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Luna Luna

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»Luna Luna« ist ein dunkler Text. Er ist rasant, rasend und atemlos und spricht von tief innen aus dem weit offenen Gaumenraum heraus. Es geht um die dünne Wand zwischen Traum und Trauma, um dünne Haut, um eine Gans aus Pappmaché und den Bären, den sich eine aufbindet, um sich gegen den Wind zu schützen. Ums Verlieren und Verletzen geht es. Um einen Krieg, der vielleicht nie stattgefunden hat und doch in jeder Pore präsent ist.
Motive, Figuren und Sätze schubsen sich wie Autoscooter durch die Textgalaxie, beschleunigen, karambolieren, knallen gegen unsichtbare Banden, werden in schwarzen Löchern verschluckt.
Und über allem hängt die Luna, ein Fixpunkt für die Höhe der Sehnsucht, leuchtend, wahnsinnig und selber rastlos. Eine Luna, die am Ende in einem Sturz aus ihrer Umlaufbahn heraus aufs Wasser fällt wie ein glühender Ofen.

Den Zweitling der Schriftstellerin Maren Kames schlicht als Buch zu bezeichnen, wird ihm nicht ganz gerecht. Die lyrische Mondfantasie Luna Luna ist ein poetisch-musikalisches Gesamtkunstwerk: rasant, assoziativ und mit ganz viel Pop. --Michael Braun auf Deutschlandfunk Kultur

So präzise und leicht, so witzig und pointiert gearbeitet, dass sie noch den akribischsten Silbenzähler glücklich machen wird. (...) Luna Luna bietet die Möglichkeit eines ebenso erhellenden wie zukunftsöffnenden Leseerlebnisses. --Christian Metz, FAZ

»Luna Luna« funkelt aus der Dunkelheit heraus wie die Sterne in einer schwarzen Nacht. --Aus der Jury-Begründung für Platz 7 der SWR-Bestenliste

MAREN KAMES wurde 1984 in Überlingen am Bodensee geboren und ist in Baden-Württemberg und Hessen aufgewachsen. Für ihr vielbeachtetes Debüt »Halb Taube halb Pfau« wurde sie unter anderem mit dem Düsseldorfer PoesieDebütPreis und dem Anna Seghers Preis ausgezeichnet. 2017 erhielt sie außerdem den Kranichsteiner Literaturförderpreis. Sie übersetzt die Theaterstücke und Essays von Sivan Ben Yishai aus dem Englischen und lebt als freie Autorin in Berlin.

108 pages, Hardcover

First published August 1, 2019

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About the author

Maren Kames

5 books3 followers

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Community Reviews

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2 stars
4 (12%)
1 star
2 (6%)
Displaying 1 - 2 of 2 reviews
Profile Image for Andrin Albrecht.
278 reviews8 followers
June 16, 2022
Ja, gemäß aller gängigen Definitionen ist Maren Kames‘ „Luna Luna“ ein Gedichtband, aber er funktioniert nur, wenn man ihn als diffuse Kurzgeschichte in einem Zug von vorne nach hinten liest. Schlägt man willkürlich eine Seite auf, um sich ein wenig Lyrik zu Gemüte zu führen, ist man im besten Fall verwirrt, im schlechtesten erheblich enttäuscht. Es steht außer Frage, dass Kames schreiben kann, aber man findet hier kaum individuelle Zeilen voll poetischen Feuerwerken, keine Grenzerfahrungen der Sprache, tiefgründig Destillationen von Lebensrealitäten oder formal spektakuläre Sprachspiele. Versteht mich nicht falsch: „Luna Luna“ ist absolut prachtvoll gestaltet, mit weißer Schrift, die über tiefschwarze Blätter im pink-silbernen Umschlag krabbelt, und diese Schrift fügt sich nicht selten zu äußerst eleganten Sätzen zusammen – aber keiner dieser Sätze lässt den Lesenden auf sich allein gestellt die Kinnlade herunterklappen. Ganz im Gegenteil: Ein prominentes Element dieses Buches sind die zahllosen englischsprachigen Songtexte, die als Fußnoten Kames‘ eigenen Gedichten angehängt sind und von diesen teilweise wortwörtlich, nur halt einfach auf Deutsch, widergespiegelt werden. Ein Blick auf eine willkürliche Seite kann es deshalb scheinen lassen, dass Kames lediglich David Bowie oder Florence and the Machine oder The National übersetzt, dass ihre Lyrik kaum mehr als eine verdeutschte Kopie größerer Texter ist, und man hier einem hochwertig produzierten Schwindel aufgesessen ist.
Erst wenn man am Anfang anfängt, sich eine Stunde oder zwei Zeit nimmt, sich den ganzen Bogen dieses Buchs zu Gemüte zu führen, und die Aufeinanderfolge verschiedener Themenfelder und in ihnen verstreuter Songtexte zu entdecken beginnt, entsteht ein tatsächlicher Mehrwert. Figuren tauchen ab und wieder auf; die zitierten Songs werden statt störender Spiegelbilder zu einer Art Filmsoundtrack, und wir folgen den surrealistischen Erlebnissen einer Ich-Erzählerin, die von einem in den ungebetensten Momenten auftauchenden Sheitan Selbstzweifel eingeflüstert bekommt, sich mit dem Ende einer Beziehung abzufinden versucht, ein apokalyptisches Schlachtengetümmel überblickt, und sich immer stärker zu einem in zwei Hälften brechenden Mond über dem Meer hingezogen fühlt. Teils sehr schwerfällige Anglizismen, die in einzelnen Gedichten eigentlich herausgestrichen gehörten, werden mit der Zeit wie selbstverständlich zur Redeweise dieser Erzählerin. Lautmalerische und romantisch-erzählerische Passagen wechseln sich ab und erzeugen ein Gesamtgebilde, das von keiner in Isolation hätte geleistet werden können. Man kann die Sehnsucht nach dem Mond immer besser nachempfinden, streift Selbstzweifel ab und liest gespannt weiter, um endlich zu erfahren, wo und mit welchen Worten diese Geschichte enden wird. Dass die Geschichte in lyrischer Form geschrieben ist, verkommt nach ein paar Dutzend Seiten beinahe zur Nebensache.
Und wenn man dann tatsächlich auf der letzten Seite angelangt ist, der Mond noch immer im Wasser nachschimmert und Annie Lennox den Soundtrack dazu singt, kann man guten Gewissens sagen, dass „Luna Luna“ vielleicht immer noch nicht weltverändernd, aber nichtsdestoweniger zweifelsohne schön ist, vielleicht sogar wert, ein zweites und ein drittes Mal gelesen zu werden. Hier ist eine Form von Poesie, die zu verstehen man keinen Universitätsabschluss in Literaturwissenschaft benötigt, die ihr grandioses Buchgewand verdient hat und bei der man froh ist, ihr nach dem ersten willkürlichen Aufschlagen, Schulterzucken und Weglegen noch eine zweite Chance gegeben zu haben.
Profile Image for Otto.
750 reviews50 followers
February 16, 2020
Preis der Leipziger Buchmesse 2020 shortlisted. The Leipzigers have at least one lyrical text in the shortlist this year, which completely undermines my conventional reading experience. Maren Kames writes about love, war, and looking at the world from above. All this based on pop songs from alphaville to Tom Waits, an indication of the accompanying soundtrack ends the short text. The small book is not cheap, but the criticism is sometimes excellent. https://www.perlentaucher.de/buch/mar...
So: Luna Luna is recommended if you want to move away from well-known price list literature.
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