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Ich bin Özlem

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»Meine Eltern kommen aus der Türkei.« Alle Geschichten, die Özlem über sich erzählt, beginnen mit diesem Satz. Nichts hat sie so stark geprägt wie die Herkunft ihrer Familie, glaubt sie. Doch noch viel mehr glaubten das ihre Kindergärtnerinnen, die Lehrer, die Eltern ihrer Freunde, die Nachbarn. Özlem begreift erst als erwachsene Frau, wie stark sie sich mit dieser Zuschreibung identifiziert hat. Aber auch wie viel Einfluss andere darauf haben, wer wir sind. Özlems Wut darüber bahnt sich ihren Weg, leise zunächst, dann allerdings, bei einem Streit mit ihren Freunden, ungebremst: Von Rassismus ist die Rede und von Selbstmitleid, von Scham und Neid, von Ausgrenzung und Minderwertigkeitsgefühlen. Ihre Geschichte will Özlem von nun an selbst bestimmen und selbst erzählen. Wie das geht, muss sie erst noch herausfinden.

Mit genauem Blick und bestechender Offenheit beschreibt Dilek Güngör, welche Kraft es kostet, sich in einer Gesellschaft zu behaupten, die besessen ist von der Frage nach Zugehörigkeit, Identität und der »wahren« Herkunft.

160 pages, Hardcover

Published February 1, 2019

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About the author

Dilek Güngör

13 books6 followers

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Community Reviews

5 stars
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55 (35%)
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33 (21%)
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9 (5%)
1 star
1 (<1%)
Displaying 1 - 13 of 13 reviews
Profile Image for Schlimme Helena.
114 reviews117 followers
July 23, 2021
Ich wünschte, ich hätte dieses Buch schon als Teenie gelesen
Profile Image for Mina.
190 reviews23 followers
September 30, 2023
Dilek Güngör geht in ihrem Roman “Ich bin Özlem” den Fragen zu Zugehörigkeit, Herkunft und Identität nach. Was im Titel als Aussage steht, treibt Özlem in ihrem Alltag als große Unsicherheit um: Wer ist sie, wenn sie nicht ihre türkische Herkunft vor sich herträgt? Inwiefern ist diese für sie und für ihr Umfeld bedeutend? Wie sehr lässt sie sich durch die Gesellschaft in eine Schublade stecken und wie viel ihrer Identität will sie aus sich heraus leben und preisgeben?

Diese Nuancen in Özlems Gedankenwelt treten im Roman wunderbar hervor. Die Autorin arbeitet die Ambivalenz in Özlems Befindlichkeiten, aber auch den inneren Kampf und die graduelle Entwicklung hin zu einem Umgang mit diesen Spannungsfeldern, den sie vor sich selbst vertreten kann, meisterhaft heraus. Die Klischee- und Stereotypenkiste bleibt dabei unberührt, vielmehr war Özlem für mich sehr dreidimensional und relatable in all ihren Widersprüchen, Spitzfindigkeiten, in ihrer Wut und ihrer Resignation. Auch bei Tischgesprächen mit den Freunden wird die Leserin gefordert, die unterschiedlichen Ansichten abzuwägen, zu hinterfragen und das eigene Verhalten in vergleichbaren Situationen zu reflektieren.

Mir hat Dilek Güngör mit diesem Buch nochmals aufgezeigt, wie es im Kopf einer Frau wie Özlem aussehen könnte und dass es wiederum keine “Frau wie Özlem” gibt, weil sie nur durch sich selbst definiert ist, wie der Titel bereits suggeriert. Sich von äußeren Zuschreibungen und inneren Dringlichkeiten und Glaubenssätzen zu lösen ist ein langwieriger und vielschichtiger Weg, der mir hier nochmals eindrücklich vor Augen geführt wurde.

