Schrötten im Südschwarzwald, 1820: Ein verwilderter Knabe wird aufgefunden, niemand weiß, woher er kommt. Man gibt den Halbwüchsigen der Bauernfamilie Steinhauer in Obhut, wo er seine Umgebung durch seine Schönheit und Anmut sogleich fasziniert. Auch besitzt er erstaunliche Kenntnisse in der Naturheilkunde und rettet damit der jungen Maria Steinhauser das Leben. Mehr und mehr Dorfbewohner scheinen dem wundersamen Charme Gabriels zu erliegen. Als sich dann auch die Bäuerin Steinhauer heimlich in Gabriel verliebt, spitzen sich die Ereignisse zu und bringen so manchem Schröttener den Tod. Und die Fragen, die alle Schwarzwälder umtreibt, werden immer drängender: Wer ist dieser Fremde, wo kommt er her, und was führt er im Schilde?
Super atmospheric and very creepy. I enjoyed this historical mystery set in my part of the world. Loved the plot, the setting, the characters. The only thing that took me out of the story on several occasions was the author's style, which sometimes went into over-explain mode where she wanted to communicate all the research she'd done on the time period but couldn't find a way to organically fit it into the narrative.
1820, irgendwo mitten im Schwarzwald: Am Silvesterabend taucht plötzlich ein verwilderter Junge im Kloster auf. Von den Mönchen fortan Gabriel genannt, wird er zunächst mit den anderen Jungen unterrichtet. Doch als Gabriel negativ auffällt, stecken sie ihn in das nahe gelegene Dorf Schrötten in die Obhut der Bauernfamilie Steinhauer. Im Dorf erliegen schnell alle seiner anmutigen Schönheit und seinem Charme und sind fasziniert von seinem Wissen und seinen Fertigkeiten. Doch Gabriels Dasein scheint zur Folge zu haben, dass viele Schröttener um ihn herum der Sünde verfallen und im Dorf eine Katastrophe auf die nächste folgt. Woher kommt dieser fremde Junge und was ist sein Geheimnis?
„Wolf“ von Marie Brunntaler war eines der ersten gelesenen Bücher des Jahres und im Grunde direkt außerhalb meiner Comfortzone, da ich selten historische Romane lese und wenn, dann auch nicht wirklich mit so tiefgreifendem religiösem Bezug. Für den Moment des Lesens hat „Wolf“ mich mit seiner ausgeklügelten Handlung sehr fesseln können und war auch im Bezug auf die Auseinandersetzung mit „Sünden“ sehr interessant. Im Buch wurde eine so mysteriöse, spannungsgeladene Atmosphäre geschaffen, dass ich dem Rätsel um Gabriel unbedingt weiter auf den Grund gehen wollte. Der Handlungsort im Schwarzwald rund um das Kloster trug dabei sein Übriges zu der Stimmung bei. Der Roman bleibt jedoch, was die Gefühle der Figuren angeht, sehr oberflächlich, weshalb ich nicht wirklich eine Bindung zu ihnen aufbauen konnte. Auch im Allgemeinen war „Wolf“ für mich eher kurzweilig und ich habe den Eindruck, dass mir die Handlung nicht sonderlich lange im Gedächtnis bleiben wird. (Was mir jetzt – einen Monat später – bereits auffällt). Nichtsdestotrotz steckt „Wolf“ voller Drama und unerwarteter Wendungen und ist ein prima „Lesesnack“, der sich aufgrund des tollen Schreibstils von Marie Brunntaler schnell lesen lässt.
The local flair obviously pleased me as it is set in 1820 in my home region. So that plays in as well. But I also thought that this book was very atmospheric, really lived of its atmosphere.
In einem Kloster im Südschwarzwald taucht 1820 ein verwilderter Knabe auf. Die Mönche fragen sich, wer er ist und woher er kommt, doch der Junge scheint seine Vergangenheit vollständig vergessen zu haben, selbst seinen Namen weiß er nicht mehr. Kurzerhand nennen sie ihn Gabriel und nehmen ihn im Kloster auf. Als Gabriel dann aber durch negatives Verhalten auffällt, wird er in das kleine Dorf Schrötten nahe des Klosters gebracht und in die Obhut der Familie Steinhauer gegeben. Schnell erliegen alle der Schönheit und dem Charme Gabriels - doch scheint die Sünde die Einheimischen des kleinen Dorfs seit dem Auftauchen des mysteriösen Knaben reihum zu erfassen...
