Mia ist in dem kleinen Chocolaterie-Geschäft ihrer Eltern aufgewachsen – mit den wunderbaren Rezepten, aber auch mit dem rätselhaften Familienfoto, auf dem ein lebensgroßes Nashorn aus Schokolade zu sehen ist, zusammen mit ihren Urgroßvater Jakob und seinem Lehrherrn. Der Lehrherr ist weiß, Jakob schwarz. Mia ist zwar bekannt, dass ihr Vorfahr als kleiner Junge aus dem damaligen Deutsch-Südwestafrika nach Deutschland gekommen ist. Aber warum? Und wie?
Als Mia den Nachkommen von Jakobs Lehrer unbequeme Fragen stellt, sticht sie in ein Wespennest. Liebe und Verrat, sie ziehen sich durch die Generationen, und als Mia endlich versteht, wer sie zum Schweigen bringen will, ist es fast zu spät …
Elisabeth Herrmann ist eine der aufregendsten Stimmen unserer Zeit. Lebendig, abgründig, atmosphärisch – ihr Stil begeistert Krimileser seit der Veröffentlichung von Das Kindermädchen. (In der Verfilmung für das ZDF wird Jan Josef Liefers in der Hauptrolle zu sehen sein.) Mit Zeugin der Toten legt Elisabeth Herrmann nun einen Spannungsroman vor, der eine ganz ungewöhnliche Heldin vorstellt. Die Autorin lebt mit ihrer Tochter in Berlin.
Anfangs las es sich eher wie ein Roman mit historischem Familienhintergrund, und es hat ziemlich gedauert bis der Krimiteil zum Vorschein kam. Da ich aber sowohl die Hauptfiguren, deren Geschichte und eben auch den Hintergrund der deutschen Kolonien in Afrika sehr interessant und spannend beschrieben fand, hat mich das nicht gestört.
Die Hauptfigur war mir von Anfang an sympathisch und fühlte sich realistisch an. Nur ab und an konnte ich einzelne Entscheidungen so gar nicht nachvollziehen, die wohl hauptsächlich dazu gedacht waren die Handlung noch etwas spannender zu gestalten. Die Nebenfiguren waren unterschiedlich greifbar beschrieben. Manche konnte ich mir sehr gut vorstellen, aber manche fühlten sich auch etwas wie Pappfiguren an. Nicht sehr dreidimensional und eher wie das dekorative Set in einem Film. Da diese aber auch entsprechend wenig Zeit im Mittelpunkt stehen hat es mich nicht arg gestört.
Es finden sich mehr und mehr Puzzleteile die sich langsam zu einer Geschichte zusammensetzten. Für einen Erwachsenenkrimi wären mir die Andeutungen was da noch kommen könnte etwas zu stark gewesen, aber für ein Jugendbuch, bei dem man davon ausgehen kann dass der Leser nicht schon zig andere gelesen hat genau richtig bemessen.
Für mich eine gelungene Mischung die ich in nur 2,5 Tagen verschlungen habe!
Sehr ordentlich! Interessante Geschichte, wirklich spannend, ohne blutig zu sein. Ich hatten den Täter definitiv nicht auf dem Zettel. Und das Ganze hat mich inspiriert, mich einmal etwas genauer mit der deutschen Kolonialgeschichte zu beschäftigen, darüber weiß ich viel zu wenig.
Vom Klappentext her hätte ich jetzt erwartet, dass man in Rückblenden noch mehr Buchelemente hat, die auch tatsächlich in der Kolonialzeit spielen, aber das kommt nur sehr am Rande vor, in Auszügen aus Briefen der Vorfahren.
Ist auch nicht so ein Kinderbuch/Jugendbuch auf den ersten Blick- außer, das die Protagonisten mit um die 20 recht jung ist, finde ich nicht, dass das unbedingt als Jugendbuch laufen muss. Und die Story ist spannend, aber nicht zu grausam, das finde ich auch eher positiv.
Ich werde also definitiv noch mehr von Frau Herrmann lesen, "Die Mühle" wurde mir schon sehr empfohlen.
