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Absolute Gewinner

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Unser Trainer ist weg! Okay, ich weiß, das klingt erst mal nicht so dramatisch. Ist es aber, weil wir eine echte Loser-Truppe sind und beim größten Basketballturnier Deutschlands ohne ihn überhaupt keine Chance haben. Wir sind einfach zu klein. Und zu langsam. Und werfen kann bei uns auch keiner richtig. Deshalb hat uns niemand was zugetraut. Selbst ich nicht. Aber dann haben wir uns gar nicht mal so doof angestellt, und alle von uns haben angefangen, ein bisschen an sich zu glauben. Bis plötzlich der Trainer verschwunden ist. Einfach so, mitten im Turnier. Dabei ist ihm der Wettbewerb total wichtig gewesen. Irgendwas stimmt da nicht. Wir müssen unbedingt rausfinden was. Und wo er ist. Sonst können wir das mit dem Gewinnen vergessen.

287 pages, Hardcover

First published January 18, 2018

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Displaying 1 - 3 of 3 reviews
Profile Image for ♡ Sonja Rosa Lisa ♡  .
5,357 reviews658 followers
August 9, 2023
Hamburg: Der 13-jährige Luca möchte mit seiner neu gegründeten Basketballmannchaft am „Night Move“ teilnehmen. Der Siegermannschaft winkt eine Reise in die USA. Doch die bunt zusammengewürfelten Spieler müssen sich erst einmal zusammenraufen. Trainiert wird „Schlamm Hamm“, wie sie sich nennen, ausgerechnet vom Hausmeister der Schule! Doch dann ist der Hausmeister plötzlich verschwunden – mitten im Turnier! Luca und seine Freunde wollen ihn suchen und ahnen nicht, in welche Gefahr sie sich damit bringen.
***
Mein Leseeindruck:
Dieses Jugendbuch hat mir sehr gut gefallen, was mich selbst sogar ein bisschen überrascht hat. Eine große Rolle spielt Basketball, und eigentlich habe ich mit dieser Sportart kaum Berührungspunkte. Dennoch konnte mich die Geschichte total gefangen nehmen, und ich habe sehr mit Luca und seinen Freunden mitfühlen können.
Das Thema Freundschaft spielt auch eine große Rolle in diesem Buch. Es geht um einige Jugendliche, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, die Außenseiter sind, die arm sind und doch etwas erreichen wollen und zusammenhalten.
Außerdem ist die Geschichte auch sehr spannend, denn die Suche nach ihrem Trainer bringt die Freunde in abenteuerliche Situationen. Eine Familiengeschichte ist im Buch enthalten und eine zarte Romanze. Ich glaube, so ist wirklich für jeden etwas dabei, und das Buch wird sicherlich sowohl Jungen als auch Mädchen ansprechen.
Mir hat das Lesen auf jeden Fall sehr viel Freude gemacht, und ich kann das Buch weiterempfehlen an alle, die einmal ein etwas außergewöhnliches Jugendbuch lesen möchten!
Profile Image for Nicci Trallafitti.
152 reviews26 followers
March 7, 2018
Zunächst möchte ich die optische Gestaltung von Absolute Gewinner loben, denn das besondere ist, dass sich das Cover anfühlt wie ein Basketball, was das Leseerlebnis noch authentischer macht. Auch gefielen mir die kleinen Illustrationen mit passenden kurzen Zitaten an den Kapitelanfängen richtig gut.

Der Protagonist Luca war mir leider wenig sympathisch. Ich hatte zwischendurch das Gefühl, dass er, obwohl (oder weil?) er eher in einer Außenseiterposition war, wenig Empathie und Feingefühl besaß, manchmal wirkte er ziemlich skurril und vor allem intolerant. Der Schreibstil war jugendlich und locker, dadurch dass die Geschichte in der Ich-Perspektive verfasst wurde kam es so rüber, als würde Luca einem Kumpel von den Geschehnissen berichten, was ich zweckgemäß fand, zumindest was die Erzählweise anging. Im Buch gab es allerdings zahlreiche Vorurteile, die vor allem optische Eigenschaften von Menschen betrafen, beispielsweise blieben kleine Männer nie locker und Dunkelhäutige hätten ein typisches riesiges Afro-Lachen, was ich in dem Kontext irgendwie unangenehm fand, besonders wenn man bedenkt, dass Luca selber sehr unter einer körperlichen, störenden Eigenschaft leidet.

Wer nicht locker blieb, war der General. Wie das so ist bei kleinen Männern.
(Absolute Gewinner, S. 222)

Zu Beginn wurde der Aspekt, dass Luca eine sehr hohe, krächzige Stimme besaß, immer wieder thematisiert, sodass ich das Gefühl hatte, dass es wichtig für den Verlauf sein würde. Doch später habe ich das nicht mehr auf dem Schirm gehabt, auch wurde es nicht mehr erwähnt, was ich unpassend fand, denn letztendlich stellte genau das anfangs einen sehr wichtigen Punkt in Lucas Leben dar, mit dem er nicht gut zurecht zu kommen schien. Ich hätte mir dahingehend gewünscht, dass dies nochmal aufgegriffen wird und nicht während der rasanten Ereignisse völlig aus den Augen verloren wird.

