Sommer 1987. Auf dem Dachboden eines Bauernhauses wird ein Mädchen brutal ermordet. Ein dreizehnjähriger Junge schlägt sieben Mal mit einem Golfschläger auf seine Mitschülerin ein und richtet ein Blutbad an. Dreißig Jahre lang bleibt diese Geschichte im Verborgenen, bis sie plötzlich mit voller Wucht zurückkommt und alles mit sich reißt: Der Junge von damals mordet wieder …
Bernhard Aichner (geb. 1972) lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck/Österreich. Aichner schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet. Nach den Spannungsromanen Nur Blau (2006) und Schnee kommt (2009) erschienen bei Haymon die Max-Broll-Krimis Die Schöne und der Tod (2010), Für immer tot (2011) und Leichenspiele (2012). Totenfrau ist der erste Thriller, der bei btb erscheint. Für die Recherche dazu arbeitete Aichner ein halbes Jahr bei einem Bestattungsinstitut als Aushilfe.
Ich weiß, dass dieses Buch hier gar nicht so besonders hoch gerated wurde, aber mir hat es SEHR gefallen und ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, es ist das beste Buch, das ich seit Langem gelesen hab. =) Meinen Geschmack hat es absolut getroffen. Es ist sowas von spannend, perfide und beklemmend - der eigene Gerechtigkeitssinn wird hier ganz schön strapaziert und phasenweise erscheint die ganze Sache ziemlich ausweglos. Ich hab das Buch verschlungen. Es kommt mit deutlich weniger Stakkato-Stil aus als die Blum-Reihe, ist aber kaum weniger morbide und letztlich doch wieder ganz schön clever.
Hardcover mit Schutzumschlag, 448 Seiten, 13,5 x 21,5 cm ISBN: 978-3-442-75638-4 Erschienen am 01. Oktober 2018
Klappentext
Sommer 1987. Auf dem Dachboden eines Bauernhauses wird ein Mädchen brutal ermordet. Ein dreizehnjähriger Junge schlägt sieben Mal mit einem Golfschläger auf seine Mitschülerin ein und richtet ein Blutbad an. Dreißig Jahre lang bleibt diese Geschichte im Verborgenen, bis sie plötzlich mit voller Wucht zurückkommt und alles mit sich reißt: Der Junge von damals mordet wieder …
Zum Autoren
Bernhard Aichner (1972) lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck. Er schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet, zuletzt mit dem Burgdorfer Krimipreis 2014, dem Crime Cologne Award 2015 und dem Friedrich Glauser Preis 2017.
Die Thriller seiner Totenfrau-Trilogie standen monatelang an der Spitze der Bestsellerlisten. Die Romane wurden in 16 Länder verkauft, u.a. auch nach USA und England. Eine US-Verfilmung ist in Vorbereitung.
Erster Satz
Er hing an dem Gürtel, mit dem er mich immer geschlagen hat.
Mir hatte die Totenfrau-Trilogie damals ja sehr gut gefallen und ich kann sagen, der Autor konnte mich auch mit Bösland wieder absolut begeistern und überzeugen. Ich habe das Buch so weggesuchtet. Es war hier wie ein Katz und Maus-Spiel zwischen dem Hauptprotagonisten Ben und seinem damaligen besten Freund. Der Schluss hat dann noch einmal alles übertroffen.
Der Schreibstil des Autoren gefällt mir ja immer wieder gut. Knappe Sätze, kurze Kapitel. Ich finde die Gestaltung der Kapitel auch immer ganz toll.
Alles in allem hat mich der Thriller total begeistern können. Die Bücher von Bernhard Aichner sind immer sehr speziell und gerade deshalb stechen sie für mich aus der Masse heraus. Ich freue mich schon jetzt auf die nächsten Veröffentlichungen.
Dieser Thriller ist eines meiner Monatshighlights und hat daher die vollen 5 Sterne verdient.
Ich möchte mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen aber es könnte durchaus sein, dass ich schon einer meine Top 10 Bücher für 2020 gefunden habe und dass Aichner bald, zu einer meiner Lieblingsautoren in dem Genre, Thriller gehören könnte. 😉 Aber erst mal zum Buch. Was für eine grandiose, spannende Geschichte mit was für unerwarteten Wendungen. 2 skrupellose Männer, der eine brutaler als der andere, mittendrin eine junge Psychologin und eine Frau die mit alldem nichts zu tun haben will. Bernhard Aichner hat hier Protagonisten erschaffen, die erbarmungsloser aber unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Wechsel zu Beginn der Geschichte zwischen 2 Perspektiven ist sehr interessant und gibt dem Leser trotz dem rasanten Einstieg in die Handlung, eine gute Übersicht. Man lernt die Charaktere schnell kennen und kann die einzelnen Ereignisse und Charaktereigenschaften problemlos, zu den jeweils betroffenen zuordnen, um sich ein Gesamtbild zu machen. Aichner gelingt es von Begin an permanent zwischen den 2 Freunden, eine düstere und grausame Atmosphäre zu erschaffen. Sein Schreibstil und seine Wortwahl sind sehr gut gewählt und lassen sich zu jeder Zeit ohne jegliche Mühe lesen. Die Handlung ist durchgehend sinnvoll gestaltet und gibt keineswegs ein Grund zur Annahme, um an der Authentizität der Story zu zweifeln. So sehr die Handlung in diesem Buch fiktional ist, so erschreckend ist der Gedanke, dass manche Menschen genauso skrupellos sein können wie Kux. Wichtig hervorzuheben ist, dass einiges hier sehr grausam und brutal ist ohne, dass wirklich Blut fließt bzw. Gliedmaßen abgetrennt werden. Man bekommt relativ schnell das Gefühl in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt und hat relativ schnell einen Grund warum und weshalb das auf eine bestimmte Art und Weise enden könnte, und wird dann mit einer unglaublichen, unerwarteten Wendung wieder nach hinten geworfen. Wer einen spannenden Thriller, ohne Viel Blut und körperliche Gewalt lesen möchte, der ist bei diesem Aichner Thriller, genau richtig aufgehoben. Absolute Kauf-Leseempfehlung.
