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Die verlorene Schwester

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Das Leben, von dem wir träumten. Bern, 1968: Nach dem Tod des Vaters werden die Schwestern Marie und Lena der kranken Mutter von der Fürsorge entrissen. Die Mädchen werden getrennt und an Pflegefamilien „verdingt“, bei denen sie schwer arbeiten müssen. Als eine der beiden schwanger wird, soll ihr das Baby weggenommen werden. Doch sie will die Hoffnung nicht aufgeben, mit ihrem Kind in Freiheit zu leben – und auch ihre Schwester wiederzufinden. Jahre später zeigt sich eine Spur, die nach Deutschland führt ... "Die Verdingkinder in der Schweiz sind ein Thema, das betroffen macht und nicht vergessen werden darf." Ulrike Renk, Autorin von "Die Zeit der Kraniche"

442 pages, Kindle Edition

Published November 9, 2018

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Linda Winterberg

25 books5 followers

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Displaying 1 - 11 of 11 reviews
Profile Image for Pocahontas.
214 reviews10 followers
December 8, 2020
Bern, 1968: Nach dem Tod des Vaters werden die Schwestern Marie und Lena der kranken Mutter von der Fürsorge entrissen. Die Mädchen werden getrennt und an Pflegefamilien „verdingt“, bei denen sie schwer arbeiten müssen. Als eine der beiden schwanger wird, soll ihr das Baby weggenommen werden. Doch sie will die Hoffnung nicht aufgeben, mit ihrem Kind in Freiheit zu leben – und auch ihre Schwester wiederzufinden. Jahre später zeigt sich eine Spur, die nach Deutschland führt ...
Meinung
Von 1800 bis 1980 wurden in der Schweiz so genannte Verdingkinder, ihren Eltern von der Fürsorge entrissen und an den Meistbietenden weitergegeben. Diese Geschichte ist eine Fiction liegt aber wahren Tatsachen zugrunde.
Nach dem Tod des Vaters, stürzt ihre Mutter in ein tiefes Loch. Und vernachlässigt ihre beiden Mädchen. Diese werden von der Fürsorge vorübergehend in ein Heim, kurze Zeit später in Pflegefamilien gesteckt. Während Marie die ältere der beiden, zu sehr netten Leuten die eine Gärtnerei betrieben kommt. Dort verliebt sie sich in den lehrling Reto, zusammen flüchten sie. Muss du aufmüpfige Lena auf den Hof der Gerbers. Hier herrschen strenge Sitten, schulverbot und essenentzug, sind nur einige davon.. Sie teilt sich das Zimmer mit der Tochter des Hauses Rainett die geistig unterentwickelt ist und von der eigenen Familie versteckt wird. Als sie zum jungen Mädchen heranreift, vergreift sich Utz sexuell an ihr.
Fazit
Eine ergreifend tiefgehende hoch emotionale Geschichte über zwei Heranwachsende Mädchen denen das Leben böse mitspielt.
Große Leseempfehlung
Profile Image for Dani_liest.
430 reviews29 followers
December 5, 2018
Bevor ich den Klappentext von Linda Winterbergs Roman „Die verlorene Schwester“ gelesen hatte, hatte ich noch nie etwas von Verdingkindern gehört.
Es hat mich sehr schockiert zu erfahren, auf welche Art und Weise hilflose Kinder für ihre familiären Umstände bestraft wurden, vorallem, da dies bis in die 70er / 80er Jahren geschah, also vor nicht allzu langer Zeit.
Für viele Kinder in der Schweiz begann damals ein langer Leidensweg, wenn sie in ein Heim mussten. Das Personal schreckte vor Misshandlungen nicht zurück. Viele wurden an Bauernhöfe oder ähnliches verdingt und mussten Schwerstarbeit leisten. Warum? Weil ihre Eltern gestorben oder sich aus anderen Gründen nicht um sie kümmern konnten und sie dadurch in den Augen der Gesellschaft zu wertlosen Geschöpfen, zu Parasiten, geworden waren.

