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Der Zirkel der Literaturliebhaber
Jeden Donnerstag kamen in das Elternhaus Cheheltans acht Gäste, um mit den Eltern und später auch ihm selbst über Literatur zu sprechen. Sie sprachen vorzugsweise über die klassische persische Literatur, über Rumi, Hafis, Saadi, Ferdowsi und andere. Über Jahre hielten diese Treffen an und eröffneten einen Raum der Sprache, der Poesie, der Interpretation, was die großen Themen des Lebens und des Geistes anbelangt, verbanden die Teilnehmer, verstrickten sie aber auch miteinander, weil die Staatsmacht auch in ihren Zirkel reinregierte.
Denn in diesem Zeitraum seit den sechziger Jahren herrscht erst der Schah mit seinem Repressionsapparat und dem Geheimdienst SAVAK, bis die islamische Revolution von 1979 das Regime durch die Macht der Mullahs ersetzt. In seiner dichten und detaillierten Erzählung kehrt Amir Hassan Cheheltan immer wieder zu dem Zirkel der Literaturliebhaber, den Gesprächen über die Poesie, der Rolle seiner Eltern, den Impulsen für die eigene Lektüre und der Wirkung der Literatur zurück. Denn diese ist älter, weiser, komischer, subversiver und sexuell weitaus freizügiger, als die offizielle Sittenlehre und die gesellschaftlichen Zwänge es dulden wollen.
Denn in diesem Zeitraum seit den sechziger Jahren herrscht erst der Schah mit seinem Repressionsapparat und dem Geheimdienst SAVAK, bis die islamische Revolution von 1979 das Regime durch die Macht der Mullahs ersetzt. In seiner dichten und detaillierten Erzählung kehrt Amir Hassan Cheheltan immer wieder zu dem Zirkel der Literaturliebhaber, den Gesprächen über die Poesie, der Rolle seiner Eltern, den Impulsen für die eigene Lektüre und der Wirkung der Literatur zurück. Denn diese ist älter, weiser, komischer, subversiver und sexuell weitaus freizügiger, als die offizielle Sittenlehre und die gesellschaftlichen Zwänge es dulden wollen.
- GenresIran
252 pages, Kindle Edition
Published February 17, 2020
About the author
Amir Hassan Cheheltan
22 books6 followersامیرحسن چهلتن
Amir Cheheltan was born in 1956 in Tehran and has published eight novels, five volumes of short stories and a screenplay. Due to censorship, his first novel, The Mourning of Qassem, was only published in 2003, twenty years after it was written, and many of his novels have had to undergo revisions. Cheheltan supervises the creative writing workshop at the Karnameh Culture Centre in Tehran, and writes feature articles for international papers such as Frankfurter Allgemeine and Süddeutsche Zeitung.
Amir Cheheltan was born in 1956 in Tehran and has published eight novels, five volumes of short stories and a screenplay. Due to censorship, his first novel, The Mourning of Qassem, was only published in 2003, twenty years after it was written, and many of his novels have had to undergo revisions. Cheheltan supervises the creative writing workshop at the Karnameh Culture Centre in Tehran, and writes feature articles for international papers such as Frankfurter Allgemeine and Süddeutsche Zeitung.
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Community Reviews
Displaying 1 - 8 of 8 reviews
August 7, 2026
Hmmm, leider nicht das, was ich mir erhofft hatte
Das Buch beginnt als Sammlung von Erinnerungen an die Jugend des Autors und den Literaturzirkel seines Vaters. Es geht viel um pubertäre Erfahrungen und das Ringen um die Anerkennung der Erwachsenen. Dabei flicht er zunächst ein paar Geschichten ein, die im Zirkel gelesen und besprochen werden. Das war ganz nett und im Grunde das, was der Klappentext verspricht.
