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Dunkle Zahlen

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Moskau 1985: Die internationale Programmierer-Spartakiade hält die akademischen Eliten des Landes in Atem. Hier messen sich aufstrebende Mathematiker in den Techniken der Zukunft, die nur noch einen Tastendruck entfernt scheint. Doch die kubanische Nationalmannschaft ist kurz vor der Eröffnung des Wettbewerbs spurlos verschwunden – und ihre resolute Übersetzerin Mireya begibt sich auf eine atemlose Suche durch die fremde Hauptstadt, die wie elektrostatisch aufgeladen surrt und flimmert. Architekten und Agenten, dichtende Maschinen und sogar Stalins leibhaftiger Schatten treffen in dieser wilden und manchmal fantastischen Erzählung aufeinander: ein schillerndes Mosaik der Sowjetunion kurz vor der folgenreichen Vernetzung der Welt. Ein Roman so unberechenbar wie die Geschichte selbst.

479 pages, Hardcover

Published January 1, 2018

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Matthias Senkel

4 books4 followers

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Community Reviews

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1 star
6 (10%)
Displaying 1 - 12 of 12 reviews
Profile Image for Meike.
Author 1 book5,528 followers
November 6, 2018
Longlisted for the German Book Prize 2018
An experimental novel set at the international spartakiad for computer programming in Moscow 1985 - and while I wouldn't agree with some newspaper reviews that Senkel's po-mo extravaganza is borderline unreadable, I would certainly say that it's very, very long, which probably has to do with one of the many frames of reference the author is drawing from: This book plays with the format and scope of the panoramic Russian novels by Dostoevsky et al., but it sprinkles in different types of texts and even images. And of course there's the major topic of computer science: The book claims that the whole story was written by a multifunctional computer - so is it, in the realm of the fictional world, considered to be real or not?

At the (fictional!) spartakiad, the best young IT talents of the Soviet Union and the rest of the Communist world are battling each other in a field that is supposed to become central for the spread of Communism and the future of the economy. But as the tournament is about to start, the Cuban team mysteriously disappears. Their translator sets out to find his team - and the whole story explodes into multiple storylines, introducing so many characters that I'm honestly unable to even approximate how many spies, nerds, and average citizens the reader does encounter. There are tons of ballot points, arrows, definitions, a fake wikipedia article, images and explanations - it is just over-the-top.

So can our human brains compute what is going on here or is the strategy of overwhelming the reader part of Senkel's aesthetic concept? And is it even meant to be read in a linear, human fashion? I found this book project to be a little too enarmored with itself, too smitten by its own cleverness (which, over the course of almost 500 pages, seems less and less clever) and not concise enough, Russian lit or not. Still, this author is certainly daring and aiming high, and I'm curious what he will come up with next.
Profile Image for Markus.
294 reviews100 followers
November 28, 2021
In einer weiteren Folge der beliebten Reihe “Aufgüsse der Postmoderne” geht es heute um ein besonderes, nämlich ein ganz und gar artifizielles Gebräu. Es wurde von einem elektronischen Sprachgolem russischer Provenienz, einem GLM-3, generiert, offenbar eine Anspielung auf GPT-3, dem von OpenAI entwickelten und derzeit leistungsfähigsten System zur künstlichen Texterzeugung.

»―was denn, was denn‽«

Was der auf der hinteren Umschlagklappe abgebildete Matthias Senkel damit zu tun hat, erschließt sich mir nicht ganz. Vielleicht hat er den Rahmentext beigesteuert, in dem sich ein gewisser Motja mit zwei Annuschkas im Bett vergnügt, während ein großer Topf voll Teewasser auf dem glühend heißen Blechgehäuse der GLM-3 zum Kochen gebracht wird. (Dem Stil nach hätte ich allerdings einen gewissen Vladimir Sorokin für den Urheber gehalten.)

Der Text, den die Maschine neben Abwärme zum Teekochen erzeugt, erstreckt sich zwischen dem Vor- und Nachspiel. Der Inhalt wird auf S 455 recht gut zusammengefasst: Eine »Symphonie der sozialistischen Datenverarbeitungstechnik«. Dann surren Abertausende Elektronenröhren, schrillen Nadeldruckerköpfe, rattern mechanische Lochkartensortierer, und die Relaisfelder klackern in reziproken Polyrhythmen – »wie in längst vergangenen Tagen«, als es mit höchster Dringlichkeit galt, thermonukleare Prozesse, orbitale Kupplungsmanöver und orthotropes Werkstoffverhalten zu berechnen, Geheimcodes zu entschlüsseln, Sternenspektren und staatsfeindliche Witze zu analysieren, das materielle und kulturelle Lebensniveau der Sowjetbevölkerung sowie das daraus resultierende Plan-Soll für Gummilitze und Hegel-Handbücher zu bestimmen.

