Wie oft habe ich in Museen Judith mit dem Kopf des Holofernes gesehen? Gerade letzte Woche in Krakau.
Helofernes schwört, das letzte Volk, das sich ihm unterwirft (oder das nicht tut) auszulöschen. Das sind die Hebräer (Ebräer bei Hebbel.) Also wird die Stadt Bethulien belagert. Hilft Gott in der Not?
Nun, Judith ist bereit. Judith ist Witwe, aber auch Jungfrau, warum genau, bleibt unklar, entweder weil sie wahnsinnig ist, oder der Gatte es war.
Also begibt sich Judith zu Helofernes. Um sich ihm hinzugeben und umzubringen. Zum Glück ist sie schön, so schön, dass Helofernes schwört, niemanden mehr zu erblinden.
„Komm, Judith, ich will dich kennenlernen! Sträube dich immerhin noch ein wenig, ich will dir selbst sagen, wie lange. Noch einen Becher! Er trinkt. Nun stell das Sträuben ein, es ist genug!“
Und er führt sie mit Gewalt ab. Und Judith im Abgehen: „Ich muß – ich will – pfui über mich in Zeit und Ewigkeit, wenn ich nicht kann!“
Aber sie kann. Und nach kurzem Ringen mit sich selbst schlägt sie dem Mann den Kopf ab. – Und wird natürlich als Heldin gefeiert. Und wird sie dem Tyrannen einen Sohn gebären? Vorsichtshalber lässt sie sich vom Volk das Versprechen abnehmen jederzeit auf Wunsch getötet zu werden.