In der Mitte des Buchs wird es dann zu einer Abhandlung über tabuisierte Themen in der klassischen persischen Literatur, also insbesondere Sex und Homosexualität. Dabei zählt der Autor aber vor allem auf, welche Stellen ihm so einfallen und erzählt den Inhalt, teils mit ausführlichen Textzitaten, nach. Drum herum wiederholen sich die Ausführungen, dass derartige Textstellen gerne unterschlagen werden. Aber weiter geht es nie.
Hin und wieder geht er noch auf die politische Lage im Iran und die Verfolgung von Autoren und Literaturliebhabern ein.
All dies hat für mich kein stimmiges Gesamtbild ergeben. Vielmehr glich es einem Flickenteppich von Anekdoten und Gedanken. Schade, da ich die Grundidee mochte und hier durchaus Potenzial gesehen hätte.
Das Buch beginnt als Sammlung von Erinnerungen an die Jugend des Autors und den Literaturzirkel seines Vaters. Es geht viel um pubertäre Erfahrungen und das Ringen um die Anerkennung der Erwachsenen. Dabei flicht er zunächst ein paar Geschichten ein, die im Zirkel gelesen und besprochen werden. Das war ganz nett und im Grunde das, was der Klappentext verspricht.
In der Mitte des Buchs wird es dann zu einer Abhandlung über tabuisierte Themen in der klassischen persischen Literatur, also insbesondere Sex und Homosexualität. Dabei zählt der Autor aber vor allem auf, welche Stellen ihm so einfallen und erzählt den Inhalt, teils mit ausführlichen Textzitaten, nach. Drum herum wiederholen sich die Ausführungen, dass derartige Textstellen gerne unterschlagen werden. Aber weiter geht es nie.
Hin und wieder geht er noch auf die politische Lage im Iran und die Verfolgung von Autoren und Literaturliebhabern ein.
All dies hat für mich kein stimmiges Gesamtbild ergeben. Vielmehr glich es einem Flickenteppich von Anekdoten und Gedanken. Schade, da ich die Grundidee mochte und hier durchaus Potenzial gesehen hätte.
September 7, 2020
Was dieses Buch nicht ist: ein Roman. Was dieses Buch ist: eine Mischung aus Autobiografie und Sachbuch, das einen wunderbaren Einblick in das Leben eines intellektuellen Haushalts in Teheran und die persische Literatur gibt. Das Buch ist gespickt mit Beispielen von Mythen, Erzählungen und vor allem: vielen „unzüchtigen“ Versen. Cheheltan zitiert die iranischen Dichter, die vor Jahrhunderten offen über Homoerotik, Ärsche, Schwänze und Vulvas schrieben, und er spiegelt diese Texte immer auch am heutigen, politisch eingeengten Iran.
January 3, 2021
Teheran, an einem Donnerstag, an jedem Donnerstag: Besuch kommt, der Höhepunkt der Woche steht an. Über Jahrzehnte hinweg treffen sich Freunde in der Wohnung der Familie Cheheltan, um mit ihnen über Literatur zu sprechen. Der Autor erzählt von seinen Eltern, ihren Besuchern, von sich und vor allem von Büchern: ihrer Schönheit, ihrer Faszination, ihrer Sprache, ihren Autoren, ihren Schicksalen.
In den Gesprächen treten sich der moderne Iran mit seinen politischen und gesellschaftlichen Brüchen und das traditionsreiche Persien mit seinen vielfältigen und reichen künstlerischen und literarischen Traditionen gegenüber. Immer wieder bricht die Welt vor der Tür in die Gespräche ein, die im festlich geschmückten Gästezimmer bei üppigen Speisen geführt werden, ein.
Mehr auf meinem Blog "Notizhefte": https://notizhefte.com/2020/07/26/von...
In den Gesprächen treten sich der moderne Iran mit seinen politischen und gesellschaftlichen Brüchen und das traditionsreiche Persien mit seinen vielfältigen und reichen künstlerischen und literarischen Traditionen gegenüber. Immer wieder bricht die Welt vor der Tür in die Gespräche ein, die im festlich geschmückten Gästezimmer bei üppigen Speisen geführt werden, ein.
