In der aktuellen Flüchtlingsdebatte stellt sich immer dringlicher die Frage nach einem neuen Gesellschaftsvertrag. Dabei sind insbesondere drei Aspekte zu berü erstens die politische Durchsetzung von Menschenrechten als eine moderne Errungenschaft der Geschichte; zweitens die soziale Unterfütterung dieses rechtlichen Schutzes durch uralte kulturelle Werte wie Empathie und Solidarität, und drittens ein Kanon von Regeln des fairen und respektvollen Zusammenlebens unter Einheimischen und Zugewanderten. Für diesen Kanon, der jenseits kultureller Differenzen als gemeinsame Verpflichtung anerkannt wird, schlägt Aleida Assmann den Begriff der "Menschenpflichten" vor, deren fünftausendjährige Geschichte sie rekonstruiert und für die Gegenwart aktualisiert.
Aleida Assmann is a Professor of English Literature and Literary Theory in the Department of Literature, Art and Media at the University of Konstanz in Germany. She has also been a guest lecturer at universities including Rice, Princeton, Yale, and the University of Chicago. She is the author of several German-language books and has received international recognition for her scholarship, including the Max-Planck-Research Prize for History and Memory in 2009 and an Honorary Doctorate from the Theological Faculty at the University of Oslo in 2008.