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Die Lieferantin

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London, in einer nicht wirklich fernen Zukunft: Ein Drogenhändler treibt tot in der Themse, ein Schutzgelderpresser verschwindet spurlos. Ellie Johnson weiß, dass auch sie in Gefahr ist – sie leitet das heißeste Start-up Londons und zugleich das illegalste: Über ihre App bestellt man Drogen in höchster Qualität, und sie werden von Drohnen geliefert. Anonym, sicher, perfekt organisiert.

Die Sache hat nur einen Haken – die gesamte Londoner Unterwelt fühlt sich von ihrem Geschäftsmodell bedroht und will ›Die Lieferantin‹ tot sehen. Ein Kopfgeld wird auf sie ausgesetzt. Ellie beschließt zu kämpfen – ihre Gegner sind mächtig, und sie lauern an jeder Straßenecke.

326 pages, Paperback

First published July 10, 2017

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About the author

Zoë Beck

57 books25 followers
Zoë Beck is the pseudonym commonly used by Henrike Heiland, a German author, translator and publisher.

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10 (6%)
1 star
1 (<1%)
Displaying 1 - 19 of 19 reviews
Profile Image for Daniel.
75 reviews
April 13, 2021
Tiptop Thriller irgendwo zwischen Brexit, Drogenpolitik und Drohnenspaß.
Profile Image for miss.mesmerized mesmerized.
1,405 reviews42 followers
July 14, 2017
Der Verlust ihres Bruders durch illegale Drogen bringt Ellie Johnson auf eine neue Geschäftsidee: sie wird ebenfalls ins Drogengeschäft einsteigen, aber mit sauberer Ware, die über eine App geordert und durch Drohnen ausgeliefert wird. Niemand soll sich mit den kriminellen Banden Londons mehr abgeben müssen, sondern ungefährlich seine Substanzen erwerben können. Gleichzeitig nutzt sie die Gewinne, um Drogenabhängigen kostenlose Hilfsangebote zu unterbreiten. Das Geschäft läuft gut, doch der Regierung sind Drogen und ihre Folgen ein Dorn im Auge und eine drastische Verschärfung der Gesetzeslage ist geplant. Auch den Unterweltbossen gefällt Ellies Geschäft nicht, stört es doch ihre eigenen massiv. Eine Verknüpfung unglücklicher Umstände lässt die angespannte Lage explodieren und auf Ellie wird ein Kopfgeld ausgesetzt.

Zoe Beck hat seit einigen Jahren einen festen Platz in der deutschen Krimilandschaft. „Die Lieferantin“ spielt einmal mehr in London und greift aktuelle politische Themen mit auf. Der Brexit hat das Land zum Zeitpunkt der Handlung bereits verändert, die wirtschaftlichen Spannungen wirken sich unmittelbar aus und nach der Zeit der Aufputschmittel, die den Menschen die Illusion grenzenloser Leistungsfähigkeit bescherte, ist nun das Verlangen nach Betäubungsmitteln, die einem die Flucht aus der Realität ermöglichen groß. Diesen Markt über neue Technologien zu bedienen und so auch neue Zielgruppen zu erschließen, passt ebenfalls.

Allerdings wird dieser überzeugende Handlungsrahmen für meinen Geschmack nicht ganz überzeugend mit Leben gefüllt. Die Figuren bleiben mir insgesamt zu blass und wenig überzeugend. Ellie ist recht eindimensional und nur bezogen auf ihr Geschäft skizziert, dass sie den Tod ihres Bruders nicht verkraftet hat oder andere Gefühlsregungen sind kaum zu erkennen. Auch Mo, ihre Programmiererin, wird nur schemenhaft umrissen, ihre Situation als dunkelhäutiges Adoptivkind, ihre gescheiterte Beziehung – die Figur tritt völlig hinter die rassistischen Übergriffe zurück und kann sich nie entfalten. Ein zweiter Erzählstrang um den Restaurantbesitzer Leigh, der unter Schutzgelderpressern leidet, wirkt insgesamt sehr konstruiert und wenig glaubwürdig. Ein braver Gastronom, der locker einen Erpresser ermordet und kaltblütig einbetoniert? Zu wenig glaubwürdig. Auch der Zufall, dass sich genau diejenigen Personen begegnen, die ins Fadenkreuz einer Verbrecherbande geraten, ist in einer Großstadt wie London nicht ganz plausibel.

Dass Zoe Beck überzeugend formuliert und man den Roman so gerne liest und es ihr durch kleine Cliffhanger am Ende der Kapitel immer wieder gelingt, auch die notwendige Spannung aufzubauen, lässt das Gesamtbild etwas positiver wirken. Inhaltlich jedoch war das für mich ihr bislang schwächster Roman.
Profile Image for Von Beust.
53 reviews
August 21, 2017
Unterhaltung mit Brexitwürze und einer tollen Handlungskaskade

London im Jahre 2019: Nach dem Brexit ist das englische Wirtschaftsystem in Schieflage geraten, die Stimmung schlägt in Richtung „England den Engländern“ aus, und rassistische Extremisten in den rotweiblauen Farben des Union Jacks tragen die Gewalt auf die Straße und gehen gegen „Ausländer“ vor. In dieser leicht dystopischen Zukunft entwickelt Ellie ein herausragendes Geschäftsmodell im Drogenhandel: Sie liefert im Darknet bestellten feinsten Stoff per Drohne - schnell, sauber und zu fairen Preisen. Das kann der alteingesessenen Rauschgiftkamarilla nicht genehm sein: Sie macht Jagd auf „die Neue“ und kreist Ellie langsam ein. Auslöser der Jagd ist der Tod Gonzos, eines Laufburschen einer der Mafiafamilien: Eher aus Versehen wird er, als er wieder auf eigene Rechnung seine Kühe melken will, von einem Gastronomen getötet und stilecht einbetoniert, der einfach nicht mehr zahlen kann.