Genau wie bei “Vater und ich” glänzt die Autorin hier mit exzellenter Beobachtungsgabe und feinsinnigen Dialogen. Ganz toll!
Profile Image for Echo books.
8 reviews35 followers
January 24, 2020
Güngör kann das benennen, was Menschen mit Migrationshintergrund oder die selbst Migrationserfahrung haben, umtreibt. Findet Worte für das, was in diesen Menschen vorgeht, oft im Verborgenen gärt und die Ohnmacht nährt. Für Menschen, die den Spagat zwischen zwei Kulturen meistern oder es versuchen und ihre hybriden Identitäten leben. Aber auch die tägliche Angst des Ausgegrenztwerdens, Fremdseins und Abgelehntwerdens aufgrund der Herkunft, des Andersseins beschreibt die Autorin in diesem Roman. Obwohl Özlem, die Hauptfigur des Romans, selten als "fremd" oder anders wahrgenommen wird, ist dies eine der größten Ängste, die sie seit ihrer Kindheit begleitet. Zum Ausdruck kommt das beispielsweise, wenn sie ihren "Makel des Türkischseins" zu überwinden versucht, indem sie sich mit anderen Kindern über die türkische Kultur und Tradition lustigmacht, obwohl es sie im Innern verletzt. Der Wunsch des Dazuzugehörens und das Unterdrücken ihrer Identität gehen Hand in Hand, sodass Özlem erst spät zu ihrer eigenen Stimme findet, die vorher stark unterdrückt war. Geleitet war sie stets von den Werten und Meinungen der Menschen in ihrem Umfeld.
Sie ist stark sensibilisiert für die Fragen nach ihrer Herkunft, oftmals macht es sie wütend, wenn jemand beiläufig wissen möchte, woher sie kommt und der Umgang mit diesem Thema fällt ihr schwer. Sie hat stets das Gefühl, sich erklären zu müssen, eine kurze Antwort auf diese Frage gibt es einfach nicht. Und die Herkunft sagt nichts über einen aus, oder doch? Was bleibt ihr dann noch ohne das Türkische?fragt sie sich.
Ein kluges Buch, aber auch ein Buch, das alte Wunden erneut aufreißt. Das einen zwingt, sich abermals mit seiner eigenen Geschichte auseinanderzusetzen, zu reflektieren, sein Umfeld wieder etwas genauer zu beobachten und Menschen ihre Ängste zu nehmen. Nicht nur für Leser*innen, die zwischen zwei oder mehreren Kulturen stehen sondern auch für solche, die unbedingt wissen sollten, wie es sich anfühlt so zu sein wie Özlem.
Profile Image for Buchfreude.
82 reviews13 followers
October 25, 2020
Gerade als Person, die ebenfalls zwischen den zwei Identitäten aufgewachsen ist, fand ich das Buch nicht gelungen.

Es fing gut an und hat die Sorgen und Ängste beschrieben, die in einem vorgehen, wenn man sich nicht wirklich zu einer Identität zugehörig fühlt. Aber diese ständige Suche nach Bestätigung und dann die "Erkenntnis" am Ende, dass man dann doch genug ist, hat mich sehr verwirrt. Ihr wird am Ende von ihren Freunden vorgeworfen, dass sie nur über sich spricht und sie in Ordnung sei, wenn sie sie selbst ist. Aber richtig zuhören, tun diese nicht wirklich? Dennoch werden die Anderen wieder hervorgehoben und als besser dargestellt. Ralf darf seine Meinung äußern und alle sind damit fein, aber wenn Özlem diese kritisiert, hat sie übertrieben.

Die Erkenntnisse aus dem Buch bringen einen nicht wirklich viel. Man bekommt höchstens Mitleid mit Özlem und wünscht sich für sie Freunde, die ihr zuhören und nicht ihre Probleme als gering abwerten.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Hoàng Anh Nguyễn.
4 reviews2 followers
October 14, 2021
Ich habe dieses Buch verschlungen, es hat meine Gefühlswelt, die für mich nur schwer verbalisiert werden kann, wiedergegeben und ich habe mich durch die Welt von Özlem gesehen und verstanden gefühlt.