"Wolf" von Marie Brunntaler ist ein typischer Lesesnack - wenige Seiten, eine spannende Geschichte mit einigen Plottwists und ein angenehmer Schreibstil, der die Seiten nur so dahinfliegen lässt. Die Autorin schickt die Lesenden auf eine Reise in die Vergangenheit und setzt sich in ihrem Buch vor allem mit der Sünde im Kontext christlicher Religionen auseinander. Eigentlich gar nicht so wirklich mein Thema, Marie Brunntaler gestaltet die Thematik aber sehr kurzweilig und verwandelt den historischen Roman gegen Ende kurzerhand in einen Krimi.
Ich mochte in "Wolf" vor allem die Atmosphäre, die durch das Setting im ländlichen Südschwarzwald geschaffen wird. Es war für mich sehr interessant, die Dorfbewohner*innen bei ihrem täglichen Leben und ihren Aufgaben, die das Leben auf dem Land für sie 1820 bereit hielt, zu begleiten. Außerdem baut die Autorin auch einige mysteriöse Momente ein, was das Buch für mich noch stimmungsvoller gemacht hat. Abgesehen von der spannenden Geschichte und dem tollen Setting kam der Roman für mich aber eher flach daher, ich konnte keinerlei Bindung zu den Figuren aufbauen und habe schon eine Woche, nachdem ich das Buch zugeklappt habe, das Gefühl, dass hier nicht ganz so viel hängen bleiben wird. Außerdem hat der Roman ab etwa der Hälfte in meinen Augen viele problematische ableistische Stellen, was ich beim Lesen sehr unangenehm fand.
Für mich gehört "Wolf" in die Kategorie "Kann man lesen, kann man aber auch lassen" - gute Unterhaltung für den Moment mit einem tollen Schauplatz, aber kein historischer Roman, der mir länger in Erinnerung bleiben wird.
Als ich das Buch angefangen habe, hätte ich nicht erwartet, dass es ein besonderes Buch wäre. Ich habe mich eingestellt, dass es ein mittelmässiges Buch sein würde mit einem Mystery drin.
Kurz zum Inhalt des Buches ohne spoiler: Eines Tages taucht der namenlose Junge im Kloster aus. Er fällt auf durch seine unvergleichbare Schönheit. Der Junge wird nach dem Erzengel Gabriel benannt und im Kloster mit den anderen Jungen unterrichtet. Es dauert nicht lange bis Gabriel negativ auffällt und im handumdrehen in das nahegelegene Dorf Schrötten umgesidelt wird, wo er als Knecht aufgenommen wird. Der Junge fällt auch im Dorf durch seine Schönheit auf. Die Schröttener verfallen dem schönen Gabriel, aber nicht alle wollen sich von seiner Schönheit blenden lassen und sind ihm gegenüber misstrauisch. Das Misstrauen der wenigen Dorfbewohner scheint sich zu bewahrheiten, um den Jungen herum scheinen alle in Sünde zu verfallen, aber immer noch trübt die Schönheit die Dorfbewohner. Dies scheint sich zu ändern, als der neue Lehrer in das Dorf eintrifft. Der nicht gegenteiliger sein könnte als Gabriel. Der Lehrer ist der einzige, der dem Jungen nicht nur misstraut, sondern sein Misstrauen auch begründen kann, da er den Jungen Knaben anscheinend kennt.
Das Buch thematisiert die Sünde und wie sie von einer Gesellschaft wahrgenommen wird, die stark unter der Macht der Kirche lebt.
Zu sündigen ist die grosse Angst eines jeden guten Christen und anstatt sich der Sünde zu bekennen, ist es einfacher, diese Sünde abzuwälzen. Die Angst zu sündigen verleitet die Schröttener dazu Gabriel als Sündenbock zu verwenden, anstatt den Fehler in ihrem eigenen Verhalten zu suchen. Diese Buch thematisiert, wie man die Religion einen verleitet mit Schuld umzugehen, aus Angst, nicht mehr rein zu sein. Gabriel kommt und jeder sieht einen Engel in ihn, schnell aber sieht man in nicht mehr einen Engel sondern, einen Teufel, der die Schröttener verführt Sünde zu begehen. Was eine sehr schöne Allegorie ist, da Lucifer nichts anderes ist, als ein gefallener Engel.
„Schon damals hatte ich den Eindruck, dass dieser Mensch ein Gefäss ist, in das man so manches hineingiessen kann. Wenn ihr in ihm einen Heiler seht, wird er zu heilen vermögen. Seht ihr aber einen Lüstling in ihm, wird er auch das sein.“ (S.198, Wolf, Brunntaler)
Diese Textstelle illustriert, das gesagte ausgezeichnet, dass Gabriel für die Schröttener ein willkommener Sündenbock ist. Anstatt die Schande, über sich zu ergehen, die durch eine Sünde ausgelöst würde, wird das gemachte, so versucht zu rechtfertigen, dass das Verhalten durch ihn ausgelöst wurde. Im Sinne von, Gott hat diesen Jungen geschickt, um uns zu verführen Sünde zu begehen. Obwohl ich die Sünde begehe, trifft mich keine Schuld.