Die Stärke des Romans ist der ausgeklügelte Was-passiert-dann-Aufbau der Handlung: Ausgehend von Gonzos Good-bye-Vorstellung entwickelt sich eine Kaskade von Folgehandlungen, die in einem politisch heißen Straßenkampf und einer Regierungskrise mündet. Auf der Ebene der handelnden Personen spitzt sich die Konkurrenz zwischen Ellie und den Mafiaclans zu, Ellies Kontakte werden eingeschüchtert und sogar ermordet, die Mafiosi ergreifen immer härtere Methoden, die sogar vor der Bedrohung von Kindern nicht halt macht.

Ebenfalls gelungen ist das politische Panorama, das die Autorin für die Zeit nach dem Brexit entwirft: Die aufgeladene Atmosphäre, die sozialen Spannungen, der aufgestaute Rassismus, die hektischen Politmanöver der herrschenden Nomenklatura können so oder so ähnlich erwartet werden. In einem solchen „Conservative Turn“ ist eine Kampagne zur absoluten Verdrängung von Drogen aus der Legalität, d.h. eine harsche Law-and-Order-Repression sehr gut denkbar. Der „Druxit“, der Streetworker wie Mafiosi gleichermaßen umtreibt, ist ein gelungenes Instrument, einerseits die Handlung zu motivieren, andererseits das dystopische Panorama zu dynamisieren.

Was heißt eigentlich Druxit? Dass ich erst nach etwa einhundert Seiten auf die Lösung kam, hat nicht nur mit meiner Begriffsstutzigkeit zu tun, sondern auch mit der Tendenz der Autorin, vieles im Unausgesprochenen zu lassen. Der Leser kann nicht ahnen, dass Ellie nicht nur ein geldgeiler Drogenboss ist, die mittels überlegener Technik die archaischen Schlägertypen der Mafia aus dem Geschäft drängen will, sondern vor allem handelt, um den Streetworkern ihre Arbeit zu finanzieren, der Anti-Druxit-Kampagne Geldmittel zu verschaffen und schließlich ihr Gewissen zu beruhigen, auf dem der Drogentod ihre Bruders lastet.

Langsam schält ich die Motivation hinter „der Lieferantin“ heraus, und siehe da: Der tote Bruder ist unschuldig in Not geraten, auf die schiefe Bahn gekommen und schließlich an schlechtem Zeug verreckt. Auch bei anderen Sympathieträgern des Romans ist der Tenor „unschuldig in Not geraten“; oder der Lieferant der Lieferantin ist ein Polizeispitzel, der an Leute, die er sympathisch findet, astreinen Stoff liefert, ohne die Behörde zu informieren. Das ist so platt wie fragwürdig. Denn es scheint, dass diese Hintergründe notwendig sind, um Ellies illegales Geschäft zu einer Art „Fair-trade-Drogenhandel“ zu gestalten, der irgendwie nicht so schlimm ist. Wie Robin Hood trägt Ellie ihre Gewinne ja auch in gemeinnützige Kampagnen und bereichert sich nicht selbst (ihre Zwischenhändler tun es allerdings). Über allem schwebt der politische Grundgedanke, es sei „nicht Sache der Regierung, erwachsenen Menschen vorzuschreiben, was sie mit ihren eigenen Körpern anstellten.“ (S. 56) Ellie versteigt sich sogar zu der agitatorischen Phrase, es gehe nicht ums dicke Geld, sondern „um die Sache. Um die Freiheit. Darum, dass erwachsene Menschen zugestanden werde, Entscheidungen für sich zu treffen, nachdem sie sich informiert hatten und wussten, welche Risiken sie eingingen.“ (S. 56)

Das ist freilich eine politische Gretchenfrage, mit der auch steht und fällt, ob man die Protagonistin des Romans annimmt oder ablehnt. Wenn man nicht für die Legalisierung von Drogen ist, hat meine seine Schwierigkeiten, mit Ellie mitzufiebern.

Diese Grundfrage schwächt meinen Leseeindruck erheblich, hinzu kommen die oben erwähnten verkürzten Darstellungen oder verspäteten Erläuterungen, die einem die Annäherung an andere Figuren erschweren, weil sie blass oder schablonenhaft bleiben, um nicht das böse Wort Klischee zu verwenden.

Alles in allem also ordentliche Unterhaltung mit Brexitwürze und einer tollen Handlungskaskade, aber gewiss nicht jedermanns Sache.

Ach ja: „Druxit“ = Drugs + Exit.
Profile Image for DunklesSchaf.
153 reviews6 followers
December 31, 2017
Ellie Johnson liefert Drogen per App und Drohne. Und zwar astreinen Stoff, kein gepanschtes Zeug, bei dem man nicht weiß, woraus es besteht und was man sich in die Venen jagt. Mit diesem Geschäftsmodell macht sie den traditionellen Drogenbossen Konkurrenz und das sehen diese gar nicht gerne. Die Jagd auf „Die Lieferantin“ beginnt, doch die gibt sich nicht so leicht geschlagen.