Tolles Setting, großartig recherchierte Hintergrundgeschichte - mit ihrem neuen Jugendthriller meldet Elisabeth Herrmann sich zurück. Die Geschichte spielt in Meißen und Lüneburg, zwischen kleiner Chocolaterie und großer Schokoladenfabrik, das Spektrum des Plots reicht vom Deutschland der Gründerzeit bis nach Namibia und zu tagesaktuellen Problemen. Das ist wirklich groß, und Elisabeth Herrmann hat hier mehr als ihre Hausaufgaben gemacht. Man merkt, dass ihr das Thema, das sie transportiert, sehr am Herzen liegt. Leider gerät sie dabei gerade in der zweiten Hälfte des Romans immer mehr ins Dozieren, statt die Inhalte geschickt in den Plot einzuweben, was die Spannung stark ausbremst. So passiert es auch, dass der Tonfall der jungen Charaktere (die Hauptprotagonistin ist gerade mal 18) zuweilen SEHR erwachsen und überhaupt nicht altersgerecht klingt (wer sagt z.B. heute noch "nach Leib und Leben trachten"). Es gab Passagen, wo mich die altbackene Ausdrucksweise richtig aus der Geschichte rausgeworfen hat, zumal Erzählerin Laura Maire die Geschichte gewohnt jung und frisch rüberbringt.
Derart ausgebremst kommt der Fall in der zweiten Hälfte dann leider ins Stocken, einige Feinde wandeln sich zu schnell und praktisch in Freunden, man ahnt das ein oder andere und jedem erfahrenen Drei ??? - Fan dürfte recht schnell klar sein, worum es sich beim Corpus Delicti handelt . Hinzu kommt, dass Herrmanns' Tendenz ihre Geschichten zunehmend mechanisch und abgeklärt herunterzuerzählen in ihren letzten Jugendbüchern immer deutlicher wurde und sie auch vor "Zartbittertod" nicht Halt macht. Das ist schade, denn die Geschichte, die Elisabeth Herrmann hier erzählt ist großartig. Und ich bin wie sie der Meinung, dass es sich dabei um ein sträflich in Deutschland vernachlässigtes Thema handelt. Ich z.B. wusste das alles nicht und war wirklich entsetzt, von diesem Teil unserer unrühmlichen Geschichte. Also: nachsitzen und lesen!
Einfach großartig! Erwartet hatte ich einen spannenden Krimi, bekommen habe ich sehr viel mehr. Vor allem einen Einblick in ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte, die im Schuluntericht wenn überhaupt nur ansatzweise vorkommt.
„…der absolute Wahnsinn!“ Mit diesen Worten bezeichnete ich im Oktober vorletzten Jahres ihr Vorgängerwerk „Die Mühle“ von Elisabeth Herrmann. Nun legt sie, zwei Silvester später, ihren nächsten Thriller „Zartbittertod“ nach. Selbstverständlich war meine Erwartungshaltung, mit der ich dem Buch begegnet bin, ziemlich hoch. Ob meine Hoffnungen an das Werk erfüllt wurden, das erfahrt ihr in der folgenden Rezension.
Verging nicht alles irgendwann einmal, wurde zermahlten von diesem knirschenden, unaufhaltsamen, nie endenden Sandstrom der Zeit?
(„Zartbittertod“, Seite 313)
Historischer Krimi, kein Thriller
Die größte Enttäuschung, die sich in mir breitgemacht hat, war die darüber, dass der Klappentext dem möglichen Konsumenten in voller Unverschämtheit ins Gesicht lügt. Das Buch wird als „neuer Thriller der Bestsellerautorin Elisabeth Herrmann“ betitelt – und das ist doch nur die halbe Wahrheit. Dass das Buch von einer Bestsellerautorin ebendieses Namens stammt, ist klar. Aber bei diesem Schriftstück handelt es sich zu keiner Zeit um einen Thriller.
Das Buch beginnt relativ ruhig und es braucht seine Zeit, den Leser in das Szenario einzuweihen. Lange Zeit wird mir nicht geläufig, auf welches Ziel das Buch hinaus möchte. Die Autorin schafft es von der ersten Seite an nicht, den Leser am Ball zu halten. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen, das Geschehen auch nicht uninteressant und doch habe ich nie das Bedürfnis verspürt, die Protagonisten auf ihrer Spurensuche zu begleiten und ihr meine Zeit zu schenken. Das mag jetzt ziemlich harsch klingen, aber das Einzige, was ich damit ausdrücken möchte, ist, dass mich das als „Thriller“ ausgegebene Buch nicht packen konnte.
