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Versteckspieler. Die Geschichte des schwulen Fußballers Marcus Urban

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141 pages, Paperback

Published October 1, 2008

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Ronny Blaschke

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56 reviews4 followers
November 10, 2009
Der DFB hat das Thema Homophobie im Profibereich des Herrenfußballs erst seit kurzer Zeit für sich entdeckt, zunächst stand der Kampf gegen Rassismus im Vordergrund. Im Bewusstsein der Mehrheit der Fußballfans ist dieses Thema dagegen noch immer nicht angelangt. Ein kleiner Beitrag zum Abbau dieses Defizits ist diese vom jungen Sportjournalisten Ronny Blaschke verfasst Biographie des DDR-Talents Marcus Urban. Jener befand sich auf der Schwelle zum Durchbruch als Profispieler ehe er unter der psychischen Belastung, in der schwulenfeindlichen Umgebung des Fußballs als Homosexueller aufzufliegen, zerbrach.
Die biographischen Etappen wechseln sich raffiniert mit Exkursen des Autors, die das Problem der Homophobie im Profifußball von verschiedenen Perspektiven aus betrachten, ab. Dies tut dem Lesefluss keinen Abbruch, im Gegenteil, sie sorgen für Abwechslung von der höchst interessanten, aber stellenweise psychologisch doch zu holzschnittartigen Darstellung des Leidens von Marcus Urban, als Beispiel seien die mit nur wenigen Worten angeschnittenen Wallungen der Aggression in Urban angeführt. Über die Gründe dieses Umstandes kann man nur spekulieren. Ließ die Konzeption dieses schmalen Bändchens von Verlagsseite nicht mehr Raum zu? Konnte Blaschke in den Gesprächen mit Urban nur bis zu einem gewissen Punkt vordringen, öffnete sich letzterer dann seinem Interviewer nicht weiter? Wie auch immer, betroffen machend ist die Lebensgeschichte allemal, und der Autor kann den Lesern in den Exkursen erhellende Einblicke gewähren, in denen nicht mit Kritik gespart wird, sei es beispielsweise am Wissenschaftsbetrieb aber auch an seinem Berufsstand und dem Medienbetrieb überhaupt.
Man kann also dem Autor für das Aufgreifen dieses vielleicht letzten großen Tabus danken, auch wenn die eigentlich sehr positive Lektüre von dem Eindruck des schnellen "Runterschreibens" geschmälert wird.
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