Es schneit in dem tschechischen Ort, in den Evy und Vera zum Skifahren gereist sind. Sehr heftig schneit es und deswegen schließt alles vor Ort. Und so müssen die beiden Frauen sich mit ihrer Beziehung auseinandersetzen, die leidenschaftlich und gleichzeitig distanziert ist. Kennengelernt haben sie sich ebenfalls beim Skifahren. Ineinander gekracht sind sie, ein Unfall, der böse hätte enden können. Stattdessen hat er sie zueinander geführt - und doch scheinen sie sich kaum zu kennen.
So wie auch die Leser:innen dieses Paar nur vage kennen lernen, weil sie das meiste aus den Augen anderer erfahren. In 13 Kapiteln erzählt Antje Ravic Strubel von den Bewohner:innen und Gästen vor Ort, lässt sie auf Vera und Evy blicken.
Das ist manchmal sehr unterhaltsam, etwa wenn ein Postbeamter heimlich ihre Postkarten liest oder die Leiterin der Pension über sie nachdenkt, während sie mit der verschneiten Tür kämpft. Nicht immer aber sind die Geschichten spannend, die Figuren interessant genug, um das Interesse zu wecken. Die Episodenidee ist hübsch und wie die Kapitel alle ineinander greifen, ist toll komponiert. Ich hätte mir trotzdem einen genaueren, längeren und direkten Blick auf Vera und Evy gewünscht, deren Gedanken, Emotionen, Charakterzüge mich mehr interessiert hätten.