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Ein Commissario aus Sizilien in Venedig – spannend und hochpolitisch.

Commissario Antonio Morello, genannt »Der freie Hund«, hat in Sizilien korrupte Politiker verhaftet und steht nun auf der Todesliste der Mafia. Um ihn zu schützen, wird er nach Venedig versetzt. Er hasst die Stadt vom ersten Augenblick an. Zu viele Menschen, trübes Wasser, Kreuzfahrtschiffe, die die Luft verpesten und die Stadt gefährden – selbst der Espresso doppio, ohne den er nicht leben kann, schmeckt ihm in Sizilien besser. Doch Venedig ist eine große Verführerin. Unaufhaltsam entwickelt sie ihre Anziehungskraft. Als Silvia, die schöne Nachbarin, ihm ihr persönliches, verborgenes Venedig zeigt, werden Morellos Widerstandskräfte auf eine harte Probe gestellt. Da wird der junge Anführer einer Bürgerinitiative gegen die Kreuzfahrtschiffe ermordet, und der freie Hund hat seinen ersten Fall, der ihn tief in die Verstrickungen von italienischer Politik und Verbrechen führt.

Wolfgang Schorlau, Erfinder des Privat­­ermittlers Georg Dengler, und Claudio Caiolo, in Sizilien geboren und in Venedig zum Schauspieler ausgebildet, werfen einen neuen Blick auf ein altes italienisches Desaster. Die beiden Freunde tun dies heiter, gelassen und gekonnt – inmitten der aufregenden Kulisse einer großen Stadt.

336 pages, Paperback

Published March 5, 2020

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About the author

Wolfgang Schorlau

27 books96 followers
Wolfgang Schorlau (b. March 1951) is a German writer and author of political crime novels in which he combines criticism of social and political conditions and background research with exciting narrative elements. Several novels have been made into films. Schorlau lives as a freelance writer in Stuttgart.

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Displaying 1 - 30 of 35 reviews
Profile Image for Labyrinth.
370 reviews7 followers
May 5, 2020
Nachdem ich bei seinem Einkauf, beim Kochen und danach beim Essen informiert wurde, was in eine sizilianische Caponata kommt und dass man alle Zutaten einzeln kochen muss, war ich schon etwas genervt. Meine Kochbücher sind weniger ausführlich. Genauso lang und breit wurde mir erklärt, in welcher Lebensgefahr der Mann sich in Sizilen befinden würde. Er reist zurück, nimmt sich vor auf jeden Fall in seiner Wohnung zu bleiben, um diese schlussendlich doch zu verlassen und mit geschlossenen Augen draussen umherzulaufen, wegen Kindheitserinnerungen. Wie es ausgeht müsst ihr selber lesen, ich habe daraufhin abgebrochen.
Profile Image for miss.mesmerized mesmerized.
1,405 reviews42 followers
February 13, 2020
Nachdem er sich mit der sizilianischen Mafia angelegt hat, wird Commissario Antonio Morello zu seiner eigenen Sicherheit nach Venedig versetzt. Die Stadt, die alle in Verzückung versetzt, löst bei ihm nicht ansatzweise Begeisterung aus, viel lieber würde er zu Hause seinen Kampf fortsetzen. Auch die neuen Kollegen empfangen ihn mit wenig Freude, was soll ein Süditaliener in ihrer beschaulichen Lagunenstadt? Schon gleich erwartet Morello ein Mord, der ihm die Regeln Venedigs vor Augen führt: Der Spross einer wohlhabenden Familie wird erstochen aufgefunden. Als Anführer einer Studentenbewegung gegen Kreuzfahrtschiffe hat er sich eine Reihe von Feinden gemacht, doch wer wäre ernsthaft in der Lage, ihn für seinen Kampf für die Umwelt der Heimatstadt zu ermorden? Dass nicht nur in Sizilien Politik und Verbrechen eng verbandelt sind, überrascht Morello nicht wirklich, es macht die Aufklärung des Falls aber auch nicht leichter.

Mit seinen Kriminalromanen um den Privatermittler Georg Dengler hat der Autor Wolfgang Schorlau wiederholt bewiesen, dass das vermeintlich seichte Spannungsgenre das Potenzial hat, gesellschaftliche Missstände unterhaltsam aber doch kritisch in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken. Nie erzählt er nur eine Geschichte, es steckt immer viel mehr dahinter. Nun ein gänzlich neues Setting mit italienischem Ermittler vor Bilderbuchkulisse und noch dazu in großer Konkurrenz zu Donna Leon, die fraglos mit ihrem Commissario Brunetti Venedig eigentlich schon fest in ihrer Hand hält. Der Auftakt hat mir insgesamt gut gefallen, er hat aber noch Luft nach oben gemessen an anderen Romanen Schorlaus.

„Der freie Hund“ greift gleich zwei umstrittene Themen auf. Seit Jahren leidet die Serenissima unter der Masse an Touristen, die sie zu erdrücken droht. Einheimische werden mehr und mehr verdrängt, Mieten sind unbezahlbar und die Geschäfte richten sich mehr an den zahlungskräftigen Besuchern denn an den Bedürfnissen der realen Bewohner aus. Mit den riesigen Kreuzfahrtschifften kommt erschwerend die Belastung Umwelt hinzu, weshalb die Wirtschaftskraft Tourismus zunehmend kritisch gesehen wird. In genau diesen Konflikt platziert Schorlau seinen Mordfall, der zunächst vor allem viel Einblick in die Gesellschaftsstruktur gibt. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr rückt jedoch Morellos ganz eigenes Thema ins Zentrum. Der Glaube, die Mafia operiere nur im Süden des Landes, kann nur einer grenzenlosen Naivität oder einem bewussten Augenverschließen geschuldet sein und so wird schon bald offenkundig, was lange Zeit nur der Commissario sieht: die Lagunenstadt wird ebenso für die Interessen der Clans genutzt, wie auch Palermo.