Das kommt schon ganz gut hin. Eine klassische Handlung gibt es nicht, dafür mehrere Handlungstränge, die in Fragmente zerhackt über eine Zeitleiste von fünf Jahrzehnten verstreut vom Leser, der Leserin zusammengesetzt werden dürfen. Es gibt auch keine Hauptfigur, dafür mehrere Protagonisten, deren Geschichten sich erratisch in Kreuzungspunkten berühren. Dazu zahlreiche Verweise auf Puschkin, Lermontov, Gogol, ... man kann wohl annehmen, dass die GLM-3 mit russischer Literatur trainiert wurde. Zwischen den Kapiteln finden sich an unpassender Stelle ein Nachwort, ein Personen- und Abkürzungsverzeichniss, eine Witzesammlung und anderer postmoderner Gimmick wie

... Rollwägen voll Rettich, roten Rüben, Radieschen und Rhabarber ...

Ich kann nicht schlüssig erklären, warum mich das Buch über weite Strecken gelangweilt hat, obwohl es eigentlich alle Voraussetzungen erfüllt, mich als Freund schräger pomo Literatur bestens zu unterhalten. Es ist hervorragend recherchiert und mit großem Aufwand durchdacht. Die Atmosphäre der alten Sowjetunion mit allen Auswüchsen der Planwirtschaft, dem Überwachungswahn, der Verlogenheit der Staatsdiktion und Parolen, der Glaube an den ewigen Fortschritt und den Sieg der sozialistischen Werte werden in grotesker Überzeichnung dargestellt. Es ist auch gut geschrieben, witzig und originell, und es gab auch Stellen, die ich großartig fand, etwa ein Duell im Wald zwischen Puschkin und Sorokin, das die beiden dann über einer Mütze voll Blaubeeren vergessen, oder eine köstliche Variation des Bulgakowschen Hexenflugs. Vielleicht war es das falsche Buch zur falschen Zeit; oder vielleicht ist es auch zu viel des Guten, ein übersättigtes Zuviel, das am Ende nur beiläufig und beliebig wirkt.

Dass ich das Buch ganz altmodisch von vorne nach hinten gelesen habe, war vielleicht ein Fehler. Neuen Lesern würde ich empfehlen, sich an die als Programmablaufdiagramm vorgeschlagene Lesereihenfolge zu halten, was zum Aufdröseln der verstreuten Handlungsfragmente sicher förderlich ist. Dass die KI die Handlung derart durcheinander gewürfelt hat, mag mit künstlicher Idiotie zusammenhängen.


Setun/Сетунь
[Sowjetisches Kuriosum: Ternärer Computer Setun / Сетунь]

Die sowjetische Geschichte der Informationstechnolgie hat mich auch zu der Überlegung gebracht, dass in diesen Landen, anders als im Westen, vorausschauend großer Wert auf eine entsprechende Ausbildung gelegt wurde - auch wenn ich der streng sportlich-leistungsorientierten Pädagogik einen spielerischen Ansatz vorziehen würde. Das Ergebnis ist, anders als im Westen, ein Überschuss an hervorragenden Informatikern und Programmierern. Dass sich viele davon heute in dem Vakuum, das der Zusammenbruch der Sowjetunion hinterlassen hat, nicht verwirklichen können und ihren Unterhalt mit der Verschlüsselung westlicher Computersysteme oder mit dem Schürfen von Kryptowährung in Kellern und aufgelassenen Fabriken bestreiten, wird aus diesem Blickwinkel durchaus erklärbar.

Sobald die riesigen Rechendinosaurier mitsamt ihrer Peripherie angeschaltet werden, müssen die nächstgelegenen Kraftwerke angeblich ›einen Zacken zulegen‹, um den immensen Stromverbrauch der WWW abzudecken. Und Ptuschkow benötigt an diesen Aktionstagen die fünffache Menge Augentropfen.


Nebenbemerkung/Nebenbeschäftigung:

Im Zusammenhang mit diesem Buch stellt sich natürlich die Frage, was KI literarisch wirklich kann. Eine wirklich sehenswerte App (mit kostenlosem Demozugang) ist sudowrite.
Abseits solcher professionellen Anwendungen ist es Dank der Programmiersprache Python auch für unsereins möglich, mit wenigen Zeilen Code bemerkenswerte Ergebnisse zu erzielen.