Als 13jähriger Junge wurde Ben mit der Leiche seiner Mitschülerin Mathilda in den Armen gefunden. Er wurde beschuldigt, das junge Mädchen umgebracht zu haben. Jahrelang war er in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Erst mit Anfang zwanzig konnte er in eine Wohngruppe ziehen und später nahm er die Gelegenheit wahr, ein Fotolabor zu führen. Nach langen Jahren jedoch kommen beängstigende Erinnerungen zurück. Ben beginnt wieder, seine Psychologin von damals aufzusuchen. Sie ermutigt ihn, sich seinen Erinnerungen zu stellen. Sie glaubt an ihn, seine jahrelangen Fortschritte. Ben ist unsicher. Wird er etwas in Gang bringen, was er nicht aufhalten kann?
Bens Eltern haben sich nicht gut um ihren Sohn gekümmert. Man könnte daher auf die Idee kommen, der Mord sei eine Folge der ungenügenden Fürsorge gewesen. Die Sorge, etwas könne aufgerüttelt werden, was besser in Ruhe bliebe, erscheint also durchaus berechtigt. Kann man Psychologen glauben, die Patienten für geheilt oder so gefestigt erklären, dass sie sich dem aussetzen können? Man denkt schnell an Presseverlautbarungen, in denen die Beurteilungen durch Psychologen nicht so gelungen waren. Allerdings wie so häufig registriert man nicht, wie oft sie richtig lagen. Und da ist ja auch noch Bens Jugendfreund Felix, der damals mit ihm durch dick und dünn ging.
Die Geschichte von Ben und Felix ist dermaßen an den Haaren herbei gezogen, dass man einfach nicht glauben kann, was man da liest. Man sucht nach einem psychologischen Trick, nach einer gewissen Raffinesse. Und dennoch - der Roman ist wie er ist und damit einfach sehr spannend. Setzt man sich über die eigene mangelnde Fähigkeit, die Story zu glauben, hinweg, erhält man eine schnell geschnittene, fesselnde Erzählung, die in sich schlüssig ist. Die kurzen Kapitel, deren Stil zwischen Erzählung und Rede wechselt, ist rasant und ansprechend. So ein Roman lässt sich leicht in einem Rutsch durchlesen, wobei die Kapitelüberschriften schön gruselig gestaltet jeweils eine eigene Seite bekommen, wodurch es noch etwas schneller vorangeht. Ein Buch, das man an einem Sommernachmittag inhalieren kann.
Als 13-Jähriger wird Ben verurteilt, ein Mädchen erschlagen zu haben. Erst nach vielen Jahren ist er als erwachsener, aber gebrochener Mann wieder auf freiem Fuß. Während seiner Arbeit als Fotolaborant fällt ihm plötzlich das Foto seines Kindheitsfreunds Kux in die Hand. Ben beschließt Kux zu suchen und setzt so einiges in Bewegung. Die Vergangenheit wird wieder aufwirbelt, was ungeahnte Folgen hat.
Bernhard Aichners Schreibstil mit den kurzen, emotionslosen Sätzen und abgehackten Dialogen ist gewöhnungsbedürftig. Zu der Hauptperson seiner Erfolgsreihe um die „Totenfrau“ passte dieser Stil gut, in „Bösland“ hat er aber dafür gesorgt, dass immer eine gewisse Distanz zu Ben blieb und mich sein Leiden weitaus weniger berührt hat, als dies möglicherweise ansonsten der Fall gewesen wäre. Die Kapitel sind kurz gehalten, manchmal umfassen sie nur eine Seite. Dabei wechseln sich Schilderungen aus der Sicht des Erzählers Ben mit Dialogen ab, die aufgrund ihres Stils wie eine Abschrift einer Tonbandaufnahme wirken.
Gleich zum Ende des ersten Viertels gibt es in „Bösland“ einen ziemlichen Paukenschlag, der die gesamte Handlung auf den Kopf stellt. Allerdings war diese Wendung für mich nicht wirklich unerwartet, ich hatte sie vorher schon kommen sehen. Was dann folgt ist zwar nicht wirklich überraschend, aber herrlich böse und gemein. Für Ben war das „Bösland“ bisher immer das Leben im Haus seiner Eltern mit dem brutalen Vater gewesen, aber was nun kommt, ist nicht weniger grausam und psychotisch.
Aufgrund der emotionalen Distanz konnte ich mich zwar nicht wirklich in Ben hineinversetzen und so uneingeschränkt mitfiebern, aber dennoch war ich gespannt, wie die Handlung weiter geht und wie sich die gesamte Angelegenheit auflösen wird. So hat mich das Buch dann auch gut unterhalten, aber nicht absolut fesseln können.
Fazit: Ein Thriller, der nicht vollkommen überrascht, aber dennoch gut unterhält. Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig.
Ein unglaublich schönes Buch. Eigentlich nicht, weil das Thema nicht schön ist. Aber die Art und Weise, wie Bernhard Aichner diese Geschichte aufbaut, die Liebe, die er in kleinste Details steckt, die Gespräche der Personen und noch so viel mehr, machen das Buch zu einem einfühlsamen Roman über Liebe, Tod und Angst. Nach der Blum-Triologie wirkt das Buch ruhig, weil nicht bam-bam-bam eine Leiche nach der anderen kommt (Was jetzt nicht schlecht war bei Brünhilde). Das Buch ist ruhiger, aber ebenso spannend und fesselnd geschrieben. Und genau dieses 'anders' macht Berhard Aichner zu einem so großartigen Autor. Auch wenn es um Mord und Totschlag geht, steckt viel Liebe im Buch.
Der Stil ist eigenwillig und auf das wesentliche reduziert. Und genau so peitscht er seine Leser durch die Story. Was mich bei "Totenfrau" noch sehr gestört hat, kam hier genau richtig.
Ein etwas anderer Thriller, der mich beeindruckt hat.
In dem Buch Bösland von Bernhard Aichner, geht es um Ben. Er wurde von seinem Vater, wenn dieser wütend war im Bösland, wie er und sein Vater es nennen, immer wieder mit dem Gürtel seines Vaters geschlagen. Gleich am Anfang der Geschichte erfährt man, wie Ben seinen toten Vater im Dachboden findet und er dabei über das ganze Gesicht strahlt, als er merkt sein Vater ist wirklich tot. Seine Mutter ist in der Zeit auf Kur und ignoriert, dass ihr Mann den jungen immer wieder schlägt. Nach einer Weile kommt Ben wegen einem Mord, den er begangen hat so glaubt er in die Psychiatrie, weil er kein Wort seitdem mehr redet. Erst als er nach der Psychiatrie herausfindet, er ist gar kein Mörder sondern jemand anderes will er natürlich die Person darauf ansprechen. Ob die richtige Person noch eingesperrt wird oder nicht, sollte jeder selber lesen.