Die beiden Themen verknüpfen Schorlau und sein italienischer Kollege Caiolo in ihrem Krimi geschickt miteinander. Mehr noch als der eigentliche Mordfall haben mich die Figuren überzeugen können, das Personal der Questura bietet einige interessante Ermittler, die in weiteren Fällen noch spannende Aspekte liefern dürften. Vor allem Morellos kleinkrimineller Freund jedoch wird einem sofort sympathisch, was auch positiv auf den Ermittler abfärbt, der so nicht nur wie ein gesetzestreuer und ernsthafter Commissario wirkt, sondern zeigt, dass er durchaus eine gewisse Grauzone geben kann. Insgesamt eine unterhaltsame Angelegenheit, die für meinen Geschmack allerdings etwas weniger italienische Kulinarik, sondern noch mehr politische Brisanz hätte haben dürfen, das Abdriften zum etwas seichten cosy crime gelingt nämlich gerade noch so.
Profile Image for Wal.li.
2,654 reviews73 followers
February 13, 2020
Der Zugereiste

Commissario Antonio Morello aus Sizilien hat den Kampf gegen die Mafia aufgenommen. Seinen Fall hat er gelöst, allerdings ist seine Sicherheit gefährdet. Deshalb wird er ins ruhigere Venedig versetzt. Dort ist er noch nicht ganz angekommen als er den jungen Taschendieb Claudio auf frischer Tat ertappt. Auf der Flucht kommt der junge Mann nicht weit. Morelli schnappt den Dieb, auch wenn er dafür in den nächsten Kanal springen muss. Und so ist seine Ankunft an der neuen Dienststelle derangiert, aber irgendwie auch spektakulär.

Das neue Autorengespann Wolfgang Schorlau und Claudio Caiolo legt hier seinen ersten Kriminalroman vor. Schorlau ist bekannt von seinen Dengler-Krimis und Caiolo hat in verschiedenen Produktionen als Schauspieler mitgewirkt. Gemeinsam schicken sie ihren Kommissar auf einen vermeintlich ruhigeren Posten nach Venedig. Doch auch diese schöne Stadt ist vor Verbrechen nicht gefeit. Schon bald nachdem Morello mitbekommen hat, dass er seinen einheimischen Kollegen vor die Nase gesetzt wurde, wird ein junges Mitglied einer Protestorganisation tot aufgefunden. Der junge Mann hat sich dafür eingesetzt, die vielen großen Kreuzfahrtschiffe aus der Stadt zu verbannen.

Nicht ganz leicht macht es sich Antonio Morello in seinem neuen Betätigungsfeld und nicht ganz leicht hat er es. Schließlich ist es im Kollegenkreis nicht ganz einfach, wenn sich vielleicht ein anderer Hoffnung auf eine Beförderung gemacht hat. Und Antonio will eigentlich am liebsten wieder zurück. Doch bald schon entwickelt sich ein spannender und brisanter Fall. Je näher man Antonio Morello kennenlernt, desto sympathischer wird er. Wie es so ist unter Neuen, tut sich das Team zunächst etwas schwer, was wohl nicht nur in Romanen so ist, sondern auch im richtigen Leben. Solch eine Situation ist wahrscheinlich für die Meisten gut nachvollziehbar. Dies haben die Autoren gut getroffen und sie scheuen sich nicht, unliebsame Wahrheiten auszusprechen. Eine unserer liebsten Touristenidyllen wird vom Verbrechen nicht verschont. Zum Glück kommt bei aller Brisanz auch der Humor nicht zu kurz. Und auch ein besonderer Blick auf die Architekturschönheiten Venedigs eröffnet sich dem Leser.

Dieser erste Teil einer neuen Reihe um Commissario Morello ist zwar nicht ganz so bissig wie Schorlaus Dengler, aber seine Leichtigkeit besticht und inhaltlich ist der Roman spannend und lehrreich.

Italienische Ausdrücke werden meistens direkt übersetzt. Das Wort, welches gefühlt am häufigsten im Roman vorkommt, erfährt keine Übersetzung, dafür hat es einen eigenen Wikipedia Eintrag.
Profile Image for Havers.
913 reviews21 followers
March 5, 2020
Venedig und der Massentourismus, verursacht durch die Kreuzfahrt-Industrie, ein Thema, das seit geraumer Zeit medial beackert wird. Seien es die Berichte in den Print-Medien, Reportagen im TV oder aber auch die Brunetti-Romane von Donna Leon, in denen die Autorin immer wieder auf die daraus entstehenden Probleme hinweist.

Das italienische Disneyland, Mose, Venedig 2.0, die Zerstörung der Lagune, die Einfuhr und der Handel mit gestohlenen Artefakten, die Verbindungen von altem Geld, Mafia und Politik, all das wird in „Der freie Hund“ thematisiert, dem ersten Band der Commissario-Morello-Reihe des deutsch-italienischen Autorenduos Wolfgang Schorlau und Claudio Caiolo. Dazu jede Menge Flüche, Doppio, Cornetti und Lokalkolorit (dem Gondelbauer in Dorsoduro habe ich bereits vor 15 Jahren bei der Arbeit zugesehen). Das Ganze gepaart mit einer sympathischen Hauptfigur samt einem interessanten Team – für mich eine gelungene Mischung.

Dazu die sich aus den Beschreibungen darüber hinausgehende Frage, inwieweit dies alles Auswirkungen auf den Alltag der Venezianer hat. Bezahlbarer Wohnraum verschwindet zugunsten von Touristenquartieren, die Versorgung mit Artikeln des täglichen Bedarfs wird zunehmend schwieriger, weil Geschäfte zu Andenkenläden umgewandelt werden. Die „Serenissima“ wird sterben, bevor sie endgültig in der Lagune versinkt.

Während Schorlaus Dengler-Krimis oft mit jeder Menge Fakten überfrachtet sind und dadurch eher sperrig, aber dennoch nicht weniger lesenswert daherkommen, transportiert dieser Roman, ohne dass er an Brisanz verliert, seine wichtigen Themen wesentlich leichter, gefälliger, was dem italienischen Co-Autor Caiolo geschuldet sein mag. Gut so.

