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Das schräge Haus

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Wäre Ella ein Haus, dann eins mit schrägem Giebel. Findet zumindest Mina, in deren Ruhrpott-Schrebergarten-Welt Ella aufwächst. Dort, wo die Sommer golden sind und Glühwürmchen Wünsche erfüllen, oder manchmal auch nicht. Schön und wundersam ist es hier – bis zu jenem Sonntag im Juni, nach dem nichts mehr sein wird, wie zuvor … 26 Jahre später sind die Sommer nur noch heiß, die Glühwürmchen verschwunden und Ellas Haus schiefer denn je. Aber damit ist sie nicht allein, denn in ihrer psychologischen Praxis geben sich Menschen die Klinke in die Hand, die alle mit ihren eigenen Schrägheiten zu kämpfen haben. Auch Herr Oebing, der gern Krümelmonster-T-Shirts trägt und seine Frau Traurigkeit pflegt.

352 pages, Paperback

Published December 17, 2019

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Susanne Bohne

47 books

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Community Reviews

5 stars
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2 (5%)
1 star
1 (2%)
Displaying 1 - 7 of 7 reviews
Profile Image for auserlesenes.
364 reviews16 followers
January 9, 2020
Beruflich läuft es für Ella rund: Im Ruhrgebiet hat die psychologische Psychotherapeutin eine eigene Praxis. Doch privat ist die 34-Jährige nicht glücklich. Sie ist Single und kinderlos und hat neben ihrer besten Freundin Yvonne und ihrer Großmutter Mina kaum soziale Kontakte. Außerdem leidet Ella noch immer darunter, was an jenem Sonntag im Juni 1986 in Minas Schrebergarten passiert ist. Nicht nur ihre Patienten haben so ihre Probleme. Auch Ella selbst fühlt sich recht schräg, genauer gesagt wie ein Haus mit krummem Giebel oder ein Rosenbusch, der sich nicht von der Stelle bewegen kann. Wird es ihr gelingen, ihre Welt ein wenig geradezurücken?

„Das schräge Haus“ ist ein Roman von Susanne Bohne.

Meine Meinung:
Der Roman besteht aus zwei Teilen. Die ersten sechs Kapitel spielen allesamt am Sonntag, 22. Juni 1986, in der Schrebergarten-Siedlung im Richterbusch. Die übrigen der insgesamt 37 Kapitel mit einer angenehmen Länge sind 26 Jahre später, also im Jahr 2012, angesiedelt. Der Roman endet mit einem kurzen Epilog, der wiederum elf Monate später spielt. Erzählt wird vorwiegend in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Ella, wobei dies nicht konsequent durchgehalten wird, da die Protagonistin auf märchenhafte Weise auch Einsichten in die Gedanken und Gefühle von anderen zu haben scheint. Zudem gibt es mehrere Kapitel, in denen die Perspektive zu weiteren Personen wechselt.

Sehr gut gefallen hat mir der Schreibstil. Er ist warmherzig, lebhaft, anschaulich und bisweilen sogar poetisch. Obwohl das Erzähltempo meist recht langsam ist und die Geschichte erst nach längerem Anlauf Fahrt aufnimmt, kommt beim Lesen keine Langeweile auf. Kreative Wortneuschöpfungen wie „Zeitpudding“ und „Seelenhaus“, treffende Metaphern und Vergleiche, gelungene Beschreibungen und eine dichte Atmosphäre zeugen vom Talent der Autorin, mit Sprache umzugehen. Zwar gibt es einige Wiederholungen, was die Formulierungen angeht, aber daran habe ich mich nicht gestört.

Mit Ella steht eine sympathische Protagonistin mit gutem Herz im Vordergrund, die ihren Hang zum Träumen nicht verlernt hat und die Intention verfolgt, ihren Mitmenschen zu helfen. Ihre Gedanken und Gefühle werden sehr gut deutlich. Sie wird zwar mit liebevollem Blick beschrieben, allerdings auch recht kindlich, realitätsfern und naiv dargestellt. Ihr Verhalten konnte ich nicht immer nachvollziehen. Auch viele der anderen Personen, und dabei nicht nur ihre Patienten, wirken etwas verschroben oder zumindest speziell, was jedoch einen Reiz der Geschichte ausmacht.

