Pirx, der skeptische und unheroische, aber doch couragierte Held dieser sechs Erzählungen, ist von Mißtrauen gegen »unsere eisernen Brüder«, die Roboter, erfüllt. Für ihn repräsentieren sie eine unbestimmte Gefahr, einen Faktor des Unheimlichen. Nicht zuletzt deshalb, weil sie ihn an die Schuld des Menschen der Maschine gegenüber erinnern.
In der Titelerzählung wird der Roboter zur tragischen Gestalt, weil er die menschliche Regung der Dankbarkeit entwickelt - und dadurch selbst zugrunde geht. In einer weiteren Erzählung wird ein anderer Roboter so menschenähnlich, daß er für sich die Schönheit des Bergsteigens entdeckt und dabei zerschellt. In »Die Verhandlung« sieht sich Pirx vor die Aufgabe gestellt, die nichtmenschlichen Mitglieder seiner Besatzung bei einem Weltraumflug herauszufinden und ihre Funktionstüchtigkeit zu beurteilen. `
Inhalt: - Die Patrouille (Patrol, 1959) - Die Jagd (Polowanie, 1965) - Der Unfall (Wypadek, 1965) - Pirx erzählt (Opowiadanie Pirxa, 1965) - Die Verhandlung (Rozprawa) - Ananke (Ananke, 1971)
Stanisław Lem (staˈɲiswaf lɛm) was a Polish science fiction, philosophical and satirical writer of Jewish descent. His books have been translated into 41 languages and have sold over 27 million copies. He is perhaps best known as the author of Solaris, which has twice been made into a feature film. In 1976, Theodore Sturgeon claimed that Lem was the most widely read science-fiction writer in the world.
His works explore philosophical themes; speculation on technology, the nature of intelligence, the impossibility of mutual communication and understanding, despair about human limitations and humankind's place in the universe. They are sometimes presented as fiction, but others are in the form of essays or philosophical books. Translations of his works are difficult and multiple translated versions of his works exist.
Lem became truly productive after 1956, when the de-Stalinization period led to the "Polish October", when Poland experienced an increase in freedom of speech. Between 1956 and 1968, Lem authored 17 books. His works were widely translated abroad (although mostly in the Eastern Bloc countries). In 1957 he published his first non-fiction, philosophical book, Dialogi (Dialogues), one of his two most famous philosophical texts along with Summa Technologiae (1964). The Summa is notable for being a unique analysis of prospective social, cybernetic, and biological advances. In this work, Lem discusses philosophical implications of technologies that were completely in the realm of science fiction then, but are gaining importance today—like, for instance, virtual reality and nanotechnology. Over the next few decades, he published many books, both science fiction and philosophical/futurological, although from the 1980s onwards he tended to concentrate on philosophical texts and essays.
He gained international fame for The Cyberiad, a series of humorous short stories from a mechanical universe ruled by robots, first published in English in 1974. His best-known novels include Solaris (1961), His Master's Voice (Głos pana, 1968), and the late Fiasco (Fiasko, 1987), expressing most strongly his major theme of the futility of mankind's attempts to comprehend the truly alien. Solaris was made into a film in 1972 by Russian director Andrei Tarkovsky and won a Special Jury Prize at the Cannes Film Festival in 1972; in 2002, Steven Soderbergh directed a Hollywood remake starring George Clooney.
Das Buch enthält in der deutschen Ausgabe von 1973 sechs Kurzgeschichten, die nicht aufeinander aufbauen und in beliebiger Reihenfolge gelesen werden können. Allen, die nicht das ganze Buch lesen möchten, empfehle ich die Kurzgeschichten "Die Patrouille" und "Pirx erzählt."
1) Die Patrouille: Unerwartete Handlung - 4* Handlung:
2) Die Jagd: Zunächst spannend, dann langatmig - 3* Handlung:
3) Der Unfall: Langatmig - 2* Handlung:
4) Pirx erzählt: Spannende Kurzgeschichte mit unüblichem Ende - 5* Handlung:
5) Die Verhandlung: Spannender interessanter Einstieg, dann sehr langsame Aufarbeitung der erfolgten Ereignisse - 1* Handlung:
6) Ananke: Spannender Start, enttäuschendes Ende - 2* Handlung:
Als jemand der äußerst selten Science Fiction Literatur liest, war ich vollkommen überrascht, wie sehr mich die Geschichten des Piloten Pirx gefesselt haben. Die Ausgangspositionen der sechs Kurzgeschichten waren jedes Mal Alltagssituationen, die nicht unbedingt viel Spannung versprachen. Jedoch sind allein diese Alltagssituationen für Menschen, die in einer Zeit leben, in der Raumfahrt über den Mond und den Mars hinaus mit solch einer Regelmäßigkeit und Selbstverständlichkeit in weiter Ferne liegt, faszinierend. Und genau hier unterscheiden sich Lem's Erzählungen von der Science Fiction Literatur, mit der ich vertraut bin.
1. Stanislaw Lem verfügte über ein Wissen, das zahlreiche Gebiete wie die Mathematik, die Kybernetik und die Informatik umfasste. Er nutzte dieses Wissen, um eine Zukunft zu skizzieren, die so realistisch wie möglich erscheint. Dementsprechend kommt es dem Leser vor, als erzähle das Buch Geschichten, die sich in Zukunft tatsächlich so ereignen könnten. Bis zum heutigen Zeitpunkt ist mir kein Autor bekannt, der einen so hohen Anspruch auf Realismus in Science Fiction stellt.
2. Obwohl die Geschichten in ferner Zukunft situiert sind, sind ihre Themen unglaublich relevant im Kontext der Herausforderungen, denen wir heutzutage gegenüberstehen. Die jüngsten Diskussionen um ChatGPT zeigen, dass unsere Gesellschaft gespalten ist, wenn es um das Thema der künstlichen Intelligenz geht. Der Pilot Pirx lebt zu einer Zeit, in der die künstliche Intelligenz allgegenwärtig ist und den Alltag der Menschen bestimmen. In "Die Verhandlung" gehen seine Zeitgenossen sogar soweit, dass sie den Versuch wagen, Roboter zu entwickeln, die vom Menschen nicht mehr zu unterscheiden sind. Pirx steht solchen Ambitionen kritisch gegenüber und weist auf die Grenzen der Technik hin. Das Buch wirft Fragen auf, die für den technologischen Fortschritt, den wir heute erleben, bedeutend sind.