Wer sind diese Ostdeutschen?, fragt sich die Öffentlichkeit nicht zuletzt seit Pegida, NSU und den Wahlerfolgen der AfD. Antidemokraten, Fremdenfeinde, unverbesserliche Ostalgiker? Zwei herausragende Stimmen des Ostens stellen sich in diesem Streitgespräch jenseits von Vorurteilen und Klischees der Frage nach der ostdeutschen Erfahrung, die, so ihre These, „vielleicht am besten mit Heimatlosigkeit zu beschreiben ist, mit einem Unbehaustsein, das viele Facetten kennt. Das sich nicht jeden Tag übergroß vor einem aufstellt, aber das immer spürbar ist, nie weggeht.“ Ein unverzichtbarer Beitrag zur Geschichtsschreibung des Nachwendedeutschlands.
Durchaus spannende Gedankengänge, aber leider wiederholt auch Passagen, die das aufgezeichnete Gespräch unnötig in die Länge ziehen. Ich hätte mir Mehr erhofft. Letzlich ist die Argumentation beider Seiten stark von Emotionen geprägt, was die Einordnung derArgumente erschwert.
Die erste Hälfte habe ich mit großem Interesse und meistens mit Zustimmung vieler Gedanken gelesen. Dann wurde es mir zu langatmig und manchmal auch wiederholend . Auf alle Fälle finde ich die Diskussion zwischen Wolfgang Engler und Jana Hensel gelungen. Zwei Generationen und zwei verschiedene Sichtweisen diskutieren tolerant miteinander, ohne sich anzugreifen.