Mir hat das Buch ganz gut gefallen. Leider habe ich es nach 275 Seiten abgebrochen. Nicht weil der Schreibstil schlecht war, auch wenn er etwas gewöhnungsbedürftig ist, sondern weil ich mit dem Protagonisten einfach nicht weiter klar kam. Er hat sich einfach nicht benommen wie ich mich verhalten hätte, was nicht schlimm ist aber ich wollte dieses Verhalten, was er hatte nicht weiter verfolgen. Es hat mich nach einer gewissen Zeit einfach genervt. Das soll dem Buch nicht schaden, es ist ein gutes Buch und wenn mich der Protagonist nicht genervt hätte, hätte ich auch gerne das Buch bis zum Ende gelesen. Das Buch kann ich weiter empfehlen für Menschen, die kein Problem haben mit einem Protagonisten, der sich auch mal komplett anders verhält. Auch das Thema wie es behandelt wurde war mal ganz neu für mich.
Es hat super angefangen und sich dann leider in eine Richtung entwickelt, die ich einfach nur absurd fand. Sehr schade, da wurde viel Potenzial verschenkt.
"Wir müssen lernen, das Böse zu bekämpfen, ohne jemanden Böses zu tun." (Phil Bosmans) Sommer 1987: Der 13-jährige Ben muss mitansehen wie sich sein Vater auf dem Dachboden erhängt. Fortan ist der Junge in sich gekehrt, traumatisiert und hat kaum Freunde. Nur mit Felix Kux scheint er eine innige Freundschaft zu pflegen, fortan ist der Dachboden für die beiden ihr Lager und Versteck, das Bösland. Dort sehen und drehen sie Filme und verbringen die Freizeit zusammen. Eines Tages zieht eine Apothekerfamilie in den Ort mit ihrer Tochter Matilda. Matilda ist genauso alt wie Ben und Felix. Ben freundet sich mit Matilda an und verliebt sich immer mehr in sie. Doch dann geschieht das unfassbare Matilda wird brutal mit einem Golfschläger in Bösland erschlagen. Bens Mutter findet ihren Sohn blutüberströmt bei Matilda vor und für alle ist klar, dass er sie getötet hat. 30 Jahre später: Ben hat einen langen Weg hinter sich nach Kinderpsychiatrie, war die nächste Station die Psychiatrie für ihn. Ben kann sich noch immer nicht an die Ereignisse von damals erinnern. Doch dann hilft ihm eine Psychologin aus dem ganzen zu entrinnen und er baut sich sein Leben in Freiheit auf. Jedoch dann geschieht das unfassbare, als Ben das Bild von Kux in seinem Fotolabor sieht. Plötzlich kann er sich wieder an die Ereignisse von damals erinnern und der Junge von damals er mordet noch heute.
Meine Meinung: Bisher hatte ich noch kein Buch des Autors gelesen, doch die Leseprobe hat mich neugierig gemacht. Der Schreibstil war sehr gut, flüssig und ein wenig anders aufgebaut wie sonst andere Bücher. In mehreren Kapiteln erlebte ich die Geschichte, aber auch die Gesprächsprotokolle zwischen der Psychologin und die Gespräche zwischen Felix und Ben oder Ben und Soy (Felix Frau), die sehr aufschlussreich waren. Dadurch wurde die ganze Geschichte sehr faszinierend und interessant aufgebaut. Auch wenn ich schon recht früh erahnte, wer der wahre Täter der ganzen Geschichte war, war es spannend mitzuerleben, wie nun mit dem ganzen umgegangen wird. Außerdem war es für mich interessant zu sehen, wie das Böse das in einem Kind den Ursprung hatte, auch als Erwachsener immer noch vorhanden ist. Nach und nach wird alles ein Wettkampf zwischen Gut und Böse, bei dem man bis zum Ende nicht sicher sein kann, wer gewinnt. Die Charaktere waren sehr gut ausgewählt, ich konnte mich gut in Bens Dilemma hineinversetzen. Ein so langes Leben in einer Psychiatrie zu verbringen muss schrecklich sein. Nur gut, dass er dann wirklich eine Therapeutin gefunden hatte die ihm, da heraushalf. Felix Kux hat der Autor ebenfalls sehr identisch dargestellt, ich konnte gut erkennen, welcher nun der Gute und der Böse der beiden war. Gegen Ende hatte ich jedoch schon die Befürchtung, das der Böse doch noch den Kampf gewinnen würde. Die Ängste zwischen Gut und Böse werden auch hier klar definiert, so das man als Leser immer wieder hin- und hergerissen und es so zu einem richtigen Verwirrspiel wird. Für mich ein hervorragender Thriller, der mit wenigen Protagonisten auskommt. Diesen Autor werde ich mir sicher merken, das Buch bekommt von mir definitiv 5 von 5 Sterne.
