»Liebeläutend zieht durch Kerzenhelle, / Mild, wie Wälderduft, die Weihnachtszeit …« – so besinnlich geht es bei Joachim Ringelnatz zur Weihnachtszeit nicht immer zu. Mit skurrilem Witz, der Lust am Unsinn, aber auch mit melancholischer Zartheit bedichtet Ringelnatz das Fest der Liebe: die kindliche Vorfreude, den ersten Schnee, Pfannkuchen, Punsch und Zuckerschaum, Bowle und Bordelle. Hoch vergnüglich und auf ihre eigene Art auch besinnlich, stimmen die in diesem Band versammelten Gedichte und Prosatexte auf die Weihnachts- und Winterzeit ein. (Amazon.de)
Joachim Ringelnatz (eigentlich Hans Gustav Bötticher) war ein deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler, der vor allem für humoristische Gedichte um die Kunstfigur Kuttel Daddeldu bekannt ist. Er war bekannt zur Zeit der Weimarer Republik, stand an Popularität den Comedian Harmonists in nichts nach und zählte Schauspieler wie Asta Nielsen und Paul Wegener zu seinen engen Freunden und Weggefährten. Sein teils skurril, expressionistisch, witzig und geistreich geprägtes Werk ist noch heute bekannt.
Ringelnatz hat eine interessante Bandbreite von Gedichten: mal besinnlich und dankbar, dann wieder ulkig und albern und dazwischen verbirgt sich gern auch strenge Gesellschaftskritik, v. a. daran wie wir unsere ärmeren Mitmenschen behandeln. Manchmal wird's mir zu derb, z. B. mit Kuttel Daddeldu, aber der Rest liest sich erheiternd oder bewundernd runter.
Als Ergänzung (oder generell) empfehle ich seine Biografie auf Wikipedia nachzulesen – kann mensch sich nicht ausdenken, was der Autor in gerade mal 51 Jahren alles Absurdes und Tragisches erlebt und durchgemacht hat.
Eine schöne und kurzweilige Sammlung von Gedichten zum Thema Weihnachtszeit und Winter. Mal lustig und fantasievoll, mal ernst und nachdenklich stimmend -- eben typisch Ringelnatz.