Interesse an Kolonialzeit unverständlich
Das, was ich für einen spannungsgeladenen Pageturner gehalten habe, entpuppt sich etwa ab der Hälfte des Buches als eine Geschichtsstunde über eine dunkle Zeitepoche, die der deutsche Unterricht nur leicht andockt: die Kolonialzeit. Die Figuren begeben sich auf eine Reise in die Vergangenheit, indem sie auf den Spuren ihrer Vorfahren sind. Das plötzliche Interesse v.a. durch die Protagonistin für diese Epoche ist größtenteils nicht nachvollziehbar. Erst wenn sie tief in den Ermittlungen steckt und handfeste Erkenntnisse erlangt, die auch für sie heute noch von Bedeutung ist, kann man als Leser erahnen, weshalb sie diese Risiken auf sich nimmt.
Der Figurenausarbeitung stehe ich zweigespalten gegenüber. Es gibt zweifelsohne einige interessante Personen, über die man als Leser gerne mehr erfahren möchte. Andererseits tauchen in dem Szenario auch einige Charaktere auf, mit denen ich mich weder identifizieren noch sie in ihrer Eigenart nachvollziehen kann. Hier hätte ein wenig mehr Tiefgang sicherlich nicht geschadet.
Vorhersehbarer Twist, schwaches Ende
Die kleine Wendung, die sich in den letzten Kapiteln ergibt, fand ich vorhersehbar und verhältnisweise schwach. Das Motiv hinter der Tat zwar nachvollziehbar, aber auch nullachtfünfzehn, schon tausende Male gehört. Auf den letzten zehn Seiten jedoch hält die Autorin es für eine gute Idee, die Geschichte mit einer gehörigen Portion Kitsch und Zucker zu versüßen, anstatt die Geschichte zu beenden. Auf die Kapitelzahl bezogen: Zu viele Köche verderben den Brei.
Bisher habe ich erst ein Buch derselben Autorin vorher gelesen, und da dieses für mich ein absolutes Lesehighlight war, ist hoffentlich im Ansatz verständlich, weshalb „Zartbittertod“ eine herbe Enttäuschung für mich war.
Schokolade steht nicht im Vordergrund, sondern dient nur als Mittel zum Zweck
Die Handlung des Buches dreht sich voll und ganz um Schokolade – und andererseits auch überhaupt nicht. Sie wird bloß als Mittel zum Zweck genutzt, um eine Geschichte aufzurollen, die sich um Vergangenes dreht. Die Schriftstücke aus der Kolonialzeit sind zweifelsohne stimmig geschrieben, aber konnten auch nicht mein Interesse wecken. Es ist einfach nicht das, was man erwartet hat, nachdem man den Klappentext gelesen hat.
Letztendlich lässt sich sagen, dass…
„Zartbittertod“ ist kein schlechtes Buch, nur eines, das meine Erwartungen nach dem spannenden Klappentext nicht erfüllen konnte. Für diejenigen, welche sich für die genannte Zeitepoche interessieren und Lust auf einen historischen Jugendroman haben, vielleicht einen Blick wert, wenn sie die Erwartungshaltungen herunter schrauben.
MEINUNG So, dann fangen wir mal an. Ich muss mit dem folgenden Kritikpunkt anfangen, da er sich leider bis zum Ende durch die Geschichte zog.
Es war für mich kein richtiger Thriller. Es war eine Mischung aus Detektivspielen und Familiengeheimnisse aufdecken, vielleicht eine Art Familienkrimi - aber erst zum Ende hin kam ein Twist und endlich entsprechende Spannung auf. Und das habe ich nach meinem ersten super spannenden Buch der Autorin einfach schlichtweg nicht erwartet, sodass schon mal meine Erwartungen enttäuscht wurden.