Ein lesenswerter Kriminalroman sollte die Realität abbilden und diese in die Handlung einbauen. Dieses Kriterium erfüllt „Der freie Hund“ auf höchst unterhaltsame Weise, sodass ich die Reihe mit Sicherheit weiterverfolgen werde und mich schon jetzt auf den nächsten Fall von Commissario Morello samt Team freue.
Profile Image for Nicolai Levin.
253 reviews3 followers
January 10, 2024
Wenn ein erfahrener Krimi-Autor (Wolfgang Schorlau) bei einem renommierten Publikumsverlag (KiWi) ein Buch rausbringt, ist das eigentlich Garantie genug für ein Minimum an Qualität und Lesespaß. Sollte man meinen. Ist aber nicht so. Leider. „Der freie Hund“ war für mich wider Erwarten (denn ich mag Venedig, ich mag Sizilien, und ich mag Geschichten um die organisierte Kriminalität) ein ausgesprochenes Ärgernis.

Worum gehts? Antonio Morello hat als Kommissar in Sizilien etwas zu eifrig Politiker und Mafiosi (manchmal in Personalunion) verhaftet - jetzt steht er auf der Todesliste der Cosa Nostra und wird zur eigenen Sicherheit - und gegen seinen Willen - nach Venedig versetzt. Dort stößt er auf skeptische Kolleg_innen und gleich auf einen Mord: Ein junger Mann wird erstochen aufgefunden - er kommt aus bester Familie und hat mit seinem Studentenkomitee gegen die Kreuzfahrtschiffe protestiert, die Dreck und fatale Erschütterungen über die Stadt bringen - und Touristenschwärme, die kaum Geld ausgeben.

Vielleicht sollte man den Autoren mal ein paar Dinge sagen: Etwa, dass kurze Sätze schön und gut sind, aber eben nicht als einziges stilistisches Mittel der Wahl dienen sollten, und dass sie einen weder zu Raymond Chandler noch zu Ernest Hemingway machen, sondern auf Dauer nur den Lesefluss stören. Oder dass man nicht zu Andrea Camilleri wird, nur weil man seitenweise Kochzutaten und -rezepte aus Sizilien auswalzt - und dass es dabei auch nichts hilft, wenn allenthalben in der Szenerie Leute rumlaufen, die Camilleri lesen, so quasi als Hommage und Referenz. Wie man dazu stehen soll, dass strophenweise die Texte zu den Lieblingsliedern des Helden abgedruckt sind, will ich dahingestellt sein lassen - vielleicht muss man die Songs kennen und gehört haben, um die Vibes mitempfinden zu können. Seis drum.

Als Leser stören mich definitiv die gedrängten Szenen, die vollgepfropft werden mit Massen an Leuten: das gesamte fünfköpfige Polizeiteam wird uns auf einen Schlag über vier geballte Seiten vorgestellt, bam-bam-bam, man kommt kaum hinterher, sich die Leute irgendwie einzuprägen, die doch die Hauptfigur über die gesamte Geschichte hinweg begleiten werden. Das Gleiche - nur in noch krasserer Form - müssen wir über uns ergehen lassen, wenn die verdächtigen Mitglieder des Kreuzfahrtgegnerkomitees verhört werden: Fünf Zeugen, fünf Verhöre, dreißunddreißig Seiten in einem Aufwasch, ohne größere Atempausen. Fast hat man den Eindruck, als wollten Schorlau und sein Co-Autor Claudio Caiolo die lästigen Pflichtaufgaben der Polizeiarbeit nur möglichst schnell hinter sich bringen, um sich und ihre Figuren wieder angenehmeren Themen zu widmen.

Mit denen füllen sie dann mehr oder weniger den Rest der Seiten: Commissario Morello darf seitenlang den Erklärbären geben und seiner Kollegin alles berichten über Siziliens Mafia, ihre Ursprünge, ihre Bosse und den nahezu aussichtslosen Kampf gegen die unheilige Allianz aus Gangstern, Wirtschaftslenkern, Politikern und Klerus. Im Gegenzug hört sich der Commissario auf den folgenden Seiten an, was seine schöne Nachbarin ihm über Venedigs versteckte architektonische Perlen und Kunstschätze zeigt und erzählt - und was eine Osteria ist, erklärt sie ihm auch gleich.

Dass das Motiv für den Mord mich nicht überzeugt (Was stört es die Mafia in ihren Schmuggelgeschäften, wenn eine Handvoll idealistischer Studenten plärren, dass keine Boote mehr über den Markusplatz fahren sollen?), dass das Tatkonstrukt nicht nur unglaubwürdig, sondern am Ende auch erschütternd simpel ausfällt, dass die Geschichte mit einigen ärgerlichen sachlichen Fehlern gespickt ist, das alles passt am Ende leider nur allzu gut in das Bild eines richtig schlecht geschriebenen Kriminalromans.

Ich hab übrigens nicht nur diesen Band, sondern auch die folgenden beiden Fälle auf meinem Gabentisch gefunden. Wenn es also qualitativ nicht dramatisch besser wird, können Sie und ich uns noch auf was gefasst machen!
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Circlestones Books Blog.
1,146 reviews34 followers
April 24, 2022
„Werde ein guter Polizist in Venedig. Einem guten Polizisten kann man einen Versetzungsantrag nicht abschlagen.“ (Zitat Seite 43)

