Die sechs Stories dieses Bandes, angesiedelt auf drei verschiedenen Kontinenten, handeln von Erinnerung und Liebe. In jedem Augenblick, sagt Anthony Doerr, verschwinden überall auf der Welt unzählige Erinnerungen, dabei sind sie es, die unserem Leben Sinn und Zusammenhang verleihen. Gleichzeitig erforschen Kinder neues, unbekanntes Terrain, formen frische Erinnerungen, erfinden die Welt neu. In "Die Memel" zieht ein verwaistes Mädchen zu ihrem Großvater nach Litauen und entdeckt eine Welt, in der Mythen real werden. In "Dorf 113" geht es um den Bau des Drei-Schluchten-Damms und um die Samenhüterin, die auch die Geschichte des Dorfes bewahrt, das bald überflutet werden wird. In „Nachwelt“, einer erschütternden,
„Die Tiefe“ von Anthony Doerr ist eine wie ich finde sehr intensive Geschichtensammlung... jede Geschichte für sich ist sehr kraftvoll erzählt und eindringlich. Alle Geschichten beschäftigen sich mit dem Leben, der Natur und dem, was unsere Welt prägt, geprägt hat und enthält zwischen den Zeilen viele Denkanstöße, die einen mitunter doch auch aus der eigenen Komfortzone holen. Wie es bei Kurzgeschichten nun mal so ist, die eine berührt oder bewegt mehr, die andere weniger... Insgesamt kann ich „Die Tiefe“ aber sehr empfehlen, hier bekommt man definitiv mehr, wenn man sich denn auf das, was zwischen den Zeilen liegt einlassen möchte. Zudem hat mir Doerr's Stil zu erzählen sehr gefallen und ich würde künftig sehr gerne noch mehr Werke des Autors lesen!
Wow, vor allem die letzte Geschichte. Eigentlich sind Kurzgeschichten ja nicht so meins, aber Anthony Doerr schreibt so herrlich poetisch und philosophisch.
Die Geschichten waren genau das was der Titel verspricht: von Tiefe. Wer gerne mitfühlt, und trotzdem nicht in depressive Tiefen geraten will, für den ist das super.