Während einer spektakulären Sonnenkonstellation über der alten Mayastadt Yukatan wird ein amerikanischer Fernsehproduzent geköpft. Vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen den USA und Mexiko werden die Meeresbiologin Jessica Madison und ihr Kollege Ken Arnold von der mexikanischen Polizei engagiert, um im Zenote, dem heiligen Opferbrunnen, nach dem verschwundenen Kopf des Ermordeten zu suchen. Ihr Tauchgang hat schreckliche Folgen, und schon bald werden die beiden mit weiteren unerklärlichen Todesfällen konfrontiert ...
„Das Maya-Ritual“ stammt von einem irischen Autor, allerdings scheint der Roman auf Englisch nie erschienen zu sein – daher ist im Impressum auch nur von einem „Manuskript“ die Rede. Ich wurde mit den Protagonisten schnell warm und mochte vor allem die Atmosphäre des Settings enorm. Das Mysteriöse der Maya-Kultur wurde, angereichert mit allerlei Informationen über ebenjene, gut herübergebracht, sogar noch kombiniert mit Spannungen zwischen den USA und Mexiko in der Gegenwart. Nach Jessicas und Kens Tauchgang in der Cenote traten bereits im ersten Drittel einige mysteriöse Vorkommnisse auf (SPOILER), unter anderem das baldige Ableben von Jessicas Partner – für mich eine große Überraschung. Bestürzung löste der Parasit bei mir aus, welcher unter Deirdres Kopfhaut geraten war, weil ich von so etwas nie gehört hatte. (SPOILER ENDE) Mit der Zeit kam Jessica einem unbekannten Virus auf die Schliche, das – über Jahrtausende im Tiefenwasser verborgen – für das Aussterben der Maya verantwortlich sein und noch dazu auf irgendeine Weise mit deren Prognose des Weltuntergangs für das Jahr 2012 zusammenhängen könnte. So vielversprechend diese Erkenntnisse waren, flachte die Geschichte zum Ende hin leider eher zu einem Terroristen-Thriller über vergiftetes Wasser ab, wobei das Ausmaß der Seuche in den Hintergrund trat. (SPOILER) In Folge der vielen unerklärbar wirkenden Geschehnisse hätte ich mir einfach eine etwas weniger rational-fokussierte Auflösung gewünscht – womöglich tatsächlich einen Maya-Fluch oder gar die über allem schwebende dräuende Apokalypse. (SPOILER ENDE) Zudem war die Handlung aufgrund der vielen Akteure (neben der Polizei gab es auch noch irgendeine neue mexikanische Ermittlungsbehörde sowie jede Menge Fachleute) bisweilen ein wenig verwirrend. Fazit: „Das Maya-Ritual“ behandelte ein enorm interessantes Thema – das Ende des Sonnenkalenders 2012 –, mochte zum Schluss hin aber doch nicht der Seuchen-Thriller sein, für den ich das Buch im Mittelteil gehalten hatte. Ich vergebe vier Sterne für die Grundidee und das fantastische Setting.
Unterhaltsam, aber doch so trashig, dass es fast schlecht ist. Die deutsche Übersetzung ist offensichtlich ziemlich missraten (wobei online kaum Informationen über das englische Original findet), aber das entschuldigt nicht alle Schwachpunkte an diesem Buch.
Dieses Buch ist was ich mir unter einer guten Urlaubslektüre verstehe. Die Geschichte hat einen guten Fluss und genug Wendungen, dass es meine Aufmerksamkeit gehalten hat. Auch wenn ich mir sicher bin das man besser nicht so genau hinschauen sollte, habe ich mich gut unterhalten gefühlt.