Ich habe lange überlegt, ob ich eine Rezension über „Die Lieferantin“ schreibe – einfach aus Zeitgründen – aber es wäre wirklich schade, wenn ich dem Buch keinen Beitrag widmen würde. Und weil eben gerade ein Mangel an Zeit herrscht versuche ich mich einfach an einer Kurzrezension, um zu versuchen, dem Buch einfach noch ein wenig mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Denn es lohnt sich.

Zoe Becks neuer Thriller war schon vor Erscheinen quasi fester Kandidat für die Krimibestenliste und aus diesem Grund hat sich manch einer schon gefragt, ob das Buch die Vorschusslorbeeren denn überhaupt verdient. Und ja, das tut es. Und zwar aus vielen Gründen, aber ich will mich ja kurz fassen, deshalb gibt es hier nur vier davon:

Realistischer und beängstigender Blick in die Zukunft
Zwar nur ein Nebenschauplatz und auch kein allzu weiter Blick in die Zukunft, doch Zoë Beck gelingt es die aktuellen Entwicklungen in Großbritannien weiterzuspinnen. Neben ein paar technischen Erweiterungen werden die Brexit-Anhänger zu den Rotweißblauen und radikalisieren sich weiter. Die Lage wird für Auswärtige brenzlig und der „Druxit“ droht das Land weiter zu spalten.

Legalisierung von Drogen
Ob man nun dafür oder dagegen ist, ist völlig irrelevant, denn die Autorin liefert einfach ein paar gute Gründe, um sich mal ein paar mehr Gedanken zum Thema zu machen. Der „Druxit“ würde jegliche medizinische Hilfe für Drogenabhängige zunichtemachen – bei einer Legalisierung könnte Drogenabhängigen geholfen werden, Kriminalität verringert werden und Drogentote verhindert werden. Für oder Wider? Ein Drogenverbot lässt die Drogen ganz sicher nicht einfach von der Erde verschwinden, also wie damit umgehen?

Die Drogendealer
Zoe Beck verleiht ihren Hauptfiguren mehrere Dimensionen, zeigt Ambivalenz und bietet eine breite Palette. Ellie Johnson ist sehr geradlinig, zukunftsorientiert, überlegt. Und Drogendealerin. Declan Boyce – derjenige von der Gegenseite, der das Problem mit der Lieferantin lösen soll – ist der zweite in der Nachfolge seines Vaters und muss nun zeigen was er kann, weil sein älterer Bruder beschlossen hat, auszusteigen. Eigentlich ein unsicherer, schüchterner Studierter, bis er sich zum selbstsicheren, überheblichen Möchtegern-Mafioso entwickelt und die Situation eskaliert. Zugegebenermaßen ist seine Entwicklung ein wenig drastisch.

Verdammt cool
Ich mag halt einfach wie Zoe Beck schreibt und ihre Thriller aufbaut. Man rast so durch das Buch und weiß gar nicht wie einem geschieht. Alles passt – das Tempo, der Aufbau, die Charaktere. Und auch der leise Humor kommt nicht zu kurz. Hach, so sollten einfach mehr Thriller sein.

Hm, ich fürchte, es ist jetzt doch keine Kurz-Rezension geworden, aber egal, denn das Wichtige ist, das Ihr jetzt sagt: ja, das Buch hol ich mir. Zoë Beck Fans werden dieses Buch auf jeden Fall mögen, allen anderen kann ich es nur ans Herz legen. Es lohnt sich!

Fazit:
Ein Kombi-Paket aus Drogenkrimi und Zukunftsroman: Zoë Becks Thriller bietet alles was man für einen spannenden Lesegenuss braucht, verpackt in einer düsteren, nicht allzu fernen und leider nur zu realistischen Zukunft.