Ich persönlich habe zuvor kein Buch gelesen, das sich mit der Sportart Basketball beschäftigt, somit fand ich die Thematik sehr erfrischend, auch wenn es zahlreiche spezifische Begriffe gab, die mir größtenteils fremd waren, sich aber meistens aus dem Zusammenhang ergeben haben. Insgesamt gefiel mir die inhaltliche Umsetzung ganz gut, das Tempo wurde durch krimihafte Aspekte angehoben. Nicht nur, dass der Trainer der bunten, jugendlichen Truppe von heute auf morgen verschwand, plötzlich hatten zwielichtige Gestalten ihren Auftritt und die Kids mussten sogar einen Ausflug nach St. Pauli unternehmen, um etwas über die Hintergründe ihres Trainers zu erfahren. Es gab ein paar Wendungen, die insbesondere Jana – eines der Mannschaftsmitglieder – betrafen und mich überraschen konnten.

Neben jugendlichen Angelegenheiten wie Verliebtsein, Vereinssport und Konflikte mit den Eltern wurden außerdem Gesichtspunkte wie unklare familiäre Hintergründe und dessen Erforschung, Macht, Selbstvertrauen, korrupte Wettbüros und besondere Fähigkeiten im Computerbereich angesprochen. Daraus ergaben sich zahlreiche krimihafte, gefährliche, aber auch humorvolle und skurrile Situationen, in denen mir die Rolle des Coaches am besten gefiel. Auch hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet, dass der Handlungsverlauf so ernst und tiefgründig sein würde. Besonders von Heinrichs Talenten konnte die Gruppe profitieren, wodurch er zu einer wichtigen Basis wurde – und für mich zum Helden.

Die Auflösung fand ich angemessen, auch wenn noch ein paar Fragen meinerseits offen geblieben sind. Letztendlich handelte es sich für mich um eine spannende, jugendliche Geschichte für Zwischendurch, die mich gut unterhalten hat und die man aufgrund des lockeren Schreibstils und der übersichtlichen Seitenzahl recht flott lesen kann. Mit dem Protagonisten bin ich leider nicht wirklich warm geworden, die Nebencharaktere, vor allem Heinrich und Jana, aber auch den Coach, empfand ich persönlich als viel interessanter und ihre Geschichten gehaltvoller als Lucas.

Absolute Gewinner gefiel mir im Ansatz zwar gut, jedoch fehlte mir etwas. Bezüglich der erhofften Gruppendynamik zwischen den Jugendlichen wurden ein paar wichtige Aspekte angesprochen, die leider nicht alle ausgebaut worden sind. Dennoch eine unterhaltsame Geschichte mit interessanten Nebenfiguren, bei der das Tempo zwischendurch durch krimihafte Anteile angehoben wurde.

Danke an den Magellan Verlag für das Rezensionsexemplar.
777 reviews1 follower
March 31, 2026
«Früher, als ich noch klein war, hat meine Mutter immer gesagt: »Wenn du etwas Unangenehmes beichten musst, tu’s lieber gleich. Dann hast du’s hinter dir und musst nicht mehr den ganzen Tag daran denken.« Mit sieben oder acht Jahren hab ich ihr das auch echt noch geglaubt und alles sofort erzählt, aber mittlerweile weiß ich, dass der Spruch ziemlicher Blödsinn ist, weil man ja immer die Chance hat, dass sich das Unangenehme von selbst erledigt. Wenn man nur lange genug wartet damit.»

Luca trainiert auf dem Basketballplatz – immer allein. Er mag nicht mit anderen zusammensein, weil er eine krächzende Piepsstimme hat, er bleibt lieber stumm. Krächzend oder piepsend – beides zusammen geht nicht. Das ist am Anfang ein großes Problem – das der Autor im Laufe des Schreibens vergessen hat. Leider ein eklatanter Fehler. Verziehen! Eines Tages wird ein Turnier ausgeschrieben, Jugendmannschaften können sich anmelden: Die besten aus den Städten fahren nach Berlin und der Sieger fliegt in die USA. Und plötzlich steht der Hausmeister der Schule auf dem Platz, sagt, Luca gehört zu seinem Team und auch Jana und Heinrich und ein paar andere. Er ist der Coach, die Jugendlichen nennen ihn Sichel – und er ist klasse – diese Truppe ist klasse – oder?

