Ernst Klee (1942 - 2013) was a German journalist and author.
As a writer on Germany's history, he was best known for his exposure and documentation of the medical crimes of Adolf Hitler's Third Reich, much of which was concerned with the involuntary euthanasia program.
Trocken und nüchtern zählt Klee auf, was aus den Verantwortlichen des Euthanasie-Programms – der T4-Aktion – nach 1945 geworden ist. Wenig erstaunlich sind viele der verantwortlichen Ärzte, Verwaltungsbeamte, Pfleger, Richter und kirchlichen Personen nicht „wirklich“ belangt worden. Er zeigt an Hand von vielen Beispielen, wie sich die Kameradschaft der SS-Zeit nach 1945 fortgesetzt hat.
Wer plakative Beschreibungen der Methodiken und Praktiken erwartet, ist hier fehl am Platz. Im Vordergrund steht der Rechtsapparat und deren Lücken und Möglichkeiten in Bezug auf die geschehenen Gräueltaten.
Störend fand ich den ausführlichen Anhang. Im Gegensatz zu anderen Sachbüchern ist dieser nicht nur ein reiner Quellenverweis, sondern enthält viele wichtige Zusatzinformationen und auch ab und zu den Ein oder anderen persönlichen sarkastischen Kommentar. Wie es für einen Anhang gehört, ist dieser am Ende des Buches platziert und das ewige Hin- und Herblättern war doch etwas nervig und hat den Lesefluss gestört. Hier hätte ich mir eine elegantere Lösung gewünscht.
Für wen ist dieses Buch? Jeder der die Realität der juristischen Verfolgung NS-Täter in der deutschen Nachkriegszeit ertragen kann. Man benötigt starke Nerven und darf die Rosa-Rote-Brille „heute könnte so was nicht mehr geschehen“ nicht aufhaben.