Definitiv böse! Sommer 1987. Ein kleines Dorf in Bayern. Ben und Kux sind die besten Freunde. Der eine ist der Sohn eines prügelnden, arbeitslosen Alkoholikers, der andere das einzige Kind des reichen Apothekers. Wenn sie nicht gerade in Wald und Feld herumtollen, schauen sie in ihrem Geheimversteck auf dem Dachboden von Ben Filme, die sie mit der geklauten Kamera von Kux' Vater gemacht haben. Dann die Katastrophe: Ben wird auf dem Dachboden entdeckt - und Mathilda, die Mitschülerin, liegt brutal erschlagen in ihrem Blut. Auf einem Golfschläger sind Bens Fingerabdrücke. Doch der Junge erinnert sich an nichts, hat einen Blackout. Doktor Kux fühlte sich bestätigt. Hatte er nicht schon immer gesagt, dass mit diesem verdammten Bauernjungen etwas nicht stimmt? Gnadenlos wird er für Jahre in die Jugendpsychiatrie eingewiesen, so konnte der Mörderjunge niemandem mehr etwas tun. Festgezurrt an einem Bett, Medikamente in einer kalten weißen Welt. All die Jahre ohne Besuch. Weil er ein Mörder war. Minderjährig, aber gefährlich. Man hatte die Welt vor ihm in Sicherheit gebracht, man hatte Matildas Eltern gezeigt, dass es doch Gerechtigkeit gab, dass er nicht einfach mit dem Mord an ihrer Tochter davonkommen würde. Eine gerechte Strafe war es, die Psychiatrie die beste Lösung. Weil er nicht strafmündig war. Ein glücklicher Umstand war es für den Rest der Welt, dass er beschlossen hatte zu schweigen. Nach der Entlassung beginnt er ein neues Leben in einem Fotolabor in München. Als sich Ben und Kux nach 30 Jahren zufällig wiedersehen, kehren die Erinnerungen mit grausiger Wucht zurück. Dreißig Jahre lang bleibt diese Geschichte im Verborgenen, bis sie plötzlich mit voller Wucht zurückkommt und alles mit sich reißt: Der Junge von damals mordet wieder ... Die Vergangenheit holt ihn ein wie eine Flutwelle und sie gerät in einen Strudel aus Lügen und Gewalt, aus dem es keinen Ausweg gibt...Bald schon wird eine Leiche gefunden. Flashbacks, dasselbe Spiel wie damals? "Bösland" ist rasant und nicht vorhersehbar, die Wendungen und Haken sind wie eine Achterbahnfahrt des Grauens. Dieser extrem spannende, hochemotionale Roman kann es locker mit den Schweden aufnehmen. Allein der Plot ließ mich schaudern. Faszinierender Rausch aus Bösartigkeiten, Intrigen und Verletzungen. Dem Autor Bernhard Aichner ist das höchst irritierende Psychogramm eines wahnsinnigen Täters gelungen. Ganz allmählich schleicht sich das Entsetzen in das Bewusstseins des Lesers. Völlig undenkbar, das Buch vor der letzten Seite wegzulegen. Fabelhaft furchtbar. Fazit: Aichner ist nicht zimperlich und ein Buch wo Aichner draufsteht ist auch Aichner drin. Sehr souverän geschrieben, tolles Cover.
Ben lebt in einfachen wirtschaftlichen Verhältnissen und hat eine Kindheit, die eigentlich keine ist. Er wird ständig von seinem unzufriedenen Vater im „Bösland“, auf dem Dachboden des Hauses misshandelt, während die Mutter einfach wegsieht. Ben hat kaum Freunde, nur Kux sucht immer wieder seine Nähe, bis Mathilda in den Ort zieht. Auch sie trifft sich gerne mit Ben, doch eines Tages wird er sie erschlagen. Das Mörderkind kommt in die Psychiatrie, verliert alles, schafft es dann aber doch ein relativ geregeltes Leben zu führen, bis er etwas findet, dass alles verändert. Bei diesem Autor muss man einfach immer zuerst was zum Schreibstil äußern, denn er ist ganz anders als man das gewohnt ist. Aichners Schreibstil wirkte auch mich ausgereifter als ich von der Totenfrau-Trilogie kenne. Deutlich strukturierter, weniger Ein-Wort-Sätze (auch Sätze mit nur zwei, drei Wörtern gab es relativ selten und wenn war es wirklich passend) und daher auch angenehmer zu lesen. Kurz und knapp sind jedoch wieder die Kapitel, sodass ich immer noch eines nachlegen müsste, zumal die Erzählart immer wieder wechselt. In einem erzählt Ben, in einem anderen redet er mit einer Person. Die Dialoge sind in Spiegelstrichen ohne Ausschmückungen auf das Wesentlich konzentriert. Beim Durchblättern hatte ich zwischendurch die Sorge, dass man vielleicht nicht immer gleich erkennen könnte, mit wem Ben spricht, aber diese Sorge war komplett unbegründet. Handlung und Erzählweise haben es mir kaum möglich gemacht das Buch einmal wegzulegen. Da sind die brutalen Schilderungen der Kindheit, dann die Zäsur durch den Mord an der Apothekertochter. Es scheint unglaublich, dass ein 13-Jähriger einem anderen den Kopf einschlägt, aber er ist der Mörderjunge, der über Jahre nicht ein Wort spricht, der keinerlei Erinnerungen an die Tat hat und verzweifelt versucht ein „normales“ Leben zu führen, bis er auf einen alten Kindheitsfreund trifft. Damit setzt sich eine Spirale in Gang, die unaufhaltsam scheint. Warum hat Kux ihn nie in der Psychiatrie besucht? Was geschah damals wirklich? Mithilfe einer Therapeutin versucht Ben diese und zahlreiche weitere Fragen zu klären. Er geht noch einmal zurück in das Dorf und das Bösland und entdeckt schier unglaubliches. Es folgen zahlreiche weitere Ungeheuerlichkeiten, menschliche Abgründe tun sich auf und überraschende Wendungen lassen immer wieder Hoffnung aufkeimen, dass sich am Schluss doch noch alles zum Guten wendet. Wie schon manch anderer Leser, komme ich auch zu dem Schluss, dass sich Aichner hier selbst übertroffen hat!
Viele Thrillerfans kennen Bernhard Aichner vermutlich bereits von seiner äußerst erfolgreichen "Totenfrau"-Trilogie, den Büchern um den persönlichen Rachefeldzug von Bestatterin Brünhilde Blum. Mit "Bösland" hat der österreichische Autor danach einen eigenständigen Roman nachgelegt, bei dem Aichner seinem Markenzeichen jedoch treu bleibt: kurze, manchmal sehr kurze Kapitel und ein sehr minimalistischer und nüchterner Schreibstil. Zwar sind die Sätze insgesamt nicht ganz so stakkatoartig wie bei den Blum-Büchern, trotzdem werden sich Fans des Autors hier schnell zurechtfinden – für Neulinge könnte dieser Stil vielleicht zunächst etwas gewöhnungsbedürftig sein.
Inhaltlich geht es in erster Linie um Ben, dessen Kindheit massiv vom titelgebenden "Bösland" geprägt wurde – dem Ort, an dem er von seinem Vater immer wieder misshandelt und gedemütigt wurde. Erst mit dem plötzlichen Tod des Vaters scheint Bens Leben sich zum Besseren zu wenden, doch mit 13 Jahren kommt es zur Eskalation: Auf dem heimischen Dachboden kommt es offenbar zu einem Streit zwischen Ben und einer Mitschülerin, der damit endet, dass das Mädchen nach mehreren Hieben mit einem Golfschläger stirbt. Ben verbringt den Rest seiner Jugend daraufhin in einer psychiatrischen Einrichtung und findet danach nur schwer wieder ins Leben zurück.