Besonderes Interesse hat der Roman bei mir deshalb geweckt, weil es nicht nur um eine Liebesgeschichte geht, sondern auch um Ellas psychotherapeutische Arbeit und die Patienten in ihrer Praxis. Leider vermittelt die Geschichte kein authentisches Bild einer Therapeutin und wirft ein eher schlechtes Licht auf diesen Bereich. Zum einen spricht Ellas mangelndes Selbstbewusstsein und ihre fehlende Verarbeitung eigener Traumata nicht dafür, dass sie selbst die im Studium und in der Ausbildung gelernten Techniken bei sich anwenden kann. Zum anderen verhält sie sich im Umgang mit vor allem einem Patienten zum Teil erschreckend verantwortungslos. Zeitweise wird der Roman auch der Ernsthaftigkeit psychischer Krankheiten nicht ganz gerecht, etwa dann, wenn eine Depression mit suizidaler Tendenz als „Frau Traurigkeit“ verniedlicht wird. Mir ist durchaus bewusst, dass der Wohlfühlroman nicht wortwörtlich genommen werden darf und einen hoffnungsvollen Blick auf das Leben mit seinen wundervollen Momenten bieten möchte. Bei diesem heiklen Thema fehlt es mir allerdings ein wenig an Sensibilität. Positiv anzumerken ist dagegen, dass der Roman viel Tiefgang besitzt und die lobenswerte Botschaft vermittelt, dass es durchaus okay ist, wenn man nicht perfekt ist, sondern Ecken und Kanten hat.

Die reduzierte Gestaltung mit der Schildkröte passt gut zum Inhalt. Schön, dass sich auch im Inneren hübsche, kleine Illustrationen finden. Der Titel ist ebenfalls treffend gewählt.

Mein Fazit:
Mit „Das schräge Haus“ stellt Susanne Bohne ihr Talent zum Schreiben eindrucksvoll unter Beweis. Der etwas andere Liebesroman, der märchenhaft anmutet, hat mir unterhaltsame Lesestunden beschert. Allerdings sind die Darstellungen von Psychotherapie und psychischen Krankheiten stellenweise problematisch.
Profile Image for meerbuecher.
86 reviews12 followers
May 3, 2020
Mina kann die Häuser der Menschen sehen. Sie kann sehen, ob sie ihren Vorgarten pflegen, in welcher Farbe ihre Wände gestrichen sind und ob die Dachziegel alle noch da sind. Und sie kann sehen, dass Ellas Haus schräg ist.

Damit wächst Ella auf, verbringt ihre Kindheit in den Schrebergärten umgeben von den verschiedensten Charakteren, die alle wortwörtlich eigenartig sind bis sie zufällig dem Tod begegnet und den Zauber des Richterbuschs mitnimmt.

Zeitsprung. Ella ist jetzt Mitte 30 und ihr Haus ist immer noch schräg. Mittlerweile arbeitet sie als Psychotherapeutin in ihrer eigenen Praxis und versucht krampfhaft die Häuser ihrer Patienten zu erkennen, was ihr einfach nicht gelingen will. Und wo sie in ihrer Kindheit aus Versehen dem Tod begegnete, passiert ihr nun dasselbe nochmal - allerdings mit der Liebe. Diese Begegnung erweist sich jedoch nicht unbedingt als weniger kompliziert und folgenreich.

Susanne Bohne hat hier eine sehr ungewöhnliche Geschichte mit urigen Charakteren erschaffen, die mich beim Lesen zeitweise an das Gefühl erinnert hat, das ich bei "Was man von hier aus sehen kann" hatte. Die Sprache ist dabei sehr bildhaft. An manchen Stellen war es mir fast etwas ZU bildhaft, um noch realistisch zu wirken. Es fühlte sich dann eher wie eine Traumsequenz an und war nicht richtig greifbar. Auch mit dem Ende bin ich nicht zu hundert Prozent glücklich, kam es mir doch etwas zu überstürzt und forciert daher.