Inhalt
Commissario Antonio Morello wurde gerade aus Cefalù in Sizilien nach Venedig versetzt. Durch seine allzu intensiven Ermittlungen im Bereich des illegalen Kunsthandels ist er an die Spitze der Todesliste der sizilianischen Mafia gerückt. Morello wollte die Ermittlungen zu Ende führen, vermisst Sizilien und hasst Venedig aus Überzeugung von der ersten Minute an. An seinem ersten Arbeitstag, es ist ein Mittwoch, kommt er auf dem Weg zu seinem neuen Arbeitsplatz an einer Studentenkundgebung gegen die Kreuzfahrtschiffe vorbei und hört kurz dem Hauptredner zu. Früh am nächsten Morgen ein Anruf seines Stellvertreters: ein Toter, durch Messerstiche ermordet. Morello erkennt den Toten, es ist der junge Mann, der auf der Protestkundgebung gesprochen hatte. Ging es um die Studenteninitiative, oder um persönliche Motive? Der Ermordete ist der Sohn einer sehr einflussreichen, angesehenen venezianischen Familie und hatte nach Aussage seines Vaters keine Feinde. Doch rasch stößt Commissario Morello auf Zusammenhänge, die seine Ermittlungen in eine völlig andere Richtung lenken. „Il cane senza padrone“, der freie Hund, nennt man ihn in Sizilien, weil er sich bei seinen Ermittlungen niemals und von niemandem an die Leine nehmen lässt. Venedig ist nicht Sizilien, informiert ihn sein Vorgesetzter, Venedig braucht keinen „freien Hund“, oder doch?

Thema und Genre
In diesem Kriminalroman, der in Venedig spielt, geht es natürlich auch um Venedig, Massentourismus als wichtige Einnahmequelle und die Gefahren für die Substanz und die Lebensualität der Lagungenstadt durch gigantische Kreuzfahrtschiffe. Weitere brisante Themen sind die Verflechung von Politik und Wirtschaft, Korruption, die Macht der Mafia und der internationalen Kunstmarkt.

Charaktere
Antonio Morello, der Sizilianer in Venedig, vermisst seine Heimatstadt Cefalù, aber auch er kann sich dem besonderen Zauber Venedigs nicht lange entziehen. Er ist ein brillanter, hartnäckiger Ermittler, der gewohnt ist, besonders auf die leisen Töne zu hören und seiner Intuition zu folgen. Das Team, das er übernimmt, ist geprägt von den Vorurteilen Norditaliens gegenüber Süditalien und nun hat ein Süditaliener plötzlich die Position inne, auf die andere gehofft hatten. Einige Figuren in diesem Kriminalroman sind sehr sympathisch, andere weniger, jede hat ihre Eigenheiten und eines haben sie gemeinsam: sie sind absolut glaubhaft, authentisch und sehr italienisch.

Handlung und Schreibstil
Der straffe Handlungszeitraum, der nur etwas mehr als zwei Wochen beträgt, sorgt für zusätzliche Spannung. Die Geschichte ist packend und interessant, die Themen sind nach wie vor aktuell. Der besondere Charme dieses Kriminalromans liegt in den sich langsam ergebenden, sehr spannenden Zusammenhängen in diesem Mordfall und der gelungenen Mischung aus Recherche und aktionbetonten Einsätzen. Die italienischen Eigenheiten, geschildert mit einem Augenzwinkern und Humor, lockern die Handlung auf und dies alles wird verbunden durch einen liebevollen, aber dennoch nicht verklärten Blick auf die auf die einmalige Stadt Venedig mit ihren großartigen Palazzi und Kirchen, vor allem aber mit ihren kleinen, versteckten Plätzen, Wegen und Brücken.

Fazit
Ein interessanter, spannender, facettenreicher Kriminalroman, Beginn einer Serie um den sympathischen Commissario Antonio Morello und sein Team. Doch die heimliche Hauptprotagonistin ist die Stadt Venedig, La Serenissima, deren Zauber sich auch der Sizilianer Morello „Venedig stinkt, ist schmutzig, laut, unfreundlich“ bald nicht mehr entziehen kann.
343 reviews5 followers
May 28, 2020
Venezia criminale! Ein Commissario aus Sizilien in Venedig – spannend und hochpolitisch - ermittelt in Venedig. Heiter und gekonnt gelassen werfen die Autoren Wolfgang Schorlau und Claudio Caiolo einen neuen Blick auf eine alte italienische Hassliebe: Die Mafia und die Politik - und das vor der Kulisse einer der bezauberndsten Städte der Welt. Commissario Antonio Morello, genannt der freie Hund, hat auf Sizilien korrupte Politiker verhaftet und steht nun auf der Todesliste der Mafia. Um ihn zu schützen, wird er nach Venedig zwangsversetzt. Er hasst die Stadt vom ersten Augenblick an: Viel zu viele Menschen, trübes Wasser, Kreuzfahrtschiffe, die bis tief in die Stadt hineinfahren, die Luft verpesten und die Stadt gefährden – selbst der lebensnotwendige Espresso Doppio schmeckt ihm in Sizilien besser. Doch als Silvia, die schöne Nachbarin, ihm ihr verborgenes Venedig zeigt, werden Morellos Widerstandskräfte auf eine harte Probe gestellt. Kurze Zeit später wird der junge Anführer einer Bürgerinitiative gegen die Kreuzfahrtschiffe ermordet, und Morello, der freie Hund hat seinen ersten Fall, der ihn tief in die Verstrickungen von italienischer Politik und Verbrechen führt. Wer Schorlau liest, bekommt immer 2in1! Ein italienischer Krimi in klassischer Tradition. Sizilianisches und venezianisches Flair, vermischt mit Politik und der Mafia. Ein neuer Commissario mit Vergangenheit und origineller Truppe. Die Hommage an Andrea Camilleri ist gelungen. Spannende Unterhaltung und Hintergrundwissen zu politischen Zusammenhängen. So kenn ich den Autor und Erfinder des Privatermittlers Georg Dengler von den Dengler Romanen. So auch hier, das zeigte schon die Leseprobe. Nach Privatermittler Dengler jetzt Commissario Morello. Kurz gesagt, wenn enge Freunde ein Buch schreiben - der eine hoch brisante politische Thriller schreibt und der andere in Venedig zum Schauspieler ausgebildet wurde - entsteht ein packender, waschechter venezianischer toller Krimi mit aktuellem Hintergrund, hochbrisant, hochpolitisch und sehr empfehlenswert. Ein Politkrimi, der den Finger in die Wunde legt, ganz so wie man es von Wolfgang Schorlau und Claudio Caiolo erwartet. Die Beiden haben das "Flair", aber auch die politischen Probleme der noch wunderschönen, alten Stadt gut vermengt, ihr Ermittler klingt echt und auch die Handlung macht Laune und bringt Spannung rüber. Verpackt in eine spannende, atmosphärische Geschichte bieten die beiden sehr gute Unterhaltung und viel Hintergrundwissen. Dazu kommt die reizvolle Spannung der Begegnung des Sizilianers mit Venedig. Gut gemacht. Mehr davon! Perfekt für Reisen im Kopf... Meiner Meinung nach eine echte Konkurrenz für Brunetti! Absolute Leseempfehlung!
37 reviews
March 5, 2020
Mafiamord in Venedig.

