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China First: Die Welt auf dem Weg ins chinesische Jahrhundert

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China First
Die Welt auf dem Weg ins chinesische Jahrhundert

"Wenn heute in China ein Sack Reis umfällt, bebt die Erde."
Theo Sommer

China hat sich in wenigen Jahrzehnten vom Armenhaus im Mao-Look zur Hightech-Nation gewandelt. Vielspurige Autobahnen und Hochgeschwindigkeitszüge verbinden die Zentren. Oft heißt es, die Technologie sei nur importiert, ja geraubt, und die sozialen und ökologischen Probleme seien übermächtig. Doch das ist eine gefährliche Täuschung, wie Theo Sommer eindrucksvoll zeigt. Wer sein luzides Buch voller überraschender Fakten und Zusammenhänge gelesen hat, wird China und den Westen mit anderen Augen sehen.

In immer mehr Zukunftssparten wie erneuerbare Energien oder Elektromobilität übernimmt China die Führung. Das Seidenstraßen-Projekt stellt wichtige Handelswege unter chinesische Kontrolle. Außenpolitisch trumpft China immer mehr auf, in Asien auch militärisch. Der neue starke Mann Xi Jinping hat sich eine Machtfülle gesichert, wie sie nicht einmal Mao hatte. Er perfektioniert den Überwachungsstaat mit digitaler Gesichtserkennung und einem an Orwell gemahnenden "Sozialkreditsystem". Auch hier spielt China eine beängstigende Vorreiterrolle. Das chinesische Jahrhundert hat begonnen. Es kommt jetzt darauf an, es zu verstehen und sich zu behaupten.

480 pages, Hardcover

Published January 25, 2019

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Theo Sommer

29 books2 followers

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Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for Wedma.
438 reviews11 followers
February 13, 2019
Kurz gesagt: Hier gibt es gute und weniger gute Seiten. Der Stoff ist recht deutlich auf eine bestimmte Zielgruppe zugeschnitten.

Etwas ausführlicher:
Eigentlich habe ich vorausgesetzt, ja gehofft, dass dieses Buch über China besser wird, als das von Strittmatter (Die Neuerfindung der Diktatur, 2018). Tja, bei der Hoffnung ist es auch geblieben, denn das Hauptproblem liegt, hier wie dort, im WIE des Erzählens. Hier ist der Ton etwas gesetzter, ruhiger, jedenfalls nicht überwiegend hämisch-süffisant bis hysterisch wie bei Strittmatter. Aber die Probleme bleiben die gleichen: Beide Bücher stellen einen Mix aus grenzenloser Selbstüberschätzung der Autoren und der nicht weniger uferlosen Geringschätzung der Leser, denn die beiden Herren schreiben für die Leser, die sie als stark minderbemittelt antizipieren, sowohl in Sachen Infoversorgung als auch in der Fähigkeit, selbst zu denken und die eigenen Schlüsse zu ziehen.

In der gesamten Länge, mit einigen Ausnahmen, muss man die Meinungsmacherspielchen über sich ergehen lassen: Seite um Seite wird einem eingebläut, was man zu diversen Themen in Verbindung mit China zu denken hat. Unterliegende Annahmen hier: a) Man ist naiv genug, dem werten Autor alles aufs Wort zu glauben, ohne daran zu denken, seine Ausführungen zu hinterfragen; b) Der Leser merkt gar nicht, dass er gerade einer Hirnwäsche unterzogen wird, denn Propaganda wirkt nur, wenn man sie als solche nicht erkennt. Diese wird hier nach dem Prinzip „Steter Tropfen höhlt den Stein“ verabreicht, was ihre Wirkung verstärken soll. Im Grunde war diese Vorgehensweise zu erwarten: Beide Herren, ob Strittmatter oder Sommer, gehören den Leitmedien an, i.e. sind seit Jahren dabei, das Volk im Sinne der Machtinhaber zu erziehen, sie sind in Sachen Propagandaschreiben wohl geübt. Wenn ich mir die beiden Bücher so anschaue, wundert mich die andauernde Leitmedienkrise herzlich wenig. Wer die Leser so geringschätzt und mit ihnen so umgeht, muss sich nicht wundern, dass die Leute ihre Informationen lieber aus anderen Quellen beziehen wollen.

Zum Buch. Es hat vier Teile: Im ersten liest man paar Dinge zur Geschichte und zum Werdegang Chinas. Im zweiten Teil geht es um den Aufstieg zur Supermacht. Der dritte Teil beschreibt die Sicht des Autors auf Chinas heutige Weltpolitik, darin ca. 40 Seite über die Seidenstraßen, 26 S. über Aufrüstung, ca. 20 S. zu den Geschehnissen im Südchinesischen Meer. Teil vier beschreibt Konflikte mit einigen anderen Ländern wie Japan, Indien, Russland, USA.