„Sie war der heiligen Überzeugung, dass er dort mehr Schuld trug als sie selbst.“ (S.205, Wolf, Brunntaler)
Und wenn sich jemand seiner Schuld bekennt, wird sie im Vergleich zu einer anderen Schuld gestellt. Sodass die eigene Schuld relativiert wird und .
„Du glaubst, dass du nichts zu beichten hättest, weil andere schlimmer gesündigt haben als du.“ - (S. 192, Wolf, Brunntaler)
Im Buch ist diese Thematik vor allem im Blick auf den Christentum erzählt. Die Angst zu sündigen verleitet die Menschen dazu, den Sündenbock in Gabriel zu sehen. Indem sie ihm die Schuld geben, fühlen sich die Schröttener von ihrer Sünde befreit, oder sogar akkurater, dass die Sünde, die sie auf Gabriel wälzen ihre eigenen Sünden überschatten und so nicht mehr gesehen werden. Was natürlich aus Sicht des Christentums mit einem Gott der alles sieht, die Ironie schlechthin ist. Aber dies ist meiner Meinung nach, das was dieses Buch aussagen will. Die Ironie in der Kirche und die Interpretationen, die man sich von der Bibel zurechtlegt, damit es einem passt.
Dies führt uns zu einem weiteren Subkategorie von der Verarbeitung von Schuld, nämlich, dass man die eigene Schuld gar nicht mehr wahrnimmt, da man sich die Wahrheit so zurechtlegt wie man will.
„Es war kein Verbrechen, Gabriel zu lieben. Dorian hatte sich nichts vorzuwerfen.“ (S.219, Wolf, Brunntaler)
Man kann also drei Kategorien feststellen, wie mit Sünde umgegangen wird. Zum einen, dass sie durch jemanden ausgelöst wird; dass die eigene Sünde nicht so schwer wiegt wie die eines anderen; und die totale Verleumdung der eigenen Sünde, durch eine Auslegung der Bibel, die einen favorisiert.
Alles in allem ein wunderschönes Buch, dass Schuld im Fokus der Religion darstellt.
Der Roman "Wolf" von Marie Brunntaler hat 240 Seiten und ist im Eisele Verlag erschienen.
Ein junger Mann taucht ganz plötzlich zu Anfang des 19. Jahrhunderts in einem abgelegenen Kloster im Südschwarzwald auf. Nach einem Vorfall schickt ihn der Abt zum Hof der Familie Steinhauer, wo er fortan als Knecht arbeitet. Durch seine Schönheit und Anmut sind schnell alle Dorfbewohner fasziniert von ihm. Doch als sich sowohl die Bäuerin als auch ihre Tochter in ihn verlieben, spitzen sich die Ereignisse zu und die Stimmung im Ort kippt.
Die Autorin versteht es meisterhaft, das harte Leben der armen Dorfbewohner sehr bildhaft zu beschreiben. Der Roman dreht sich um Liebe und Verrat, Rache und Vergeltung, Versuchung und Sünde und trotz der Kürze des Buches hatte ich nicht das Gefühl, etwas würde fehlen. Die Schreibweise ist einfach und ansprechend, sehr flüssig zu lesen. Die Spannung steigt im Laufe der Geschichte und das Ende ist überraschend, aufwühlend und berührend.
Einordnen würde ich diesen Roman zwischen Gegenwartsliteratur und historischem Roman. Die Geschichte erinnert mich etwas an Sturmhöhe, von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung.
Wir schreiben das Jahr 1820 in einem kleinen Schwarzwalddorf namens Schrötten. Dort lebt die Bäuerin Antonia mit ihrem Mann, der durch einen Unfall nicht mehr ansprechbar ist, und vor sich hinvegetiert. So muss Antonia mit der Tochter Marie und den Knechten den Hof selber bewirtschaften. Als eines Tages im Dorf dann ein junger Mann erscheint, fängt für die Familie ein neues Leben an. Gabriel, so wird der junge Mann genannt, hilft auf Antonias Hof wo er nur kann, und wird unersetzlich für die Familie. So hilft Gabriel nicht nur auf dem Bauernhof als Arbeiter mit, er verdingt sich auch als Heilkundiger, und verarztet allerlei Krankheiten, und dies sehr erfolgreich. Das weiß auch das naheliegende Kloster sehr zu schätzen, die den mysteriösen jungen Mann auch hin und wieder aufgenommen haben. Doch die Anwesenheit des jungen Mannes bringt nicht nur Glück. Jeder möchte von dem Glück haben: So buhlt nicht nur Antonia um die Gunst des jungen Fremden, sondern auch Maria. Dies ruft die Eifersucht Ruperts auf die Tagesordnung, der eigentlich Maria heiraten wollte, um selber Bauer zu werden. Als schließlich dann ein neuer Lehrer ins Dorf kommt, lichtet sich langsam das Geheimnis um Gabriel.