343 reviews5 followers
July 12, 2017
Darknet Chatroom Falle. Elliot Johnson. Sie leitet das heißeste Start-up Londons und zugleich das illegalste: Über ihre App bestellt man Drogen in höchster Qualität, und sie werden von Drohnen geliefert. Anonym, sicher, perfekt organisiert. Die Sache hat nur einen Haken - die gesamte Londoner Unterwelt fühlt sich von ihrem Geschäftsmodell bedroht und will Elliot tot sehen. Ein Kopfgeld wird auf sie ausgesetzt. Elliot beschließt zu kämpfen - ihre Gegner sind mächtig, und sie sitzen überall. Bei Scotland Yard, in den Gerichtssälen, im Parlament, in der Zentrale des Geheimdienstes. Und sie lauern an jeder Straßenecke. Jemand spielt ein falsches Spiel. Und macht Jagd auf Elliot … Dieser Thriller ist sowas von brisant! Zoe Beck hat einen ausgesprochen fesselnden Thriller geschrieben, der hochaktuell und höchst brisant ist. In London bzw. Großbritannien ist die Situation mit den Drogendealer noch weitaus problematischer als in Deutschland, weshalb sie sich für London als Schauplatz entschieden hat. Sie beleuchtet in diesem Buch, was junge Menschen dazu bewegt, sich dem Drogenkonsum anzuschließen. Aber es kommen auch noch ganz andere Komponenten mit ins Spiel, die ich Ihnen hier nicht verraten will. Nur so viel – das Ende hat mich überrascht und total geschockt! Und ich befürchte, dass es leider weitaus mehr als eine reine Fiktion ist. Ein hochaktueller Thriller, den ich nur jedem empfehlen kann, der sich mit der Problematik des Drogenmilieus, dealen und konsumieren, beschäftigt. Die Thematik dieses Thrillers macht es schwer ihn zu loben oder weiter zu empfehlen. Jedoch schafft es die Autorin, dass der Leser das ganze Ausmaß dieses Leides erfassen kann, da sie die Geschichte aus drei Perspektiven erzählt. Einerseits wird aus der Perspektive eines Opfers erzählt, andererseits wird der Leser, Teilnehmer der Ermittlungen. Auch die Perspektive der Lieferantin wird schonungslos beleuchtet, was mir den ein oder anderen Schauer über den Rücken jagte. Nichtsdestotrotz ist dieses Buch ein starker Thriller für alle, die sich als hartgesotten betrachten oder die mal etwas anderes lesen möchten als blutige Krimis. Diese Lektüre wird nicht jedem gefallen, aber das Buch regt eindeutig zu Diskussionen an. Eine erschreckend realitätsnahe Geschichte, die jeder Nutzer eines Sozialen Netzwerks gelesen haben sollte. Zoe Beck greift eine Thematik auf, vor der wir leider oftmals die Augen verschließen. Dieser Thriller ist der richtige Lesestoff für Fans von Matt Beyon Rees Krimis.
Das ist Kriminalliteratur at its best: Radikal, zupackend, aktuell - unentbehrlich. Die völlig realistische Gefahr aus dem Chatroom wird hier in einem Thriller gut auf den Punkt gebracht! Es kommt schlimmer und härter als man sich am Anfang vorstellen kann. Dieser Krimi raubt einem den Atem und die Zeit, an etwas anderes zu denken. Ein echtes Highlight, spannend bis zur letzten Seite! Und selbst der geübte Krimileser errät nicht sofort, was Sache ist - im Gegenteil. Fies, fies, fies. Und seien Sie gewarnt: Sie werden das Buch nicht wieder aus der Hand legen, bevor Sie das Ende lesen! Von der ersten bis zur letzten Seite durchgehend so spannend, dass man das Buch kaum aus der Hand legen will! Für Freunde der Spannung ein MUSS!!!
39 reviews1 follower
August 21, 2017
Vollständige Rezension: derbuecherwald.blogspot.de
Mir hat auf jeden Fall das interessante Gedankenspiel, Drohnen zur Drogenlieferung zu nutzen, gefallen. Denn schließlich wird das Thema Drohnen in Zukunft immer mehr in unseren Alltag einziehen und vielleicht werden unsere Päckchen bald von solchen geliefert.
Außerdem konnte ich mich bei diesem Buch nie ganz entscheiden bei welcher Seite ich mitfiebern soll-bei der Lieferantin oder bei der Boyce Familie. Irgendwie konnte man die Standpunkte von beiden verstehen, obwohl es der Boyce Familie im wesentlichen ums Geld ging.
Die Charaktere sind außergewöhnlich willensstark, das habe ich bei fast jedem Charakter in diesem Buch feststellen können. Mir ist das besonders positiv aufgefallen, weil so nochmal zusätzlich Spannung entsteht. Man kann nie einschätzen was eine Person als nächstes tut, weil man weiß, dass sie nicht so einfach nachgeben wird.
Und spannend ist "Die Lieferantin" wirklich bis zum Schluss. Ich muss zugeben, dass ich dieses Buch fast in einem Zug durchgelesen habe. Dazu hat auch der leicht zu lesende und trotzdem packende Schreibstil beigetragen. Ein guter Lesefluss ist also garantiert.
Was ich in der Inhaltsangabe nicht erwähnt habe ist, dass sich "Die Lieferantin" nicht nur mit Drogenhandel beschäftigt. Es werden auch politische Extreme, insbesondere Rassismus, dargestellt. Diese Diskriminierung wurde meiner Meinung nach sehr realistisch dargestellt, wodurch man auch zum Nachdenken angeregt wird.