Inzwischen ist Ben erwachsen geworden und arbeitet mit seiner Psychologin an einer Aufarbeitung seiner Kindheit und der schrecklichen Ereignisse, um endlich damit abschließen und vielleicht auch mit sich selbst Frieden finden zu können. Die Leser*innen erleben die Geschichte dabei wechselweise aus der Perspektive von Ben sowie in reinen Dialog-Kapiteln, mal zwischen Ben und seiner Therapeutin, mal zwischen Ben und seinem Jugendfreund "Kux". Zusammen mit dem klaren Schreibstil und den kurzen Kapiteln sorgt dies für eine sehr schnelle Erzählung, die einen regelrecht durch das Buch jagt.
Dabei ist die Geschichte grundsätzlich spannend, allerdings erfolgt die wohl interessanteste und wichtigste Wendung bereits sehr früh im Buch, der Rest der Handlung fällt dann leider etwas überraschungsarm und vorhersehbar aus. Zudem wirkt das Verhalten der Charaktere zuweilen wenig glaubwürdig und für einen Psychothriller fehlt es "Bösland" oft schlicht an psychologischer Raffinesse. In seinen besten Momenten wirkt der Roman wie ein düsteres Kammerspiel, gerade in der zweiten Hälfte ist dann aber ein wenig die Luft raus. Insgesamt ein solider Thriller, der aber leider qualitativ nicht an die Blum-Trilogie herankommt.
Eigentlich mag ich ja keine halben Sachen, aber als ich kürzlich bei Audible ein halbes Guthaben für einen Thriller ausgab, stöberte ich weiter in dem Genre und stieß auf Bösland von Bernhard Aichner – ein Autor, von dem ich bislang noch nichts gelesen hatte und den ich längst mal für mich entdecken wollte. Nach der Hörprobe stand für mich recht schnell fest, dass ich die andere Hälfte des Guthabens hierfür verwenden wollte, weil mich die Geschichte gleich fesseln konnte und ich neugierig darauf war, was es mit dem Bösland auf sich hatte.
Ben hat einen Vater, der ihn schlägt und sich umbringt, als Ben zehn Jahre alt ist. Das prägt ihn, so dass er für seine Umwelt immer ein wenig seltsam erscheint. Als Ben mit seinem Freund Kux und Mathilda, dem Mädchen in das er heimlich verliebt ist, im Bösland spielt, wird Mathilda erschlagen. Daraufhin wird Ben, der am Tatort blutverschmiert gefunden wird und sein Gedächtnis bezüglich der Geschehnisse verloren hat, verhaftet. Er muss mit 13 Jahren in eine psychiatrische Klinik, wo er er jahrelang betreut wird und sich später ein unscheinbares Leben als Fotolaborant aufbaut. Knapp 30 Jahre nach den Ereignissen im Bösland entwickelt er ein Foto, auf dem er seinen alten Freund Kux wieder erkennt. Seine Therapeutin rät ihm, seinen Heimatort aufzusuchen und Kontakt mit Kux aufzunehmen. Ben folgt ihrem Rat und plötzlich überschlagen sich die Ereignisse.
Die Sprecher haben gute Arbeit geleistet und den Charakteren Lebendigkeit und Authentizät eingehaucht. In kurzen Kapiteln jagt man regelrecht durch dieses Hörbuch und ein ums andere Mal wurde mein Badewasser kalt, weil ich beim Hören (und baden) kein Ende finden konnte, wenn ich gebannt der Geschichte lauschte. Ich fühlte mich gut unterhalten und wollte immer wissen wie es weiter geht.
Allzu überraschend ist die Handlung allerdings nicht und verläuft unerwartet oft genau so, wie ich es im Vorfeld vermutet hatte. Und doch nimmt man es diesem Thriller nicht allzu übel, weil er gut umgesetzt ist, die Charaktere gut ausgearbeitet und mit den richtigen Sprechern besetzt sind. Für besondere Spannung sorgt in dieser Geschichte auch der Psychokrieg, der zwischen zwei Personen entbrennt – ein ungleicher Kampf, bei dem man sich nicht sicher ist, wer ihn gewinnen kann. So bleibt doch immer ein wenig Unvorhersehbares übrig, das einen mitfiebern lässt.
Der Titel hat mich sofort neugierig gemacht, in Kombination mit dem Klappentext der dafür sorgt, dass man das Buch einfach lesen muss. Außerdem wollte ich schon länger eines der Bücher, des Autors lesen schließlich habe ich bisher nur gutes über ihn gehört. Es stand also schnell fest, dass Buch muss bei mir einziehen und das ging dann auch ganz schnell. Schnell habe ich das Buch angefangen zu lesen und dann erstmal an die Seite gelegt, was nicht an der Spannung lag sondern einfach schlichtweg am Zeitmangel.
Schon zu Beginn der Story ist die Spannung spürbar, die Geschichte beginnt gleich rasant und ich wurde in das Buch gezogen. Egal wie müde ich auch war aber ein paar Kapitel habe ich immer noch lesen müssen. Da kommen wir auch zum nächsten Pluspunkt, die Kapitel sind wunderbar kurz, sodass man auch zwischendurch lesen kann, wenn es nicht so spannend wäre. Außerdem hat jedes Kapitel eine Überschrift und besonders die Schriftart und Farbe haben mir hier gut gefallen. Genauso wie die Seitenzahlen ebenfalls in der Thematik gehalten sind.
Der Protagonist Ben ist von der Kindheit bis jetzt sehr gut beschrieben, wegen des Mordes an einer Freundin ist er in der Psychiatrie. Nach Entlassung wurde er von einer Psychotherapeutin behandelt und diese Gespräche sind in Interviewform festgehalten. Er versucht seine Vergangenheit aufzuarbeiten und gerät dabei an seinen alten Jugendfreund Kux. Ab da an wird die Geschichte erst richtig rasant und ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen.
Der Autor schafft es die ganze Zeit den Leser zu unterhalten, trotz der knappen Kapitel verfliegt die Spannung nicht und man fragt sich die ganze Zeit wie es weiter geht. Auch das Ende hat mich einfach nur begeistert, ich hätte nicht mit der Entwicklung gerechnet, am Anfang schien die Story noch anders abzulaufen doch dann kam die großartige Wendung.
Fazit: Für jeden Fan von spannenden Thrillern mit bösem Charakter ist dieses Buch ein absolutes Muss. Ich hätte nicht mit diesem Ende gerechnet und bin positiv überrascht. Dieses Buch ist nicht nur spannend und brutal sondern auch böse! Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen, wenn man auf besondere Thriller steht!
Kann man die Vergangenheit ungeschehen machen bzw. korrigieren?
