdrückungsapparat. der Gestank von Zigarettenrauch gemischt mit Schweiss. geplatzte Träume verwandeln sich nach einem Schluck aus der Flasche in vergessene Träume.
Wahnsinnig interessantes aber auch aufwühlendes Buch. Es werden verschiedene Perspektiven aus der Schweizer Prostitution präsentiert, vor allem wird aber den Sexarbeiterinnen das Wort überlassen, was auch gut ist. Absolut empfehlenswert.
Aline Wüst gibt allen Mitspielern eine Stimme und überlässt es dem Leser eine Meinung zu bilden. Es wäre wichtig dass mehr Menschen ihr Buch lesen würden. Ein Thema das insgesamt viel zu selten zum Inhalt einer Diskussion gemacht wird
SO guet! Mega heftig, intensiv, herzschmerzend und wahnsinnig spannend. han nice gfunde dases e offeni und ehrlichi perspektive uf Sexarbeit ide schwiz git. S’Buech versuecht ned eim vo ebisem z‘überzüge; ob ez prostution erlaubt oder ned erlaubt sett si. Es werded eifach Informatione zude momentane Situation ge, anhand vode gschichte vo verschidene Sexarbeiter*inne und mit dene Infos chash der denn wie selber e meinig mache.