Schon allein diese erdrückende Menge an Werbung zugunsten der Leitmedien spricht Bände. Die Herren wollen ihren Umgang mit Lesern kaum ändern. Die Werbung, selbst in Sachbüchern oder dem, was als Sachbuch wahrgenommen werden will, soll es richten. Es gibt kaum eine bekannte überregionale Zeitung, die hier mit mehreren, wohl ausformulierten Sprüchen nicht zitiert wurde. Als ob diese verlässlichen Quellen wären. Die schlagen bloß in die o.g. Kerbe der Meinungsmache.

Überhaupt der Umgang mit Quellen. Dieser lies schon sehr zu wünschen übrig. Es gibt keine Fußnoten, nichts, das zu einer soliden Quelle am Ende des Buches mit Angaben des Titels, Jahres etc. führen würde. Es gibt keinen sichtbaren Zusammenhäng zwischen dem Text und den hinten unter „Literatur“ aufgeführten Werken. Man kann höchstes raten, was wohin gehören könnte. Hier und dort, nicht besonders oft, wurden die Quellen direkt im Text angegeben, in etwa: Die Studie XY sagt dies und jenes, aber es gibt kaum weitere Angaben. Gerade bei den Zahlen, davon gibt es reichlich, hätte mich interessiert, z.B. aus welchem Jahr diese stammen, wo ich diese überprüfen kann usw. Fehlanzeige. So wurde der Leser nicht eingeschätzt. Er soll den Ausführungen, die sich eindeutig auf dem Hören-Sagen-Niveau bewegen, einfach Glauben schenken und den verabreichten Fertigbrei artig herunterschlucken. Gerade in einem Sachbuch, das ernstgenommen und weiterempfohlen werden möchte, ist so eine Vorgehensweise hochgradig unseriös. Viel zu viele Seiten an meinem Exemplar zieren die Klebezettel mit „Quelle???“, „Woher stammen bitte diese Daten???“, als dass man dieses massive Problem hätte bagatellisieren können.

Und natürlich, da wo es um Russland ging, war klar, was da kommt. Der Propagandamüll, auf neudeutsch auch als Russland-Bashing bekannt, der in den letzten Jahren durch die Leitmedien gegeistert hat, war hier, etwas komprimiert, nochmals nacherzählt, an diversen Stellen im Text verteilt. Steter Tropfen höhlt den Stein. Otto Normalverbraucher hat heute eine russenfeindliche Gesinnung zu haben, sonst ist der Auftrag der transatlantischen Plutokraten nicht im ausreichenden Maß erfüllt worden, was empfindliche Repressalien für die Volkspädagogen (Ulfkotte) nach sich ziehen kann. Solche Vorgänge, wie das geht und dass es so geht, beschreibt übrigens Walter Lippmann in seinem immer noch viel gelesenen Buch „Öffentliche Meinung“, auch Hermann Ploppa in „Macher hinter den Kulissen“ oder auch diverse kundige Beitragende in „Lügen die Medien?“

Übrigens neudeutsch. Bei den Ausführungen findet man oft erst den amerikanischen Begriff, oder gar ganze Sätze, dann folgt die Erklärung auf Deutsch. Zumindest hat es auch etwas Gutes: Da ist gleich klar, woher der ideologische Wind weht. Auch die Wortwahl, der Blickwinkel der Betrachtung und die Art der Stoffdarbietung erweisen sich zweifelsohne als deutlich transatlantisch-plutokratisch.

Hinzu kommt diese unterschwellige Haltung „Wir sind die Guten“ (zugleich der Titel des sehr lesenswerten Buches von Bröckers/Schreyer), die Anmaßung, den im Osten weisen zu können, wo es langgeht, und die Entrüstung darüber, dass man dort andere Wege, mit durchschlagendem Erfolg, verfolgt. Schon Helmut Schmidt hat mal gesagt („Zug um Zug“), dass es für den Westen eine gute Idee wäre, von der Missionarmentalität abzurücken. Dan hätte man den Blick für die Tatsachen frei.

Der Ton verfiel stellenweise ins Hämisch-Flapsige, was in einem seriösen Sachbuch, ebenso wie die Meinungsmacheallüren und dergleichen, nichts zu suchen hat.