Bereits die Dengler-Romane von Wolfgang Schorlau haben mir sehr gut gefallen. Exzellent recherchiert und spannend bis zur letzten Seite. Genau das hat meine Erwartungen an „Der freie Hund“ sehr hochgestellt. Claudio Caiolo hat sich mit Wolfgang Schorlau zusammengeschlossen und ein tollen Team gebildet. Meine hohen Erwartungen an diesen Roman haben diese beiden nicht enttäuscht.

Antonio Morello ist ein sizilianischer Polizist der gegen Verbrechen und Korruption kämpft. Dabei schreckt er auch nicht vor der Mafia zurück. Doch das hat Konsequenzen die sein Leben beeinflussen, denn er hat es geschafft dass er auf der Schwarzen Liste der Mafia steht und so wird er vom Jäger zum Gejagten.
Zu seiner eigenen Sicherheit wird er nach Venedig versetzt. Das passt ihm gar nicht in den Kram und er will auf keinen Fall dort bleiben. Alles an Venedig widert ihn an.
Da ihm erstmal nichts andere übrig bleibt, nimmt er einen Fall an in dem es um einen Mord an einem jungen Studenten geht. Je mehr Morello in den Fall verstrickt wird, umso deutlicher wird eine Verbindung zur Mafia. Und auch die Politik mischt ordentlich mit. Hier sieht Morello seine Chance. Er gibt alles um den hinterhältigen Machenschaften der Mafia das Handwerk zu legen. Auch wenn er dabei sein eigenes Leben aufs Spiel setzt und gegen viel Widerstand ankämpfen muss.
Hinzu kommen verführerische Nachbarinnen, persönliche Schicksale und die große Last und Wichtigkeit der Kreuzfahrtindustrie und des Tourismus für Venedig. Man erfährt viel über Morellos Hintergrundgeschichte und seine persönlichen Laster.

Wolfgang Schorlau und Claudio Caiolo haben es geschafft einen wunderbar rasanten Krimi vor der anschaulichen Kulisse Venedigs zu schreiben. Der Schreibstil fesselte mich direkt und auch die guten Hintergrundinformationen machten alles sehr anschaulich. Zu jeder Zeit konnte ich mir die Szenen sehr gut vorstellen und den Dialogen folgen. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben, ebenso wie die Handlungsplätze. Ich hatte teilweise das Gefühl direkt vor Ort zu sein.

Ich freue mich schon auf weitere Bände von dem Autorenduo.
Profile Image for Schlafmurmel.
396 reviews3 followers
February 25, 2020
Der Commissario Morello wird zu seiner eigenen Sicherheit strafversetzt, denn er hat sich selbst auf die Abschussliste der Mafia gesetzt. Er der auf seiner Heimat Insel Sizilien stetig gegen die Mafia gekämpft hatte ,steht nun auf der Todesliste von der Mafia und das könnte böse für ihn Enden. Deswegen kommt er ja auch nach Venedig, auch als Commissario. Und was soll ich sagen, es gefällt ihm so gar nicht in Venedig, denn dort herrschen andere Kulturen und Sitten als bei Ihm in Sizilien.
Kaum angekommen macht sich das größte Problem, der Massentourismus bemerkbar und zwar in Form von den unbeliebten Kreuzfahrtschiffen. Die natürlich in seinem ersten Fall eine große bedeutende Rolle spielen. Commissario Morello erweist sich als einer mit allen Wassern gewaschenen Commissario, der sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt, schließlich hat er ja Mafia Erfahrungen. Es ist so schön beschrieben die Schönheit von der Lagunenstadt Venedig, die durch den Massentourismus von den Kreuzfahrtschiffen zu leiden haben. Als dann noch ein junger Mann, aus einer angesehenen Familie ums Leben kommt, er hat eine Initiative zur Bekämpfung der Kreuzfahrtschiffe geleitet wird es richtig ernst. Die Vorgesetzten wollen natürlich einen raschen Abschluss sehen, aber der Commissario Morello, vermutet mehr hinter dem Mord und es kommt wie es kommen muss, er macht sich auch hier in Venedig keine Freunde. Er hat echt eine eigenwillige Art zu ermitteln, aber genau das macht mir Spaß. Es war als ob ich mit Ihm ermittelt habe unsichtbar neben ihm, außerdem kann der gute Commissario Morello auch noch kochen und das macht ihn für mich noch sympathischer. Denn beigefügt ist hier noch ein Rezept des besonderen Schmankerls für Caponata, das sich sehr lecker anhört und ich es mal austesten werde. Ich bin schon auf den nächsten Fall gespannt, denn dieser hat mir schon sehr gefallen, da ich eh ein Italien Fan bin.

Profile Image for yesterday.
492 reviews3 followers
May 3, 2020
Viel Flair (dazu später), Mafia und klassische Polizeiermittlungen bietet dieser launige Venedig-Krimi. Die Hauptperson, Antonio Morello, seines Zeichens titelgebender Commissario in Cefalù, wird in den Norden versetzt und kann dem vielen Wasser (und den Persönlichkeiten?) wenig abgewinnen.

Das Verbrechen holt ihn jedoch schnell ein und lässt ihm erst einmal keine Zeit, Venedig zu mögen oder nicht zu mögen. Morello kümmert sich um alles, wo es an Gerechtigkeit zu mangeln scheint Taschendiebstahl, Mord, ominöse Geschäfte im Hafen und so weiter.