Das Dorf Schrötten mit dem nahe gelegenen Kloster ist für sich eine abgekapselte Welt. Von dem Krieg, der ringsherum herrscht, haben die Bewohner wenig bis fast gar nichts mitbekommen. So sind die Bewohner mehr mit sich selber beschäftigt und leben wie in einer kleinen Blase. Abwechslung gibt es nur durch den Besuch der Klosterbewohner. Da ist Gabriel doch eine willkommene Abwechslung und bringt frischen Wind in diese kleine Welt. Marie Brunntaler verwendet gekonnt verschiedene Stilmittel in ihrem Buch. So wird der fremde Unbekannte ja eigentlich schon zu einem Erzengel erkoren, weil er so hübsch ist, so perfekt, und hilfreich ist. Doch die Zweifler erkennen schnell: es ist nicht alles Gold, was glänzt. Viele fragen sich, ob man nicht den Wolfs im Schafspelz im Dorf hat. Langsam erkennen die Dorfbewohner, dass der Schein trügt.Hinter jeder Fassade steckt eine Geschichte. Aber auch im ach so frommen Kloster menschelt es, und auch hier spinnt sich manche Intrige, die nur durch Zufall aufgedeckt wird.
„Wolf“ ist ein Buch, das mir gerade wegen seiner Tiefe und Symbolhaftigkeit sehr sehr gut gefallen hat. Marie Brunntaler hat sich sehr viel Mühe gegeben, auf kleinstem Raum viele Metaphern bewusst zu platzieren, ohne das sie einen erschlagen hätten. Die Romantik des Schwarzwaldes gegenüber der harten Arbeit und Mangel an Luxus, der Wunsch nach Veränderung gegenüber der Bereitwilligkeit, diese Veränderung auch wirklich anzunehmen. All dies wurde gekonnt sprachlich und bildlich umgesetzt. Auch dass das Buch ohne großes Happy End auskommt, hat mich überzeugt.
Als 1820 in Schrötten im Schwarzwald ein Junge aufgegriffen wird, nehmen sich zuerst die Mönche des nahe gelegenen Klosters seiner an und nennen ihn Gabriel. Doch dann wird er in die Obhut der Familie Steinhauer gegeben. Auf dem Hof macht er sich nützlich, fällt aber durch sein seltsames Wesen auf. Er kann sich nicht erinnern, wie er heißt oder woher er kommt. Auch kann er nicht erklären, wo er die umfangreichen medizinischen Kenntnisse erlangt hat, die er besitzt. Durch seine Art verdreht er schon bald den Frauen des Dorfes den Kopf. Als sich die Bäuerin des Hofes in ihn verliebt, bahnt sich langsam eine Katastrophe an, die ungeahntes zu Tage bringen wird.
Dieser Roman fasst auf wenigen Seiten atmosphärisch dicht das harte Leben der Bauern und Dorfbevölkerung der damaligen Zeit zusammen. Man spürt als Leser schnell, dass hier mehr hinter der Handling stecken muss, als die äußere Fassade einen glauben macht. Dadurch bleibt die Spannung bis zum Schluss erhalten. Kein gewöhnliches Buch, das zu lesen sich in jedem Fall lohnt.
Heimatroman aus dem Schwarzwald Wolf ist ein historischer Roman aus dem Schwarzwald, geschrieben von Marie Brunntaler. Ich habe schon ihren Roman Das einfache Leben gerne gelesen. Die Autorin lässt ihre Geschichten in der Landbevölkerung spielen.
Dieser Roman hat Schrötteln im Südschwarzwald im Jahre 1820 als Schauplatz. Der etwa 15jährige Gabriel wird halbwild aufgefunden. Um ihn wogt ein Geheimnis. Die Autorin lässt in dem Roman einige Themen anklingen. Da ist der Abt, mit seinem Drang zu Jungen. Es kommt zu eigenartigen Todesfällen, Eifersüchteleien und Grausamkeiten.
Dieser Heimatroman besticht durch die Beschreibung der Nöte, Wünsche, Liebe und Rache. Es ist eine fesselnde Geschichte, die mich gut unterhalten hat.
Ein ganz besonderes Buch hat Marie Brunnthaler hier erschaffen. Der schon fast märchenhaft anmutende historische Roman hat mich schnell in seinen Bann gezogen, fasziniert und verzaubert. Das Gute und das Böse, Rache und Vergeltung, Versuchung und Sünde, aber auch die wahre Liebe stehen im Mittelpunkt der Geschichte. Ein wunderschöner Roman, den ich gerne weiterempfehle!