Auch ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen, meine Eltern sind als Vertragsarbeiter*innen nach Deutschland gekommen. Die Fragen, Unsicherheiten, Zwischenwelten und Ambivalenzen über Identität, Herkunft und das Gefühl von „Anderssein“ in denen sich Özlem bewegt, in denen auch ich mich bewege. Welche Kraft es benötigt, um mit diesen Gefühlen und Ambivalenzen umzugehen, wird hierdurch sehr deutlich und zeigt mit wie viel Schmerz die Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie, Identität und Trauma verursachen kann. Deswegen fühle ich mich sehr zu der Lebenswelt von Özlem verbunden und spüre Dankbarkeit für diese Geschichte. Dieses Buch hat mich im Herzen berührt!
Profile Image for Tasha.
Author 8 books18 followers
January 26, 2022
Dilek Güngör: „Ich bin Özlem“
Wenn Özlem, eine in Deutschland geborene Türkin, sich mit ihrem Namen vorstellt, geschieht das fast nie, ohne dass ihr Gegenüber Zuschreibungen vornimmt. Bestimmte Erwartungen und Vorstellungen scheinen unweigerlich mit ihrem Namen verknüpft zu sein. Özlem ist mit einem Deutschen verheiratet, ihre Kinder haben deutsche Namen und sie kennt das Herkunftsland ihrer Eltern nur von Besuchen. Dennoch wird sie immer wieder damit konfrontiert, dass sie andere Wurzeln hat. Äußerst nachvollziehbar ist dargestellt, wie diese Erwartungshaltungen und auch die Abwertungen der Türkei gegenüber, die Özlem immer wieder erleben muss, auch zu einem Wandel in ihrem eigenen Denken und in ihrer Gefühlswelt führen.
Man erlebt mit, wie Özlem innerlich immer angespannter und letztlich auch wütender wird, nicht nur auf Grund von offen zur Schau gestelltem Rassismus, sondern auch durch die Mikroaggressionen, die sie in ihrem Freundeskreis erleben muss. Wenn zum Beispiel darüber gesprochen wird, dass eine Schule, auf der viele türkische Kinder sind, die angeblich kaum Deutsch sprechen, keine gute Schule sei.Dilek Güngör lässt ihre Protagonistin verletzlich und zugleich stark erscheinen, wenn sie sich immer wieder einer Welt stellt, die ihr das Gefühl gibt, dass ihr etwas fehlt, um vollkommen dazuzugehören. Leser*innen sind ganz nah bei ihr, wenn sie ihren Alltag bestreitet, sich auch mit ihren türkischen Eltern auseinandersetzt, die bestimmte Erwartungen haben, wie zum Beispiel, dass eine schwangere Frau den Vater ihres Kindes auch heiraten sollte. Ihr Ehemann steht hinter ihr, versteht aber gleichzeitig nicht alle Hürden, die Özlem zu nehmen hat und kann ihre Verletzung im Angesicht von Diskriminierung nicht immer nachvollziehen.
Ich fand es unglaublich spannend und bereichernd, die Welt durch Özlems Augen wahrnehmen zu dürfen und es hat mich dazu gebracht, einige Verhaltensweisen meinserseits nochmal zu überdenken, denn selbst was als Kompliment gemeint ist kann, wenn dadurch othering betrieben wird wiederum verletzend wirken. Sehr deutlich wird hier, wie schwierig es ist, einer Mehrheitsgesellschaft, die sich dauerhaft in den eigenen Verhaltensweisen bestärkt, gegenüberzutreten. Immer wieder sehen sich Menschen, denen Özlem ihre eigenen Verletzungen offenbar, selbst als Opfer.
Für mich ein absolut wichtiger Roman, der mich trotz oder vielleicht gerade wegen der sachlichen Sprache oft sehr getroffen hat. Dilek Güngör wurde mit ihrem Roman „Vater und Ich“ für den Deutschen Buchpreis nominiert und auch auf diesen Roman freue ich mich sehr.
Profile Image for Gutenbuchclub.
23 reviews8 followers
January 11, 2021
Die Gedankenwelt der Erzählerin in „Ich bin Özlem“ von Dilek Güngör ist vor allem mit zwei großen Themenkomplexen beschäftigt, die ineinander greifen und sich auseinander entwickeln: dem Wunsch nach Zugehörigkeit und dem Wunsch, verstanden zu werden. Die geschilderten Konflikte sind der Impuls für eine Entwicklung, an deren Ende sie ultimativ den Wunsch akzeptiert zu werden mit Selbstakzeptanz austauscht. Özlem verweigert sich der Selbstoptimierung, auch wenn das für sie gewöhnungsbedürftig ist – eine allgemeingültige Botschaft, die noch lange bei uns bleiben wird, nachdem wir den Buchdeckel zugeschlagen haben.
Profile Image for Maria.
57 reviews2 followers
September 15, 2025
3.5

Ich fand’s sehr interessant der Protagonistin dabei „zusehen“ zu können, wie sie ihre eigene Lebensrealität und den Bezug zur Herkunft ihrer Eltern hinterfragt und den immer wieder aufarbeitet. Dieser Prozess, der am Ende zur Erkenntnis führt wurde sehr real dargestellt.
Gleichzeitig fand ich, dass das Umfeld der Protagonistin zu wenig problematisiert worden ist und sie immer wieder zum „Problem“ gemacht worden ist. Dieses so weiße akademische Umfeld wurde zwar als solches benannt, aber es wurde doch als eins gesehen, was es zu akzeptieren gilt.
Ich hab mir andere Freund:innen für Özlem gewünscht, aber vielleicht lernt sie diese in ihrem Prozess auch noch kennen

Für mich persönlich hat sich das Lesen eher angefühlt wie ein Begleiten, was teils sehr frustrierend sein konnte, aber auch sehr interessant
6 reviews
March 4, 2025
Für mich als Mensch ohne internationale Geschichte ist dieses Buch sehr wertvoll. Die Protagonistin und ihre Geschichte fühlen sich für mich sehr real an und nahbar. Es zeigt mir eine Perspektive, die mir zuvor verschlossen blieb, die mit sehr viel Emotionen, Kampf und Zerrissenheit geprägt ist.
Wie Güngör es geschafft so viel auf so wenigen Seiten zu verpacken, beeindruckt mich. Absolute Leseempfehlung:)
52 reviews
May 25, 2025
Naja, kann man so weglesen aber ich verstehe ihr Problem garnicht. Wunderbare Kindheit in Deutschland, gut gebildet, nette Freunde, Kind Mann. Wie dramatisch kann es sein dass man aus der Türkei kommt. Da kenne ich zu viele Menschen mit ähnlichen Lebensläufen die nicht so dramatisch zerrissen zwischen den Kulturen sind…
Profile Image for Katharina.
11 reviews1 follower
August 23, 2023
Habs geliebt. Betty könnte denke ich anders relaten
6 reviews
August 26, 2025
Die eigene Entwicklung bezüglich fremdheitserfahrung - interessant aber am Ende wird man alleine gelassen mit der Frage ob und wie man es aufzulösen hat
This entire review has been hidden because of spoilers.
Displaying 1 - 13 of 13 reviews

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