Mehr auf meinem Blog "Notizhefte": https://notizhefte.com/2020/07/26/von...
April 20, 2020
Amir Hassan Cheheltan erzählt in seinem Buch "Der Zirkel der Literaturliebhaber" über seine wachsende Liebe zur (vor allem) persischen klassischen Literatur im Laufe seines Lebens, ausgelöst durch die Donnerstags-Literatur-Runde von acht sehr unterschiedlichen Gästen im Hause seiner Eltern.
Das Buch beginnt mit seiner Kindheit und Jugend, ersten Berührungspunkten mit dem was Literatur sein kann und ist und der Beziehung dazu in seinem familiären Umfeld. Parallel wird die Geschichte rund um die islamische Revolution 1979 eingewebt.
In der Folge werden wir nur noch episodenhaft in einzelne favorisierte oder wichtige Werke, Momente oder Lebensabschnitte des Autors mitgenommen. Der Autor spricht dabei, mit der Hilfe von vielen (einseitig die persische Literatur sehr wertschätzenden) Wissenschaftlern, über Werk und Wirkung der persischen Autoren.
Ich habe leider früh den Zugang zum Buch verloren, zu sehr driftet der Autor für mich ab, zu viel wird ungesagt, ausgelassen. Vielleicht versteht jemand, der sich schon mehr mit persischer Literatur als ich ausgesetzt hat die Tiefen und Untiefen des Buches besser. Irritiert hat mich auch der eindeutige Zuschnitt auf den (kritischen) deutschen Leser.
Alles in allem in großen Teilen ein interessantes Buch mit schönen Episoden, aber zu vielen offenen Fragen und nicht solche offenen Fragen, die einem Buch helfen.
Das Buch beginnt mit seiner Kindheit und Jugend, ersten Berührungspunkten mit dem was Literatur sein kann und ist und der Beziehung dazu in seinem familiären Umfeld. Parallel wird die Geschichte rund um die islamische Revolution 1979 eingewebt.
In der Folge werden wir nur noch episodenhaft in einzelne favorisierte oder wichtige Werke, Momente oder Lebensabschnitte des Autors mitgenommen. Der Autor spricht dabei, mit der Hilfe von vielen (einseitig die persische Literatur sehr wertschätzenden) Wissenschaftlern, über Werk und Wirkung der persischen Autoren.
Ich habe leider früh den Zugang zum Buch verloren, zu sehr driftet der Autor für mich ab, zu viel wird ungesagt, ausgelassen. Vielleicht versteht jemand, der sich schon mehr mit persischer Literatur als ich ausgesetzt hat die Tiefen und Untiefen des Buches besser. Irritiert hat mich auch der eindeutige Zuschnitt auf den (kritischen) deutschen Leser.
Alles in allem in großen Teilen ein interessantes Buch mit schönen Episoden, aber zu vielen offenen Fragen und nicht solche offenen Fragen, die einem Buch helfen.
Did Not Finish
May 18, 2020I like the style of the novel, the narrative is very well interwoven with fables, tales and the literature the narrator is so deeply affected by in his lifetime. At this moment in time I just can’t connect with the pubescent thoughts of the narrator and his struggles that are very specific to a boy becoming a man, surrounded by a society that is deeply influenced by religious ideals in its morale. And right now it’s hard for me to identify with that, so I’m putting it down @20% - great prose, plot not for me
August 30, 2020
Grr. Gute Idee, interessantes Setting, sehr seltsame Umsetzung - und die pubertäre Perspektive hilft auch nicht.
June 9, 2021
Ich hatte mir wohl irgendwie etwas anderes erhofft. Das Buch war nichts für mich.
March 7, 2021
This is a memoir about Amir Hassan Cheletan’s childhood in Iran. He is the son of educated, literature-loving parents during a time when these things were frowned upon by the government in Iran/ Persia. What follows is his struggle to grasp the rich Persian literary culture (Rumi, Suzani Samarqandi...), full of homo-erotic subtext, and struggling to combine it with the conservative government at the time.
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