Kurz zum Inhalt: Ben wird regelmäßig von seinem Vater mit dem Gürtel verprügelt - auf dem Dachboden, dem sogenannten Bösland. Als Ben 10 ist, findet er seinen Vater im Bösland, erhängt mit dem Gürtel. Er hat einen einzigen Freund: Felix Kux, den Sohn des Arztes. Mit ihm verbringt er die meiste Zeit, auch oder gerade im Bösland, die beiden quälen Tiere und vor allem drehen sie Filme über alle Mögliche mit der Kamera, die Felix seinem Vater geklaut hat. Etwas später kommt Matilda neu in die Klasse, zu Dritt verbringen sie nun Zeit und Ben ist in Matilda verliebt. Bis Matilda eines Tages tot im Bösland liegt - der Schädel eingeschlagen. Ben hält sie im Arm und wird als Täter in die Psychiatrie eingesperrt. Er kann sich an nichts erinnern. Als Ben 23 ist, wird er wieder freigelassen. Er geht freiwillig zur Therapie. 30 Jahre nach dem schrecklichen Tod von Matilda deckt er das schreckliche Geheimnis von damals auf - und es wird gefährlich für ihn.
Meine Meinung: An den Schreibstil muss man sich anfangs gewöhnen - aber mir gefällt es sehr gut, dass abwechselnd in ich-Form aus Sicht von Ben und im Dialog-Stil zwischen Ben und jeweils einer weiteren Person erzählt wird. Das Schicksal von Ben ist traurig, er hatte eine schlimme Kindheit. Vom Vater verprügelt, die Mutter verschließt die Augen - und noch schlimmer, sie gibt dem Sohn die Schuld am Selbstmord des Vaters und meinte, es wäre besser gewesen, wenn der Vater ihn totgeprügelt hätte. Kein Wunder, dass alle in ihm den Mörder sehen. Auch wenn Ben nicht so wirklich sympathisch ist, fühlt man mit ihm mit und erfährt nach und nach Schreckliches. Bernhard Aichner hat mit "Bösland" einen Psychothriller der etwas anderen Art geschaffen. Die ganze Geschichte ist düster, mysteriös und morbid, und beim Lesen denkt man immer wieder dran, wie gut es einem selbst geht und man ist froh darüber, dass man keine Freunde wie Kux hat.
Fazit: Ein außergewöhnlicher Thriller mit einem besonderen Schreibstil, der mich gut unterhalten hat!
GENIAL und HOCHSPANNEND ,"BÖSLAND "von Bernhard Aichner hat mich auch diesmal gefesselt,gepackt und mich das ganze Buch mit 438 Seiten in einem durchlesen lassen.Nervenkitzelgarantie!!! Dies ist nach "DER FUND" des österreichischen Autors und dem btb Verlag in der Verlagsgruppe Random House mein zweiter Thriller und es werden definitiv noch einige folgen. Das Cover ist schlicht,aber trotzdem interessant und optisch sehr gut gelungenem .Hier habe ich schon die düstere Atmosphäre gesehen. Sebastian Fitzeks Aussage auf dem Cover kann man Glauben schenken,denn ich bin komplett seiner Meinung. Ein extrem interessanter,rasant spannender Schreibstil macht das lesen zu einem Genuss. Für Thrillerfans ist dies hier ein absolutes MUSS!!! Die Kapitel wechseln sich in der Erzähl/Ich-Form und als Dialoge ab,jedes Kapitel hat eine spannende und eigene Überschrift. Kurz und knackig sind ebenfalls die Kapitel,das gefällt mir besonders gut. Hier wird es zu keiner Zeit langweilig,denn der Autor konzentriert sich auf das Wesentliche im Buch ,hier wird nicht über das Wetter oder Hobbys der Charactere geschrieben. Hier geht es nur um den Fall im Sommer 1987 und die Gegenwart. Im Jahr 1987 wird das Mädchen Matilda auf dem Dachboden (Bösland)brutal mit einem Golfschläger ermordet. Alles spricht für den damals 13jährigen Ben,der das tote Mädchen nach dem Mord noch feste umarmt. Da er sich an nichts mehr erinnern kann landet er für viele viele Jahre in der Psychiatrie. Selbst sein damaliger bester und einziger Freund Felix Kux verschwindet aus seinem Leben. Nach 30 Jahren und nachdem Ben wieder sozialisiert wurde und ein ganz normales Leben führt,sucht er seine Psychiaterin Frau Vanik auf und versucht mit ihrer Hilfe,sich an die Vergangenheit zu erinnern,und das mit Erfolg. Doch plötzlich geschieht wieder ein schrecklicher Mord,der genau so brutal wie vor 30Jahren ist und Ben ist wieder Tatverdächtiger Nummer eins. Hat der böse Junge von damals wieder gemordet? Absolut toll geschrieben.
Spiel, Satz und Sieg, Aichner! Auch mit BÖSLAND in gewohnter Top-Form!
Bernhard Aichner – vom dem ich bereits die Reihe um Totengräber Max Broll und die Triologie um Bestatterin Brunhilde Blum verschlungen habe – hat sich mit diesen Vorgängerwerken die Latte selbst extrem hoch gelegt.
Dementsprechend gespannt war ich, ob er mich auch mit „Bösland“ wieder in den Bann ziehen wird können … und wie er es konnte!!! Ich konnte das Buch nicht mehr aus den Händen legen und hatte es in wenigen Stunden durch!
Der Plot … … dass jemand nach einem Mord sein Gedächtnis verliert/die Geschehnisse verdrängt und verstummt, sich Jahrzehnte später doch noch damit auseinandersetzt und plötzlich ein weiterer Mord nach demselben Modus Operandi wie vor 30 Jahre geschieht, ist schon brillant.
Wirklich genial wird „Bösland“ mit dem sich sukzessiv steigernden Psychoterror zwischen den Jugendfreunden Ben und Kux, der mit schockierenden Wendungen Zug um Zug grausamer und abartiger wird und mit einem unvorhergesehenen Ende aufwartet.
Der Erzählstil … … ist gewohnt rasant. Es wechseln sich Kapitel aus der Ich-Erzähler-Perspektive Bens mit Kapiteln in Dialogform ab, wobei – ein Markenzeichen Aichners – diese Dialoge bloß durch Aufzählungszeichen (-) erkennen lassen, dass ein Sprecherwechsel erfolgt, da auf jedwede Einleitung, Nachsatz oder Anführungsstriche verzichtet wird, was die Spannung und Rasanz zusätzlich erhöht.