Für meinen ersten Versuch habe ich ein vortrainiertes deutschsprachiges GPT-2 Model bemüht und mit einer kurzen Sequenz aus dem Buch gefüttert (in den Beispielen kursiv gesetzt), die von der KI weitergeführt wird:
Sobald die riesigen Rechendinosaurier mitsamt ihrer Peripherie angeschaltet werden, ist das für jeden eine "Geisterparty des Verrats". Mit der Unterstützung des Landvermessers Andreas Schlotmann aus Bremen wurde eine 2,5 Kilometer ...

Sobald die riesigen Rechendinosaurier-Massen auf den Bildschirm gehen, sind das Leben und die Gesundheit der Bevölkerung auf einen Schlag vorbei. Außerdem ist die Menge sehr stark, wenn es zu einer Katastrophe kommt und die Tiere sterben.

Sobald die riesigen Rechendinosaurier auf dem Boot liegen und sich selbst fangen wollen, sind sie sehr schlau. Eine Besonderheit ist das "Rauschen des Bootes." Sie singen und singen, wenn sie angeln. Aber ich bin

Also den dritten Absatz finde ich schon sehr gelungen!

Der zweite Versuch (für Insider: tensorflow/keras/LSTM model) ist bei wenig glaubwürdigem Ergebnis um so interessanter, da es sich um ein “charakter based model” handelt, d.h. die KI lernt nicht mit Wörtern, sondern mit Buchstaben als Ausgangsmaterial, was naturgemäß auch zu neuen Wortkreationen führt. Ich habe das Model eine Stunde lang (mehr Rechenzeit würde das Ergebnis nur mehr wenig verbessern) mit dem gesamten Buchtext trainiert, etwa 750000 Zeichen. Auch wenn der generierte Text völlig sinnbefreit ist, finde ich ihn schon bemerkenswert - A.S. hätte vielleich seine Freude daran.
haben mich wir ließen, dass diese und die Augenschaften der einen Kommanden beschlingen. Als er sich in einem anderen Stellungsprogramm verschwanzen worten. Mit dem Einbecken sollte sie die Anten der verschlitzenden Hand zu seinem Schlanken auf einen mit dem Schritten der Mann auf dem Weltstreifen an den Andrungs und die seiner Großbildschirm an niemald einen die erst erst einer Holenonschick auf den fortigen Augen darauf er in den Startrinken erwarten, wobei sie an der Ansprechen und dann einen legende Erstrukt in den Auge werden. Die sich Erkenn hinaus den Angenen standen. Die für diese Kistenbereiter beschlosselt sich fort die einen Erstreifenspitzen sing zu einem seinen Aufzugenen, und denn von einer Schlitten und mit dem Schweiße an den Bossen sind dazu sieben wurde die Trainer der Teil auf die kommenden Entwaren gelegten wollen den Tropuzimmen, dass ich bis nichtden Spiel mehr an den Beschriftsfaller halben von dem Kommos Die Hand und den Trefubrallen Komputer und auf dem Genosse zum Schritt
Profile Image for Electric.
646 reviews1 follower
September 10, 2018
Ein sehr unterhaltsamer Trip durch die Geschichte der sowjetischen Informatik angereichert mit viel (ziemlich russischem) Witz, etwas Surrealismus à la Philip K. Dick und einer Figurenfülle (inklusive Vatersnamen) die manchmal etwas unüberschaubar wirkt. Trotz des ziemlich zerfaserten Plots ein vielschichtiges Buch über Planwirtschaft und Computerpoesie auch wenn etwas mehr Struktur sicher nicht geschadet hätte damit manche der Ideen ihre volle Wirkung entfalten. Andererseits bietet Senkel auch dafür eine meta-fiktionale Erklärung, die planwirtschaftlichen Prognosen werden schließlich ab Anfang der Neunziger auch seltsamerweise immer surrealer für die ProtagonistInnen...
Profile Image for Buchdoktor.
2,479 reviews198 followers
October 16, 2018
1985 reist aus diversen sozialistischen Bruderländern die Elite junger Programmierer zu einer Spartakiade nach Moskau an. Die jungen Kubaner verschwinden gleich nach der Ankunft von der Bildfläche, weil sie angeblich unter Quarantäne gestellt werden mussten. Mireya Fuentes, die Dolmetscherin der jungen Kubaner, entdeckt auf der Suche nach „ihren“ Jugendlichen einige Ungereimtheiten. Als Krimileser fallen einem gleich einige absurde Motive ein, aus denen die Gastgeber die junge, intellektuelle Elite eines Bruderstaates verschwinden lassen könnten …

