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Der Groß-Cophta. Ein Lustspiel in fünf Aufzügen.

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Johann Wolfgang Goethe: Der Großkophta. Ein Lustspiel in fünf Aufzügen



Goethe sieht in der französischen Revolution eine Folge des leichtfertig dekadenten Betragens der korrupten Oberschicht. Die Auflösung des feudalen Ständesystems an sich ist ihm keine Herzensangelegenheit. Vor dem Hintergrund der sogenannten Halsbandaffäre, die 1785/86 am Hofe Marie Antoinettes peinliche Verstrickungen des Hochadels in Betrügereien um ein sündhaft teures Halsband aufdeckte, inszeniert Goethe 1792 ein Lustspiel um schmierigen Betrug unter Domherr, Graf, Ritter, Marquis und Marquise. Freilich ohne die historischen Namen zu nennen.



Edition Holzinger. Taschenbuch

Berliner Ausgabe, 2018, 4. Auflage

Durchgesehener Neusatz mit einer Biographie des Autors bearbeitet und eingerichtet von Michael Holzinger



Erstdruck in: Neue Schriften, Berlin (Unger) 1792.

Textgrundlage ist die Ausgabe:

Johann Wolfgang von Goethe: Berliner Ausgabe. Herausgegeben von Siegfried Seidel: Poetische Werke [Band 1-16]; Kunsttheoretische Schriften und Übersetzungen [Band 17-22], Berlin: Aufbau, 1960 ff.

Herausgeber der Reihe: Michael Holzinger

Reihengestaltung: Viktor Harvion

Umschlaggestaltung unter Verwendung des Bildes: Gemälde von Georg Melchior Kraus, 1775

Gesetzt aus der Minion Pro, 10.5 pt.



Die Sammlung Holzinger erscheint im Verlag der Contumax GmbH & Co. KG, Berlin

Herstellung: Amazon Media EU S.�.r.l.

Paperback

First published January 1, 1792

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About the author

Johann Wolfgang von Goethe

13.4k books7,072 followers
A master of poetry, drama, and the novel, German writer and scientist Johann Wolfgang von Goethe spent 50 years on his two-part dramatic poem Faust , published in 1808 and 1832, also conducted scientific research in various fields, notably botany, and held several governmental positions.

George Eliot called him "Germany's greatest man of letters... and the last true polymath to walk the earth." Works span the fields of literature, theology, and humanism.
People laud this magnum opus as one of the peaks of world literature. Other well-known literary works include his numerous poems, the Bildungsroman Wilhelm Meister's Apprenticeship and the epistolary novel The Sorrows of Young Werther .

With this key figure of German literature, the movement of Weimar classicism in the late 18th and early 19th centuries coincided with Enlightenment, sentimentality (Empfindsamkeit), Sturm und Drang, and Romanticism. The author of the scientific text Theory of Colours , he influenced Darwin with his focus on plant morphology. He also long served as the privy councilor ("Geheimrat") of the duchy of Weimar.

Goethe took great interest in the literatures of England, France, Italy, classical Greece, Persia, and Arabia and originated the concept of Weltliteratur ("world literature"). Despite his major, virtually immeasurable influence on German philosophy especially on the generation of Georg Wilhelm Friedrich Hegel and Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling, he expressly and decidedly refrained from practicing philosophy in the rarefied sense.

Influence spread across Europe, and for the next century, his works inspired much music, drama, poetry and philosophy. Many persons consider Goethe the most important writer in the German language and one of the most important thinkers in western culture as well. Early in his career, however, he wondered about painting, perhaps his true vocation; late in his life, he expressed the expectation that people ultimately would remember his work in optics.

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Profile Image for Armin.
1,225 reviews35 followers
March 15, 2026
1791 wurde Goethe Intendant des Weimarer Theaters und war dabei pragmatisch genug, um eigene Beiträge mit aktuellen Themen zu verfassen. Darunter die dramatisierte Version der Halsbandaffäre, aber auch die Fortsetzung zu einem französischen Erfolgsstück (Die beyden Billette) mit dem ein prominenter Darsteller angereist war, um den Star als »Bürgergeneral« länger vor Ort und bei Laune zu halten.
Die Freunde der üblichen Wortopern (Faust) und Genie-Tragik-Dramolette (Götz bis Egmont) kommen bei diesem Ausflug ins Komödienland mit allerlei Finalkonventionen im Garten nicht auf ihre Kosten. Als Satire auf das Geheimbundwesen und deren Riten ist das Stück aber gar nicht mal so ohne Reiz. Ich habe es als Kontrastprogramm zu Dumas/Macquets Fünfbändigen Revolutioinsepos »Memoiren eines Arztes« gelesen, in dem Joseph Balsamo/Cagliostro eine überzeugendere Vorstellung als Scharlatan gibt als Goethes Graf Rostro, der von Anfang an als Betrüger dargestellt wird, der die Gutgläubigkeit seines Anhangs ebenso ausnutzt wie die verbrecherischen Instinkte der Marquise. Diese will mit ihrer frisch verwaisten Nichte, die eine gewisse Ähnlichkeit mit der Fürstin* besitzt, den in Ungnade gefallenen Domherren zum Kauf des legendären Halsbands bewegen, dessen Anschaffung sich Hoheit offiziell nicht leisten kann.
Der Domherr hält sich für den besten Jünger von Graf Rostro, der sich in einer Zaubervorstellung selbst als der lange angekündigte Groß-Cophta offenbart. Als Teil des Schwindels soll die Nichte als Jungfrau in die Zukunft sehen. Als Uneingeweihte bekommt die Unschuld vom Lande erst mal kalte Füße, denn der Marquis hat auf der Reise aus ihrer Unbedarftheit Kapital geschlagen. Da sie ihrer Tante alles gestanden hat, fühlt sie sich wiederum der kriminellen Marquise ausgeliefert und wird mehr und mehr in die kriminellen Manöver hinein gezogen. Der Versuch mittels des einzigen ehrlichen Mannes dem Treiben ein Ende zu machen, führt zu fatalen Missverständnissen und einem Showdown im Park, bei dem es nur Verlierer geben kann. Und Klassenjustiz, insofern findet am Ende erst mal nicht zusammen, was zusammengehört, Goethe verweigert sich dem glücklichen Ausgang der üblichen Rührstückschmieranten, lässt aber eine Hintertür offen.
Ich habe mich köstlich amüsiert, aber für vier Sterne, war das Stück dann doch zu flach. Ein Wiederlesen würde ich keineswegs ausschließen, es ist eine herrlich süffige Lektüre für Leser mit enstprechendem historischen und literarischem Hintergrund. Und den Eröffnungstakten der Zauberflöte im Ohr, wenn der Groß-Cophta sein Ritual zelebriert.


*Marie Antoinette war noch am Leben, wenn auch nicht mehr frei
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