«‹Und Gewalt macht nur wieder Gewalt?›
‹Weiß ich.›
‹Und zerrissenes Hemd und ausgeschlagener Zahn sind zehnmal teurer als neuer Basketball?›
‹Hier geht’s aber nicht ums Geld.›
‹Aber geht es um Vernunft.›
‹Coach, ich weiß, dass Ihnen so was nicht passiert, aber so einer wie ich muss sich halt manchmal wehren. Sonst bin ich immer der Dumme.›
‹Du glaubst, ich kenne das nicht?›, fragte der Coach. ‹Irrtum, mein Freund, ich kenne das besser, als du dir vorstellen kannst. Aber ich habe gelernt: Bei Schlägerei du gewinnst nie. Wehren ist gut. Schlagen ist Schwäche.›
‹Und was ist, wenn man sich nicht anders wehren kann?›
‹Geht immer anders. Aber Mut ist gut. Denselben Mut will ich von dir sehen beim Spiel.›
‹Wie jetzt? Das versteh ich nicht.›»

Als Loser-Truppe und mit einem Hausmeister als Coach ein bundesweites Basketballturnier gewinnen? Das kann nicht funktionieren – dachte Luca jedenfalls, bis sich sein ungleiches Underdog-Team gar nicht mal so schlecht anstellt, weil es hart trainiert mit einem Supercoach. Das Turnier ist gewonnen, doch der Trainer ist plötzlich verschwunden. Und das, wo es ihm so wichtig gewesen ist, zu gewinnen, nach Berlin zu fahren. Jetzt müssen sich Luca und seine Teammitglieder einen neuen Coach suchen, neue gute Spieler akquirieren, damit sie in Berlin eine Chance haben; und sie wollen auch das Rätsel um den Hausmeister lösen – Denn wieso verschwindet ein so engagierter Trainer plötzlich und warum ist er nicht mal bei der Arbeit aufgetaucht? Dabei ahnen die Jugendlichen nicht, mit was für zwielichtigen Typen sie es zu tun bekommen. Jetzt wird es kriminell …

«‹Es folgt daraus, dass es im Fußball durchaus Sinn macht, das Glück zu versuchen›, fuhr Heinrich fort. ‹Es folgt daraus, dass es mathematisch nicht unvernünftig ist, wenn ich einfach mal einen Dreißigmeterschuss wage. Mathematisch gesehen verschlechtern sich meine Wahrscheinlichkeiten dadurch nur unwesentlich.›
‹Alter, was quatschst du Fußball?›, sagte Murat. ‹Und Mathematik und so ’n Zeug? Wir spielen Basketball.› ‹Weiß ich›, sagte Heinrich, ‹aber um das Wesen des Basketballs zu begreifen, ist so ein Ausflug zum Fußball wichtig. Beim Basketball sieht die Rechnung komplett anders aus. Beim Basketball führt ungefähr jeder zweite Angriff zu einem Korb. Wenn du einen Angriff läufst, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass er auch zu einem Korberfolg führt, bei fünfzig Prozent. Für die Dauer eines normalen Spiels sind das vierzig bis fünfzig erfolgreiche Abschlüsse.›»

Das alles ist ziemlich spannend, ein Pageturner. Aber gleichzeitig gibt Christoph Scheuring seinen liebevoll aufgebauten Figuren Raum sich zu entwickeln, zueinanderzufinden. Völlig konträre Charaktere, die aber genau deshalb im Team wunderbar funktionieren. Und der der Coach erklärt, warum wer auf welcher Position wichtig ist. Überhaupt wird erklärt, wie Basketball funktioniert. Basketball ist ein schnelles, intelligentes Spiel, das von ständig wechselnden Spielzügen lebt. Der Autor nimmt uns mit in das Spiel, macht das spannend und begeisternd. Wer bis dahin kein Fan war, wird sich garantiert ein paar Spiel anschauen. Hier wächst eine Mannschaft, ein Team, eine Freundschaft. Und neben dem Basketball läuft irgendwann die schräge Story auf der Suche nach dem Trainer. Die Spannung steigt. Plötzlich sind wir mittendrin im organisierten Verbrechen der Sportwetten … Ein klasse Themenmix und sehr guter Figurenaufbau, eine tiefgründige Geschichte mit vielen Facetten, ein Pageturner, ein Basketballbuch, ein Jugendthriller – ganz großes Kino! Der Magellan Verlag gibt eine Altersempfehlung ab 12 Jahren. Dem schließe ich mich an. Empfehlung!

«‹Also›, sagte er, ‹die Springstein-Schule hat die ganze Zeit ihre beiden großen Kerle im Low post, die können wir nicht ausschalten. Und die beiden Guards sind auch viel schneller als Luca und Robin. Wir können ihr Pick ’n’ Roll nicht verteidigen, wir können den Pass ans Brett nicht verteidigen, wir können noch nicht mal einen Backdoor-Pass auf die großen Kerle verhindern. Das bedeutet: Wir können sie nicht mit unserer Defense schlagen. Unsere einzige Chance ist, dass wir sie über unsere Offense kriegen.›«


Christoph Scheuring, geboren 1957, hat in seinem Leben schon viel gesehen. Als Journalist für DER SPIEGEL, stern und DIE ZEIT hat er mit den Mächtigsten am Tisch gesessen und mit den Machtlosen auf der Straße gelebt. Seine Leidenschaft gehört besonders den Jugendlichen in den Randgebieten unserer Gesellschaft. Als Autor von Jugendromanen schreibt er über das Leben dort, wo es brüchig ist, wo es ausfranst, wo es wehtut. Dort, wo es interessant wird.
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