Dennoch hinterlässt "Das schräge Haus" ein warmes Gefühl wie nach einem Stück Bienenstich in mir. Es ist mit wunderbaren Lebensweisheiten gespickt, die wir uns alle hinter die Ohren schreiben sollten. Die Passagen über die Liebe und besonders die über die Liebe zu sich selbst haben mich sehr berührt und ich habe mich hier und da ertappt gefühlt.
"Mach aber lieber nicht so ein Riesengedöns darum. Es ist besser, wenn man sein Herz nicht verschleudert. Wir sind ja hier schließlich nicht auf der Resterampe vom Woolworth", sagte sie, und dass ich mein Herz nie ganz hergeben sollte, schon gar nicht für'n Spottpreis. "Heb dir immer ein großes Stück für dich selbst auf. Dann kann eigentlich nichts schiefgehen." S.113


Ich habe versucht mein Haus zu sehen, aber es ist mir nicht gelungen, also habe ich es so gemacht wie Mina es gesagt hat. Um das herauszufinden müsst ihr das Buch aber selbst lesen 😉

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an die Autorin und den Rowohlt Verlag!
9 reviews
May 11, 2024
Am Anfang ist es mir ein bisschen schwer gefallen, alles zu überblicken, aber dann hat sich das Buch als überaus lesenswert erwiesen. Sehr schön geschrieben mit Tiefgang und Mehrwert 😌.
Profile Image for Uralte  Morla.
370 reviews126 followers
April 13, 2020
Ella ist schon als Kind eher ruhig und kann nicht gut mit Konflikten umgehen. Im Schrebergarten ihrer Großmutter Mina wächst sie auf, fühlt sich dort behütet, bis einer der Nachbarn stirbt. Als erwachsene Frau behandelt sie als Psychotherapeutin verschiedene Patienten, kann sich aber ansonsten immer noch nicht gut durchsetzen und ist eher eine Einzelgängerin. Mit der Liebe klappt es auch nicht so, Onlinedating geht eher schief.
Das alles - die schrulligen Patienten, das innige Verhältnis zwischen Ella und Mina, Ellas Gedanken - beschreibt Susanne Bohne mit einem frischen Ton, sehr liebevoll und mit Humor. Manchmal erzählt sie etwas ausufernd und gerade der Teil über Ellas Kindheit war mir persönlich etwas zu lang. Das habe ich im zweiten Teil aber schnell verziehen, weil ich Ella wirklich sehr gerne gefolgt bin und mich mit ihr gut identifizieren konnte.
Auch, dass die Story auf eine Liebesgeschichte hinausläuft, fand ich hier passend und schön und habe mich sehr auf die romantischen Momente gefreut.
Doch dann passierte etwas, das mich sehr aufgeregt hat.

ACHTUNG SPOILER

Ella schläft mit einem ihrer Patienten, der sich daraufhin in sie verliebt. Und auch, wenn sie ihren Fehler erstmal eingesteht (Puuh, ein Glück, dachte ich!), ist auch Ella verliebt und außerdem schwanger. Während ihr Patient sich wegen ihrer Zurückweisung mit Suizidgedanken herumschlägt, gesteht Ella sich ihre Gefühle ein, sucht und findet ihn und es folgt ein Märchen-Happy-End. Nur, dass das einen ziemlich bitteren Beigeschmack hat, weil hier Grenzen überschritten werden. Und weil hier ein Romantikbild vermittelt wird, das ich höchst verstörend und gefährlich finde. Menschen mit ernsthaften Suizidgedanken und psychischen Problemen können bestimmt nicht durch ein bisschen Romantik gerettet werden.
Mich hat dieses Ende massiv gestört, deswegen gibt es von mir "nur" drei Sterne.
Profile Image for Meakuel.
735 reviews3 followers
June 5, 2021
Triggerwarnung:

Ich kann so schlecht Bücher abbrechen. Hier hätte ich es wirklich tun sollen, es war grottig.
Zugegeben das Cover hat mich einfach angesprochen, die Beschreibung klang durchaus interessant, aber es scheitert schon daran das die Bilder, also bildhafte Darstellung bei mir nicht funktioniert. Und diese Bilder werden immer und immer wieder hervorgehoben und darauf rumgekaut. Es würde mich nicht wundern, wenn manche bei 300 Seiten 100 Mal wiedergekäut wurden. Auch wenn ich versuche das bei Seite zu lassen, ist es auch nicht mein Schreibstil. Und Gott, was verachte ich die Protagonistin! Sie schwafelt davon, dass ALLE sich nach Liebe sehnen. Mann, Heirat, Kinder sind der Sinn des Lebens. So weit, so dämlich, unausstehlich wurde sie für mich, als sie ihre Arbeit als Therapeutin mit der Arbeit eines Bäckers vergleicht. Und zwar so, dass sie für jede psychische Krankheit ein Rezept hat. Es gibt keine Patentrezepte im Umgang mit Menschen und erst recht nicht in diesem Bereich. Es macht die Sache auch nicht besser, dass sie die ganze Zeit "selbst zweifelt". Das ist kein Selbstzweifel, das ist Selbstmitleid und sie ist großartig sich darin zu suhlen.
Sie ist auch anderweitig nicht für den Beruf geeignet. Man bekommt nie mit, dass sie auch nur einmal ernsthaft ihren Beruf nachgeht oder auch nur mit der richtigen Einstellung daran geht. Im Gegenteil, es wird indirekt als Erfolg gefeiert, dass sich selbst endlich akzeptiert und einem Patienten deswegen ins Gesicht sagt, dass er einen Knall hat und das auch so meint. Hurra! Sie scheint auch immer von ihrer Arbeit abgelenkt zu sein, hat Wichtigeres zu tun, als die Banalitäten ihrer Patienten, hört eh nicht richtig zu und beschäftigt sich mit allem Möglichen gedanklich. Oh, sie kann es auch nicht ausstehen, wenn ihre Patienten Jammern. Wie können die auch nur und das bei einer Psychotherapie! Nein, Ella träumt lieber vom Traumprinz und ihrem Happy End. Dabei ist es ja angeblich ihr Ziel Menschen zu retten, weil sie seit ihrer Kindheit nicht überwinden konnte, dass sie (natürlich) Verstorbene nicht zu Leben erwecken kann. Davon spürt man halt nur nichts, das bekommt man nur erzählt mit ganz viel Selbstmitleid. Eine Patientin kommt ihr entgegen, indem sie nicht jammert und beide Parteien wissen, dass nichts bei den Sitzungen rum kommen wird. Es geht nur darum, dass sie eine Stunde pro Woche aus dem Alltag entfliehen kann. Eine sehr teure Möglichkeit hat sich die Dame da gewählt, mitunter auch ein Betrug an der Krankenkasse.
Was Ellas andere Patienten angeht, so sind sie absolut überzeichnet, als ob man verschiedene Eigenarten und Schrullen auf jeweils eine Person vereinen muss und dadurch wirken sie absolut nicht echt. Niemand aus diesem Buch wirkt echt für mich. Trotz all dem Anders sein sind sie für mich blass und ohne Tiefe. Das geht so weit, dass ich, die eh nah am Wasser gebaut bin, selbst bei den Todesszenen nichts gespürt habe, es war mir gleichgültig.
Als sich die unvermeidbare Klischee-Romanze anbahnt, wird es etwas besser. Da ist es dann nur mehr absolut langweilig und uninteressant für mich, aber Drama über Drama. Etwas vollkommen Vorhersehbares wird absichtlich so umschrieben, als ob man als Leser genau so blöd wäre, wie Ella in der Situation. Ein Kitschende zum Abschluss.
Absolute unreflektierte Romance-Geschichte, die sich irgendwie mit dem Tod beschäftigt.
Profile Image for buchwoerter.
243 reviews
January 4, 2020
Perfekt Unperfekt! In dem Roman „Das schräge Haus“ von Susanne Bohne spielt mitten im Ruhrgebiet zwischen Schrebergärten Zechen, Spielplätzen und Vereinsheimen.