Er kommt nach und nach mit den neuen Kollegen zurecht und entdeckt auch die Kulinarik (sehr gut eingeflochten) sowie Kunst, Architektur und Straßen beziehungsweise Kanäle (etwas zu langatmig) für sich. Ob alle Ortsangaben et cetera genau stimmen, ist für die Handlung weniger relevant und wird nur diejenigen stören, die dort leben oder einen Stadtplan ausbreiten.

Zusätzlich gibt es auch Episoden aus Cefalù (aktuelle und vergangene) und von Morello entsteht so langsam das Bild des grundsätzlichen Gesetzestreuen mit der nötigen Flexibilität. Zudem liebt er seine Familie, tut für wahre Freundschaft alles und ist Musik-Fan.

Alles in allem wirkt das authentisch, für Nicht-Kenner der betreffenden Musik(-richtung) aber mitunter weniger interessant.

Die aufgegriffenen Themen wie Umwelt, Schmuggel und Touristenmassen sind leider schon viel zu lange aktuell und werden es wohl auch noch länger bleiben. Sie sind daher glaubhaft vermittelt und runden das Gesamtbild ab. Und auch wenn die grundsätzlichen Themen real sind - es bleibt Belletristik und also solche sollte man den Krimi auch sehen.
Profile Image for SalMar.
330 reviews1 follower
March 9, 2020
Ein Krimi nicht nur für Krimifreunde (und besonders für Italienbegeisterte)

Eher unfreiwillig wird der sizilianische Kommissar Antonio Morello aus seiner Heimat in den Norden, nach Venedig, versetzt. Wird er sich dort mit der Stadt und den Menschen anfreunden können?

Mit diesem Buch musste ich gar nicht erst warm werden: Commissario Morello hat mich gleich im ersten Kapitel mitgenommen und schon nach der Hälfte des Buches habe ich mir gewünscht, es wäre doch noch ein bisschen länger. Als Sizilianer spielen für Morello (neben dem Essen und dem Espresso) die Emotionen eine große Rolle, was dem Buch sehr viel Leben verliehen hat, wie man es von anderen Krimis gar nicht kennt. Auf der anderen Seite hat er so einen Art siebten Sinn für das "Richtige", was ihn davor bewahrt, sich allzu sehr zu verrennen. Die zahlreichen Charakteren um ihn herum - sei es auf dem Polizeirevier, in der Nachbarschaft oder in der alten Heimat - tragen außerdem zur allgemeinen Sympathie bei.

Als sprachbegeisterte Person fand ich die Tatsache, dass immer wieder italienische (und auch regionale) Begriffe und Sätze fallen, sehr schön und amüsant. Gefallen haben mir außerdem die eingeflochtenen Hintergründe zur Geschichte und Politik Italiens im Allgemeinen sowie zur Mafia und Venedig im Speziellen.

Insgesamt hat mich dieses Buch bestens unterhalten und ich freue mich schon jetzt auf eine Fortsetzung mit Commisario Morello.
410 reviews1 follower
March 10, 2020
++ Schorlau schickt einen neuen Ermittler ins Rennen - - Durchaus lesenswert ++

Ich bin ein Fan der Dengler-Krimis und daher war ich natürlich neugierig auf Schorlaus neue Figur 'Antonio Morello'.
Morello ist ein sizilianischer Kommissar der sich mit der Mafia angelegt hat. Er steht weit oben auf deren Todesliste und zu seinem Schutz wurde er nach Venedig zwangsversetzt. In Venedig fühlt er sich weder wohl, noch willkommen. An vielen Stellen im Buch wird eine abwertende Haltung der Norditaliener gegenüber der Süditaliener/ Sizilianer thematisiert. Wie schon aus der Dengler-Reihe gewohnt, verwebt Schorlau gerne gesellschaftskritische Themen in seine Handlungen. Das Thema Mafia ist ein roter Faden im Buch und da ich mich noch nie intensiv damit beschäftigt habe, fand ich das wirklich interessant.
In seinem ersten Fall in Venedig muss Morello den Mord an einem jungen Aktivisten aufklären. Das Mordopfer hat sich stark gegen die vielen Kreuzfahrtschiffe in Venedig engagiert. Während der Ermittlungsarbeit erfahren wir als Leser auch einiges über die Probleme, die der Tourismus bereitet und dass nicht alle davon profitieren.
Für mich war die Krimihandlung etwas zu sehr im Hintergrund. Die Autoren haben mehr Wert auf die Einführung der Protagonisten und italienisch – sizilianische Unterschiede gelegt.
Ich habe das Buch trotzdem gerne gelesen, weil es gut geschrieben ist und an einigen Stellen interessante politische Hintergrundinformationen geliefert hat.
Profile Image for Marion.
86 reviews9 followers
May 2, 2020
Das Buch (als Hörbuch gehört) hat von mir 2,5 Sterne bekommen. Grundsätzlich fand ich die Verortung in Venedig sehr toll (und dass auch immer wieder auf die Schattenseiten dieser schönen Stadt angespielt wurde), auch die Protagonisten waren eigentlich sympathisch, vor allem Morello, Anna, Claudio und Silvia sind mir nähergekommen.
Aber so richtig wollte der Funke nicht überspringen, was an meinem mangelnden Interesse am eigentlichen Fall lag; ich muss zugeben, dass die Mafia mich noch nie so recht interessiert hat. Hinzu kam, dass ich, obwohl rudimentäre Italienisch-Grundkenntnisse vorhanden sind, einfach mit den Namen immer wieder durcheinander kam und dadurch alles unglaublich verworren war. Vielleicht wäre das beim Lesen einfacher gewesen als beim Hörbuch.
Zum Sprecher muss man nichts mehr sagen - Dietmar Wunder ist und bleibt einfach einer der besten - was meine Meinung über dieses Buch aber leider nicht umstimmen konnte.
Sollte es einen zweiten Teil geben und dieser bei Bookbeat/Spotify verfügbar sein, werde ich ggf. mal reinhören, ob ein neuer Fall mich mehr packen kann, denn um die Charaktere wäre es wirklich schade.
Profile Image for yellowdog.
881 reviews
May 14, 2020
Ein freier Hund in Venedig

Der freie Hund ist ein Krimi von Wolfgang Schorlau mit Co-Autor Claudio Caiolo, der eigentlich Schauspieler ist, aber sicher einiges an Lokalkolorit und italienische Zutaten beigesteuert hat, denn die Handlung ist in Venedig angesiedelt. Ob das alles wirklich Venedig wirklichkeitsgetreu abbildet, bezweifle ich dennoch. Venedigfans werden dennoch zufrieden sein.

