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Stillleben

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Antonia Baum führt das typische Leben einer jungen, privilegierten Frau in der Groß Sie hat einen interessanten Job, führt eine feste Beziehung  und genießt die urbanen Annehmlichkeiten. Ihre Umgebung in einem sozial schwachen Bezirk kann sie dabei weitgehend ausblenden. Dann erwartet sie ein Kind – und plötzlich ist ihr Blick auf ihr Leben völlig verändert, und sie bekommt Angst. Nicht nur scheint ihr Platz in der Gesellschaft plötzlich unklar zu sein, ihre Identität ist in Gefahr und die Nachbarn wirken bedrohlich. In ihrem Buch macht Antonia Baum das Persönliche politisch, sie schildert ihr Erleben und kommt dabei auf die ganz großen gesellschaftlichen wie Erfolgreiche und Abgehängte nebeneinanderher leben , wie man Mutterschaft und ein eigenes Leben verbindet, weshalb man sich mit Kind plötzlich in altmodischen Beziehungsmodellen wiederfindet und warum Mütter es eigentlich niemandem recht machen können. 

210 pages, Kindle Edition

Published March 19, 2018

7 people are currently reading
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About the author

Antonia Baum

10 books13 followers
Geboren 1984 in Borken, lebt in Berlin. Studium der Literaturwissenschaft und Geschichte. Veröffentlichung verschiedener Kurzgeschichten in der Wochenzeitung Der Freitag und bei Zeitonline.

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Community Reviews

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7 (5%)
1 star
2 (1%)
Displaying 1 - 6 of 6 reviews
Profile Image for Buchdoktor.
2,383 reviews193 followers
May 6, 2018
Als Antonia Baums Mutterschutzzeit beginnt, sieht sie ihre Umgebung mit anderen Augen, einfach weil sie zu anderen Tageszeiten zuhause und in ihrem Viertel unterwegs ist. Sie beschreibt ihre Wohnsituation als am Rand liegend, am Rand zwischen Wohlstand und Verwahrlosung in einer deutschen Großstadt. Als ihr Buch entsteht, rückt eine Bevölkerungsgruppe, die „Probleme mit der Komplexität der Gegenwart“ hat, gerade in den Focus des öffentlichen Interesses. Auf gut Deutsch: Die jungen Eltern leben in einer preiswerten Wohnung mitten unter Migranten und Menschen, für deren Probleme niemand zuständig ist. Bis zu ihrer Schwangerschaft war Baum finanziell unabhängig gewesen und überzeugt davon, keine Emanzipations-Diskussion zu benötigen. Als Mutter ist sie nun überraschend damit konfrontiert, dass Arbeiten, die gern Frauen zugeschrieben werden, am wenigsten anerkannt und am schlechtesten bezahlt werden. Möglichen Auseinandersetzungen mit ihrem Partner über die Organisation des Haushaltes war sie bisher durch scheibchenweises Outsourcen aus dem Weg gegangen. In ihrem Milieu lässt man putzen, liefern, fahren oder geht essen, wenn, wer auch immer, nicht eingekauft hat. Mit einem Baby brechen genau die Konflikte um Organisation, Verantwortung und Vereinbarkeit auf, von denen die Autorin bis dahin annahm, dass sie sie nie haben würde. Antonia Baum reflektiert ihre persönliche Situation vor aktuellen Rollen- und Mutterbildern und ist sich ihres speziellen Tunnelblicks sehr bewusst als Akademikerin, die über Mutterschaft liest und veröffentlicht. So recherchiert sie schon zu Beginn ihrer Schwangerschaft, ob sich Mutterschaft und das Verfassen eines Romans ausschließen. 0 bis 1 Kind haben erfolgreiche Autorinnen im Schnitt; ihre Angst vor einem Karriereknick scheint nicht abwegig zu sein. Konkurrenz unter Müttern, das Nicht-Loslassen-Können, weil der Vater dem Kind ein falsches Jäckchen anziehen könnte, Konsumterror durch soziale Netzwerke, Krabbel-Gruppen-Interna und die Zumutung als Mutter mit Baby andere Menschen um Hilfe bitten zu müssen, all das beschreibt Antonia Baum mit spitzer Feder in einem zu bitteren Ton. Die Presse, die Müttern genau erklären kann, was sie falsch machen, spart sie dabei nicht aus. Warum ihre eigene Mutter ihr Leben mit vier Kindern weniger bejammernswert fand als ihre Tochter ihr Schicksal als Elterngeld-Empfängerin, darauf kommt Baum zum Glück selbst. Wer noch kein Internet hat, hat auch keinen Konsum-Terror in der Timeline.

