Der zweite Sammelband umfasst die Bücher
Band 4: Die Myrnengöttin: Karen und seine Freunde machen sich auf die Suche nach einer geheimnisvollen Insel, um die Myrnengöttin zu treffen.
Band 5: Der Seelenspeer: sie sollen den Seelenspeer finden, aber tatsächlich geht es primär um eine diplomatische Mission, damit sie nicht einen Mehrfrontenkrieg austragen müssen.
Band 6: Der Verräter: der finale Showdown, in dem Schohtar alles daran setzt, um Informationen aus Karek's Reihen zu bekommen und so den Krieg doch noch für sich zu gewinnen.
Bei meinem ursprünglichen Review hatte ich gemeint, dass ich aufgrund des Humors gewillt bin, über einige Schwächen in der Handlung hinwegzusehen. Leider wurde für die letzten 3 Bücher der Humor deutlich zurückgefahren.
Band 4 ist ein Abenteuer-Roman und hat mir noch gut gefallen. In Band 5 fiel mir negativ auf, dass die namensgebenden Suche nach dem Seelenspeer sich ungefähr so las, als hätte Karek auf dem Weg zu seinem diplomatischen Treffen einmal schnell an der Tankstelle gehalten, um den Seelenspeer zu holen. Tatsächlich fand ich den fünften Band ein bisschen überflüssig. Nummer 6 ist dann wieder besser. Insbesondere das Ende von Schohtar hat mir sehr gut gefallen.
Insgesamt ließen die Bücher aber ein bisschen ein Gesamtkonzept vermissen. Dies zeigte sich u.a. darin, dass die Artefakte, auf deren Auffinden so viel Zeit aufgewendet wurde, für den Sieg eine mäßige Rolle spielten. Den Speer hat er bspw. genau zweimal eingesetzt.
Auch war die Darstellung der Fähigkeiten etwas inkonsequent. Eines der Artefakte ist quasi ein Heilzauber. In Band 4 wurde damit einem der Helden das Leben gerettet, in Band 5 versagte es. Milafine meinte daraufhin, dass das Artefakt nicht so sehr heilte, sondern nur den Heilungsprozess beschleunige. Ist jemand tödlich verwundet, würde er sogar schneller sterben. Das Problem ist, dass dann auch der Charakter in Band 4 hätte sterben müssen.
Bei manchen Handlungssträngen hatte man das Gefühl, er hätte sie nur integriert, um wenig verwendete Charaktere einzusetzen. Wichtel verkam zum Kabo-Königinnen-Kuschler, spielte dann aber bei der Suche nach dem Seelenspeer aufgrund seiner Körpergröße kurze Zeit eine große Rolle. Blinn, den ich fast schon vergessen hatte, bekam im letzten Buch endlich einen Handlungsbogen gewidmet.
Das Ende wirkt auch ein bisschen abrupt. Karek beweist wieder sein gutes Herz im Umgang mit feindlichen Verwundeten. Dann kommt ein quasi Epilog mit der Krähe. Dann ist das Buch zu zuende. Interessanterweise wurde erst kurz davor wieder die Prophezeiung erwähnt (das Karek der Kaiser der Welt wird), aber hierauf gab es dann nur Anspielungen. All dies ergab kein rundes Ganzes. Trotzdem ist das Buch besser als so manch anderer Vertretet des Genres, den ich in letzter Zeit gelesen habe, u.a. weil es - trotz einiger Tode von kompletten Nebencharakteren - nicht so deprimierend ist, wie es derzeit in Mode ist.