„Die verlorene Schwester“ ist eine fiktive Geschichte, die sich so ähnlich aber durchaus zugetragen haben könnte.
Die Schwestern Lena und Marie führen ein glückliches Leben, bis der Vater plötzlich stirbt. Die Mutter versinkt in Depressionen und ihre Kinder werden ihr entrissen. Nach einer kurzen Zeit im Heim werden die beiden Mädchen getrennt und an unterschiedliche Familien verdingt. Ab hier erzählt der Roman drei Handlungsstränge parallel.

In den 70er Jahren verfolgen wir den jeweiligen Leidensweg der beiden Mädchen. Die dritte Erzählebene spielt in der heutigen Zeit und befasst sich mit Anna, die adoptiert wurde und sich auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter macht.

Insbesondere die Kapitel über Lena und Marie haben mich sehr gefesselt. Es war erschütternd zu lesen, wie viel Unrecht diesen Mädchen angetan wurde.
Auch die Schicksale der Nebencharaktere sind sehr bewegend. Insbesondere die kleine Rainett ging mir nicht mehr aus dem Kopf.
Der Roman endet nach 450 Seiten und doch zu früh für meinen Geschmack. Die Geschichte befasst sich sehr ausführlich mit den Ereignissen in den 70er Jahren um dann in die heutige Zeit zu springen. Ich hatte Lena und Marie so sehr in mein Herz geschlossen, dass ich am liebsten alles ganz genau darüber gelesen hätte, wie sie sich ihr Leben nach dem Martyrium aufgebaut haben.

Dieses Buch hat auf jeden Fall 5 Sterne verdient. Ich kann es jedem empfehlen, der gerne emotionale Bücher mit geschichtlichem Hintergrund liest. Nach dem ich den Roman beendet hatte, habe ich mir im Internet diverse Artikel zum Thema Verdingkinder durchgelesen, da ich dieses Thema nicht einfach wieder vergessen kann.

Auf jeden Fall möchte ich so bald wie möglich auch die anderen Bücher von Linda Winterberg lesen.
Profile Image for Tinstamp.
1,100 reviews
March 30, 2019
Das Thema Verdingkinder war mir bis zur Lektüre des neuen Romans von Linda Winterberg nicht bekannt. Was sind Verdingkinder? Um 1800 wurden in der Schweiz Waisen oder Scheidungskinder an Pflegefamilien abgegeben. Je weniger Kostgeld die Pflegeeltern wollten, umso eher erhielten sie Kinder zugeteilt. Diese mussten hart arbeiten - oft auf Bauernhöfen als Knecht oder Magd - und wurden geschlagen und sogar missbraucht. Die Verdingkinder wurden geächtet und auch in der Schule gemobbt. Zarte Kinderseelen, die ihre Eltern verloren hatten und darunter litten, wurden gequält und als Abschaum behandelt. Alleine, wenn ich diese Zeilen hier tippe, werde ich so wütend und frage mich immer wieder, wie man hilflosen Kindern so etwas bis in die 1980iger (!) antun konnte. Dass die Zeit dieser unmenschlichen Vorgehensweise noch gar nicht so lange zurückliegt, macht mich sprachlos. Ich bin selbst in den späten 1960iger Jahren geboren und mich erschreckt es zutief, dass mir dieses Schicksal ebenso drohen hätte können, wenn ich in der Schweiz geboren und einen Elternteil verloren hätte.

So ergeht es Lena und Marie, die 1968 zu Halbwaisen werden. Nachdem ihr Vater, ein Schuster verstirbt, fällt die Mutter der Mädchen in eine tiefe Depression. Hilfe gibt es weder für die Witwe, noch für die Kinder - im Gegenteil. Marie und Lena sind auf sich alleine gestellt bis eine Nachbarin ihre Mutter bei der Behörde denunziert. Daraufhin werden ihr die Mädchen weggenommen und zuerst ins Kinderheim und darauffolgend in ein Erziehungsheim, das von Nonnen geführt wird, gesteckt. Ein wahrer Alptraum für die Mädchen, der jedoch noch nicht zu Ende ist. Die Nonnen trennen die Schwestern und geben sie zu unterschiedlichen Pflegefamilien. Lena wird einer Bauersfamilie zugeteilt und muss hart arbeiten. Der Sohn der Familie stellt ihr nach und zu Essen gibt es kaum etwas. Marie scheint es besser getroffen zu haben. Sie kommt zu einer gottesfürchtigen Familie, die einen Blumenladen führt und darf eine Ausbildung als Floristin beginnen. Doch auch ihr Leben ändert sich bald dramatisch. Beide Schwestern erleben schlimme Schicksale....