Zudem fallen die Dialoge zumeist knapp und prägnant aus und man denkt, einem Kammerspiel beizuwohnen, in welchem die Sätze wie Ping-Pong-Bälle in einem Tischtennis-Einzel zwischen Ben und seiner Therapeutin (Therese Vanek) oder seinem Freund (Kux) oder dessen thailändischer Gattin (Soy) nur so hin- und herschießen.
Packend bis zum Ende!
Fazit: Nomen est Omen: Bernhard Aichner hält, was er mit seinem Titel „Bösland“ verspricht: Einen Pageturner, der einen schaurig-schonungslosen Blick in die menschlichen Abgründe gewährt. Absolut empfehlenswert!
Wer schon von der Totenfrau-Trilogie begeistert war, wird auch hier stilistisch wieder auf seine Kosten kommen.
Die Dialoge sind zum Großteil wieder simpel mit Spiegelstrichen verfasst, ohne Füller wie „sagte“ oder „meinte“. Wer in vorherigen Werken nicht damit warm geworden ist, der sollte auch dieses Buch nicht unbedingt zur Hand nehmen. Dabei bin ich persönlich aber immer wieder erstaunt, wie gut dem Autor diese Passagen gelungen sind. Man verliert trotz fehlender Hinweise, wer etwas sagt, nie den Faden, wer gerade spricht. Außerdem bringen diese Stellen ein wahnsinniges Tempo in die Geschichte, das mir super gefällt. Das ganze Buch liest sich ruckzuck weg, da wirklich ein konstanter Spannungsbogen aufrechtgehalten wird.
Trotzdem konnte mich das Buch nicht so ganz abholen.
Die Charaktere sind gezielt darauf ausgelegt, im Leser ein gewisses Menschenbild zu erzeugen. Dabei wird absichtlich mit einer Vielzahl an Vorurteilen gespielt, die sich dann entweder bewahrheiten oder eben nicht. Das ist eigentlich ein gutes Konzept, aber ich fand vieles davon zu vorhersehbar. Da war leider nichts, was einen wirklich geschockt hat, gerade, wenn man viel Leseerfahrung hat. Besonders schade fand ich auch, dass Wendungen in der Geschichte teilweise vorher angekündigt werden. Sätze wie „Ich wusste noch nicht, wie sehr ich mich irren sollte.“ findet man einige. Natürlich bewegt das den Leser einerseits zum Weiterlesen, weil man ja unbedingt wissen möchte, was da passiert. Aber ich persönlich hätte mich mehr darüber gefreut, hier im Dunklen gelassen zu werden. Das gelingt dem Autor an anderen Stellen unglaublich gut und ich denke, ich wäre sehr viel begeisterter, wenn ich an manchen Stellen nicht vorher schon geahnt hätte, was passiert.
Alles in allem ein stilsicherer - wenn auch etwas vorhersehbarer - Thriller, der allerdings nicht mit den überraschenden Wendungen der anderen Werke des Autors mithalten kann.
Im Sommer 1987 erschlägt der dreizehnjährige Ben seine Mitschülerin mit einem Golfschläger und richtet ein Blutbad an. Ben wird daraufhin in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen. Dreißig Jahre später bringt ihn ein Zufall dazu, sich der Vergangenheit zu stellen, in der auch sein Schulfreund Kux eine Rolle spielt. Und dann wird wieder eine Frau mit einem Golfschläger erschlagen.
Mich haben das Cover und der Klappentext magisch angezogen. Nachdem ich dann die Leseprobe gelesen hatte war mir klar, dass ich das Buch unbedingt komplett lesen wollte. Der Schreibstil war ungewöhnlich und ich wollte wissen, ob und wie ich damit klar komme. Das Buch ist in viele kurze Kapitel unterteilt, was mich zum Weiterlesen anregte. Jedes zweite Kapitel wurde in Dialogen erzählt. Hier war das Besondere, dass die Dialoge nicht mit Anführungsstrichen gekennzeichnet und im herkömmlichen Stil mit Ergänzungen und Beschreibungen verfasst wurden, sondern jeder Satz ausschließlich mit einem Spiegelstrich dargestellt wurde. Dadurch wirkten die Dialoge sehr distanziert, ohne Gefühlsregungen. Daran habe ich mich zwar relativ gut gewöhnt, allerdings fehlte mir insgesamt doch die detaillierten Beschreibungen von Gefühlen und dem Drumherum bei einem Gespräch. Mir war das zu nüchtern und steril. Was ich sehr schade fand, war, dass ich recht früh wusste, was damals geschehen ist. Von da an war die Spannung, die anfangs vorhanden war, bei mir leider weg. Ich wollte zwar wissen, wie es weiter- bzw. ausgeht, aber ich war nicht mehr richtig gefesselt. Das war sehr schade, da ich die Grundidee wirklich klasse fand.
Ein Thriller, der spannend und teils auch überraschend ist, mich jedoch nicht vollends überzeugen konnte. Ich vergebe 3 von 5 Sternen.
Im Sommer 1987 wird auf dem Dachboden eines Bauernhauses ein Mädchen brutal mit einem Golfschläger ermordet. Der 13-jährige Ben wird verdächtig auf seine Mitschülerin eingeschlagen zu haben und daraufhin in eine Psychiatrische Anstalt eingeliefert. Nach 30 Jahren kann er sich noch immer nicht an die Tat erinnern. Seine Therapeutin ermutigt ihn darin dem Geschehen von damals auf den Grund zu gehen und endlich sein Leben zu leben. Doch Bens Leben droht erneut aus den Angeln zu geraten als er beginnt sich zu erinnern und er dabei Unglaubliches erfährt...
Die Erzählweise von Bernhard Aichner konnte auch in "Bösland" wieder total überzeugen. Der Autor benutzt kurze Kapitel und legt dabei umso mehr Spannung in die Handlung rein. Besonders hat mir gefallen, dass die Kapitel abwechselnd als Erzähltext und als Gesprächstext (z.B. zwischen Ben und seiner Therapeutin) erzählt wurde. Vor jedem Kapitel gab es ein kurzes Zitat, das das jeweilige Kapitel eingeführt hat und somit das Buch auch gestalterisch etwas her macht.