Negativ aufgefallen sind mir an diesem Buch nur zwei Punkte.
1. Die Personen sind alle scheinbar zufällig miteinander vernetzt. Jeder kennt den anderen, teilweise ohne genau zu wissen was der andere eigentlich tut. Einerseits war das natürlich amüsant, aber irgendwie war mir der Zufall dann doch zu groß.
2. Meiner Meinung nach kann man die Lieferantin nicht wirklich als Thriller bezeichenen, weil zwar Spannung aufkommt, aber dennoch nicht in dem Maße, das man von Thrillern gewohnt ist. Besonders wer gerne gruselige, blutige oder beängstigende Thriller liest, wird dieses Buch wahrscheinlich für zu langweilig befinden.
Außerdem bin ich mir nicht ganz sicher wie gut im Buch Drohnentechnik und Drogenmilieu dargestellt werden. Mit Drohnen kenne ich mich nur bedingt aus und mit Drogen überhaupt nicht. Ich muss aber sagen, dass nicht deutlich wird, dass Zoe Beck sich außerordentlich lange mit dem Thema Drohnen auseinander gesetzt hat. Das habe ich bei anderen Autoren schon besser gesehen. Aber den meisten Leuten werden die Beschreibungen wohl vollkommen ausreichen, sofern man sich nicht gerade für Technik interessiert.
Profile Image for yexxo.
908 reviews27 followers
August 8, 2017
London nach dem Brexit: Die Zeiten sind rauer geworden, die neuen Rechten gewinnen die Oberhand, rigorose Überwachung, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gehören zum Alltag. Statt sich aufzuputschen nehmen die Menschen Drogen, um der grauen Wirklichkeit zu entfliehen. Elliot Johnson hat dafür eine perfekte Dienstleistung entwickelt: Ihre Website informiert detailliert und ansprechend über das Angebot, das über eine komfortable App bestellt werden kann. Die Lieferung kommt umgehend per Drohne, ohne dass jedoch Rückschlüsse auf den Absender gezogen werden können. Ihre Konkurrenten, drei alt eingesessene Unterweltchefs, reagieren sauer: So schnell lassen sie sich keine Marktanteile abjagen. Die Jagd auf die Neue beginnt ...
Dieses Buch ist nicht nur ein Krimi, der im Drogenmilieu spielt, sondern auch eine deutliche Abrechnung mit einer Politik, die Populismus schürt und die Schwachen zugunsten der Starken weiter schwächt. Auch wenn es ein Zukunftsszenario darstellt: Die von Zoë Beck beschriebenen Zustände sind bereits jetzt in Ansätzen erkennbar und ohne Gegensteuern wird es sich wohl weiter in diese Richtung entwickeln.
Doch zurück zum Krimi: Durch verschiedene Perspektiven erhält man Einblick in die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereiche und wie diese trotz ihrer recht großen Unterschiede dennoch zusammenhängen. Ein Kneipenwirt bringt ungeplant einen Schutzgelderpresser um, worauf dessen Chefs erst einmal ein Komplott vermuten. Als Folge wird ein Drogenlieferant ermordet und durch ein einziges Wort, das bis zum Schluss nicht wirklich überzeugend bestätigt wird, gerät ein jahrelang mühsam austariertes Gleichgewicht in der Londoner Unterwelt ins Wanken. Es ist ein geniales Konstrukt, das die Autorin hier aufgebaut hat, denn irgendwie hängt Alles mit Jedem und Allem zusammen. Einiges mag vielleicht etwas zu plakativ sein (die Erklärung für Elliots Handeln oder die Verbindungen der Unterwelt mit der Politik), aber es fügt sich Alles wunderbar wie ein Puzzle zusammen und so manches Teil ist eine wirkliche Überraschung.
Auch wenn es ein bisschen viel an Gesellschaftsthemen sind, die Zoë Beck in diesem Buch anspricht (Rassismus, Überwachung, Gesundheitsversorgung, Zero-Tolerance bei Drogen - auch Nikotin, Alkohol usw.): Durch die schnellen Perspektivwechsel und die Unterschiedlichkeit der Personen wirkt der Krimi nicht überfrachtet, und ich war wirklich gefesselt von dieser spannenden Geschichte in einer Gesellschaft, die ich hoffentlich nie kennenlernen muss.
733 reviews5 followers
August 22, 2017



Inhalt: 
Als London in einer nicht weit entfernten Zukunft aus den Fugen zu geraten droht, ahnt keiner, dass alles von einem Punkt aus ging.... 
Eine Situation, eine Geschehniss, dass ganz London in Aufruhr versetzen sollte. 
Als Leigh eines Tages Besuch in seinem Restaurant ahnt er zunächst nichts schlimmes, bis ihm plötzlich klar wird, dass der Mann kein normaler Kunde ist, sondern so viel mehr. 
Als kurz darauf ein Schutzgelderpresser spurlos verschwindet, ein Drogenhändler tot in der Themse treibt und die Stadt sich nach und nach in ein rassistisches Feld verwandelt, verändert sich das Leben vieler, auch dass von Elliot Johnson. 
Elliot Johnson führt nämlich das illegalste und erfolgreichste Start up Londons und die ganze kriminelle Unterwelt Großbritanniens versucht sie zu stoppen und sie zu töten, denn sie ist die Lieferantin. 
Ein Wettlauf gegen die Zeit und gegen die illegalen Drogengangs beginnt 


Meinung: 
Wow, dies ist mal wieder ein vollkommen neuartiger und kreativer Thriller von er Erfolgsautorin Zoo Beck, der mich beinahe restlos von sich überzeugen konnte. 
Denn wie von der Autorin gewohnt, gibt sie sich nicht mit dem gewöhnlichen 0815 Stoff zufrieden, nein sie geht in ihrem Thriller "die Lieferantin" mal wieder komplett eigene Wege. In dieser Story, werden wir als Leser in die Zukunft Londons entführt, eine Zukunft, die erschreckend realistisch aufgebaut ist und die einem als Leser so glaubhaft erscheint, dass man mit Gänsehaut die knapp 330 Seiten des Thrillers verschlingt und nicht mehr aufhören kann zu lesen, bis man das ende erfahren hat. 
Dieser Thriller ist durch seinen rasanten Schreibstil, durch seine fesselnden Beginn und seinen klugen und realitätsnah Spannungsaufbau ein wahrer Pageturner, den man nicht mehr aus der Hand legen kann. 
Außerdem sind die Charaktere präzise, individuell aufgebaut und bieten dem Leser die perfekte Fläche, um auf Missstände in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen, wie z.B. sich entwickelnde Rassismus. 


Fazit: 
Ein spannender, herausragend konstruierter Thriller, der realitätsnah und gesellschaftskritisch erzählt wird. 
Ein wahrer Pageturner, der sich vom Einheitsbrei des Spannungsgenres abzuheben weiß und den Leser von Seite eins begeistert. 
Sehr lesenswert 4,5 Sterne !
Profile Image for Aglaya.
208 reviews
August 5, 2017
Die "Lieferantin" beliefert London mit Drogen. Niemand weiss, dass die junge Ellie hinter diese Pseudomym steckt, die den Drogenhandel nicht aus finanziellen, sondern aus politischen Gründen betreibt. Im Post-Brexit England macht sie sich grosse Feinde, denn Drogenkonsum soll noch schärfer verfolgt werden als früher, während ihre Arbeit vor allem den anderen Drogenhändlern ein Dorn im Auge ist.