Im Gegenwartsstrang lernen wir die Investmentbankerin Anna kennen. Sie findet zufällig in den Unterlagen ihrer Eltern, dass sie adoptiert wurde. Die Unzufriedenheit in ihrem Job und die plötzliche Identitätskrise steckt Anna nur schwer weg. Sie begibt sich auf die Suche nach ihrer wahren Mutter, doch die Spurensuche ist alles andere als einfach...

Die beiden Erzählstränge hat die Autorin gekonnt ineinander verflochten. Erst nach und nach lüftet sich ein Geheimnis ums andere. Als Leser kann man manchmal einfach nicht glauben, was diesen armen Kinderseelen alles angetan wird. Die Erzählung rund um Lena und Marie ist aufwühlend und emotional. Sie sind dem Schicksal hilflos ausgeliefert. Die Geschwister leiden unter der Trennung und wissen nicht, was mit der jeweils anderen passiert ist. Beide Mädchen verlieren über all die Jahre aber nie die Hoffnung ihre Schwester wiederzufinden. Die Stärke, die beide an den Tag legen, ist bewundernswert! Schon beim Lesen war ich oft den Tränen nahe und konnte nicht glauben, was Lena und Marie alles durchmachen müssen.
Die Geschichte von Lena und Marie ist stellvertretend für das Schicksal vieler Verdingkinder und sollte nicht in Vergessenheit geraten.
Der Gegenwartsstrang hingegen hat mich eher wenig berüht. Mit Anna konnte ich mich nicht wirklich identifizieren und auch bei der Suche nach ihrer leiblichen Mutter bin ich ihr nicht wirklich näher gekommen. Ich hatte auch das Gefühl, dass hier einige Nebensächlichkeiten zu detailliert erzählt, während wichtige Details pauschaliert wurden. Die schlechte Beziehung der Adoptivmutter zu Anna fand ich etwas klischeehaft.

Schreibstil:
Die unter Pseudonym schreibende Autorin historischer Romane hat einen sehr emotionalen Schreibstil, der mich immer wieder an ihre Bücher fesselt. Ihre besonderen Themen, denen sie sich unter den Namen Linda Winterberg widmet, sind wahnsinnig gut recherchiert und aufwühlend.
Die Charaktere in der Vergangenheit sind sehr authentisch und ich litt und fühlte mit ihnen mit.

Fazit:
Der Roman beinhaltet ein dunkles Thema der Schweiz, das lange tot geschwiegen wurde. Dank Geschichten wie dieser, wird das Schicksal der Verdingskinder wieder aufgegriffen. Der Vergangenheitsstrang ist berührend und hat mich sprachlos zurückgelassen. Der Gegenwartsstrang konnte mich hingegen nicht ganz überzeugen. Deshalb gibt es 4 1/2 Sterne, statt 5. Auf jeden Fall ist es ein Roman, der einem noch lange nachdenklich zurücklässt. Ich empfehle ihn gerne weiter!
Profile Image for Anja.
657 reviews12 followers
November 11, 2018
Gleich auf den ersten Seiten wird klar: In diesem Buch verbirgt sich eine ganz große, aufwühlende Geschichte!

Anna erfährt durch großen Zufall ein lang gehütetes Geheimnis und sofort krempfelt sich ihr Leben komplett um, denn sich begibt sich auf eine große, emotionale Suche.

