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Das Ding auf der Schwelle ist ein offensichtlich stark autobiographisch gefärbter Text. Wie der Autor selbst ist der Freund auch von Frauen erzogen worden, war hoch begabt und hatte einen deutlichen Hang zur schwarzen Magie und zu verbotenen Büchern, beispielsweise zu Necronomicon, einer fiktiven, von Lovecraft selbst erfundenen Schrift eines verrückten Arabers. Die schauderhafte Story endet damit, dass der Ich-Erzähler seinen Freund, der wahnsinnig wurde, tötet. Und der Titel Das Ding auf der Schwelle bezieht sich auf die tote Hülle der Ehefrau des Freundes, die über übersinnliche Fähigkeiten verfügte.
Der Ich-Erzähler, der seinem Freund unzählige Briefe schreibt, ist eine weitere Parallele zu Lovecrafts eigenem Leben. Der Schriftsteller gilt als manischer Briefeschreiber. Er führte umfangreiche briefliche Korrespondenz unter anderem mit den Autoren Robert Bloch (Psycho) und Robert E. Howard (Conan der Barbar).
Die zweite, nicht weniger gruselige Story Die Ratten im Gemäuer beschreibt die unglaubliche Geschichte der Menschenhaltung in einem Keller. Lutz Riedel zieht alle Register der Horrorfachs. Er interpretiert die beiden Geschichten derart eindringlich, dass man im wahrsten Sinne des Wortes Gänsehaut bekommt. Wer so etwas mag, wird fasziniert sein, die anderen werden den Horror nicht durchstehen.
Als Schriftsteller wurde Lovecraft zu Lebzeiten (1890 bis 1937) verkannt. Sein Interesse für den Traum und das Unterbewusste führte ihn verständlicherweise auch zu Edgar Allan Poes Werk. Nach seinem Tod hat sein umfangreiches Werk, das die eigenen Alpträume und sein Unterbewusstsein thematisiert, aufgrund der Authentizität viele Schriftsteller und Filmemacher nachhaltig beeinflusst.
Ungekürzte Lesungen, Spieldauer: ca. 153 Minuten, 2 CD. --culture.text
2 Audio CDs
First published September 20, 2004