»Schlimmer als die Zensur der Presse ist die Zensur durch die Presse.« Das schrieb der hellsichtige Gilbert K. Chesterton – Schöpfer der weltbekannten Figur Pater Brown – bereits Anfang des vorigen Jahrhunderts. Chesterton, der journalistische Star seiner Zeit, ein katholischer Konvertit, ist das Vorbild für Matusseks Bericht aus dem Innenraum der Vierten Gewalt. Denn die Medien haben sich – so scheint es – in den letzten Jahren in einen unkritischen Jubelchor der Regierung verwandelt und das Land in einen Hippiestaat, der so verrückt agiert, als gäben die Woodstock-Veteranen Jefferson Airplane mit ihrer psychedelischen Hymne »White Rabbit« den Takt vor.In seinem neuesten, vor Witz und Ironie funkelnden Werk verfolgt Matussek den Wahnsinn in deutschen Landen, die teils komische, teils absurde Selbstbeschränkung der Presse und kommt immer wieder auf seinen Referenzheiligen Chesterton zurück, den man zu Recht als »Apostel des gesunden Menschenverstandes« bezeichnete. In dessen vielseitigem publizistischem Werk hat Matussek Haltungen und Grundsätze entdeckt, die der »schreibenden Zunft« noch heute Maßstab sein könnten.Und so hält er uns Glanz und Elend des Journalismus unserer Tage vor mitreißend, radikal subjektiv, schonungslos und umwerfend komisch. Einer der profiliertesten deutschen Journalisten über Mainstream-Presse, Selbstzensur und Desinformation.
Hier ist Matthias Matussek ein ungemein unterhaltsames, wahnsinnig mitreißend geschriebenes Buch über den Zeitraum 2014-2017 gelungen. Dem potenziellen Leser sei gesagt: Es ist vollkommen frei von jeglicher Art von political correctness - Gott sei Dank! Apropos Gott: Der Verfasser des Werkes ist bekennender Katholik und führt im Laufe des Buches an mehreren Stellen aus, warum er den Glauben als absolut essenziell erachtet. Man muss seine Auffassung diesbezüglich selbstredend nicht teilen - allein die Tatsache aber, dass so offen und befreit über das Thema Religion in diesem glaubenskritischen (um nicht zu sagen glaubensfeindlichen) Zeitalter gesprochen wird, ist erfrischend und regt zum Nachdenken an. Was ein triftiger Grund dafür ist, dass er nach langer Zeit in den Redaktionsstuben der Republik zur persona non grata des Mainstreamjournalismus erklärt wurde. Der Autor nimmt uns mit auf eine Reise durch die drei Jahre und erlebt dabei viel Skurriles, Witziges und Unerwartetes. Immer wieder zieht sich wie ein roter Faden der Journalist und Mann des gesunden Menschenverstandes, G. K. Chesterton, Vorbild Matusseks durchs Buch, um ihn seinem Antagonisten, dem immer mehr in Deutschland grassierenden weißen Kaninchen - eben dem white rabbit - gegenüberzustellen. Anders als erwartet wird es erst im zweiten Teil richtig politisch - dafür aber mit glasklaren Worten der Abrechnung an die Adresse der im Willkommensdelirium gefangenen Schreiberlinge des Establishments. Was der Autor da zu Papier bringt, ist pures Gold - viel Substanz in einen virtuosen Schreibstil gekleidet. Einziger Minuspunkt - und da bin ich möglicherweise in Sonderfall als Leser - ist, dass ich von zahlreichen Blogs und Büchern einige im Buch behandelte Themen bereits gut kenne und ich manchmal das Gefühl hatte, gerade zum x-ten Mal dieselbe Suppe aufgetischt zu bekommen (Stichwort Migrationskrise ab 2015). Dennoch, ein unheimlich tolles und lesenswertes Buch (4,4 Sterne, nur knapp an der Bestnote vorbei).