Dieses Buch wird aus zwei Perspektiven erzählt, einmal in der Gegenwart geht es um Anna, die endlich die Wahrheit um ihr Leben erfahren möchte. Außerdem liest man die Geschichte von Lena und Marie, deren Tragik im Jahr 1968 in Bern begann. Als der Vater der beiden Mädchen verstirbt, werden die beiden von ihrer trauernden Mutter weggerissen und in ein Heim gebracht, dort wurden sie dann ziemlich schnell getrennt voneinander verdingt. Beide Mädchen sind mehr als verzweifelt, sie wollten immer zusammenbleiben und wurden doch einander entrissen. Beide Schwestern erleben zwar unterschiedliche, beide aber sehr traurige und schlimme Schicksale.

Vor allem mit Lena habe ich so mitgezittert, sie tat mir so unendlich leid. Die Autorin hat so eindrucksvoll geschildert, wie trotzdem keines der Mädchen jemals ganz die Hoffnung verloren hat, wie jedes Mädchen gekämpft hat und vor allem wie die beiden Schwestern immer und immer wieder aneinander voller Liebe gedacht haben. Beide Mädchen wünschen sich nichts sehnlicher, als einander endlich zu finden und wieder vereint zu sein. Doch werden sie sich viele Jahre später endlich finden? Vor allem, wird Marie endlich ihre Tochter finden, welche ihr direkt nach der Geburt einfach weggenommen wurde, obwohl Marie die kleine mehr als alles geliebt hat?

Ich war so unendlich beeindruckt von dieser Geschichte, habe so oft geheult, unglaublich. Über Verdingkinder habe ich vorher noch nicht zuviel gelesen, darum war es erschreckend und interessant zugleich, mehr über diese Zeit und diese Schicksale zu erfahren. Das ganze Buch ist unheimlich interessant und spannend zugleich. Zwar ging es hauptsächlich um die Schicksale der beiden Schwestern, aber Anna rundet mit ihrer Suche die ganze Geschichte ab und macht alles noch spannender und emotionaler. Die Protagonisten wurden mit soviel Tiefgang gezeichnet, waren so lebensecht, dass ich zu jedem sofort einen Bezug aufgebaut habe. Auch das Ende hat perfekt gepasst, auch wenn ich gerne noch soooo viele Seiten mehr gelesen hätte. Diese Geschichte werde ich so schnell nicht mehr vergessen.
Profile Image for Heidi.
Author 66 books13 followers
January 2, 2019
Bei dem Buch „Die verlorene Schwester“ von Linda Winterberg handelt es sich um ein Stück meisterlich aufgearbeiteter Schweizer Geschichte. Die Verdingkinder sind ein Phänomen, das lange totgeschwiegen wurde und nun in Theaterstücken, Filmen und wie hier in Romanen endlich aufgearbeitet wurde. Kurz zur Erklärung für Nicht-Schweizer: Kinder wurden ihren leiblichen Eltern genommen, weil die aus diversen Gründen nicht für sie sorgen konnten und kamen in Pflegefamilien, wo sie gegen Kost und Logis hart arbeiten mussten, oftmals misshandelt, vergewaltigt und zu Tode geknechtet wurden. Die Geschichte „Die verlorene Schwester“ ist die Geschichte von Marie und Lena, zwei Schwestern, die in ihrer Kindheit voneinander getrennt wurden, als Verdingkinder aufwuchsen und Zeit ihres Lebens darunter litten, dass sie voneinander getrennt wurden und es ist die Geschichte von Anna alias Regula, die zu sich selbst findet, indem sie ihre Mutter findet. Linda Winterberg erzählt mitreißend und doch mit einer gewissen literarischen Distanz. Ihr Stil ist beinahe sachlich und trotzdem verschafft sie uns Einblicke in die Gedanken ihrer Protagonisten, die – so schrecklich ihr Schicksal auch ist – immer an ihren Hoffnungen festhalten.
Voraussetzung für einen uneingeschränkten Lesegenuss ist wie bei vielen solcher Familiengeschichten, dass man das Buch ohne Unterbrechung lesen kann, denn die Erzählperspektive wechselt von Anna auf Marie, dann wieder auf Lena und eine kleine Lesepause ist bei so einer Geschichte immer fatal.