Mit Ben habe ich ab der ersten Seite mitgefühlt und voller Spannung und Mitgefühl seine (Lebens)Geschichte gelesen. Er wurde als Kind von seinem Vater misshandelt und hat nach seiner vermeintlichen Tat sein halbes Leben in der Psychiatrie verbracht. Und dennoch beweist er, dass er ein gutes Herz hat und mit jedem Kapitel mochte ich ihn mehr und habe mir für ihn einfach nur gewünscht das es gut ausgeht.
Auch wenn relativ schnell ans Licht kommt was damals wirklich passiert ist bleibt das Buch bis zur letzten Seite spannend. Bernhard Aichner schafft es immer wieder, dass man seine Bücher förmlich inhaliert und erst wieder aus der Hand legen möchte, wenn man das letzte Kapitel gelesen hat.
Super Schreibstil, konnte mich aber nicht ganz überzeugen
Ben hat sein Leben in der Psychiatrie verbracht. Nach einem schrecklichen Abend auf dem Dachboden seiner Eltern, wurde er wegen Mord an seiner Freundin eingewiesen. Sein bester Freund Felix hat sich in all den Jahren von ihm abgewendet. Dreißig Jahre später möchte Ben mit der Vergangenheit abschließen und beschließt gemeinsam mit seiner Therapeutin der Amnesie in der er sich befindet auf den Grund zu gehen. Als er Felix heimsucht, ahnt Ben noch nicht, welche Wendung die Geschichte einnehmen wird. Denn Ben hat angefangen sich zu erinnern.
Ich habe zuvor kein Buch von Bernhard Aichner gelesen. Es wurde konstant irgendwo Werbung für Bösland gezeigt, dass ich es auf gut Glück beim Bloggerportal angefragt habe. Ich war sehr positiv überrascht. Das Hardcover liegt schwer in der Hand und jedes Kapitel ist von einem Zitat aus dem darauf folgenden Kapitel verziert. Die Dialoge sind flüssig und allgemein habe ich es in einem Zug durch gelesen. Es ist kein spannender Thriller, aber das sollte man auch nicht erwarten. Man wird auf die Probe gestellt, schnell macht man sich ein Bild von der Situation, bis das Blatt sich wendet und man nicht mehr genau weiß, wann Gut und Böse aufeinander treffen.
Im Großen und Ganzen ist es eine gute Geschichte, doch hat mich das Ende etwas enttäuscht. Es war fast so, als wäre man gezwungen gewesen, plötzlich das Ende zu schreiben und es sind einem die Ideen ausgegangen. Schade, den der Schreibstil hat mir wirklich sehr gefallen. Bösland hat mich nicht vom Hocker gehauen, aber ich werde Aichner sicherlich weitere Chancen geben.
Das Buch war besser, als ich erwartet hatte. Bernd kämpft mit den Schatten seiner Vergangenheit, bis er bemerkt, dass er gar nicht für die Tat seiner Kindheit verantwortlich ist - und stellt schließlich seinen Kindheitsfreund Kux zur Rede, der diese Tat eigentlich begangen hatte. Dann drehen die beiden sich im Kreis, Kux kann sich nicht Bernd entledigen, weil er nicht sicher sein kann, dass er sich mit seinem Beweis rückversichert hat, während Kux erneut mordet und den Beweis gegen Bernd in seiner Hinterhand versteckt hält - Keiner kann also von seiner Position abweichen. Bis sich Bernd am Ende mit mit der Familie von Kux' Frau, Soy, anfreundet und sie ihm zusammen ein Drogenpäckchen am Flughafen unterjubeln. So gesehen könnte man das Buch in dem Satz "das Gute gewinnt am Ende immer" zusammenfassen. Und der Weg dorthin war für Bernd ein steiniger.
Mir hat auch gefallen, dass die Kapitel so kurz waren. Dadurch kommt man in einen guten Lesefluss und es unterstütz die Spannung im Buch. Auch dass sich immer ein erzählerisch geschriebenes Kapitel und ein im Dialog geschriebenes Kapitel abwechseln, was zu Beginn erst gewöhnungsbedürftig war, hat mir am Ende gut gefallen. Und die Idee, die Kapitel nach einem Satz aus dem Kapitel zu benennen, fand ich auch ganz gut.
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Ben sucht seine Erinnerung. Eine Erinnerung, die ihn in seine Kindheit und zu einem brutal erschlagenen Mädchen führt. Ins Bösland, wie sein misshandelnder Vater den Dachboden nannte. Doch mit dem Erinnern kommen Fragen und Antworten auf, die besser ungesagt blieben. Die Vergangenheit wird für Ben eine Bedrohung, die er so nie erwartet hatte.
Das ist das erste Buch, dass ich von Bernhard Aichner gelesen habe. Sehr speziell ist der Schreibstil. Er wechselt kapitelweise zwischen der Ich-Erzählung von Ben und dem Interview-Stil zwischen zwei Protagonisten. Man ist zwar dadurch etwas näher am Geschehen, wie in einem Film, aber es entgehen dem Leser dabei Details, wie Mimik, Gestik und Gedanken. Daher empfinde ich den Stil eher schlicht und bin der Meinung, dass dadurch verhindert wird, dass sich die Spannung gross aufbaut.
Das Psychogramm des Hauptprotagonisten fand ich interessant, da es zwischen Opfer und Täter schwankt und immer neue Facetten seiner Persönlichkeit dazukommen.
Abschliessend kann ich sagen, es ist ein stimmungsmässig ruhiger Thriller, bei dem das Menschliche im Vordergrund steht.
Der Inhalt Das Jahr 1987 es ist Sommer und ein 13 jähriger Junge ermordet ein kleines Mädchen, doch die tat bleibt ungestraft und bleibt in der Hitze des Jahres verborgen. .... Doch was passiert, wenn viele Jahre später genau dieser junge wieder beginnt zu morden, kann er dieses mal aufgehalten werden ?
Meine Meinung : Bisher habe ich alle Bücher des Autors verschlungen und geliebt, denn sie sind keine 0815 Thriller, sondern immer ganz besonders und so ist es auch dieses mal. Selten hat mich ein Thriller emotional so gepackt, auch die Spannung packt einen von der sp ersten Seite an und lässt einen nicht mehr los. Doch der eindringliche Schreibstil des Autors schafft so viel mehr als das, er schafft es die Charaktere so eindringlich zu beschreiben dass man vor Emotionalität Gänsehaut bekommt und gleichzeitig der Auflösung entgegenfiebert.
Fazit: Ein stilistisch sehr guter Thriller, mit packender Atmosphäre und einer Spannung, die dieses Buch zum absoluten Pageturner macht!