Spannung war für mich kaum vorhanden und es war etwas einschläfernd. Blöde Wortwahl, ich weiß, aber die Handlung kam einfach nicht in die Potte. Zwar finde ich die gewählten Themen zum einen mit der Schokolade, zum anderen mit dem Aufarbeiten der Kolonialzeit, sehr gut gewählt. In der Tat stimme ich auch den Aussagen zu, dass die Kolonialzeit Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts praktisch in der Schule/Medien/Gesellschaft kaum erwähnt wird. Daher finde ich es wirklich toll, dass Herrmann dieses Thema gekonnt in die Geschichte eingeflochten hat. Nur leider ändert das nichts an dem Unterhaltungsfaktor, der für mich leider gegen 0 ging - kurz gesagt: Der Lesespaß fehlte mir.
Natürlich gibt es nicht nur Negatives - der Stil der Autorin ist schlicht und gut zu lesen. Die Figuren sind teilweise sehr interessant, und auch dass es immer wieder Einwürfe aus anderen Blickwinkeln gab, fand ich gut. Zudem fand ich den (kurzen) Showdown sehr spannend, die Auflösung bzw. der Twist konnte mich definitiv überraschen.
Nachdem ich das Ende wirklich gut fand, kam dann leider der Epilog, der mir mit diesem Klischee - was mit dem Roman und den Themen nichts zu tun hatte - für mich einen faden Beigeschmack mitgegeben hat. Schade.
FAZIT Die Figuren, der Schreibstil sowie die Themen, um die es ging, fand ich gut. Mal etwas Neues. Genre meiner Meinung nach zwar komplett verfehlt, aber gut. Nur leider hat dies nicht die fehlende Spannung noch die 'langweilige' Handlung für mich aufgewogen, sodass ich auf ein recht mittelmäßiges und leider nicht überzeugendes Leseerlebnis zurückblicke.
- 2,5 von 5 Feenfaltern -
Vielen Dank an den cbj Verlag für das Rezensionsexemplar.
Mir hat das Buch ganz gut gefallen. Für mich bewegt es sich zwischen historischem Familiendrama und Krimi. Ich fand gerade die historischen Hintergründe interessant, da ich mich diesem Thema eigentlich noch nie so richtig auseinander gesetzt habe. Ich mochte die Protagonistin, Mia, obwohl ich ihre Art zu handeln nicht immer als wahnsinnig authentisch empfunden habe - oder zumindest hätte ich an ihrer Stelle sicher des öfteren anders gehandelt. Den Kriminalfall an sich fand ich auch gut aufgebaut, vielleicht ein wenig vorhersehbar, trotzdem hat mir die Auflösung gefallen. Die Spannung zwischen Mia und Will hat mich hingegen weniger überzeugt, das wirkte auf mich irgendwie ein wenig konstruiert, das hätte es nicht für mich gebraucht. Alles in allem aber ein unterhaltsames Buch.
In einem Buch, dass so reflektiert über Kolonialismus, Rassismus, teilweise auch Klassismus ist, kann ich so ein Ende nicht nachvollziehen und finde es unangebracht. Zudem wurde für mich am Ende eine moralische Frage aufgeworfen, die dann gar nicht behandelt wurde. Irgendwann in der Mitte war mir klar, dass es die Auflösung sein wird. Der Teil über die Geschichte Deutschlands in afrikanischen Kolonien war aber gut dargestellt und ich finde es gut, dass darüber geschrieben wird. Das Buch lässt sich gut weg lesen/hören.
Ein absolut spannendes und packendes Buch! Absolut Top!!! Ich bin total begeistert. Die Geschichte ist sooo gut aufgebaut😍 Das Ende ist ganz anders als man denken würde, was es noch besser macht. Ich bin total begeistert von diesem Buch😍
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Plottwist des Jahrhunderts. Großartig geschrieben. Das erste Buch,das ich wirklich vor Angst, was als nächstes passiert, weggelegt habe und ewig nicht mehr angerührt habe haha
Mir hat das Buch ganz gut gefallen. Allerdings fand ich das es sich etwas gezogen hat und es sich auch nicht wirklich um einen Krimi handelt. Das Buch dreht sich hauptsächlich um eine alte Famillien Geschichte. Diese fand ich sehr interessant und vorallem den geschichtlichen Hintergrund dahinter. Das war mit das beste am ganzen Buch.
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