„Arbeitskampf ist Klassenkampf“
Dieses Buch greift diese Aussage nur indirekt auf, was etwas schade ist. Aber dafür bietet es einen viel grundlegenderen Blick auf Arbeit, welche soziologisch, kuturell und philosophisch beleuchtet wird.
Das Buch hat mir viele neue Perspektiven aufgetan, gerade zu Themen wie Arbeit und Nicht-Arbeit ohne in die gängigen Denkfehler der Nicht-Arbeit Bewegung zu verfallen. Es beschreibt neue formen von Arbeit und Präkarität- Missbeschäftigung, Scheissjobs und Bullshitjobs. Etwas verwirrend war für mich jedoch das Kapitel des Jungen-Mädchens, in welchem zu schnell und viel gedanklich gesprungen wurde und das Konzept nicht ganz klar wurde. Trotzdem konnte das Kapitel klarheiten in Hinsicht der Verschmelzung von Arbeit und Leben in Sphären von Social Media und auch ausserhalb in Form der monetarisierten Selbstoptimierung der breiten Masse im 21. Jahrhundert.
Darunter fällt auch das Playbour der Sozialen Netzwerke und die Pornofizierung der Arbeit: „weil Arbeit in der postfordistischen Gesellschaft immer und in jedem Fall im Verkauf der Kommunikations- und Erregungskraft der lebenden Körper besteht“ (109).
Alles in allem ist das ein super Buch, was manchmal etwas anstrengend zu lesen und zu akademisch geschrieben ist, aber sehr lohnenswert ist, gerade im Hinblick auf die neuen aufkommenden Arbeits- und Streikkämpfe in Deutschland und Europa.