Fazit:
Ein mitreißender Roman, der es verdient, viele Leserinnen zu finden und ein Stück Schweizer Geschichte, das es verdient, literarisch aufgearbeitet zu werden.
460 reviews2 followers
December 21, 2018
"Sehr berührend"

Bern, 1968: Die beiden Schwestern Marie und Lena werden nach dem Tod des Vaters ihrer kranken Mutter entrissen und in die Obhut der Fürsorge gegeben. Sie werden voneinander getrennt und kommen als sogenannte „Verdingkinder“ in unterschiedlichen Familien unter, bei denen sie schwer arbeiten müssen. Ein Kontakt der Geschwister ist nicht gestattet. Als Marie schwanger wird, nimmt man ihr das Kind einfach weg. 
Die Schweizerin Anna erfährt eines Tages, dass sie adoptiert wurde. Der Gedanke an ihre leibliche Mutter lässt sie nicht los und sie macht sich auf die Suche. Dabei stößt sie auf die Schicksale der Verdingkinder. 

Was für ein bewegendes Buch! Diese Geschichte hat mich wahnsinnig berührt, aber auch sehr erschreckt, weil es ein reales historisches Thema ist. 
Das Buch ließ sich flüssig lesen und die Geschichte hat mich sofort gefangen genommen und komplett mitgerissen. Ich musste mehrmals schlucken und mir kamen auch bei einigen Szenen die Tränen. 
Die Charaktere wurden sehr lebendig beschrieben, so dass ich ein hervorragendes Bild von ihnen vor Augen hatte und mit ihnen mitfühlen konnte. 
Das Thema „Verdingkinder“ hat mich wirklich sehr betroffen gemacht. Einfach unvorstellbar, dass diese „Praktik“ noch nicht lange zurückliegt. Dieses sehr schwere Thema hat die Autorin wirklich ganz wunderbar und warmherzig dargestellt. Dennoch bleibt es einfach sehr harte Kost. 

Diese emotionale Geschichte hat mich tief berührt, so dass ich eine klare Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen vergebe.
Profile Image for Marley Thomspon.
258 reviews
May 6, 2019
Titel: Die verlorene Schwester
Autorin: Linda Winterberg
Seiten: 448 Seiten
Verlag: Aufbau

Zum Inhalt:
Bern, 1968: Nach dem Tod des Vaters werden die Schwestern Marie und Lena der kranken Mutter von der Fürsorge entrissen. Die Mädchen werden getrennt und an Pflegefamilien „verdingt“, bei denen sie schwer arbeiten müssen. Als eine der beiden schwanger wird, soll ihr das Baby weggenommen zu werden. Doch sie will die Hoffnung nicht aufgeben, mit ihrem Kind in Freiheit zu leben – und auch ihre Schwester wiederzufinden. Jahre später zeigt sich eine Spur, die nach Deutschland führt.

Meinung:
Im Buch erfährt Anna im Jahr 2008, dass sie adoptiert ist und macht sich auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter. 1968 lernen wir die beiden Mädchen Marie und Lena kennen, die auf grausame Weise getrennt werden. Ich muss sagen, dass ich sofort im Inhalt des Buches drinnen war. Ich kannte zwar das Verdingen, was oft an vielen Bauernhöfen vorkamen, jedoch wusste ich nicht, dass auch Kinder "verdingt" wurden. Umso mehr zog mich dann das Buch in seinen Bann, weil ich unbedingt mehr über das Schicksal der Verding-Kinder erfahren wollte. Die Geschichte der drei Frauen wurde wirklich toll beschrieben und ich fühlte so sehr mit ...
Alle Charaktere sind wunderbar beschrieben und oft hatte ich Tränen in den Augen.

Fazit: Eine klare 5 Sterne Leseempfehlung von mir.
Danke an den Verlag und netgalley für das Rezensionsexemplar. Das hat meine Meinung nicht beeinflusst.
Profile Image for Kathrin Schröder.
Author 11 books3 followers
January 11, 2020
Linda Winterberg - Die Verlorene Schwester

Historischer Roman

gelesen dank Netgalley im Januar 2020

Schweiz 70er Jahre, Verdingkinder, Entzug durch Fürsorge für ein Leben als Mensch zweiter bis xter Klasse.