Die Hauptfigur Antonio Morello, Kommissar aus Sizilien, wird nach Venedig versetzt, da er auf der Todesliste der Mafia stand.
Er ist eine richtige Type und das funktioniert dann entsprechend gut im Zusammenhang.

Wolfgang Schorlau und Claudio Caiolo vermögen actionreich zu schreiben und die rasanten Szene dennoch realistisch wirken zu lassen. Das gefällt mir ganz gut.
Schade aber dass es letztlich doch mehr Dialoge gibt, immerhin geht es flott voran.
Durch das Erzähltempo hebt sich das Buch von den behäbigen Brunetti-Krimis von Donna Leon ab, an die man aber natürlich dennoch denken muss.

Natürlich ist der Roman nichts, was im Genre einen neuen Maßstab setzt, aber Der freie Hund ist ein routiniert geschriebener Krimi, den ich für lesenswert halte.
Profile Image for Henrike.
262 reviews
June 4, 2020
Ein Kommissar, der seinen neuen Einsatzort/ Venedig nicht leiden kann und gleich am ersten Tag zu spät kommt (wenn auch aus gutem Grund) und ein Hund, der gerne Innereien frisst und der Pathologin gehört ... der Anfang von Der Freie Hund gefällt mir unheimlich gut, vor allem, als aktuelle lokalpolitische Probleme Venedigs angesprochen werden: Umweltverschmutzung, Massentourismus, unbezahlbarer Wohnraum für Einheimische, Korruption - Themen, die sich durchs Buch ziehen und mich sehr an "Venezia Autentica" erinnert, die sich im wahren Leben gegen genau diese Misstände engagieren.

Die Ermittlungen sind aus meiner Sicht sehr realistisch geschrieben, mit teilweise sehr langen Verhörungen, Rückschlägen (auch intern), und zwei großartig geschriebenen Haupt-Ermittlern, wobei ich es super finde, wie Anna als starke Frau geschildert wird, vor der alle Respekt und manchmal auch Angst haben. Große Gewaltexzesse findet man hier nicht, Spannung aber schon. Eine ganz klare Leseempfehlung für alle, die ihre Krimis mit aktuellen, gesellschaftlichen Themen verbunden haben möchten.
304 reviews
April 15, 2020
Liest sich durchaus ähnlich wie Schorlaus Dengler-Krimis, wenn auch in einer anderen Stadt. Die Verwurzelung der Handlung an ihrem Ort ist aber auch in diesem Projekt offenbar sehr wichtig.
Die eigentliche Krimi-Handlung ist wie bei Schorlaus Stammreihe solide, aber nicht überragend spannend. Dennoch rundum interessant. Was hier fehlt ist meines Erachtens aber die Verbindung mit einer brisanten politischen bzw. gesellschaftlichen Fragestellung, die vor dem Hintergrund der Handlung beleuchtet und mit umfassender Recherche untermauert wird. Das ist es, was die Dengler-Krimis für mich so großartig macht, und das kommt in diesem Titel zu kurz. Trotzdem ein guter Krimi, und nettes Detail: So wie Dengler auch in jedem Buch diverse doppelte Espressi leert, muss es auch für Morello immer ein Espresso doppio sein.
Profile Image for Reiner Valeske.
109 reviews
February 18, 2022
Mein Fazit:
Sollte man unbedingt lese! Denn der Krimi hat alles nicht was man sonst in einem Krimi aus Italien vermutet oder erwartetet in dem die Maia eine Rolle spielt. Den zick zack Kurs den der “ffeie Hund”Antonio Morello bei der Aufklärung eines vermeintlich, simplen Mordes geht ist Toll. Wie auch der Fingerzeig und die Probleme von Venedig mit den Umweltsünden der Kreuzfahrtschiffen und der Masse an Touristen mit ihrem Verhalten hat, man liest und denkt darüber nach es stört aber nicht die Handlung. Und
Commissario Antonio Morello aus Sizilien nach Venedig versetzt ist in etwa so als würde man einen Kommissar aus dem Rheinland ins Allgäu versetzen. Ich kann nur sagen LESEN.
182 reviews
June 7, 2024
Macht süchtig nach mehr
Ein Commissario der der Mafia in Sizilien auf die Füße getreten ist wird nach Venedig versetzt. Das Nord- und Süditalien sehr verschieden sind ist ja allgemein bekannt. Das der Start in Venedig daher für den Commessario nicht unbedingt einfach wird ist klar und dass er auch in Venedig gegen organisiertes Verbrechen vorgeht auch. Sehr gut wird Venedig, seine Bauwerke und seine Menschen beschrieben.
Dietmar Wunder hat wieder hervorragend gelesen und ich habe das Buch in einem durchgehört.
Profile Image for PG.
90 reviews1 follower
December 20, 2020
Ich hatte mich gefreut, dass Schorlau jetzt in der Kreuzfahrtindustrie recherchiert und daraus einen spannenden Krimi macht. Stattdessen gibt es einen mäßigen Mafia Thriller ohne Tiefgang allerdings mit ganz viel italienischer Lebensart und Unterricht in der italienischen Sprache. Übrigens, Venedig ist großartig und die Kreuzfahrtschiffe sind die Pest.
Profile Image for Zimt.
205 reviews
September 22, 2023
Ich bin ein riesiger Commissario Morello Fan!
Die Bücher drehen sich um eine spannende Mischung aus Krimi, italienischer (Polit-)Geschichte, Korruption und das Thema "Mafia" kommt ebenfalls nicht zu kurz.
Das Ganze spielt zudem noch im wunderschönen Setting rund um Venedig.
Profile Image for Ursula.
74 reviews
December 31, 2024
Es ist lesbar aber nicht allzu bewegend. Die Hauptfigur erhält zwar ein aufsehenerregendes Leben aber es wird nicht entwickelt. Es wird eher zu viel gesagt und damit die Spannung genommen. Die Geschichte an und für sich könnte Klasse sein . Aber die Dramaturgie wird nicht voll ausgeschöpft.
68 reviews
May 5, 2020
Spannend. Wie schon bei den Dengler Krimis gefällt mir die Mischung aus Spannung, Realität, Humor, Kultur und gutem Essen. Ich freue mich auf weitere Fälle in Venedig.
201 reviews5 followers
May 27, 2020
ein schöner Venedig Krimi - auch wenn er nicht an Commissario Brunetti herankommt, es geht rund um das Thema Kreuzfahrtschiffe in Venedig und die Probleme damit
35 reviews
April 8, 2021
Unterhaltender Krimi mit Einblick in die unterschiedlichen Facetten von Venedig.
122 reviews
September 18, 2021
Nicht schlecht weil in Venedig aber lange nicht so gut wie Donna Leon
Profile Image for Mary.
4 reviews
July 5, 2022
Habe ich im Urlaub auf langen Busfahrten verschlungen. Sehr spannender & interessanter Krimi!
Profile Image for dubh.
361 reviews
June 1, 2020
Commissario Antonio Morello wird zu seinem eigenen Schutz von Sizilien nach Venedig versetzt, da er weit oben auf der Todesliste der Mafia steht. Doch für den sogenannten „freien Hund“ ist diese Anordnung eine Strafe - er möchte weiter gegen die Cosa Nostra und Korruption vorgehen. So ist sein Blick auf die Lagunenstadt schon fast als bösartig zu bezeichnen, Morello versprüht vom ersten Tag an eine Miesepetrigkeit und ein Unverständnis für Norditalien, dass man ihn fast schütteln möchte. Naja, fast, denn sein hasserfüllter Blick auf die Touristenscharen, die stinkenden Kreuzfahrtschiffe und das trübe Wasser, mit dem er direkt Bekanntschaft macht, ist extrem unterhaltsam. Zumal der ein oder andere Kollege, auf den er trifft, nun auch nicht gerade mit den mehr als klischeehaften Nord/Süd-Vorurteilen geizt.
Doch Venedig hat schon viele Menschen in ihren Bann gezogen… Nachdem sich doch noch ein genießbarer Caffè findet und die hübsche Nachbarin Morello anbietet, ihm ihre Stadt zu zeigen, bröckelt seine ablehnende Haltung ein ganz klein wenig….