Darum geht’s:

Wäre Ella ein Haus, dann eins mit schrägem Giebel. Findet zumindest Mina, in deren Ruhrpott-Schrebergarten-Welt Ella aufwächst. Dort, wo die Sommer golden sind und Glühwürmchen Wünsche erfüllen, oder manchmal auch nicht. Schön und wundersam ist es hier – bis zu jenem Sonntag im Juni, nach dem nichts mehr sein wird, wie zuvor … 26 Jahre später sind die Sommer nur noch heiß, die Glühwürmchen verschwunden und Ellas Haus schiefer denn je. Aber damit ist sie nicht allein, denn in ihrer psychologischen Praxis geben sich Menschen die Klinke in die Hand, die alle mit ihren eigenen Schrägheiten zu kämpfen haben. Auch Herr Oebing, der gern Krümelmonster-T-Shirts trägt und seine Frau Traurigkeit pflegt. Ein Roman voller liebenswert verschrobener Figuren, der zeigt: Egal wie schräg – irgendwie wird es schon gehen, im Leben. Das tut es immer. Und manchmal wird es sogar richtig schön.


Mein erster Roman im Jahr 2020 und ich muss sagen: lohnenswert, beobachtend und zauberhaft. Ein richtiger Kracher!
Auf den ersten Seiten findet man viel Ruhrpottharmonie und man findet sich mitten im Schrebergarten wieder. Selbstredend mit einem Bergmann, einer Sitzecke, Vereinsheim und durch Hecken getrennte Parzellen. Die Sprache ist typisch frei Schnauze. Die Kindheit Ellas wird einfach unfassbar toll beschrieben! Ihr Trauma lässt einen aufhorchen und mitfühlen.

Abgelöst wird der erste Teil durch den meiner Ansicht nach besseren zweiten Abschnitt: Ella ist erwachsen, hadert mit sich und wirkt verloren. Der Ruhrpottcharme aus ihrer Kindheit ist verflogen und beherrscht wird sie durch Selbstkritik. Dieser Teil geht rasant von statten und weist immer wieder Überraschungen auf. Die Charaktere sind einzigartig, haben Spleens, wirken dennoch nicht gekünstelt. Emotional hat mich der Roman voll gepackt und ich musste an einigen Stellen wirklich innehalten. Gerade die Abwechslung der Emotionen hat mir besonders gut gefallen. Unbedingt lesen! Ein frischer, aufregender und emotionaler Roman über das über sich hinauswachsen und Selbstakzeptanz. Am besten lest ihr das Buch bei einer ordentlichen Frikadelle mit Kartoffelsalat.

Profile Image for Estrelas.
940 reviews
January 26, 2020
Psychologin Ella sieht sich selbst als schräges Haus. Neben den Problemen ihrer Patienten gibt es auch in ihrem eigenen Leben einiges geradezubiegen.
Wir begegnen ihr zunächst als quirliges Mädchen im Jahr 1986 in einer Kleingartensiedlung, verfolgen sie dann bei der Arbeit als seriöse Therapeutin und erleben sie schließlich in ihrem privaten Durcheinander. Analog zur Handlung wechselt das Buch von verrückt-sprunghaft (die Empfindungen eines achtjährigen Mädchens) über berührend (die Beziehung zur Oma) bis hin zu emotional (die neue Liebe).
Auch wenn der Einstieg ins Buch (die Kindheit) aufgrund der schnellen Gedankensprünge Konzentration erforderte, hätte ein Beibehalten dieses Stils eher meine Erwartungen an einen außergewöhnlichen Roman erfüllt. Leider flaute dies in der Jetztzeit abrupt ab, Beschreibungen wiederholten sich, und ich konnte auch nicht in jeder Situation mit der Protagonistin mitfühlen.
Gut gefallen hat mir der ruhrgebietstypische Slang („Hömma, der Junge muss unbedingt mal ordentlich wat essen, und schlafen und anne frische Luft. Dann guckt der auch nich mehr so bedröppelt!“) als realitätsnaher Hintergrund. „Das schräge Haus“ bringt neben der ungewöhnlichen „Verpackung“ (Steifbroschur) besondere Bilder mit, konnte mich aber nicht vollends überzeugen.
Displaying 1 - 7 of 7 reviews

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