Ich finde es seltsam, dass in dem Buch ausschließlich vegane Rezepte stehen. Der Grundgedanke ist zwar gut, aber eine rein vegane Ernährung ist nicht automatisch die gesündeste. Schließlich ist nachgewiesen, dass auch Milchprodukte und Fleisch gesundheitliche Vorteile haben. Komplett darauf zu verzichten, halte ich für fragwürdig.
Außerdem geht sie auch noch auf Trennkost ein. Das Buch soll sich doch um Intervallfasten drehen und nicht um vegane Ernährung oder andere Ernährungsweisen. Man sollte beim Thema bleiben, anstatt alles Mögliche mit hineinzunehmen.
Was ich äußerst amüsant finde, ist, dass die Co-Autorin Mira Platt ausführlich von ihrer persönlichen Erfahrung erzählt. Sie berichtet, dass sie früher Fast Food, Milchprodukte, Fleisch gegessen hat und auch mal eine Schmerztablette genommen hat – wahrscheinlich war sie auch nicht sonderlich körperlich aktiv. Dann hat sie auf eine vegane Ernährung umgestellt und plötzlich schreibt sie all ihre positiven Veränderungen ausschließlich dieser Umstellung zu, ohne zu hinterfragen, ob es nicht einfach eine generelle, gesündere Lebensweise gewesen sein könnte, die zu diesen Verbesserungen geführt hat.
Stattdessen vermittelt sie in ihrem Buch den Eindruck, dass Veganismus die einzig gesunde Lösung sei. Das finde ich in diesem Kontext ziemlich lächerlich, denn schließlich geht es in dem Buch um Intervallfasten und nicht darum, Veganismus zu glorifizieren. Hätte sie einfach auf Fast Food, übermäßigen Medikamentenkonsum und einen ungesunden Lebensstil verzichtet und stattdessen Sport gemacht, hätte sie vermutlich auch mit einer ausgewogenen Ernährung – inklusive Fleisch und Milchprodukten – die gleichen positiven Effekte erzielt. Aber wie es eben oft so ist: Menschen, die von einem Extrem ins nächste springen, neigen dazu, ihre neue Lebensweise als die einzig wahre zu verkaufen. Vorher alles falsch gemacht, und jetzt auf “Psycho-Vegan” – das passt ins Bild.