Doch dann geschieht der erste Mord, den Morello in seiner neuen Umgebung untersuchen muss. Ein Student, der sich vehement gegen Kreuzfahrtschiffe ausspricht und mit einer Gruppe Aktionen, die die Bevölkerung aufwecken soll, unternimmt, wird ermordet.
Schnell findet sich Morello in den gewohnten Sphären wieder, denn wo es ums ganz große Geschäft geht, ist Korruption und Verstrickungen der Politik nicht weit. Und ja, vielleicht auch die Mafia - Morellos größter Feind…

Nachdem ich die Dengler-Krimis von Wolfgang Schorlau allesamt verschlungen habe, habe ich mich über „Der freie Hund“ sehr gefreut. Endlich wieder ein Krimi - und Italien geht für mich sowieso immer! Unzählige Male habe ich Italien besucht, aber in Venedig war ich auch noch nie - durchaus auch aufgrund ähnlicher Vorurteile wie Morellos. Aber wer weiß, vielleicht lasse ich mich ja gemeinsam mit dem Commissario überzeugen?

Das Autoren-Duo lässt ihrer Hauptfigur erst einmal ein bisschen Zeit - zum Glück, den der Kerl muss erst einmal ein wenig durchatmen, was angesichts der Kreuzfahrschiffe, die nicht nur eine extrem gefährliche Sogwirkung auf die hölzernen Säulen, auf denen die zahlreichen historischen Gebäude stehen, haben, sondern auch die Luft der Lagunenstadt verpesten, gar nicht so einfach ist. Und sofort fällt auf, dass Morello unter Beobachtung steht - und zwar nicht nur der Kollegen, die seine Ankunft mehr als kritisch sehen…
Morello ist herrlich direkt, mitunter sogar böse, was ihn zugegebenermaßen direkt für sympathisch gemacht hat. Was unter anderem auch dazu beigetragen hat, dass er so geworden ist, wird nach und nach deutlich, aber ja, Morello ist ein echter Charakter, von dem ich gerne noch mehr lesen möchte.
Der Fall an sich ist jetzt - für den ein oder die andere Krimileser:in möglicherweise nicht der ganz große Wurf, in meinen Augen ist es aber ein wirklich guter erster Band, da für mich der Fokus hier auf die Einführung der Ermittlers liegt. Nichtsdestotrotz schaffen es die Autoren hier, dass Themen behandelt werden, die durchaus viel mehr Aufmerksamkeit verdienen, wie der Massentourismus, der ohne Wenn und Aber in eine historisch zu bedeutende Stadt einfällt und dadurch ihre Einzigartigkeit massiv bedroht. Aber natürlich kommt auch ein altes und sehr verheerendes anderes Problem Italiens auf den Tisch: die Mafia.

Ein gelungener Auftakt einer Krimireihe, von der ich nicht nur einen echten Charakterkopf als Ermittler erwarte, sondern eben auch jede Menge brenzlige wie gesellschaftskritische Themen. Ich bin sehr auf den Fortgang gespannt!
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