Auf dem Zickzack-Parcours zahlreicher Handlungsstränge, Schauplätze und Zeitebenen kann man nun dem Wettkampf zwischen Ost und West um die Entwicklung moderner Technologien folgen. Leonid hat sich schon seit früher Kindheit in den 40ern in Leningrad für Rechenmaschinen interessiert. Er forscht später u. a. an Sprachsteuerung und taucht zur og. Spartakiade als Trainer auf. Dimitri werkelt an einem Stadtmodell, in dem Gebäude sich auf Schienen bewegen lassen, und wird in die kasachische Steppe verbannt. Teterevkin, im 19. Jahrhundert Dichter eines Automatengedichts, erweist sich sogar als reale Figur, auch wenn ich Matthias Senkel die Entwicklung eines fiktiven Autors zugetraut hätte. Schließlich betritt die DDR die Bühne, bekannt für ihr „Weltniveau im Nacherfinden“, auch sie mit dem Ziel, den begehrten Hochleistungs-Rechenautomaten zu beschaffen und den verhassten Westen in der Entwicklung abzuhängen. Doch wenn Eigenheiten totalitärer Systeme tragende Rollen spielen, kann nur Absurdes dabei herauskommen. Im gedachten Dreieck SU, DDR und BRD hatte ich - aus völliger Unkenntnis der SU - in Gedanken durchaus damit zu kämpfen, was real, möglich oder Ausgeburt der Phantasie des Autors gewesen sein könnte …

Senkels ironische Sicht auf Planwirtschaften jenseits des Eisernen Vorhangs setzt Leser voraus, die neben technischem Interesse einigermaßen sattelfest in der Zeitgeschichte von Ost und West seit den 50ern sind. Außer vom komplizierten Plot sollte man sich weder von dreiteiligen russischen Namen, noch von bandwurmartigen Städtenamen abschrecken lassen, dann kann das Buch stilistisch eine Freude sein …
Profile Image for Buchdoktor.
2,479 reviews198 followers
October 16, 2018
1985 reist aus diversen sozialistischen Bruderländern die Elite junger Programmierer zu einer Spartakiade nach Moskau an. Die jungen Kubaner verschwinden gleich nach der Ankunft von der Bildfläche, weil sie angeblich unter Quarantäne gestellt werden mussten. Mireya Fuentes, die Dolmetscherin der jungen Kubaner, entdeckt auf der Suche nach „ihren“ Jugendlichen einige Ungereimtheiten. Als Krimileser fallen einem gleich einige absurde Motive ein, aus denen die Gastgeber die junge, intellektuelle Elite eines Bruderstaates verschwinden lassen könnten …

Auf dem Zickzack-Parcours zahlreicher Handlungsstränge, Schauplätze und Zeitebenen kann man nun dem Wettkampf zwischen Ost und West um die Entwicklung moderner Technologien folgen. Leonid hat sich schon seit früher Kindheit in den 40ern in Leningrad für Rechenmaschinen interessiert. Er forscht später u. a. an Sprachsteuerung und taucht zur og. Spartakiade als Trainer auf. Dimitri werkelt an einem Stadtmodell, in dem Gebäude sich auf Schienen bewegen lassen, und wird in die kasachische Steppe verbannt. Teterevkin, im 19. Jahrhundert Dichter eines Automatengedichts, erweist sich sogar als reale Figur, auch wenn ich Matthias Senkel die Entwicklung eines fiktiven Autors zugetraut hätte. Schließlich betritt die DDR die Bühne, bekannt für ihr „Weltniveau im Nacherfinden“, auch sie mit dem Ziel, den begehrten Hochleistungs-Rechenautomaten zu beschaffen und den verhassten Westen in der Entwicklung abzuhängen. Doch wenn Eigenheiten totalitärer Systeme tragende Rollen spielen, kann nur Absurdes dabei herauskommen. Im gedachten Dreieck SU, DDR und BRD hatte ich - aus völliger Unkenntnis der SU - in Gedanken durchaus damit zu kämpfen, was real, möglich oder Ausgeburt der Phantasie des Autors gewesen sein könnte …

