Ein Familienroman mal anders. Die Familie Franzen wohnt in einem idyllischen Haus an den Bahnschienen im Niederrhein. Allerdings haben alle Familienmitglieder ihre Geheimnisse, die die Familie auseinander treibt. Johanna als Nesthäcken fühlt sich aufgrund ihrer Jugend ausgeschlossen, Johanna ahnt ein dunkles Geheimnis über ihre Mutter Christa, Heike verdaut immer noch ein Erlebnis aus ihrer Kindheit. Und dann gibt es noch Hermine, die so jung gestorben ist. Auch Christa und Hans, die Eltern der vier Mädchen bergen Geschichten in sich, die bis in die Kriegsjahre zurückgehen. Durch die mehrperspektivische Erzählung der Autorin setzt sich nach und nach ein Gesamtbild der Familiengeschichte zusammen. Dabei wird dem Lesenden bewusst, wie sehr unsere Geschichte und unser Charakter von denen unserer Familie beeinflusst wird. Ein sanftes, aber nicht sehr spannendes Buch für einen kuscheligen Sonntag auf der Couch.
Eigentlich erzählt Aber Töchter bleiben wir für immer nur die Geschichte einer Familie, der Familie Franzen.
Aber durch den Aufbau des Romans lernt man sie eben von allen Seiten kennen, besser als sich die Familie selbst kennt.
Die Franzens bestehen aus den Eltern Christa und Hans und den Töchtern Johanna, Heike, Hermine und der Nachzüglerin Britta. In der Rahmenhandling begleiten wir Britta in der Ich-Perspektive, ihr wurde von ihrem Mann das Tagebuch ihrer verstorbenen Schwester Hermine mitgegeben, um es ihrem Vater zum 80. Geburtstag zu überreichen. Doch erst liest sie es selbst. So schildert dieser Teil eben Brittas Gegenwart und Hermines Vergangenheit.
In den anderen Abschnitten begleiten wir immer abwechselnd Johanna, Heike, Christa und Hans. Dabei tauchen manche Szenen mehrfach auf, eben immer aus der Perspektive geschildert, den der Leser in diesem Abschnitt begleitet. Dadurch bekommt man als Leser Stück für Stück ein Bild der Familie, das sich den einzelnen Mitgliedern so nicht bewusst ist.
Ich fand diese Art zu erzählen ganz toll, so baut sich das Buch Puzzleteil für Puzzleteil zusammen. Auch das Ende, bei dem so manches Familiengeheimnis innerhalb der Familie noch aufgedeckt wird und sich alles zu einem zusammenfügt, fand ich sehr gelungen.
Daher von mir eine Leseempfehlung für dieses wirklich wunderbare, sehr komplexe Buch.
Die drei Schwestern Johanna, Heike und Britta können unterschiedlicher nicht sein. Nach jahrelanger Funkstille treffen sie sich in ihrem Elternhaus am Bahndamm, inmitten der weiten Felder am Niederrhein, wieder. Ihr Vater wird achtzig Jahre alt. Doch angekommen zuhause werden längst vergangene Erinnerungen wach. In diesem Haus geschah so vieles und wurde so vieles verschwiegen. Doch der Nebel der Vergangenheit fängt sich an zu lichten.
Diese Geschichte gibt einen sehr intimen Einblick in die Familie Franzen. Jedes Familienmitglied hat seine eigene Lebensgeschichte. Es gibt immer neue Blickwinkel auf ihr Zusammensein, wie das Schicksal diese Familie verwoben hat. Einzig die Thematik Schizophrenie wird etwas zu banal beschrieben und zu vereinfacht dargestellt. Ich hätte mir hier etwas mehr Fachlichkeit gewünscht. Trotzdem gibt es von mir 4 Sterne für diesen tiefgründigen Familienroman.
Das Buch zieht Kreise. Es erzählt die Geschichte abwechselnd aus Sicht der sechs Familienmitglieder - den Eltern und den vier Töchtern. Anfangs bin ich schwer in die Geschichte hineingekommen, habe nicht alles verstanden, aber mit jeder neuen Sichtweise fügen sich die Puzzleteilchen zusammen. Im Zentrum der Geschichte steht das Schicksal der drittgeborenen Tochter Hermine, die an Schizophrenie leidet und dabei auf unheimliche Art und Weise Schicksale vorhersieht. Rundherum erfahren wir viel über die Leben der anderen Familienmitglieder von Kindheit bis ins Erwachsenenleben und die Beziehungen der Familie untereinander. Auch wenn mich das Buch nicht vollkommen gefesselt hat, fand ich die Beziehungsdynamiken sehr gut getroffen und auch die detaillierten Erzählungen jedes Familienmitgliedes. Ein kleines Plus gibt es noch für das wunderschöne Cover.
Eine Familiengeschichte aus verschiedenen Perspektiven über Heimat, Geheimnisse und was es heißt eine Familie zu sein. Ich habe mich sehr auf das Weiterlesen gefreut und konnte mit den Figuren mitfühlen. Trotz der CN ein eher leichtes Buch. Für mich war es für den Sommer die perfekte Lektüre. CN Schizophrenie und Suizidgedanken, sexueller Missbrauch.
Ein Roman, der die Themen Flucht, Familie, Liebe, Zuhause und das Heimatgefühl ganz wunderbar aufgreift und zu einer tiefgründigen Geschichte verbindet.
Lange haben sich die Schwestern Johanna, Heike und Britta nicht mehr gesehen als sie sich zum 80. Geburtstag des Vaters bei den Eltern treffen. Sie sind sehr unterschiedlich und irgendwie auch einander fremd. In vielen Rückblenden aus unterschiedlichen Blickwinkeln erfahren wir viel von der Geschichte der Familie, der Geschwister und auch der verstorbenen Schwester.
Meine Meinung:
Das Buch hat mir sehr gut gefallen, besonders auch die Geschichte der Eltern und ganz besonders die Geschichte von Hermine. Es ist ein sehr vielschichtiges Buch, dass zeigt, welche Dramen sich in Familien abspielen, auch wenn augenscheinlich alles okay ist. Das Buch lässt sich extrem gut lesen und mir hat die Reise durch die Vergangenheit und die vielen Erinnerungen sehr gut gefallen. Ich würde gerne weitere Bücher der Autorin lesen, da sie wirklich einen guten Schreibstil hat.