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Morduntersuchungskommission #1

Morduntersuchungskommission: Der Fall Teo Macamo (Die Morduntersuchungskommission-Krimireihe 1)

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An einer Bahnstrecke nahe Jena wird 1983 eine entstellte Leiche gefunden. Wie ist der junge Mosambikaner zu Tode gekommen? Oberleutnant Otto Castorp von der Morduntersuchungskommission Gera sucht Zeugen und stößt auf Schweigen. Doch Indizien weisen auf ein rassistisches Verbrechen. Als sich dies nicht länger übersehen lässt, werden die Ermittlungen auf Weisung von oben eingestellt. Denn so ein Mord ist in der DDR nicht vorstellbar. Also ermittelt Otto Castorp auf eigene Faust weiter. Und wird dabei beobachtet. Ein eminent politisches Buch nach einem historischen Fall.

337 pages, Kindle Edition

First published July 23, 2019

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About the author

Max Annas

23 books2 followers

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Profile Image for Wal.li.
2,563 reviews70 followers
November 11, 2019
Jena 1983

An einem Bahndamm bei Jena wird die übel zugerichtete Leiche eines Vertragsarbeiters, der aus Mosambik stammte, gefunden. Der Polizist Otto Castorp und seine Kollegen beginnen mit den ersten Ermittlungen. Die Verletzungen des Opfers sind so eigenartig, dass sich zunächst kein schlüssiges Szenario ergibt. Schwierig gestaltet sich auch die Identifikation des Toten. Die befragten Vertragsarbeiter, unter denen man einen Bekannten des Verstorbenen zu finden hofft, ist nicht sehr auskunftsfreudig. Andere Todesfälle und auch Castorps Ehefrau und seine Geliebte fordern die Aufmerksamkeit.

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, ist diese Morduntersuchung ausgesprochen schwierig. In der DDR gibt es keine Morde und solche mit politischem Bezug schon garnicht. Der brave Polizist Otto Castorp müht sich redlich, das wenige in Erfahrung zu bringen, was sich in Erfahrung bringen lässt. Nach und nach beißt er sich an dem Fall fest. Auch als von oben bestimmt wird, dass die Untersuchung einzustellen ist, bleibt Castorp im Gegensatz zu seinen Kollegen am Ball. Fast schon heimlich verfolgt er die wenigen Spuren. Das Misstrauen seiner Frau, der die Überstunden langsam etwas reichlich vorkommen, hält er aus. Schließlich hat er tatsächlich was zu verbergen, auch wenn er hier bei der Wahrheit bleibt.

So wie es heißt, gibt es nicht viele Kriminalromane, die in der ehemaligen DDR angesiedelt sind. Schließlich gab es in dem idealen Staat auch kaum Verbrechen, und wenn wurden sie eher von Westlern verübt. Der in diesem Roman geschilderte Fall basiert in gewisser Weise auf tatsächlichen Begebenheiten. Und wenn die Handlung insgesamt eher aus Routinen besteht, so sind einige Schilderungen doch so eindringlich, dass es kaum auszuhalten ist. Gewissenhaft fischen die Beamten im Trüben und genauso gewissenhaft folgen sie den Anweisungen. Manchmal möchte man es nicht glauben und fragt sich gleichzeitig, ob es im Westen nicht hin und wieder ähnlich läuft. Verschließt man nicht mal die Augen, weil man einfach nicht sehen will? Wehret den Anfängen, wenn es dafür nicht schon zu spät ist. Dieser Krimi verläuft zwar in ruhigen Bahnen, hinterlässt aber einige Beklemmung.
Profile Image for Burkhard Schirdewahn.
71 reviews1 follower
October 6, 2022
Wer Max Annas' bisherige Kriminalromane aufgrund ihres erzählerischen Tempos und ihrer filmisch-dramaturgischen Rasanz schätzte, ist von 'Morduntersuchungskommission' möglicherweise enttäuscht: keine atemlosen Verfolgungsjagden, keine plot-getriebene Spannung, und auch keine kunstvolle Synchronisierung der erzählten Zeit mit der Erzähl-Zeit. Neugierig & geduldig Lesende werden hier trotzdem reichlich belohnt.

Angelehnt an einen authentischen Fall aus der 80er Jahren erzählt der Autor vom Mord an einem mosambiquanischen Vertragsarbeiter im Bezirk Gera / Jena. Vom Auffinden der ersten Leichenteile des verstümmelten Opfers bis zur amtlich verfügten 'Einstellung' der Ermittlung vergehen rund 10 Wochen, in denen die Morduntersuchungskommission zahlreiche & mühsame Wege beschreitet, bis langsam klar wird, daß es sich nicht um ein 'kriminelles', sondern ein rassistisches Verbrechen handelt, dessen Aufklärung gedeckelt wird: bekanntlich gab es in der DDR weder Rassismus noch Nazis. Einer der Ermittler, Oberleutnant Otto Castorp, läßt jedoch nicht locker und ermittelt weiter.

Max Annas nimmt sich die erzählerische Zeit, die es braucht, um die Darstellung des Falles & die daraus folgende Ermittlung literarisch zu synchronisieren: detailliert, geduldig & sprachlich gelungen. Dem sinngemäßen Urteil einer (geschätzten) Kritikerin, daß diese ruhige, sich Zeit nehmende Art des Erzählens "zu Lasten der Spannung" gehe, wird hiermit ausdrücklich widersprochen, denn 'Morduntersuchungskommission' bezieht seine Wirkung nicht aus seiner Konstruktion, sondern aus einer gelungen beschriebenen, monströsen Realität: starke Empfehlung.-
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