Die Geschichte wird in der dritten Person aus wechselnder Perspektive erzählt, dabei werden mehrere Handlungsstränge verknüpft. Die Handlung begleitet Mo, die ihre innere Leere mit Heroin zu überdecken versucht, auf ihren Begegnungen mit wachsendem Rassismus, Leigh, der für das Verschwinden eines Gangsters verantwortlich ist, Ellie, die den Drogensüchtigen wenigstens sauberen Stoff liefern will und Declan, der als Sprössling einer Drogenhändlerfamilie seinen Vater beeindrucken will, indem er gegen die "Lieferantin" vorgeht. Da die einzelnen Szenen aus Sicht des jeweiligen Protagonisten geschildert werden, erhält der Leser einen guten Einblick in die Gedanken und Gefühle der Protagonisten, sodass ich mich gut in sie hineinfühlen, wenn auch nicht immer ihr Vorgehen nachvollziehen konnte. So wirklich ans Herz gewachsen ist mit allerdings niemand, da alle Figuren mindestens eine Eigenschaft aufwiesen, die ich absolut inakzeptabel fand.

Die Geschichte selbst spielt in einer nahen Zukunft, in der der Brexit vieles am Leben auf der britischen Insel geändert hat. So hat sich der Rassismus stark ausgedehnt und dunkelhäutige Bürger müssen jederzeit damit rechnen, auf dem Arbeitsweg verprügelt zu werden. Drogen werden von der Politik als Ursache allen Übels angesehen und es wird geplant, Drogenabhängige von allen Leistungen des Gesundheitssystems auszuschliessen und wenn möglich hart zu bestrafen (das von der Autorin dafür geschaffene Wort "Druxit" wird leider erst spät erklärt, sodass ich lange nicht verstand, was damit gemeint ist). Und offenbar hat sich Schottland von England abgespalten, jedenfalls muss nun bei der Einreise aus England der Pass vorgezeigt und eine Sicherheitskontrolle passiert werden.

Während sich die Handlung oberflächlich in erster Linie um Drogenhandel zu drehen scheint, ist jedoch eine politische Dystopie in meinen Augen der wahre Handlungsträger. Was passiert, wenn Rechtsextremen freie Hand gelassen wird; wie passt sich das Leben der Bürger den politischen Gegebenheiten dann an? So interessant diese Fragestellung auch ist, leider hat das für mich nicht viel mit einem Thriller zu tun. So wartete ich bei der Lektüre ungeduldig, dass nun endlich der "Thrill" beginnen würde, und die "Lieferantin" Ellie sich auf die Flucht vor ihren Gegnern befindet, wie im Klappentext angekündigt. Doch dieser Aspekt spielt nur eine Nebenrolle, überdeckt vom "was wäre, wenn".

Der Schreibstil der Autorin Zoë Beck lässt sich flüssig lesen und ist gut verständlich, ohne zu einfach oder langweilig zu sein.

Mein Fazit
Interessantes dystopisches Politdrama, aber kein Thriller.
118 reviews4 followers
July 18, 2017
Spannender Post-Brexit-Thriller. Die Fronten in Zoë Becks aktuellem London-Thriller „Die Lieferantin“ sind von Anfang an klar definiert:

Auf der einen Seite stehen die alten Drogendealer, die klassische Unterwelt. Sie verkaufen ihre meist gestreckte) Ware vor allem auf der Straße. In ihrem Milieu herrscht Gewalt. Einschüchterung, Schutzgelderpressung und Auftragsmorde gehören zum Alltag.

Auf der anderen Seite steht Ellie Johnson, die online nur anonym als „die Lieferantin“ auftritt. Sie bringt den Drogenhandel ins Zeitalter der Digitalisierung. Wer ihre (hundertprozentig reine) Ware beziehen möchte, lockt sich ins Darknet ein, lädt sich anschließend ihre App herunter und erhält die Drogen per Drohne.

Diese beiden Seiten prallen im Buch auf spannende Weise aufeinander. Gleichzeitig schafft Zoë Beck einen interessanten politischen Hintergrund für ihren Thriller, in den sie die Rivalen einbettet: Wir befinden uns in der nahen Zukunft in einer Welt kurz nach dem Brexit. Wohnungskrise, ein schlechtes Gesundheitssystem und gewalttätige Ausschreitungen prägen Großbritannien. Die Regierung plant eine Verschärfung der Drogengesetze und will unter anderem die Unterstützung und Versorgung von Abhängigen beenden. Über diesen sogenannten Druxit soll das britische Volk demnächst in einem Referendum abstimmen.

Das gruslige an diesem fiktiven Szenario ist, dass ich mir ohne Probleme vorstellen kann, das es in der Realität passieren könnte. Zoë Beck hat das aktuell angespannte politische Klima sehr gut charakterisiert und treibt es auf die Spitze.

Die Lieferantin verbindet ihren Drogenverkauf mit sozialem Aktivismus, denn der Erlös finanziert zum Teil die Anti-Druxit-Kampagne. Es klingt paradox, dass der illegale Verkauf von Drogen die Legalisierung dieser erreichen soll. Diese Widersprüche machen den Thriller zu einem komplexen, gesellschaftskritischen Werk. Hier stehen sich nicht einfach nur Gut und Böse gegenüber, sondern vielschichtige Charaktere, die ihre eigene Agenda verfolgen.
17 reviews
July 16, 2017
Die Lieferantin - das ist Ellie, die mit ihrem Unternehmen den Tod ihres Bruders rächen will. Dann ist da noch Leigh, der eine Leiche unter dem Fußboden hat, die das ganze Unglück begründet und Declan, der in die Fußstapfen seines kriminellen Vaters treten soll.
Anders als erwartet dreht sich der Thriller nicht um die Lieferantin, die ihr Unternehmen beschützt und die Konkurrenz nieder reißt, sondern zeigt eine Ansammlung von Ereignissen, die alle miteinander zusammen hängen aus verschiedenen Perspektiven.
Angefangen mit einem Mord, wird es schnell zu einem Spiel von Macht, Geld und letztlich auch Erpressung.