Das akademisch-publizistische Milieu kreist hier deutlich um sich selbst; wer nicht dazu gehört, wird vermutlich die Augen verdrehen, was sich heute alles problematisieren lässt. Antonia Baums Analyse der Perfektionismus-Falle ist dennoch lesenswert; denn junge Mütter sollten nicht derart vereinsamen – auch Journalistinnen nicht …
Profile Image for Hannah (auri.winter).
95 reviews
October 4, 2020
Dieses Denken, was am Anfang diskutiert wird, dass Frau Mutter sein muss, um sich vollständig zu fühlen finde ich wirklich furchtbar. Frauen (und Männer) sind so viel mehr und natürlich können sie auch noch Eltern sein, aber niemand sollte hauptsächlich Eltern sein (müssen). Auch wenn man (und frau) natürlich erst mal hauptsächlich Eltern sein muss, wenn ein Kind frisch ist, sollte das nicht die Bedingung für ein erfülltes Leben sein.

Insgesamt ist es ein sehr ehrliches Buch. Nicht nur im Bezug auf Schwangerschaft und Kinder bekommen, sondern auch im Bezug auf das eigene Denken der Authorin und dass ihr Denken von manchen Leuten als falsch (weil klassizistisch, rassistisch oder diskrimierend) angesehen werden könnte, aber eine Denke ist, die viele Menschen vermutlich so verinnerlicht haben (auch wenn sie eigentlich nicht klassizistisch, rassistisch oder dikriminierend sein wollen).

Antonia Blum ist auch sehr ehrlich wenn es darum geht, ihren Alltag mit Kind zu Beschreiben. Dass sie nicht permanent von Glück erfüllt ist, sondern dass es oft auch ziemlich anstrengend ist. Das sie es ihrem Freund übel nimmt, dass er nun mal keinen Uterus und keine Brüste hat und sie deswegen das mit dem schwanger sein, Gebähren und stillen übernehmen muss.

Das Buch ist bis ca Seite 150 sehr gut. Danach kommen immer wieder Themen, die ich zwar verstehe und grundsätzlich auch wichtig finde. Aber es deckt sich nicht so ganz mit dem, was ich von dem Buch erwartet habe und mit dem Thema des Buches. Aber es ist nicht die ganze Zeit so und ist ist trotzdem weiterhin ehrlich.
Profile Image for Kat Jacobi.
123 reviews8 followers
May 26, 2024
Habe ich sehr gern gelesen. Sehr reflektiert und gnadenlos ehrlich. Ich habe mich bei viele. Gedankengängen ertappt gefühlt. Als Frau ein Kind zu bekommen irgendwie noch immer ein nicht lösbares Dilemma, egal wie sehr man sich vornimmt nicht in klassische Rollenbilder zu verfallen.
1 review
August 22, 2019
Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich überhaupt dazu berechtigt bin, eine Bewertung zu schreiben, da ich das Buch nicht fertiggelesen habe. Die Tatsache, dass ich es kaum erwarten konnte, dieses Buch zu lesen und ich es dann nicht geschafft habe, es fertigzulesen, bewegt mich trotzdem dazu. Als Frau Ende zwanzig, die in einer festen Beziehung lebt, spüre ich immer deutlicher, welche Erwartungen an Frauen bezüglich Familiengründung gestellt werden und wie oft sich Menschen das Recht nehmen, sich in die Familienplanung Frauen meines Alters einzumischen. Folglich mein Interesse für neue feminisitische Literatur und dieses Buch. Es schien perfekt für mich, um mich mehr mit den Fragen "Was für eine Frau will ich sein?" oder "Will und kann ich Mutter sein?" zu beschäftigen. Leider hat mir das Buch nicht das gegeben, wonach ich gesucht habe. Was mir gefehlt hat war eine sachliche Diskussion der Erwartungen, die an Frauen gestellt werden im Lichte der Lebensführung der modernen Frau meiner Generation. "Stilleben" schaffte es für mich nicht, sich auf diese Ebene zu begeben. Stattdessen blieb es für mich eher eine Beschreibung einer Depression, die mit dem Muttersein zusammenhängt. Da mir das nach der Hälfte des Buches leidig wurde, brach ich ab. Folgich denke ich, dass die Zielgruppe für dieses Buch eher Frauen sind, die bereits Mutter sind und Ähnliches erlebt haben und weniger Nichtmütter, die ihre eigene Version des Frauseins in dieser wirren Gesellschaft mit bröckelnden Strukturen suchen.
Profile Image for Csilla Szemethy.
50 reviews1 follower
December 9, 2024
Ich wusste es! Seit Jahren will ich dieses Buch lesen. Endlich kaufte ich es und ich wurde nicht enttäuscht! Extrem sympathisch und intelligent! Vielen Dank Antonia Baum für die so schöne Formulierung meiner Gedanken und Gefühle bezüglich Mutter- und Frausein!
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