Was mich an diesem Buch geschockt hat, waren die Jahreszahlen: Bis ca. 1980 gab es in der Schweiz die Praxis verwahrloste Kinder, Waisen, Kinder fragwürdiger Eltern usw. auch ohne Gerichtsbeschluss, nur auf eine Anzeige hin, gewaltsam aus der Familie zu holen, sie ohne Schulbildung in Heimen arbeiten zu lassen und sie dann in Familien zu geben, damit sie arbeiten. Ohne staatliche Kontrolle, Überprüfung des Haushalts, des Schulbesuchs oder Vorgaben zum Kinder- und Jugendschutz.

Dieses Buch erzählt von zwei Schwestern, die nach dem Tod des Vaters und der tiefen Verzweiflung der Mutter zu Verdingkindern werden. Auf den ersten Blick scheint die eine von beiden es gut getroffen zu haben, doch selbst die schönste Stelle ohne Rechte, kann sich sich wenden.

Parallel erzählt die Geschichte von einer jungen Frau, die adoptiert wurde und ihre Herkunft sucht. Der Schreibstil ist gefällig, die Geschichte gut erdacht und alle Fäden schließen sich am Ende.

Gut geschriebene Geschichte über ein Thema, das erst viel zu spät ausgegraben und beendet wurde.
#DieVerloreneSchwester #NetGalleyDE #LindaWinterberg #KathrinliebtLesen #Rezension #Booklove #Bookstagram
Profile Image for yellowdog.
855 reviews
December 30, 2018
Verlorene Kindheit

Zwei Handlungsebenen werden zeitlich versetzt erzählt und ergänzen sich sinnvoll. Das ist geschickt gemacht.
2008: Die 35jährige Investmentbankerin Anna erfährt spät, dass sie adoptiert wurde. Sie beginnt über ihre Herkunft und ihre Mutter zu forschen. Doch das wird nicht einfach.

Ab 1969: Die Schwestern Lena und Marie wurden von ihrer Mutter und schließlich auch voneinander getrennt. Für Lena folgt ein Leben als Verdingkind. Das bedeutet für die Kinder, ausgenutzt zu werden, harte Arbeit und manchmal wurden sie auch missbraucht. Sie zählten nichts und niemand setzt sich für sie ein. Eine Tatsache, die schockiert. Im Mittelalter hatten Kinder kaum Rechte, das es aber noch in den siebziger Jahren in einem Land wie der Schweiz zu solchen Verfehlungen gekommen war, schockiert.
Unrecht, das noch nicht so lange zurückliegt. Es ist wichtig, darüber zu schreiben!

Erwähnen möchte ich auch noch das motivisch wie farblich schön gemachte Cover, das gut zur Stimmung des Romans passt, die zwar einerseits wegen dem Schicksal der Kinder bedrückend ist, aber durch die Figuren doch noch eine positive Prägung besitzt.
Die Geschichte wird in einem geschmeidigen Stil erzählt und ist deshalb gut lesbar.
Profile Image for Angelika Altenhoevel.
260 reviews
November 18, 2018
Zum Inhalt:
Gegenwart: Anna erfährt durch Zufall, dass sie adoptiert wurde. Sie beginnt nach ihrer Mutter zu suchen und stösst dabei auf das Schicksal der Verdingkinder. Ist ihre Mutter auch eine von ihnen? Vergangenheit: Maria und Lena werden der Mutter entrissen, getrennt und müssen sich verdingen.
Meine Meinung:
Auch wenn es sich ja "nur" um einen Roman handelt, fand ich das Buch ungeheuer berührend und die Geschichte der Verdingkinder unfassbar. Ich hatte vorher noch nie davon gehört und es hat mich sehr betroffen gemacht. Und die im Nachwort geschilderte echte Geschichte macht das Entsetzen noch größer. Der Schreibstil des Buches hat mir sehr gut gefallen. Sehr flüssig lesbar und ungeheuer fesselnd. Die Protagonisten haben mir auch sehr gut gefallen, man hat mit ihnen mitgelitten.
Fazit:
Unfassbare Geschichte um Verdingkinder.
Displaying 1 - 11 of 11 reviews

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