Leider war "die Lieferantin" ganz anders als erwartet: Denn den Klappentext habe ich mit etwas Fantasie erst in den letzten Kapiteln des Thrillers finden können, wenn alles zusammen kommt.
Nein, dieser Thriller zeigte eher eine Kette von Ereignissen auf, die durch einen Mord ausgelöst wurden und es dreht sich auch nicht vorrangig um die Lieferantin. Dementsprechend wurden meine Erwartungen in dem Sinne enttäuscht, wer jedoch direkt mit anderen Ansprüchen an das Buch drangeht, wird vielleicht damit zurecht kommen.

Ich habe etwas gebraucht um in das Buch zu kommen, aber mit der Zeit wurde es besser. Der Schreibstil war okay, manchmal etwas emotionslos und knapp, aber dennoch gut zu lesen.
Leider habe ich oft die Spannung vermisst. Wenn das eine Kapitel mit einem Cliffhanger endet und jeder sich fragt, was jetzt wohl passiert, dann geht es im nächsten Kapitel später weiter, sodass der wirkliche "spannende" Part leider fehlt. Leider. - Denn die Idee war wirklich gut und hat auch kein bisschen konstruiert gewirkt.

Für mich das Buch ganz okay. Durch den Klappentext angefixt habe ich voller Spannung auf das Buch gewartet, wurde aber leider dementsprechend enttäuscht. Spannend war es auch nicht unbedingt, aber dennoch sehr interessant zu lesen.
Profile Image for Circlestones Books Blog.
1,146 reviews34 followers
August 8, 2017
Seit ich ein Interview mit Zoe Beck im Magazin „Buchkultur“ und anschließend daran ihren Thriller „Schwarzblende“ gelesen habe, ist Zoe Beck eine jener deutschen Autorinnen, deren Bücher ich sofort nach dem Erscheinen ohne weiteres Nachdenken kaufe und lese.
Auch „Die Lieferantin“ enttäuscht nicht: eine präzise Sprache, Beschreibungen nur dort, wo sie notwendig sind, aber nicht, um Seiten zu füllen. Das macht das Tempo rasant und die Geschichte entwickelt sich Step by Step, ohne Längen. Die Themen der Autorin sind immer brisant, zeitnah und kritisch, so auch hier. Ihre Charaktere sind nie in „gut“ bzw. „böse“ einzuteilen, sondern bewegen sich im Graubereich, warum sie so sind, lässt sich jedoch immer nachvollziehen. Zoe Becks Hauptcharaktere sind starke Frauen, in deren Handlungsweisen sich der Leser/die Leserin stimmig hineinversetzen kann – man mag sie. Der Aufbau dieses neuen Thrillers ist genial: eine Tat, ein Zufall auf einem Nebenschauplatz, setzt eine Lawine von weiteren Handlungen in Gang, die sich verdichtet, ausbreitet und vernetzt weiteste Reaktionen hervorruft, mehrere davon tödlich.
Ein Thriller, den man beginnen sollte, wenn man einige freie Lesestunden einplanen kann, denn diesen Pageturner legt man erst nach der letzten Seite wieder aus der Hand.
Profile Image for yesterday.
489 reviews3 followers
February 12, 2020
Ein „Was wäre, wenn….“ der besonderen Art bietet dieser Thriller von Zoё Beck. Für ein packendes Buch genau das richtige, hoffe ich dennoch nicht, dass die Entwicklungen so vorangehen wie hier.

Was wäre, wenn Großbritannien letztendlich aus der EU ausgetreten ist, sich dann den Baustellen im Inland widmet und dabei ein verschärftes Drogengesetz beschlossen werden soll, das Konsumenten wie Suchgiftgegner auf die Straßen treibt und die halbe Unterwelt Londons auf den Plan ruft? Letztere befürchten massive Verdiensteinbußen und wissen sich nur auf „ihre Art“ zu wehren. Dazu gesellen sich Nationalisten, die den harten Regierungskurs nicht hart genug finden und alles „nicht-britische“ loswerden wollen, notfalls ebenso mit Gewalt.

Zwischen die Fronten geraten dabei naturgemäß auch Unschuldige. Und solche, die es gerne von sich glauben wollen. Wie Ellie, die mit ihrem unkonventionellen Drogen-Onlineshop auch die höchsten Kreise Londons beliefert. Eine perfekte Ausgangsbasis für eine Art britischen Mafia-Krimi, wobei aufgrund der Spannung sogar der so wunderbare schwarze Humor eigentlich zu kurz kommt.