Ich war nicht müde, das Buch aus der Hand zu legen. Nur paar Seiten haben mir oft gereicht, meine Lesezeit lieber einem guten Sachbuch, das diese Bezeichnung auch verdient, zu widmen.
Im Grunde, wenn man das WAS vom das WIE, i.e. die informative Ebene von der Art der Stoffdarbietung trennen kann, was zugegebenermaßen nicht so einfach ist, oder vom Haus aus leitmedienaffin ist, mit all den daraus folgenden Konsequenzen, dann wird man hier auf seine Kosten kommen können. Die im Inhaltsverzeichnis aufgeführten Punkte sind ganz gut, auf Info-Ebene, beleuchtet worden. Da hatte ich nicht den Eindruck, man redete am Thema vorbei.
Es gibt schon eine Reihe guter Gedanken, insb. zum Schluss. Bloß über all dem Gesagten hängt wie Damokles Schwert die Frage der Glaubwürdigkeit. Diese Ausführungen setzen ein Vertrauensverhältnis zwischen dem Autor und den Lesern voraus. Dieses wurde sowohl hier als auch sonst längst verspielt. Lesen Sie mal bei Gelegenheit „Lügen die Medien?“, „Warum schweigen die Lämmer?“

Wer Strittmatter gelesen hat: In diesem Buch sind die Schwerpunkte anders gesetzt, das Themenspektrum entsprechend etwas breiter gewählt worden. Hier kommen zusätzliche Aspekte zur Sprache, insb. im vierten Teil, in dem es um das Verhältnis Chinas zu anderen Ländern geht. Es gibt aber auch klare Überschneidungen mit Strittmatter, z.B. beim Thema Influencing, „Chinesen auf Einkaufstour“ und noch paar anderen wie Aufrüstung, Menschenrechte, etc.

Das Buch ist hochwertig gemacht: Festeinband in Weiß, Umschlagblatt aus glattem, festem Papier. Die roten Buchstaben des Titels sind haptisch hervorgehoben. Lesebändchen ist leider nicht dabei. Die Schrift ist gerade noch so groß, dass man sie problemlos lesen kann. Eine recht ausführliche geographische Karte Chinas am Anfand und am Ende leistet gute Hilfe. Paar s/w Fotos, Tabellen machen die Ausführungen anschaulicher.

Ohne die o.g. Schwächen hätte es ein sehr gutes Buch werden können. Aber so kann ich hier nur drei Sterne mit ganz viel Wohlwollen vergeben.
Profile Image for Felix Hellwig.
11 reviews
August 1, 2021
Ich habe selten so ein gut recherchiertes und detailliertes Sachbuch gelesen. An manchen Stellen war es teilweise ZU detailliert, sodass es manchmal schwer war, sich da durch die Kapitel durchzubeißen, aber das war mir davor bewusst und ist eigentlich auch kein Mangel des Autors oder des Buches an sich. Da bin ich nicht 100% die Zielgruppe.

Die erste Hälfte war für mich absolut grandios und sehr sehr interessante Themen, zB der Aufstieg von Xi Jinping, die Beziehungen mit Japan, Europa und Trump aber vorallem die Kapitel über die Seidenstraße haben mir sehr gefallen. Dieses Projekt ist einfach der Wahnsinn. Zu dem Thema wird sicherlich in den nächsten Jahren noch das ein oder andere Buch in mein Regal oder auf den Kindle wandern, ich freu mich drauf.

Und als kleiner Funfact, das Buch war im Prinzip auf dem Kindle bei 88% zuende, der Rest waren Quellenangaben etc. Das dürfte ein neuer Rekord sein :D
Profile Image for Pascal Tang.
1 review
August 22, 2022
Insgesamt ein sehr empfehlenswertes Buch, besonders als Einstieg und bei wenig Vorwissen.

Der Anfang mit persönlichen Anekdoten ist wirklich kurzweilig, danach beginnt aber relativ schnell eine große Zahlenschlacht über einige der ersten Abschnitte. Ich persönlich würde mir Zahlen in Form von Grafiken und Tabellen wünschen: spart Zeit, macht mehr Spaß und könnte man auch griffiger zum Nachschlagen nutzen (wer merkt sich schon 40 Seiten statistischen Fließtext?).
Danach geht es aber sehr gut strukturiert und fesselnd weiter.

Unterm Strich ist das Buch aber packend, interessant und informativ. Und schafft es eine Haltung zu formulieren, in der die gravierenden Herausforderungen zum Tragen kommen, aber weder dramatisiert noch verharmlost werden.
Profile Image for Hannes.
30 reviews
September 9, 2025
Als Leser erfahre ich sehr viel über die internationalen Verbindungen und Kooperationen Chinas. Dazu gibt es auch einen kurzen Überblick über die relevantesten Ereignisse der chinesischen Geschichte.
Jedoch gibt es keine konkreten Lösungsvorschläge zum Umgang mit China.
Die Haltung sich nicht klein machen zu lassen ohne China dabei herumzukommandieren, finde ich für knapp 500 Seiten Info am Ende zu wenig. Auch der Apell, Europa müsse eine einheitliche China Politik anstreben, ist schon von vornherein naheliegend.
Die große neue Erkenntnis lieferte mir das Buch nicht.
This entire review has been hidden because of spoilers.
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