Senkels ironische Sicht auf Planwirtschaften jenseits des Eisernen Vorhangs setzt Leser voraus, die neben technischem Interesse einigermaßen sattelfest in der Zeitgeschichte von Ost und West seit den 50ern sind. Außer vom komplizierten Plot sollte man sich weder von dreiteiligen russischen Personen-Namen, noch von bandwurmartigen Städtenamen abschrecken lassen, dann kann das Buch stilistisch eine Freude sein …
Profile Image for Michael Bohli.
1,107 reviews56 followers
October 26, 2020
Spielt die Reihenfolge der Kapitel eine Rolle? Eine Frage, die mich beim Lesen immer begleitet hatte. Wobei "Dunkle Zahlen" sehr faszinierend wirkt, wenn man das Buch von vorne nach hinten und nicht gemäss der Inhaltsmatrix geniesst. Einzelne Aspekte der Geschichte finden mit der Zeit zusammen, scheinbar losgelöste Erzählstränge verbinden sich über fortlaufende Jahrzehnte.

Matthias Senkel hat keinen simplen Roman vorgelegt, sondern ein Spiel mit Realität und Darstellung. Die Geschichte der Computernutzung in Russland wird mit Fakten und Fantasie dargelegt, die heutige Situation somit seziert und der technologische Fortschritt hinterfragt. Verpackt in eine Form, die sich bei der grossen russischen Literatur bedient, mit satirischen Einschüben und einer unüberschaubaren Anzahl an Figuren. Kein wirklich einfach lesbares und betörendes Buch, aber sehr faszinierend und andersartig.
Profile Image for Vuk Trifkovic.
537 reviews57 followers
March 9, 2018
Great idea. Very poorly executed. The author seems to have no understanding or feeling for the core of the book - computing technology. What is left is the whole Soviet thing. While that resonates a bit more, it's still too flimsy and cliched to hold reader's attention.

Shame, it could have been hell of a book...
Profile Image for Jule.
819 reviews9 followers
August 19, 2018
Was für ein moderner Mist.

Normalerweise mag ich solche "Dossier"-Bücher, aber dieses hier hat einfach den Vogel abgeschossen. Es mag zwar super kreativ sein, mit seinen Witzesammlungen, und leeren Comics, und Bildern, und Fußnoten, und Code, aber leider geht die Story dabei komplett verloren. Am Anfang kommt man noch ganz gut mit, aber irgendwann springt das ganze so sehr in der Zeit hin und her, und die unterschiedlichen Handlungsstränge haben so wenig miteinander zu tun, dass man nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht. In der Mitte gibt es mal eine gute Erklärung, aber alles, was danach folgt, sind scheinbar nur noch zufällige Texte, die in kaum einer sichtbaren Beziehung zum Anfang der Buches oder gar dem Klappentext stehen. Von den historischen Ungenauigkeiten und der übertriebenen Science-Fiction mal abgesehen. Das geht auch anders.

Und dann ist dieser Haufen Blödsinn auch noch für den Deutschen Buchpreis nominiert? Wo sind wir denn gelandet, wenn so was als Literatur durchgeht? Es ist bestenfalls eine Schreibübung, die dringend einen guten Lektor mit einem dicken Rotstift gebraucht hätte.
Profile Image for Julian.
21 reviews4 followers
December 28, 2018
Konfus, zeitweise etwas albern und eindeutig überambitioniert, aber längst nicht so unlesbar, wie ich befürchtet hatte. Wenn man sich damit abfindet, einfach nicht jedes Detail verstehen und sämtliche der viel zu vielen Handlungsstränge nachvollziehen zu können, sogar streckenweise recht unterhaltsame Lektüre. Wird allerdings besonders zum Ende hin, wenn man es denn so nennen will, immer inkohärenter. Muss man halt insgesamt schon wollen.
Profile Image for Кристоф Дерворт.
11 reviews
March 4, 2020
Das Buch zeichnet eine Geschichte der russischen IT Entwicklung. Zugegebenermaßen muss man sich eine Weile einlesen, um die Erzählbausteine, die einem Fiebertraum gleich miteinander verschmelzen und springen, zusammen zu halten. Das macht dann aber auch den Charme des Buchs aus. Verbunden mit der gewitzten Sprache. Klare Leseempfehlung!
Profile Image for Higgsbosom.
46 reviews
December 30, 2025
// read this in a Russian translation as an e-book, which was certainly a choice
// a book about the dawn of numerical methods in the Soviet union with narration so non-linear it brings to mind the term
// writing this note to remind myself to try and get my hands on a physical copy for a non-linear second reading (or shall we say parsing)
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