Mehr sei nicht verraten, ich kann jedem Fan der Spannungsliteratur raten, sich selbst von der eigenartig beklemmend-faszinierenden, aufgewiegelten „After-Brexit-Stimmung“ gefangennehmen zu lassen. Und als man gegen Ende schon dem erwarteten Knalleffekt entgegenfiebert und dann doch (fast) alles anders kommt, schwingt die Autorin ebenso überraschend die „Moralkeule“. Hochmut kommt vor dem Fall - eindrucksvoll zeichnet Beck das Bild eines Menschen, der immer stärker seine Prinzipien verrät, schändliche Taten mit abstrusen Theorien rechtfertigt und schließlich die unausweichliche Bruchlandung begeht. Alles Fiktion? Hoffentlich.
Profile Image for Heidy.
156 reviews
June 17, 2018
"Mal was ganz anderes...! Eine Mischung aus Krimi und "Science Fiction", wobei die Geschichte in der relativ nahen Brexit-Zukunft spielt und einen realistischen Ausblick auf die Brexit-Zukunft dieses Landes liefert. Nach dem Brexit steht dann (in diesem Buch) u.a. auch der "Druxit" ins Haus..."

Das war meine anfängliche Reaktion. Ich habe das Buch auch nicht ungern gelesen, aber irgendwann merkte ich dann, dass ich es auch nicht richtig gern gelesen habe - "spannend", "fesselnd" war es jedenfalls nicht. Gegen Ende wurde es dann ziemlich lächerlich und absurd - naja, irgendwie musste dieses Science-Fiction-Buch ja zu Ende gebracht werden, überzeugend war es allerdings nicht. Und halt doch eher "Science Fiction" als Krimi...
Profile Image for Bücherbiene.
9 reviews
October 10, 2017
Spannendes Buch! Ich habe zwar ein bisschen gebraucht, um mich in die Geschichte hineinzufinden, aber dann war es wirklich spanend! Eine sehr atemlose, spannende Geschichte. Anfangs fand ich die vielen perspektivwechsel zwar noch ein wenig schwierig, aber nach und nach verweben sich alle Geschichten zu einer großen. Leseempfehlung!
Profile Image for Cantona.
561 reviews
September 8, 2017
Prima Buch! Lockerer, moderner Schreibstil. Story hat eine Menge Power. Spannend, visionär. Hat echt Spaß gemacht zu lesen.
Profile Image for Caro.
229 reviews20 followers
March 27, 2018
Hinter "Die Lieferantin" verbirgt sich nicht nur ein Thriller rund um die Londoner Drogenszene. In Zoe Becks neustem Buch stecken auch viele klare Aussagen bezüglich des Brexits und seinen Folgen, der möglichen Legalisierung von Drogen und der Digitalisierung.

Der Einstieg war für mich wegen der Vielzahl an Protagonisten nicht gerade kinderleicht. Zunächst trifft man auf Walter Boyce, Victor Thrift und Leo Hunter, drei Londoner Drogenbosse, die das Gebiet unter sich aufgeteilt haben. Als plötzlich ein anonymer Verkäufer aus dem Darknet auf der Bildfläche erscheint, ist man sich im Londoner Untergrund einig: Der Neue muss weg! Es beginnt eine Hetzjagd auf das Pseudonym TheSupplier, hinter welchem sich Elliot Johnson verbirgt. Die junge Frau beschäftigt sich mit dem Bau und der Programmierung von Drohnen. Per App schickt der Verkäufer seine Koordinaten an einen Server, welcher wiederum eine Drohne mit dem bestellten Stoff auf den Weg schickt. Anonym, schnell, einfach und sehr sicher.

Der Roman spielt in einer Zeit nach dem Brexit und spricht schonungslos an, welche Probleme auf die Engländer zukommen könnten. Das staatliche Gesundheitssystem NHS kommt nicht sehr gut weg. Die Stimmung im Land verändert sich zunehmend und die nationalistische Gruppierung "Rotweißblau" befindet sich auf dem Vormarsch. Die Krone des Ganzen soll ein neues Referendum, der "Druxit", sein. Dabei sollen härtere Gesetze gegen den Handel und Missbrauch von Drogen erreicht werden, die über öffentliche Register von Konsumenten bis hin zum Verlust des Versicherungsschutzes gehen.

Neben der spannenden Jagd auf Ellie geht es also vor allem um Politik und die Legalisierung von Drogen. Dabei stehen Protagonisten Ellie und ihre beste Freundin Catherine, die die Anti-Druxit-Kampagne leitet, eindeutig für die Legalisierung. Was mir leider etwas gefehlt hat, war eine zumindest halbwegs ebenbürtige Gegenseite. Zoe Becks Position ist unmissverständlich angekommen, allerdings wünsche ich mir bei solch kontroversen Themen immer starke und logische Argumentationen, bei denen sich der Leser letztendlich selbst eine Meinung bilden darf. Die Kontra-Seite kam hier eindeutig zu kurz.

Ansonsten hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es ist spannend und die schnellen Perspektivwechsel haben mir gefallen. Anfangs habe ich schon angesprochen, dass eine große Vielfalt an Charakteren involviert ist. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase konnte ich alle gut auseinander halten und ich fand es absolut spitze, wie Zoe Beck diese Vielzahl logisch miteinander verknüpfen konnte. Vor allem die letzten Seiten haben richtig Spaß gemacht und enthielten eine Menge Frauenpower!

Fazit
Ein sehr gelungener Thriller, der viel mehr als eine rasante Hetzjagd auf eine Drogenlieferantin bietet. Es geht um Politik, die Legalisierung von Drogen, Rassismus, Frauenpower und die Digitalisierung. Auch wenn ich mir bei den kontroversen Themen ausgeglichenere Argumentationen gewünscht hätte, liest sich das Buch dennoch extrem spannend und regt dazu an, sich etwas genauer mit den Themen auseinanderzusetzen und sich eine eigene Meinung zu bilden (bzw. diese zu überdenken). 4 Sterne und eine Leseempfehlung!

(Juli 2017)
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